Gastgewerbe Gedankensplitter


Kostenlose Gastro News - wöchentlich, über 19.500 Abonnenten

Powered by KBX7

« Home | Pencom Deutschland veranstaltet vom 5. bis 9. Sept... » | Die Firma H.J.Fischer, Gerätebau, hat einen "CONTR... » | Die Bundestagswahl ist gelaufen, wenn bis dahin ke... » | Die Pixelplanet GmbH präsentiert ihren "Pizza-Serv... » | Von Patrick Oliver Flad ist in der Reihe GastroMan... » | Der Bundesrat hat einer Vereinfachung der Gewerbeo... » | Zum 200. Geburtstag von Alexandre Dumas erscheint ... » | Ein Auftritt von Dirk Ploss, Geschäftsführer der L... » | Auf dem Weg zu einer gewissen überregionalen Bedeu... » | Die Eidgenössische Alkoholverwaltung informiert üb... »


Freitag, Juli 26, 2002

Im Englischen Garten in München gibt es neuerdings ein Wireless Network, also die Möglichkeit, ohne Kabel mit seinem eigenen Laptopp im Internet zu surfen. Voraussetzung ist auf Seiten des Nutzers eine W-LAN-Karte im Notebook. Kostenlos kann man sich die Homepage von E-Garten.net und die Seiten der 13 an dem W-LAN beteiligten Firmen ansehen. Wer ins Internet will, muß sich an der Kasse eine Prepaid-Karte kaufen (1 Stunde für 2 Euro). Mehr Informationen unter http://www.e-garten.net.

Wissen Sie, warum der "Englische Garten" in München so heißt? Er wird so nach seinem "Erfinder", dem Count von Rumford, genannt. Count von Rumford ist eine faszinierende Persönlichkeit, ein als Benjamin Thompson 1753 in Massachusetts (damals noch eine britische Kolonie) geborener, schwuler Amerikaner, der es mit 19 zum Offizier der britischen Armee bringt, von den amerikanischen Revolutionären der Spionage für Großbritannien bezichtigt wird und nach England flieht. Dort wird er als Physiker bereits mit 26 Jahren Mitglied der Royal Society und gilt als einer der Entdecker des Naturgesetzes von der Erhaltung der Energie. 1783 geht er nach München, wird bayerischer Kriegs- und Polizeiminister, rationalisiert die Waffenindustrie und führt nebenbei in Bayern die Kartoffel ein. Karl Theodor, Kurfürst von Bayern und der Pfalz (1777-1799), erließ, angeregt durch ihn, das Kurfürstliche Reskript, in jeder Garnisonsstadt einen Militärgarten anlegen zu lassen, so z.B. 1789 den Englischen Garten in München. Die Idee der "Suppenküchen" zur Speisung von Armen (vegetarische "Rumfordsuppe") wird ihm ebenfalls zugeschrieben. Später wurde er geadelt (zum Herzog des "Heiligen Römischen Reiches") und zum Generalleutnant befördert. Er entwickelte unter anderem Öfen für das kontinuierliche Brennen von Kalk, Apparaturen zur Untersuchung der Wärmestrahlung und lieferte, vermutlich angeregt durch seine Atlantiküberquerungen, seiner Zeit weit voraus eine Theorie für das Phänomen der Meeresströmungen und damit der heutigen Klimagrundlagenforschung. Er stiftete eine Preis für Wärmetheorie der Royal Society ("Rumford Medal"), der bis heute vergeben wird. Um 1800 ging er nach Frankreich und revolutionierte dort die Restaurantküchen. Er erfand vielzahl nützlicher Küchengeräte, so den Backofen, das Kochen unter Druck, eine Kaffeeröstmaschine und eine Thermoskanne, wodurch sich das Angebot in den Restaurants erheblich erweitern ließ. Die von ihm entwickelte Anordnung von einzeln regulierbaren Herden ("range") ermöglichte eine effiziente Zusammenarbeit in der Küche, ersetzte das Nebeneinander von Köchen an einzelnen Holzfeuern und erlaubte, die Methoden der Zubereitung von Speisen mit unterschiedlichen Temperaturen zu entwickeln. Man ging zunehmend davon ab, große Fleischstücke zu grillen, und dazu über, "á la minute" zuzubereiten. Als er 1814 an Fieber starb, legte er mit seinem Vermögen die Grundlagen des Departments of Physics der Harvard University ("Rumford Professorship"). Heute existiert noch eine Firma Buckley Rumford Co., die u.a. Öfen und Kamine nach seinen Plänen verkauft.