Gastgewerbe Gedankensplitter


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Sonntag, Juli 28, 2002

Mein Wort zum Sonntag: Promovierter Jurist, Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Juristinnen und Juristen, Mitglied des Rechtsausschusses im Deutschen Bundestag und sinnigerweise im Parteispenden-Untersuchungsausschuß, all dies listet der Bundestagsabgeordnete Dr. Peter Danckert penibel auf seiner Website www.spd-danckert.de auf. Platz wäre auch noch gewesen, sein Mandat im Aufsichtsrat der WMP EuroCom AG anzugeben. Diese Gesellschaft hat laut einem Bericht von Focus die Interessen des schwedischen Energiekonzerns Vattenfall vertreten. Laut Focus hat der ehrenwerte Genosse bestritten, daß es Interessenkonflikte zwischen seiner Tätigkeit als Abgeordneter und als Aufsichtsratsmitglied gegeben habe. Vieleicht gibt es aber doch ein paar prinzipielle Unterschiede zwischen einer Vertretung der Interessen des ganzen Volkes ("Die Abgeordneten des Deutschen Bundestages werden in allgemeiner, unmittelbarer, freier, gleicher und geheimer Wahl gewählt. Sie sind Vertreter des ganzen Volkes, an Aufträge und Weisungen nicht gebunden und nur ihrem Gewissen unterworfen." Artikel 38 Grundgesetz) und einer Vertretung der Interessen eines skandinavischen Energiemonopolisten? Ist es ein Zufall, daß Vattenfall kurz nach der Installation der SPD-PDS-Koalition in Berlin 44,8% des Berliner Versorgers Bewag erwerben und vor der Abwahl der Hamburger SPD-GAL-Koalition sich mit 71,31% an der HEW beteiligen konnte? Wie heißt es so schön auf der Website der WMP EuroCom AG unter dem Stichwort "Netzwerk": "Das Kapital der WMP EuroCom AG sind die hochrangigen Persönlichkeiten im Vorstand, im Aufsichtsrat und im Beraterstab."