Gastgewerbe Gedankensplitter


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Dienstag, Oktober 22, 2002

"Warum sollte z. B. eine computerfremde Firma wie McDonalds im Internet vertreten sein?" fragt Powerflasher Carlo Platz in seinem Beitrag über Usability und Flash und behauptet: "Es wird kein E-Commerce genutzt, es gibt keinen Bedarf an sonderlich aktuellen Informationen ("Wir haben kein BSE"). Natürlich kann man sich über die Firma informieren; der Hauptcontent ist doch aber Entertainment." (via Schockwellenreiter.de)

Carlo Platz hat teilweise Recht, denn die großen Systemgastronomie-Ketten nutzen das Internet tatsächlich nur marginal. Papa John's Pizza, Pizza Hut und Kentucky Fried Chicken erlauben in begrenztem Umfang Online-Bestellung. Ein paar Ketten stellen Merchandising-Artikel vor, aber nur zwei, Domino's und Burger King, verkaufen sie auch online und bieten ausserdem Geschenkguscheine online an.

Kunden sind aber nicht die einzige Zielgruppe von Internetpräsenzen. Man bemüht sich online auch um Mitarbeiter, sowohl auf spezialisierten Sites wie Monster.com als auch auf den eigenen Sites. Tricon Global setzt seit Dezember 1998 auf die Anwerbung per Internet, einschließlich Stellenanzeigen und Bannerwerbung in den Online-Ausgabe von Adweek und dem Wall Street Journal. Ein Jahr später berichtet Tricon, daß 10% aller Neueinstellungen von elektronischen Bewerbungen kommen. Der Hauptvorteil elektronischer Bewerbung sei, daß ein Bewerber sich über alle Jobangebote umfassend informieren könne, anders als bei einer isolierten Zeitungsanzeige.

Prof. Kathleen Pearl Brewer von der Universität von Nevada, Vorsitzender der Hospitality Industry Technology Association, sagt voraus, daß innerhalb weniger Jahre alle Einkäufe von Restaurants online erfolgen würden. Produzenten und Vertreiber würden auf Online-Märkten anbieten und Restaurants ausschreiben und beide davon profitieren, daß der "Schmutz" aus den Vertriebskanälen beseitigt werde. Eine "Efficient Foodservice Response"-Bericht aus dem Jahre 1999 schätzte die Einspamöglichkeiten auf 6,6 Milliarden US-Dollar und damit auf etwa 2-3%. Max Klimavicius, geschäftsführender Gesellschafter von Sardi's in New York, geht sogar von mindestens 15% Ersparnis durch Online-Einkäufe aus. Für das Einzelrestaurant geht die Entwicklung in Richtung erweiterter und preiswerter Möglichkeiten wie automatische Bestellungen aus der Lagerwirtschaft heraus oder preissensitive Reservierungsysteme, welche es erlauben, Gebühren für Reservierungen an Tagen hoher Auslastungen zu verlangen. Abseits dieser technisch aufwendigen Lösungen werde E-Commerce zu einem Standardelement des Services am Kunden, welches vor allem helfe, die Kundenzufriedenheit zu erhöhen.