Gastgewerbe Gedankensplitter



Freitag, April 26, 2002

Wenn man die Wahlkampf-Checkliste der DEHOGA mit den von Abseits.de formulierten Forderungen vergleicht, fallen einem doch einige Unterschiede ins Auge:

- Wir haben uns z.B. ausgesprochen für die Abschaffung der Zwangsmitgliedschaft in der IHK. Die DEHOGA-Funktionäre scheinen sich dort ziemlich wohl zu fühlen.

- Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband fordert eine Ausweitung des Unterrrichtungsnachweises, sarkastisch formuliert eine Abschottung der Branche vor Seiteneinsteigern. Dies erscheint uns eine recht konservative Forderung in Zeiten, wo etwa in Österreich die Zugangsvoraussetzungen gelockert worden sind und auch bei uns Deregulierung angesagt ist. Zudem sind Seiteneinsteigern mit ihrer häufig besseren kaufmännischen Qualifikation oft erfolgreicher als Existenzgründer mit einer gastronomischen Berufsausbildung, in der kaufmännische Kenntnisse häufig zu kurz kommen.

- Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband fordert eine Ausweitung der Ladenschlusszeiten. Nun, persönlich bin ich auch kein Anhänger von Ladenschlußzeiten, aber muß man sich als Verband des Gastgewerbes ausgerechnet für den Einzelhandel stark machen, mit dem die Gastronomie in zunehmendem Maße konkurriert? Machen uns Einzelhändler, Bäcker und Metzger nicht schon genügend die Hölle heiß mit ihren Tiefkühlkostprodukten, Convenience-Produkten und Fertiggerichten, Plattenservices, Party- und Catering-Services, Tagesgerichte, Take-Away-Servies, Stehcafés und Imbissen?

Donnerstag, April 25, 2002

Vor gut vier Monaten haben wir einen Beitrag "Was erwartet die Gastronomie von einem Kanzler Stoiber?" veröffentlicht. Nunmehr ist auch der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband soweit. Heute morgen hat er auf seiner Jahres-Pressekonferenz in Berlin seine sogenannte "Wahlkampf-Checkliste" (PDF) präsentiert.

Die DEHOGA behauptet, das Gastgewerbe mache zur Bundestagswahl 2002 mobil und quer durch die Republik würden die Hoteliers und Gastronomen in den nächsten Wochen und Monaten auf die Kandidaten der Parteien zugehen und sie mit den drängendsten Problemen der Branche konfrontieren. Vielleicht wäre es effizienter, wenn man sie ansprechen würde, wenn sie mal wieder in unseren Gaststätten Partei- und Wahlversammlungen abzuhalten wünschen oder um Inserate für ihre Parteiblätter betteln?

In der Süddeutschen Zeitung erscheint seit vorletzter Woche eine Serie "Ausgehen in München" - Streifzüge durch Restaurants, Bars, Cafés, Clubs und Wirtshäuser. Die kritischen Blicke von Außenstehenden auf gastronomische Betriebe in bisher 19 Kategorien, heute etwa Weinlokale, sind auch ínteressant, wenn man nur selten in München weilt. Vielleicht ringt sich die SZ durch, diese Reportagen als Buch zu veröffentlichen. Einen Käufer hätten sie schon ...

Mittwoch, April 24, 2002

"Ein asiatisches Restaurant ist das schönste Lokal Wiens" stellt Radio Österreich fest und meint damit ein Werk des Architekten Helmut Richter, der mit dem Adolf Loos-Architekturpreis ausgezeichnet worden ist. Der Publikumspreis ging an den Architekten Hermann Czech, dem ketzerische Gedanken in einem Interview der ÖGZ nicht fremd sind: "Ein alltägliches Wirtshaus sieht oft nach nicht viel aus".

Wer sich für das Design von Hotels und Gaststätten interessiert, findet in der Nextroom Architektur Datenbank eine Vielzahl von Beiträgen und Beispielen aus Österreich.

Mehr über das Thema findet man auf unserer Seite "Design und Ambiente".

