Gastgewerbe Gedankensplitter



Sonntag, Juni 30, 2002

Die Süddeutsche Zeitung tritt mir in ihrer Ausgabe vom 29./30. Juni ganz gehörig auf den Schlips. Auf einer Webseite zum Thema "Lohnt sich eine Webpräsenz für die Gastronomie?" lobe ich zwei Hotels vom Mittelrhein (das Weinrestaurant Hotel "Altes Haus" in Rüdesheim und das "Panorama-Restaurant Loreley"), weil sie in vorbildlicher Weise Busreiseveranstalter als Zielgruppen ansprechen. Detlef Esslinger von der SZ nimmt die Aufnahme des Mittelrheins in die Kulturerbe-Liste der Vereinten Nationen zum Anlaß, in einem Interview mit Roger Lewentz, dem Bürgermeister des Wallfahrtsortes Kamp-Bornhofen, das "Rhein Hotel Restaurant Singender Wirt", welchen diesen beiden Hotels nicht nachsteht, auf die Schippe zu nehmen, weil es im Internet seine Extra-Speisekarte für Busgruppen mit Jägerschnitzel, Wiener Schnitzel, Zigeunerschnitzel beginnt. Dabei hat der Konsum von Schnitzel und Koteletts im Jahre 2000 um 21 Prozent und im letzten Jahr nochmals um 2 Prozent zugenommen (siehe "Auf- und Absteiger Speisen und Getränke", in: food-service 07-08/2001).

Samstag, Juni 29, 2002

Virtuelles Korkenziehermuseum (via Netbib). Mehr über Korken, Korkgeschmack und Korkenzieher.

Die Hudson Bar in Berlin wird seit 1987 von Udo Schmidt und Partner betrieben und ist eine der ersten deutschen Bars mit einer eigenen Website (seit 1996). Die Barkarte der Hudson Bar kann als PDF aber auch als Palm Reader Dokument für den Organizer heruntergeladen werden. Geplant ist, eine sehr umfangreiche Sammlung an historischen Cocktailbüchern vor 1940 einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Es handelt sich um eine der größten Sammlungen ihrer Art weltweit, die in den letzten 25 Jahren zusammengetragen wurde.

Die angesehene Wiener Tageszeitung "Der Standard" berichtet über die Berliner "Koch Kunst Galerie Zagreus", die zu alle Spielen der Fußball-WM die entsprechenden Nationalgerichte kocht. (Entdeckt in edings.de).

"Der Standard" ist die erste deutschsprachige Tageszeitung im Internet gewesen und hat heute noch einen Qualitätsvorsprung im Wettstreit mit der Rheinischen Post und der Welt. So sah "Der Standard" im Dezember 1997 aus. Die erste amerikanische Zeitung stellte 1994 ihren Inhalt ins Internet (die Beilage Digital Ink Co der Washington Post). Im Mai 2000 berichtete Editor & Publisher, daß nunmehr 148 der 150 auflagenstärksten amerikanischen Tageszeitungen online sind. Eine der beiden, die noch nicht online sind, die "Investor's Business Daily", hat es im Sommer 2002 vor und die andere steht zum Verkauf.

Die schwedische Website Kiosken enthält mehr als 14.700 Links zu Online-Zeitungen und -Zeitschriften in aller Welt, sortiert nach Ländern und in den Ländern alphabetisch. Die Benutzerführung ist in englisch, schwedisch und Esperanto.

Ein merkwürdiges Verständnis von Marktwirtschaft hat die österreichische Konsumentenschutzbeauftragte und Sozialdemokratin Christa Kranzl. Es könne nicht sein, daß ein Gspritzer Apfelsaft (Apfelsaftschorle) oder ein Cola bei einem Gastronomen 1,60 Euro koste und ein anderer für das selbe Getränk 2,10 Euro verlange. Für eine Wurstsemmel würden zwischen 1,20 und 1,70 Euro verlangt. "Das billigste Schnitzel gab es um 5,50 Euro, das teuerste um 7,20 Euro", meinte Christa Kranzl. Ein halber Liter Bier koste zwischen 2,20 und 2,60 Euro. Die niederösterrischische Sozialdemokratin hatte Gaststätten entlang des Donauradwegs untersuchen lassen, Preissschwankungen von bis zu 76,47 Prozent festgestellt und daraufhin Überprüfungen durch das Wirtschaftsministerium gefordert. Manche Sozialdemokraten scheinen immer noch nichts aus dem wirtschaftlichen Debakel ihrer Genossen in den Ländern des Rats für gegenseitige Wirtschaftshilfe gelernt zu haben. Wie Preise in der Gastronomie kalkuliert werden.

Freitag, Juni 28, 2002

Cocktail & Dreams bietet neben vielen Rezepten und Informationen auch ein reges Cocktail-Forum.

Am Lehrstuhl I des Instituts für Geographie in Erlangen (Prof. Dr. Horst Kopp) ist von Marietta Müllbauer eine Magisterarbeit zur Problematik des traditionellen fränkischen Gastgewerbes erstellt worden. "Ist die "fränkische Gastronomie" in Erlangen zum Aussterben verurteilt oder kann sie im prinzipiell ja zu begrüßenden multikulturellen Angebot ihren Platz behaupten? Wie läßt sich "das Fränkische" heute überhaupt im Speisenangebot, in der Ausstattung der Lokale und im Service definieren? Und welche Rolle können moderne, aber in der regionalen Tradition verwurzelte Gaststätten im Rahmen des Stadtmarketings spielen?" Mehr dazu.

