Gastgewerbe Gedankensplitter


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Freitag, Oktober 18, 2002

Wissen Sie, was eine "Zoiglstube" ist? Auf den Websites Zoiglbier.de und Zoigl.de wird dieses Oberpfälzer Phänomen beschrieben. Der Zoigl ist ein untergäriges Bier, das in den Kommunbrauereien Neuhaus und Windischeschenbach nach althergebrachter Weise in offenem Sud gebraut wird. Das Zoiglbraurecht in Windischeschenbach geht bis auf das Jahr 1455 zurück, das Neuhauser Brauerecht sogar bis in Jahr 1415. Damals erhielten alle Hausbesitzer dieser Gemeinden das Recht, selbst zu brauen und auszuschenken. Das Braurecht bleibt stets fest mit Haus und Grundstück verbunden, und um brauen und schenken zu dürfen, muß es auch heute noch im Grundbuch eingetragen sein. In anderen Landesteilen - wie etwa auch in der Stadt Bamberg - war das Braurecht hingegen fürstliches Privileg. Es gibt zwar auch Kommunbrauereien in Oberfranken, aber der Begriff "Zoigl" ist dort nicht gebräuchlich (siehe "Gibt es Zoigl aus Franken?")

Zu den Entstehungszeiten des Kommunbrauens wurde das Zoiglbier einfach in der Stube (der Wohnküche) des jeweiligen Brauers ausgeschenkt; das Bürgerhaus wurde zum Wirtshaus. Heute ähnelt die Zoiglstube schon eher einer kleinen Gaststube, zumal die Zoiglstuben auch heute nicht besonders groß sind und auch in keinster Weise auf Massentourismus oder Profit ausgerichtet sind.