Dienstag, April 23, 2002

Schon mal was gehört von der Brauerei Meckatzer Löwenbräu in Heimenkirch? Keine Angst, ich will Ihnen jetzt kein Bier aufschwatzen... Diese Brauerei hat auf ihrer Website etwas gemacht, was man selten findet auf Brauerei-Sites: Alle Mitarbeiter werden mit Foto, Aufgabenbereich, Telefonnummer und individueller eMail-Adresse vorgestellt. Das schafft Vertrauen, dass es in diesem Unternehmen Menschen gibt, die sich um einen kuemmern, und hilft schnell den richtigen Ansprechpartner zu finden. Von wegen Pontius zu Pilatus.

Montag, April 22, 2002

Was ist das für ein Geräusch?

Samstag, April 20, 2002

Die Almhütte in Darmstadt-Eberstadt besitzt eine sogenannte "Kilostub'n", in der Gruppen bis zu 20 Personen feiern können. Alle dort bereitgestellten Preise und Getränke werden nach Kilo berechnet. Die Gäste zapfen selbst an der im Tisch integrierten Zapfstelle, das Haus stellt alles Nötige an Getränken und Speisen bereit. Wie man darauf kommt, mitten im hessischen Flachland ein Themenrestaurant mit durch und durch Südtiroler Flair (von Veltins mal abgesehen) einschließlich Après Schi-Bar zu betreiben, habe ich auf der Website nicht herausgefunden, aber, neugierig wie ich bin, schnell mal nachgefragt ...

Freitag, April 19, 2002

Aaron Schacter berichtet aus Denver, das angesagte neue Themen-Restaurant an der Ecke sei möglicherweise nur die Filiale eines neuen Franchise-Konzeptes. Den Link zur RealAudio-Datei seines Radio-Beitrages bietet das National Public Radio, ein für excellente journalistische Beiträge, Nachrichten, Informationen und Kulturbeiträge bekanntes Internetradio, das von 16 Millionen Hörern wöchentlich nicht nur in den USA genutzt wird.

Auf der Site des National Public Radios versteckt sich auch ein interessantes Interview: Host Renee Montagne unterhält sich mit Peter Romeo, dem Herausgeber des Restaurant Business Magazine, darüber, wie man mithilfe einer Speisekarte die Umsätze steigern kann. Zum Link zur RealAudio-Datei des kurzen Interviews.

Schmatz dich frei! - Eine Reportage über Eurotoques, eine Köche-Initiative gegen Fast- und Junk-Food. Aufgezeichnet von Heike Littger in ChangeX, einem lesenswerten "Online-Magazin für den Wandel in Wirtschaft und Gesellschaft".

Danke schoen, Herr Bangemann, fuer die Blumen! Es waere wirklich nett, wenn Sie gelegentlich ueber Ihre erfolgreichen Coupon-Aktionen berichten koennten.

Sonntag, April 14, 2002

Vielen Dank, Gerhard Schoolmann für Ihr aufopferungsvolles Engagement für diese Seiten. Ihre Beiträge waren schon Inspiration für aktive Umsetzungen in unseren Betrieben (SB-Gastronomie in Einkaufszentren). Besonders der Bereich "Gutscheine und Coupons" hat es mir angetan, weil ich hier mein Spezialwissen (Tauschwirtschaft, alternative Geldsysteme) mit meiner langjährigen Erfahrung in der Gastronomie verbinden kann. Ich habe schon einige erfolgreiche Experimente mit Gutschein-Systemen durchgeführt und versuche diese nach und nach hier zu beschreiben. Dies ist insgesamt ein Gebiet, das ich für geeignet halte, der Gastronomie verloren gegangenes Terrain hinsichtlich der Ausgaben-Mentalität der Konsumenten zurückzugewinnen. Kundenbindung mit Spaßfaktor kann ein ausgeklügelltes Gutschein-System sein. Toll ist der Link nach Österreich Also : Weiter so. Ich werde versuchen, Sie ein wenig zu unterstützen. Wie man das halt so kann als Fulltime-Gastronom :-)

Samstag, April 13, 2002

Im Stuttgarter Biergarten "Amadeus" im Innenhof des Alten Waisenhauses kann man sein Bier per SMS bestellen. Da bin ich als Handy-Muffel aufgeschmissen ... Aber vielleicht bestellt mir eine nette Tischnachbarin ein Bierchen mit?