Donnerstag, Juni 27, 2002

Diese Seite im Spiegel betrachtet (gefunden in: Netbib.de). Eine Virus-Marketing-Idee von alltooflat.com.

In einem Interview des Literaturcafés mit dem kaufmännischen Geschäftsführer des Suhrkamp Verlags, Philip Roeder, sagt dieser, es seien "bestimmte Kreise, die sich in so einem Weblog bewegen". Nun ja, Herr Roeder, "bestimmte Kreise" ist mir denn doch etwas zu unbestimmt. Dies könnten auch korrupte SPD-Politiker oder dreiste Bundestagsabgeordnete sein, die auf Staatskosten zum Finale der Fußball-Weltmeisterschaft nach Japan fliegen. Der geschäftsführende Direktor von MSNBC.com, weiß es besser: "MSNBC.com is constantly updating its approach to journalism and the addition of Weblogs is a perfect way to meet the changing needs of our users" (Quelle: MSNBC.com Launches Weblogs, Pressemitteilung vom 3. Juni 2002). Und wenn Ihr Verlag auf Daypop Werbung schalten würde, könnte er damit "a broad audience of journalists, news junkies and webloggers" erreichen.

Mittwoch, Juni 26, 2002

Noch mehr imode-Seiten, die Gastronomen interessieren könnten:
  1. HelpInHand Handy Hints for Men: Whisky und Cognac mit einer Beschreibung von Whisky-Regionen und Sorten, einem Whisky-Glossar und Wissenswertem rund um den Whisky bzw. der Elemente eines Cognac-Etikettes, der Geschichte des Cognacs und einer Cognac-FAQ (alles in englisch). HelpInHands ist ein norwegischer Service, der Anwendungen und Dienstleistungen für das mobile Internet entwickelt.
  2. I-Mode Spider ist eine Meta-Suchmachine für imode-Seiten, d.h. es wird zeitgleich in mehreren Suchmaschinen gesucht.
  3. Hollandhotels.com/imode ist ein niederländisches Hotelverzeichnis.
Leider gibt es erst wenige Beispiele mit deutschen imode-Seiten. Der Grund liegt darin, daß imode erst seit wenigen Wochen in Deutschland verfügbar ist. Wenn Sie weitere Beispiele kennen, einfach her damit.

Im Cluetrain-Manifest heißt es: "Die Unternehmen tun gut daran, das Gelächter im Markt zu hören. Oft gilt es ihnen." Dazu ein Interview mit mit Philip Roeder, tätig in der Geschäftsleitung des Suhrkamp Verlags, über die Abmahnung gegen Jörg Kantel alias Schockwellenreiter und Walsers "Tod eines Kritikers".

Im Januar 2003 soll das Buch "iMode: A Developer's Guide to Creating Applications with cHTML and Java" von Peter Bellew erscheinen. Bereits jetzt erhältlich ist "I-Mode Development" von Paul Wallace PhD, Andrea Hoffman und Mike Tuppola.

iMode-Seiten von Marcellino's.

Dienstag, Juni 25, 2002

Die "Getränkekarte" der Ersten Virtuellen i-mode Bar besteht aus animierter Werbung für diverse Trend-Getränke.

Mehr als 30 Millionen Japaner surfen mobil im Internet. iMode gewinnt auch in Deutschand an Bedeutung, seitdem im März 2002 der Netzbetreiber E-Plus den Dienst in Deutschland eingeführt hat. Deshalb habe ich unter http://www.abseits-bamberg.de/imode/index.html ein paar Seiten in cHTML, einem Standard für i-Mode, erstellt. i-Mode ist die Vorstufe zu UMTS. Alles, was mit iMode auf dem Display erscheint, soll mit UMTS noch schneller werden. Um in den vollen "Genuß" zu kommen, braucht man entweder ein iMode fähiges Handy oder man benutzt einen Simulator, wie z.B. i-Mimic Simuliert wird ein Handy-Display von nur 120 Pixel Breite und 160 Pixel Höhe, weswegen man sich auf rudimentäre Informationen beschränken sollte. Mehr über iMode findet man auf der Website palowireless.com/imode/ und in den unofficial independent imode FAQ. Auch Webseiten, die nicht in cHTML geschrieben worden sind sondern in HTML, können, insoweit sie den Regeln von cHTML entsprechen, von iMode-fähigen Handys dargestellt werden. Auf der Seite www.google.com/imode kann man sich anschauen, wie eine beliebige URL in iMode dargestellt wird.

Montag, Juni 24, 2002

Salz & Technik hat Andreas Krumes von Gastrofacts.ch anläßlich der Verleihung des "Best of Swiss Web" interviewt: "PacMac, was sonst".

