Gastgewerbe Gedankensplitter


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Mittwoch, Mai 29, 2002

Die Auswirkungen des Nitrofen-Skandals auf die Reputation von Bio-Produkten und damit auch auf gastronomische Betriebe, die solche Produkte verwenden und sich damit ein besonderes Image zugelegt haben, sind noch nicht absehbar, aber möglicherweise katastrophal. Wenn der zeitliche Ablauf zutrifft, wie ihn die "Welt" in einem Artikel "Katastrophe für Künst" von heute darstellt, ist die gegen die Gastronomie gerichtete Teuro-Kampagne der Verbraucherministerin ein Versuch, die Öffentlichkeit abzulenken, indem ein Nebenkriegsschauplatz eröffnet wird. Dem Ministerium liegen demnach Informationen über den Skandal seit dem 21. Mai vor. Kurz danach verkündete Künast ihre Einladung zu einem "Teuro-Gipfel" in der Bild-Zeitung. Der unpopuläre Wirtschaftsminister Müller nutzt die Gelegenheit, der bislang populäreren Kollegin eins auszuwischen. In der ARD-Sendung "Sabine Christiansen" erklärte er am Sonntagabend: "Dieser Gipfel ist jetzt so ein bisschen populärer Schaueffekt." Siehe dazu auch den Artikel "Müller sieht keinen Sinn im ´Anti-Teuro-Gipfel´" in der Financial Times Deutschland vom Montag, 27. Mai 2002. Da fällt mir der Wahlkampf-Slogan der Grünen aus dem Jahr 1987 wieder ein: "Ist der Ruf erst ruiniert, regiert's sich gänzlich ungeniert".