Freitag, April 12, 2002

Mohamed Goda, Eigentümer des Internetcafés Caruso in Florenz, kommt zu einer unerwarteten Ehre. Dr. Ralph F. Wilson, ein Guru unter den E-Commerce-Beratern, beschreibt in der jüngsten Ausgabe (Ausgabe 111 vom 11. April 2002) seines empfehlenswerten Newsletters "Web Marketing Today" an Beispiel dieses italienischen Kollegen, wie man Marketing-Ideen effektiv miteinander verknüpfen kann ("Developing an Effective Marketing Mix"). Lesen Sie selbst, wie Mohamed Goda sein seit einem Jahr bestehendes Internetcafé erfolgreich macht: durch persönliche Präsenz, Mundpropaganda, differenzierte Handzettel für Touristen und ständige Einwohner, eingängige Preise, Provisionen etwa für Hotels, die ihm Gäste vermitteln, Design und Ambiente seines Cafés, Sonderangebote für Reisegruppen. Dr. Wilson betont abschliessend zu Recht die Ähnlichkeit des Marketings für Restaurants und Websites: " It must develop a whole spectrum of marketing strategies, operating simultaneously, in order to survive and flourish in the competitive world of restaurants -- or Internet sites."

Mittwoch, April 10, 2002

In der jüngsten Ausgabe der amerikanische Fachzeitschrift Restaurant Report beschreibt Ron Gorodesky in seinem Artikel "The New Chef" das "Superchef Phenomene", worunter er das Phänomen versteht, daß, beginnend in den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts, einige der Küchenchefs, die vormals unbekannt, unterbezahlt und wenig anerkannt gewesen sind, Starkult erlangten. "The result of all this is that the public now seems more interested in the movement of known Chefs than in new restaurants." Dies hat auch erhebliche Auswirkungen auf das Verhältnis von Gastronom und Küchenchef ...

Ergänzend möchte ich einen Ausflug auf unsere Webseite über Spitzenköche, ihre Websites, Restaurants und Bücher empfehlen, auf der einige Super Chefs vorgestellt werden, von Altvorderen wie Bocuse bis zum "nackten Koch" Jamie Oliver.

Dienstag, April 09, 2002

In der Zeitschrift Brandeins berichtet Ralf Greul über neuartige Werbeformen: "Unzählige Begegnungen der dritten Dimension". Ergänzende Beispiele aus der Gastronomie: Die im September 2000 eröffnete und von der Leserschaft der Washington Post im Juli 2001 zum besten neuen Restaurant gewählte E-Citi Café & Bar in Tysons Corner Virginia erlöst pro Jahr rund 200.000 DM für die Vermietung ihrer 13 Meter hohen Wände als Werbeflächen an 28 lokale und nationale Firmen vor allem aus der Technologiebranche (Quelle: Impulse Oktober 2001, S. 106). Um den Betrag von 200.000 DM zu relativieren, muß man sich aber auch die Größe des Objektes vergegenwärtigen (siehe eine Bidergalerie).

Zur Platzierung von Fremdwerbung eigenen sich aber auch Getränkeuntersätze, Pizzakartons, Dönertaschen, Sushi-Eßstäbchen, Zuckerbeutel, Tischsets und vieles mehr (siehe dazu die Schweizer Firma Fairline mit ihren sogenannen below the line"-Sonderwerbeformen).

Anhaltspunkte für mögliche und realistische Preise für Werbeflächen in gastronomschen Objekten bietet wegen den analogen Nutzungsmöglichkeiten von Flächen im öffentlichen Raum etwa das Gebührenverzeichnis für die Benutzung öffentlichen Verkehrsgrundes der Stadt Bamberg (Sondernutzungssatzung) vom 10.09.2001).