Sonntag, Juni 23, 2002

Ein neuer Internet-Gastronomieführer Schlemmen in Ostfriesland bietet Wirten eine kostenlose Eintragungsmöglichkeit. Das Projekt wurde von der Münsterländer Firma Phoenix Interactive in Zusammenarbeit mit der Ostfriesland Touristik Landkreis Aurich GmbH verwirklicht. Der Führer ist zunächst für das Münsterland erstellt worden, entwickelte sich aber so gut, daß er räumlich ausgedehnt wurde. Aufgenommen werden nur Speisegaststätten, keine reinen Getränkelokale. Die Eintragungen basieren auf Fragebögen, die von den Gastronomen ausgefüllt werden. Eine Bewertung durch den Restaurantführer erfolgt nicht. Es sind aber Bewertungen und Kommentare durch die Benutzer bzw. Gäste möglich. Die beteiligten Restaurants können aber auch die Veröffentlichung von Kritiken untersagen. Die Meinungen der Besucher werden dann nur den Gastronomen übermittelt. Das Projekt wird im Wesentlichen finanziert durch den Sponsoringgeber Niehoffs-Vaihinger Fruchtsäfte GmbH. Der Führer für das Münsterland hat zur Zeit 400 Einträge, der Führer für Ostfriesland bereits 120. Ein Führer für Märkisch-Oderland ist im Aufbau. Weitere Sponsoren und Regionen werden noch gesucht. Ein Fragebogen (PDF) für den kostenlosen Eintrag kann auch telefonisch angefordert werden unter 0 49 31 / 93 83 200.

Pater Anselm Bilgri wurde, obwohl er der jüngste der acht Benediktiner-Mönche des Kloster Andechs ist, zum Prior und Cellerar und damit auch zum Chef von knapp 200 Mitarbeitern des Klosters und der klösterlichen Betriebe, mit denen das Kloster vor allem die erheblichen Renovierungskosten wie auch Soziales finanziert. Entscheidungen, die das geistige und wirtschaftliche Leben des Klosters betreffen, werden von ihm vorbereitet und vom Mönchskaptel, also der Gesamtheit der Mönche, getroffen. Diese Führungsaufgabe ist ihm als Sohn eines Gastwirts auf den Leib geschnitten. Er ist nicht nur Buchautor und häufig eingeladener Referent sondern auch ein begnadeter Meister der Öffentlichkeitsarbeit (etwa als Gast bei Boulevard Bio am 18. Juni). Dabei versteht er es, sich mit Menschen aller politischen Couleur gutzustellen, Hauptsache es hilft dem Kloster und zur Zeit insbesondere der Entwicklung zu einem Tagungs- und Kongreßzentrum. In der aktuellen Ausgabe des Manager Magazins hat ihn Christian Buchholz interviewt:"Gesundes Konkurrenzdenken schadet nicht". Mehr über das Pater Anselm Bilgri, seine Bücher, das Kloster Andechs und die Andechser Klosterbrauerei.

Samstag, Juni 22, 2002

Gerade habe ich in diesen Blog die Möglichkeit eingebaut, Beiträge zu kommentieren. Dieses Feature ist ein kostenloser Service von Enetation.co.uk. Da es sich um einen nagelneuen Service handelt, ist die Bedienoberfläche leider noch nicht eingedeutscht. Die Browser-Kompatiblität von Internet Explorer 4.0, 5.0, 5.5, 6.0 (win32) 5.0, 5.1 (mac), Netscape 6.2 (win32/mac), Opera 4.0 5.0 (psion) 6.0 (win32), 5.0 (mac), Lynx 2.* (linux) wurde getestet. Wenn Du mit einem anderen Browser arbeitest und dabei Fehler findest, laß es mich wissen. Dann kommentiert mal schön!

In den Hyatt News Nr. 13/2002 (PDF) wird über ein Rundgespräch zum Thema "Zukunft der Tagungsbranche" berichtet. Gelobt wurden unter anderem lokale Kooperationen, bei denen Kapazitäten gemeinsam vermarktet werden, so die Kölner "Take Five". Wenn ein Veranstalter z.B. 500 Betten sucht, genügt es, wenn er eines der beteiligten fünf Hotels anruft (Maritim am Heumarkt, Dorint Kongress Hotel, Renaissance Hotel, Hyatt Regency und Crown Plaza). Er bekommt dann ein gemeinsames Angebot über die gewünschen Kapazitäten. Im Archiv sind auch ältere Ausgaben der vierteljährlich erscheinenden Hyatt News herunterladbar.

Burger King veranstaltet im Juli und August eine Reihe von "Meet & Greets" in ausgewählten Bürger King Restaurants in Stuttgart, Köln und Hamburg mit der Popband "Natural". Karten für ein Meet & Greet mit den Stars gibt es zu gewinnen unter www.burgerking.de, bei Radiosendern und in der lokalen Tagespresse. Ihre neueste Single "Let me count the ways" stieg gleich von 0 auf Platz 16 in die Single-Charts in Deutschland ein.

Für die Lehrabschlußprüfungen zum Restaurantfachmann/-frau, Koch/Köchin, Systemgastronomiefachmann/-frau und Hotel- und Gastgewerbeassistent/-in in Österreich wurden von den Fachverbänden Gastronomie und Hotellerie gemeinsam mit dem Institut für Bildungsforschung der Wirtschaft Themenhefte erarbeitet. Diese Themenhefte sollen den Prüfern die Abhaltung des mündlichen Teils der Prüfung erleichtern und den Lehrlingen die Vorbereitung darauf. Sie können unter bestellung@ibw.at zum Preis von je 5 Euro bezogen werden, stehen aber auch zum Download bei DieGastronomie.at bereit.

