Gastgewerbe Gedankensplitter


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Mittwoch, Oktober 16, 2002

Der Weser-Kurier meldet, daß der Bremer Ratskeller neu verpachtet worden ist und zwar an ein ortsansässiges, mittelständisches Unternehmen und nicht mehr an die Maritim Hotelgesellschaft. Der "Bremer Ratskeller" befindet sich seit über einem halben Jahrtausend an heutiger Stelle. Er ist das "köstliche und angenehme Fundament" des im Jahre 1405 errichteten Bremer Rathauses, bietet eine sehr gute Auswahl deutscher Weine (mehr als 650 Sorten) und wurde von Wilhelm Hauff 1827 literarisch verewigt in seinen "Phantasien im Bremer Ratskeller". Er ist nicht der älteste noch betriebene Weinschenke, die Weinstube "Alte Torschenke" in Cochem an der Mosel existiert bereits seit 1332, das Weinhaus "Stachel" in Würzburg seit 1413. Im Bauernkrieg schlug der sogenannte "Schwarze Haufen" der aufständischen Bauern in diesem Hause sein Hauptquartier auf und steckte als sein Erkennungszeichen eine Stange mit einem Morgenstern (eine Stachelkugel an einer Kette) zum Erkerfenster hinaus, weshalb dann im Laufe der Zeit das Haus "Zum Stachel" oder kurz "Stachel" genannt wurde. Diesen Namen behielt das Haus bis auf den heutigen Tag. Den "Ratskeller" in Erfurt gibt es seit 1477.