Sonntag, April 07, 2002

Kellner-Witze!

Samstag, April 06, 2002

Nach dem Wegfall des Rabattgesetzes und der Zugabeverordnung sind Coupons auch in Deutschland angesagt. Was man dabei aus der Sicht von Gästen alles falsch machen kann, erfährt man zum Beispiel bei Vocatus.de. Auf "Meinung lesen" klicken, im Feld "Nach Branchen suchen" die "Restaurantketten" wählen und auf "Los geht's" klicken. Auf der Seite, die sich öffnet, die Option "Werbung, Gutscheine, Sonderangebote" wählen und dann "Meinungen lesen" anklicken. Man bekommt dann nacheinander eine ganze Reihe von Gäste-Kommentaren angezeigt. Advocatus.de ist wie das erfolgreiche amerikanische Vorbild eComplaints der Versuch, negative Mundpropaganda von Kunden zu moderieren, aufzufangen, zu bewerten und den Unternehmen kostenpflichtig zur Verfügung zu stellen. Wer sich von einem Unternehmen schlecht behandelt fühlt, kann dort seine Erfahrung veröffentlichen. eComplaints leitet eingehende Beschwerden an die betroffenen Unternehmen und hilft den Beschwerdeführern mit Formulierungshilfen, Links zu amtlichen Stellen und Infos über ihre Rechte. Unternehmen können von eComplaints allgemeine oder Branchendaten kaufen bis hin zu detaillierten Statistiken über die Zahl und Art der Beschwerden und die Reklamationsbearbeitung des betroffenen Unternehmen. Man kann diese Websites aber auch nutzen, um zu schauen, was bei der Konkurrenz bemeckert wird, oder ganz allgemein, auf welche Erlebnisse Gäste allergisch reagieren oder was sie toll finden. Die Ergebnisse lassen sich auch als Beispiele für Schulungen des eigenen Personals verwenden, wenn es in den eigenen Gaststätten an Beschwerden mangelt.

Donnerstag, April 04, 2002

Die angesagtesten gastronomischen Konzepte in den USA werden alljährlich von der amerikanischen Fachzeitschrift Nation's Restaurant News und Tyson Food Inc. präsentiert: Hot Concepts!.

Ein Preisträger ist Fresh City mit einer beeindruckenden Konzentration auf Speisen und Getränke, die in den USA bereits sehr populär sind und sich auch bei uns durchsetzen können. Fresh City erinnert an einen Marktplatz mit einer Reihe von Ständen mit Salaten, Wraps, Sandwiches, asiatischen Nudeln, Cookin' Wraps (Sandwiches auf der Basis von Tortilla-Wraps, Smoothies and Säften, Kaffee und Espresso und eine Bäckerei. Geöffnet hat es den ganzen Tag (Frühstück, Mittag- und Abendessen) und bietet auch Catering. Das Unternehmen wurde 1997 in Brookline, Massachusettes, gegründet. Man spendet den Teil des Umsatzes eines monatlich wechsenden Produkts ("Food For Thought") an lokale Schulen.

Dienstag, April 02, 2002

OntheRail wird herausgegeben von Gary Epting und Janet Fouts, die sich als "refugees from the restaurant industry" bezeichnen. Sie haben sich einst im Restaurant "Square One" in San Francisco kennengelernt, wo sie als Küchenchefin und er als Kellner gearbeitet haben. Seit 1996 beschäftigten sie sich nebenbei an ihren Computern. Seitdem ist ihre Website zu einer Anlaufstelle für Profis in allen Feldern der Gastronomie gewachsen. Ihre Newsgruppen und Foren sind sehr aktiv.

In der aktuellen Ausgabe findet sich eine interessante Sammlung von Meinungsäußerungen zum Thema "How to Open a Restaurant? Ask the Pros". Sie enstammen einem zweitägigem Seminar für Einsteiger und Insider zum Thema 'How to Open a Restaurant - and Make it Last", veranstaltet von Drew Nieporent, einem in den USA bekannten Restaurantbetreiber.