Die Arbeitsgemeinschaft Abfallberatung in Unterfranken stellt Abfallkonzepte für verschiedene Branchen, darunter auch Hotellerie/Gastronomie, kostenlos zur Verfügung.

Auf der Zunge zergehen lassen kann man sich folgendes Zitat aus der Zeitschrift "Arbeitsamt direkt", Ausgabe Juni 2002: "Auf zunehmendes Interesse stößt das Sonderprogramm 'Mainzer Modell' der Bundesregierung, das gering verdienenden Arbeitnehmern, Alleinerziehenden und Kleinverdiener-Familien mit Kindern die Aufnahme einer gering bezahlten sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung mit mindestens 15 Stunden pro Woche durch Zuschüsse an die Arbeitnehmer erleichtern soll. Bisher wurden zwei Förderanträge gestellt." Die Bundesregierung hatte, getrieben von panischer Angst vor dem Votum der Wähler über ihre gescheiterte Arbeitsmarktpolitik, am 6. Februar beschlossen, die Förderung von Kombilohn-Modellen auszuweiten und das Mainzer Kombilohn-Modell auf ganz Deutschland auszuweiten. Prof. Bert Rürup, Mitglied des "Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung hatte dazu in einem Interview des Spiegels am 14. Januar kritisch angemerkt: "So wie sich das Modell derzeit darstellt - nach dem, was bis jetzt bekannt ist, wird es wohl dem Mainzer Modell ähneln -, wird es wenig kosten und wenig nutzen." Mag auch die Erfolgsbilanz des Arbeitsamtes bescheiden sein, beeindruckend ist die Liste der Veröffentlichungen, die von den Bürokraten produziert werden. Mehr dazu auf unserer Seite Was bringt das Mainzer Modell der Gastronomie?"

Freitag, Juni 21, 2002

Das lesenswerte Tourismusmagazin, die "1. Suedtiroler Online-Zeitung für Hotellerie & Gastronomie", stellt in seiner jüngsten Ausgabe eine Studie der Triplex Neue Medien GmbH zum Thema "Was muss ein Hotel-Internetauftritt bringen?" vor. Eine der Aussagen, nämlich bei der Programmierung sei "darauf zu achten, dass individuelle Browsereinstellungen, unterschiedliche Browserversionen und Kompatibilitäten berücksichtigt werden, um die gesamte Zielgruppe zu erreichen, sowie dass auf eine optimale Indizierung der Website durch die Suchmaschinen Wert gelegt wird", steht in erstaunlichem Gegensatz zum Internetauftritt der Triplex Neue Medien GmbH selbst. Anschaulich sieht man dies, wenn man sich deren Homepage durch die Simulation eines Lynx-Browsers anschaut. Ein solcher Textbrowser "sieht" von einer Webseite ungefähr so viel wie ein Programm, mit deren Hilfe Suchmaschinen Webseiten auslesen. Zum Vergleich einmal die Homepage der Akademie.de, programmiert von Martin Kästner. Wenn Sie Ihre eigene Website einmal so anschauen wollen, geben Sie im Lynx Viewer einfach die URL Ihrer Website ein.

Die Bamberger Lokalzeitung Fränkischer Tag meldet in ihrer Printausgabe von heute, daß die Bamberger Kaiserdom Privatbrauerei ein "koscheres" Bier herstellt und nach Israel exportiert. Die Brauerei Herrenhausen KG hat die Produktion eines "Herrenhausen Koscher Spezial Premium Pilsener" nach einem Jahr mangels Nachfrage wieer eingestellt (Quelle: Judentum.de).

Die Bamberger Kaiserdom Privatbrauerei stellt im Rahmen einer erfolgreichen Nischenpolitik auch ein alkoholfreies Bier her, das sogar den Ansprüchen strenggläubier Moslems genügt und in arabische Staaten exportiert wird. Nach gesetzlichen Maßgaben darf in Deutschland ein Getränk als "alkoholfrei" bezeichnet werden, wenn der Alkoholgehalt 0,5 Prozent nicht überschreitet. Diese geringe Menge reicht zwar nicht aus, betrunken zu werden, doch sie widerspricht dem Koran.

"Kosher" bedeutet "zum Verzehr geeignet" oder "rein", hat seinen Ursprung im Alten Testament und bezieht sich nicht nur auf die Speisen und Getränke selbst sondern z.B. auch auf das Eßgeschirr. Für Nichtjuden sind viele der einzelnen 'Reinheits-Gebote' kaum durchschaubar (siehe eine Erklärung zum jüdischen Speisegesetz). Viele Regeln sind auch für Nichtjuden nicht unvernünftig, sondern mit den Regeln der Lebensmittelhygiene vereinbar. Anbieter koscherer Spesen und Getränke profitieren deshalb zu recht auch von einem gesteigerten Hygiene- und Sicherheitsbewußtstein der Verbraucher. Koschere Lebensmittel überlappen sich insoweit mit den Angeboten von Bio-Produkten und sind mittlerweile auch bei Nicht-Juden sehr beliebt, denn sie gelten als natürlich und gesund. Mehr darüber auf unserer Seite über Koschere Restaurants.

