Gastgewerbe Gedankensplitter



« Home | Tino Andresen stellt in den Stuttgarter Nachrichte... » | Rudolf Achenbach, Gründer der Achenbach Delikatess... » | Auch im Berliner Gastgewerbe kam es im Oktober 200... » | Abseits.de hat zur Zeit einen Alexa-Traffic-Rank v... » | "Streichposten entdeckt. Viele Firmen sparen bei W... » | "Einfaches Essen erlebt Boom", behaupten die Neuma... » | Wie man gastgewerbliche Outlets am besten im Bild ... » | Das Rabattgesetz ist gefallen, der deutsche Konsum... » | Der GfK-Nürnberg e.V. und die Nürnberger Akademie ... » | Werbepsychologie Online, die „kleine Einführung in... »


Donnerstag, Dezember 26, 2002

Er hat es nicht gerade vom Tellerwäscher zum Millionär gebracht, aber die Geschichte von Minges-Kaffee in Bamberg erinnert doch ein wenig an ein Weihnachtsmärchen. Rolf Minges hat 1981 das Kaffeegeschäft seines Vaters Fritz Minges übernommen, das dieser 1932 gegründet hatte. Geröstet wurde für den Bedarf des eigenen Kaffee- und Süßwarengeschäftes am Bamberger Maxplatz. 1983 haben wir unser Café Abseits eröffnet und es mit Minges-Kaffee probiert, aber irgendwie hat es nicht hingehauen. Ein Spezialist der Münchener Kaffeerösterei Burkhof, zu deren Kaffee wir dann gewechselt sind, hat es uns damit erklärt, daß sehr kleine Röstereien Probleme hätten, eine ausreichende Vielfalt an Kaffees zu beschaffen, um konstant einen bestimmten Geschmack zu mischen.

15 Jahre später boomt der Abverkauf von Espressomaschinen für private Haushalte. Der Bamberger Media-Markt überlegt sich, den zahlreichen Käufern von Espressomaschinen auch einen Espressokaffee anzubieten. Weniger, um damit einen zusätzlichen Verdienst zu erzielen, denn als Service, denn schließlich will jeder, der sich eine Espressomaschine kauft, zu Hause auch gleich loslegen. Was liegt näher als bei der einzigen Bamberger Rösterei nachzufragen, ob sie Espresso liefern. Der Erfolg ist überwältigend. Er spricht sich natürlich bei Media-Markt herum und alle anderen Media-Markt-Filialen im In- und Ausland machen es den Bambergern nach. Einige dieser Filialen verkaufen inzwischen mehr Kaffee als im Stammhaus von Minges-Kaffee am Maxplatz verkauft worden ist. Minges-Kaffee wird zum "Geheimtipp" bei preisbewußten Kaffee-Liebhabern. Aufgrund der steigenden Nachfrage und des enormen Firmenaufschwunges entschließt sich Rolf Minges im Jahre 2000 zum Bau einer neuen Produktionsstätte in Breitengüßbach bei Bamberg. Es werden neue Röstmaschinen, eine vollautomatische Verpackungslinie und eine Vielzahl weiterer Spezialmaschinen angeschafft, um eine leistungsfähige, qualitätsorientierte Kaffee-Produktion zu gewährleisten. Da praktisch keine Marketingkosten anfallen, kann man beim Einkauf des Rohkaffees auf mindere Qualitäten verzichten. Man bleibt beim traditionellen Trommelröstverfahren, dem Langzeitröstverfahren, auch wenn manch andere Röstereien auf energiesparende Kurzzeitröstverfahren umsteigen. Heute gehört Minges Kaffee zu den größten Kaffeespezialitäten – Röstereien in Deutschland. Der Umsatz hat sich in wenigen Jahren verhundertfacht. Nach dem Media-Markt haben auch Saturn-Filialen Minges-Kaffee ins Sortiment übernommen und Minges Kaffee bedient auch diverse andere Kaffeeröstereien mit Eigenmarken. In Zukunft will Rolf Minges ein Netz von Exklusiv-Depots (Feinkost bzw. Kaffeefachgeschäften) aufbauen, denen er einen Gebietsschutz gewährt, und ein Netz von Kaffeebar-Franchisenehmern.