Gastgewerbe Gedankensplitter


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Dienstag, August 13, 2002

Laut einer Meldung des Tagesspiegels haben die Drogenbeauftragten der Bundesregierung Marion Caspers-Merk und des Landes Berlin Elfriede Koller in 221 Berliner Gaststätten untersuchen lassen, ob hochgerechnet auf den Liter das billigste Getränk auf der Karte alkoholhaltig oder alkoholfrei sei. 60% der Gaststätten verstießen gegen das Gaststättengesetz, das vorschreibt, als günstigstes Getränk etwas Nichtalkoholisches anzubieten. Die beiden kündigten an, die Einhaltung der Gesetze künftig schärfer zu kontrollieren. Die Kontrolle der Einhaltung des Gaststättengesetzes gehört nicht zu den Aufgaben der Drogenbeauftragten. Es geht Marion Caspers-Merk wohl auch eher darum, mal wieder bundesweit Schlagzeilen zu machen. Ihr Direktmandat im Wahlkreis 186 Lörrach - Müllheim hat sie 1998 mit 45 Prozent nur knapp vor der Direktkandidatin der CDU, die 39,3 Prozent erhielt, gewonnen und es dürfte angesichts der katastrophalen Prognose für die SPD gefährdet sein. Das vermeintliche Engagement gegen den Alkoholkonsum der Jugendlichen ist unglaubwürdig, solange Marion Caspers-Merk sich z.B. in der Stuttgarter Zeitung vom 2. April 2001 rühmt: "Wir haben bereits den Besitz und den Konsum geringer Mengen von Haschisch faktisch straffrei gestellt." Elfriede Koller fällt mit ihrer Initiative gegen die vermeintliche Alkoholgefährdung von Jugendlichen durch gastronomische Angebote hinter ihren Erkenntnisstand zurück. In einem Bericht der Deutschen Hauptstelle gegen die Suchtgefahren aus dem Jahre 1997 wird dargestellt, daß Jugendliche bereits unterhalb der Altersgrenze Alkohol konsumieren, in der sie ihn in Gaststätten erhalten dürfen: "Alkoholisches ist überall zu haben: Läden mißachten mitunter die gesetzlichen Verkaufsbeschränkungen. Zudem schenken Jugendfreizeitheime in zwei Dritteln aller Bezirke bei Veranstaltungen Wein, Bier und Sekt aus." Angesprochen auf Forderungen den Alkoholkonsum in öffentlichen Jugendclubs zu unterbinden, weigerte sich Elfriede Koller Weisungen zu erteilen. Dies sei Sache der Bezirke. (Quelle: "Schnaps auf dem Spielplatz: Kinder greifen zur Flasche", in: Tagesspiegel vom 16. Dezember 1997). Mehr zum Thema Preisauszeichnung in der Gastronomie: Zur Reform des Gaststättengesetzes § 6".