Donnerstag, Juni 20, 2002

Die Bolles Collection on the History of London umfaßt auch 25 historische Aufnahmen von Hotels.

Eine Dissertation zum Thema "The Competitive Market Structure of the U.S. Lodging Industry and its Impact on the Financial Performance of Hotel Brands" hat Dragan Matovic im April 2002 an der Virginia Polytechnic and State University, Abteilung für Hospitality and Tourism Management, abgeschlossen. Die Dissertation ist als PDF herunterladbar.

In der Reihe "Hip Hotels" hat der Fotograf und Autor Herbert Ypma den vierten Band über "Hip Hotels Italien" fertiggestellt. 41 Hotels werden in Wort und Bild präsentiert, sowohl bekannte Häuser aus Venedig, Rom und Florenz als auch Geheimtipps wie das Hotel Raya auf der Insel Panarea vis-à-vis des Strombolis. Herbert Ypma ist Gründer des mehrfach ausgezeichneten Magazins "Interior Architecture" und Autor vieler Design- und Architekturbildbände. Ein nächster Band "Hip Hotels Ski" ist in Vorbereitung.

Das Internetportal Yahoo präsentiert WM-Cocktails, kreiert von Charles Schumann.

Die Bundesanstalt für Arbeit hat das Angebot in ihrer Datenbank für Aus- und Weiterbildung - KURS - erweitert. Nach Eingabe der bisherigen Tätigkeit bzw. des bisherigen Berufs (etwa Restaurantfachmann) kann man sich Vorschläge für berufsbezogene Weiterbildungen anzeigen lassen. Diesen Hinweis habe ich in Netbib gefunden.

Im Nachtrag zu unserer Anmerkung über eine Abmahnung des Schockwellenreiters durch den Suhrkamp-Verlag die erfreuliche Mitteilung des Schockwellenreiters Jörg Kantel, daß der Suhrkamp-Verlag die Abmahnung zurückgezogen hat. Kaum hat sich Suhrkamp dem Spott der Blogger-Szene entzogen, bettel der nächste darum, abgewatscht zu werden. Das National Public Radio verlangt eine förmliche Registrierung, wenn man einen Link auf "any material" dieser Website setzen will. Der Blog Soapbox, eine "Agentur für schlechte Beispiele", macht sich einen Spaß daraus. Die Seite, auf der man beantragen soll, einen Link setzen zu dürfen, wird in kürzester Zeit von so vielen Blogs verlinkt, daß es sogar für Platz 1 der Daypop Top 40 reicht. Da sage einer, Radiomacher verstünden nichts von Public Relations. Vielleicht handelt es sich aber auch nur um ein Mißverständnis und NPR will nur direkte Links auf Audio-Dateien (Rundfunksendungen) untersagen, hat aber gar nichts gegen Links auf ihre Webseiten.

In einem Artikel "South of the Border" in Entrepreneur.com vom 10. Juni 2002 beschreibt Devlin Smith einen Trend zu Restaurants mit mexikanischen Speisen, die frische Produkte statt Convenience anbieten. Die Gäste hätten die Schnauze voll von billiger Produktqualität und seien bereit, mehr zu zahlen, um höherwertige Produkte zu bekommen. Ganz in diesem Trend habe McDonald's eine Mehrheit an der Restaurantkette "Chipotle" erworben und zeitgleich Wendy "Baja Fresh" erworben. Devlin Smith stellt dann "Taco Time" als typischen Vertreter dieses erfolgversprechenden Segments "frischer Mexikaner" vor.

Mittwoch, Juni 19, 2002

Bei der diesjährigen Verleihung des Webby Awards gewann mit Epucurios.com in der Kategorie "Living" eine von mehreren nominierten Websites, die für Gastronomen interessant sind, einen Preis.

Dienstag, Juni 18, 2002

Die Unternehmen des Gastgewerbes in Deutschland haben im ersten Quartal 2002 real rund 5,7 Prozent weniger umgesetzt als im Vorjahresquartal. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes war der Rückgang bei den Kantinen und Caterern mit -10,7 Prozent am stärksten. Das Beherbergungsgewerbe verzeichnete einen Rückgang von real 5,4 Prozent. Im Gaststättengewerbe ging der Umsatz um real 5,0 Prozent zurück.

Am 14. Juni wurde im Bundestag ein neues Jugendschutzgesetz verabschiedet. Für das Gastgewerbe ist eine Verschärfung der Regelungen zum Tabakverkauf relevant. Ist es Jugendlichen unter 16 Jahren bisher nur verboten, in der Öffentlichkeit zu rauchen, so gibt es künftig ein generelles Abgabeverbot von Tabak an unter 16-Jährige. Wann das Gesetz in Kraft treten wird, ist unklar. Weisen Sie Ihre Mitarbeiter spätestens dann darauf hin. Falls es bei Ihnen vorkommt, daß Kinder und Jugendliche von ihren Eltern zum Zigarettenkaufen geschickt werden, ist es ratsam, schon vorab den Eltern ausrichten zu lassen, daß dies demnächst nicht mehr geht.

Montag, Juni 17, 2002

Der Bundesregierung geht angesichts der anstehenden Bundestagswahl der "Arsch auf Grundeis". Auf die Schnelle sollen Mittelständler und Selbständige bereits ab Sommer unbürokratisch, ohne Sicherheiten und Bonitätsprüfung Kredite bis zu 20.000 Euro erhalten. Details würden nächste Woche bekannt, so der Berliner Tagesspiegel. Da heißt es, abhängig von den Zinskonditionen, zuschlagen, selbst wenn die vorhandene Liquidität und Kreditreserven ausreichen. Schließlich ist es auch sinnvoll, gesicherte Kredite in ungesicherte umzuschulden. Notfalls nutzt man die zusätzliche Liquidität, um bei den derzeit niedrigen Börsenkursen einzusteigen...

Meetup.com führt Menschen mit gleichen Interessen in einer Region zusammen. Dafür wurden in den ganzen USA bisher 11.409 Cafés, Bars, Bowlingbahnen, Parks, Donut-Shops usw. handverlesen ausgewählt, aus denen man sich einen Treffpunkt aussuchen kann. Die Meetups eines Themas finden immer an einem bestimmten Tag im Monat statt, in der Regel wochentagabends oder an Samstagen. Der Vermittlungsservice ist kostenlos. Etwas ähnliches kenne ich für Deutschland noch nicht, aber erfolgreiche Ideen werden ja sehr schnell abgekupfert. Es kann aber auch sein, daß sich - trotz der bisher nur englischen Oberfläche von Meetup.com - das Original auch in Deutschland etabliert. Zwei BMW-Fans treffen sich in der Hoffnung auf weiteren Zustrom jeden 1. Dienstag im Monat in Berlin, je nach Absprache entweder im Burger King am Alexanderplatz 8 oder in der Frankfurter Allee 44 oder im Barcomi´s, Sophienstraße 21.

Ein spezielles Segment gibt es schon von deutschen Anbietern: Blind-Date-Events. Dabei geht es aber um Treffen für Menschen, die eine mehr oder weniger erotische Beziehung suchen. Seitens der Agenturen werden gehobene Lokale gesucht mit angenehmem, ruhigem Ambiente, etwas romantisch. Die Teilnehmer sind 25 bis 60 jahre alt. Bei Meetups sind die Anforderungen an die Gastronomie unterschiedlich je nachdem, wer sich trifft, so daß dieses Konzept für weit mehr Gaststätten und Unternehmen der Freizeitindustrie interessant ist als nur für solche, in die man seine Frau zum Hochzeitstag einladen würde.

Meetup.com ging am 14. Juni online, aber das Start-Up-Team läßt hoffen, daß es sich nicht um eine Eintagsfliege handelt. Scott Heifermann, Gründer und CEO, hat an der Universität von Iowa seinen Abschluß gemacht, bei Sony gearbeitet, i-traffic gegründet und im Oktober 1999 verkauft. Im Oktober 2000 hat er mal einen Tag als Aushilfe bei McDonald gearbeitet und aufgeschrieben, was ihm dabei aufgefallen ist.

Sonntag, Juni 16, 2002

Nach vorläufigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes setzten die Unternehmen des Gastgewerbes in Deutschland im April 2002 nominal (in jeweiligen Preisen) 4,0 % und real (in konstanten Preisen) 6,9 % weniger als im entsprechenden Vorjahresmonat um. Damit erzielte das Gastgewerbe seit Januar 2002 in jedem Monat nominal und real niedrigere Umsätze als im entsprechenden Vorjahresmonat. Nach Kalender- und Saisonbereinigung der Daten wurde im Vergleich zum März 2002 nominal 1,7 % weniger abgesetzt. In den ersten vier Monaten des Jahres belief sich der Umsatzrückgang im Gastgewerbe insgesamt auf nominal 2,3 % und real auf 5,7 %. Im April 2002 wurden nominal höhere Umsätze gegenüber dem Vorjahr nur bei den Kantinen und Caterern erreicht (+ 0,8 %, real aber – 2,2 %). In den anderen zwei Branchen des Gastgewerbes gingen die Umsätze sowohl nominal als auch real gegenüber dem April 2001 zurück: Im Beherbergungsgewerbe um nominal 1,9 % und real 3,9 % und im Gaststättengewerbe um nominal 6,7 % und real 10,1 %. Mehr beim Statistischen Bundesamt.

Die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung meldet heute, im amerikanischen Bundesstaat New York solle per Gesetz das Rauchen in allen Restaurants verboten werden. Die New York State Restaurant Association leiste keinen Widerstand, da Studien gezeigt hätten, daß rauchfreie Restaurants keine Umsatzeinbußen erlitten hätten.

Dies wird auch durch Erfahrungen in Kanada bestätigt (siehe "Facts about Smoking-bansin Restaurants" (PDF), in: Action on Smoking & Health, Kanada). Ausserdem profitieren Gastronomen von geringeren Kosten der Luftreinigung und längeren Zyklen der Renovierung der Wände und Decken. Ein Rauchverbot für Mitarbeiter kann sich dahingehend auswirken, daß die Arbeitspausen zum Rauchen wegfallen oder aber ausgedehnt werden, weil sich die Mitarbeiter in Zonen zurückziehen, in denen geraucht werden darf (siehe dazu unsere Seite über Nichtraucherfreundliche Gaststätten und Hotels).

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Samstag, Juni 15, 2002

In einem Artikel von DinerSoft, betitelt "Dew Drop Inn and Lettuce Entertain You: Onomastic Sobriquets in the Food and Beverage Industry", sind Beispiele von englisch-sprachigen Restaurant-Namen gesammelt, die belegen sollen, daß die Namen von Gaststätten heutzutage soziale Sitten semantisch oder humoristisch reflektieren. Woher sich die Namen deutscher Gaststätten und Hotels ableiten, beschreibt unsere Seite Namen gastronomischer Betriebe.

DinerSoft gibt es seit Juli 2000. Es ist ein Online-Führer für die Gastronomie, geschrieben von, für und über die Menschen, die in der Gastronomie arbeiten. Der Gründer Todd Lejnieks hat sich in der Gastronomie buchstäblich vom Tellerwäscher hochgedient, hat als Koch, Bedienung, Küchenchef, Geschäftsführer, Regionalmanager und Projektleiter gearbeitet, mehrere Filialen für die Restaurantkette Chevy's Fresh Mix eröffnet, an der Entwicklung von Restaurant-Software mitgewirkt, Workshops abgehalten und Training-Handbücher geschrieben. Zur Zeit arbeitet er für die Restaurantkette Buca Di Beppo. Dave Van Fossen ist Mitgründer von DinerSoft. Er hat Erfahrungen gesammelt als Koch in Spitzenrestaurants, Themen-Restaurants, im Catering und als Fernsehkoch. Zur Zeit arbeitet er für den Alliant Foodservice. Er beantwortet in der Rubrik "Ask Dave" Fragen seiner Leser. Greg Lejnieks ist der für betriebswirtschaftliche Fragen zuständige Berater von DinerSoft. Ihm gehört die Kunstvermittlungsagentur Lejnieks Fine Art, die auf gegenwärtige Künstler spezialisiert ist.

Den Satz des Kabarettisten Werner Kroll: "Ist der Ruf erst ruiniert, lebste nachher ungeniert" scheint sich der Suhrkamp-Verlag als Motto seiner Öffentlichkeitsarbeit ausgesucht zu haben. Zumindest haben Dozenten für Public Relations in Zukunft ein anschauliches Beispiel dafür, wie man das Bild eines angesehenen Verlages in der Öffentlichkeit in kürzester Zeit ramponieren kann. Wer ist denn da auf die Schnapsidee gekommen, ausgerechnet den meistgelobten und bekanntesten deutschen Blogger Jörg Kantel und sein Blog "Der Schockwellenreiter" abzumahnen? Da komm ich nicht umhin, Jörg Kantel als Stefan Münz der Blogger h.c. vorzuschlagen. Oder ging es nur darum bekannter zu werden? Der Name des Verlags hat es heute schon auf Platz 16 der Top 40 von Daypop gebracht, für eine deutsche Nachricht in einem weltweiten Nachrichten-Überblick erste Sahne.

Freitag, Juni 14, 2002

Gratulation, lieber Paul Maar. Sein Film "Das Sams" hat am 14. Juni 2002 den Deutschen Filmpreis in Gold (Wert: 250 000 Euro) für den besten Kinder- und Jugendfilm erhalten (meldet die Welt).

Cook's Illustrated ist eine amerikanische Zweimonatszeitschrift mit außergewöhnlichen Rezepten, die vor einer Veröffentlichung gründlich ausprobiert werden, Kochtipps und in die Tiefe gehenden Küchenproduktbeschreibungen. Der Zugang ist leider im wesentlichen kostenpflichtig (24,95 US-Dollar pro Jahr). Es gibt jedoch einer Website zu einer Fensehsendung "America's Test Kitchen", die nach einer Registrierung kostenlos zugänglich ist und wo man viele Inhalte, so auch Rezepte, von Cook's Illustrated findet. (Danke an Karina Matejcek, die mir diesen Tipp wie auch den Hinweis auf die Slow Food-Veranstaltung im Burgenland aus Wien zugeschickt hat).

Heute beginnt im burgenländischen Eisenstadt eine internationale Tagung der Slow Food-Gesellschaft (Slow Food Deutschland, Slow Food International). Die Slow Food-Gesellschaft ist in Italien gegründet worden. Ende der 70er Jahren hat sich eine kleine Freundesrunde das Ziel gesetzt, die regionale Küche mit all ihren ursprünglichen, unverfälschten Zutaten wiederzubeleben. Diese Besinnung auf die Tradition betraf aber nicht nur Essen und Trinken, sondern auch viele andere Bereiche des täglichen Lebens. Im Burgenland hat die Slow-Food-Bewegung als "internationale Vereinigung fröhlicher Genießer" derzeit 270 Mitglieder, weltweit sind es bereits 70.000.

Slow Food Deutschland berichtet auf ihrer Website unter anderem kritisch über die geplante Abschaffung der Speisewagen bei der Deutschen Bahn. Es hat sich mittlerweile sogar eine Initiative Pro Speisewagen gegründet. Kritisiert wird diese Abschaffung auch im Editorial der Juni-Ausgabe der Fachzeitschrift Food Service. Gretel Weiß verweist auf Erfahrungen in der Schweiz, wo die Umrüstung auf moderne Bistrowagen ein absoluter Flop gewesen sei und die dortigen Bundesbahnen zum "guten alten" Speisewagen zurückkehren.

Seit dem 2. Juni gibt es ein erstes Weblog mit Kochrezepten: la grande bouffe

Gegen den heftigen Widerstand des Fachverbandes Gastronomie der österreichischen Wirtschaftskammer hat das österreichische Parlament gestern eine Gewerberechtsnovelle beschlossen, die dem Handel den Ausschank von offenem Bier erlaubt. Der Ausschank von offenem Bier sei eine Kerntätigkeit des Gastgewerbes. Befürchtet wird, daß Lebensmittelhandelsketten den Bierausschank als Lockangebot ausnützen und damit Gastwirten ein erheblicher wirtschaftlicher Nachteil entsteht.

Donnerstag, Juni 13, 2002

Torill Mortensen und Jill Walker haben ein Papier über "blogs in research" veröffentlicht: "Blogging Thoughts: Personal Publication as an Online Research Tool" (February 2002, PDF). Siehe auch Jill Walkers Website "Research Blogs", eine Linksamlung über "how blogs are used in academia and research".

Mittwoch, Juni 12, 2002

Bier am Bahnhof verzeichnet Gaststätten in oder in der Nähe von Bahnhöfen, nach Bundesländern bzw. Staaten geordnet. Mein Tipp: Falls Ihre Gaststätte oder auch Ihre Übernachtungsmöglichkeit - in Bahnhofsnähe! - fehlt, einfach einen Eintrag vorschlagen.

Abseits.de finanziert sich teilweise durch den Verkauf von Fachbüchern für das Gastgewerbe. Ab sofort können Sie Bücher, CDs, DVDs, Videos, Software, EDV-Zubehör und vieles mehr auch auf Rechnung bestellen.

Dienstag, Juni 11, 2002

"Der vegetarische Lebensstil ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen", so Thomas Schönberger, Vorsitzender des Vegetarier-Bundes anläßlich der 110-Jahresfeier seines Verbandes am 9. Juni 2002 im ältesten vegetarischen Restaurant Deutschlands "Hiller" in Hannover. Indizien dafür seien neben dem positiven Imagewandel des vegetarischen Essens das deutlich verbesserte vegetarische Angebot in Supermärkten und in der Gastronomie sowie die Tatsache, dass mittlerweile auch bisher reine Fleischfirmen zunehmend vegetarische Produkte anbieten. Aber auch die harten Zahlen zeigten den Trend zum Vegetarischen auf. Schönberger: "Die Zahl der vegetarisch lebenden Menschen ist von 0,6% im Jahr 1983 auf heute etwa 8% angestiegen. Trendsetter dieser Entwicklung sind vor allem junge Frauen mit einem höheren Bildungsstand."

Mehr über vegetarische Restaurants.

Radio Prag strahlte am 1. Juni eine Sendung aus über neue Essgewohnheiten in Tschechien, vor allem Prag, unter anderem mit Ausschnitten aus einer Rede von Professor Alois Wierlacher, Mitgründer der Deutschen Akademie für Kulinaristik, am Prager Goethe-Institut

Montag, Juni 10, 2002

Demnächst geht die Website Hogarente.de mit Informationen über die Riester-Rente im Hotel- und Gaststättengewerbe online. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuß-Gaststätten hat vor kurzem mit der DEHOGA einen Tarifvertrag zur betrieblichen Altersvorsorge abgeschlossen, genauer gesagt einen wortgleichen Tarifvertrag in jedem Bundesland/Tarifbezirk. Einen nationalen Tarifvertrag hätte man nicht für allgemeinverbindlich erklären lassen können. Daher wurde der national ausgehandelte Tarifvertrag wortgleich in allen Bundesländern übernommen und regional unterzeichnet. Es ist beabsichtigt, für diesen Tarifvertrag die Allgemeinverbindlichkeitserklärung zu beantragen und zwar für alle Bundesländer, in denen auch der Manteltarifvertrag für allgemeinverbindlich erklärt war und nach Änderung des jeweiligen Paragraphen zur Höhe des Urlaubsgeldes auch wieder erklärt werden soll (siehe dazu ein Verzeichnis der als allgemeinverbindlich erklärten Tarifverträge (PDF) des Bundesminsteriums für Arbeit und Sozialordnung). Der Tarifvertrag zur Hogarente ist noch nicht online.

Damit werden auch Arbeitgeber, die nicht in der DEHOGA organisiert sind, also die Mehrheit der gastronomischen Betriebe, mit zusätzlichen Kosten belastet. Es ist aber wahrscheinlich, daß die Riester-Rente in der jetzigen Form die Bundestagswahl nicht überlebt, unabhängig vom Ausgang der Wahl.

Auf der Website Hogarente.de sind nicht unbedingt unparteiische Informationen zu erwarten, denn sie gehört der Gerling-Konzern Versicherungs AG

Einen tabellarischen Vergleich von Weblog-Tools bieten Bloghaus und umfassender BlogComp: Blog Tool Feature Comparison Table.

Gerne hätte ich über die Ausstellung "Faszination Coca-Cola" im Bonner Haus der Geschichte vom 13. Juni bis 16. Juli 2002 berichtet, welche die Freiburger Agentur Schleiner + Partner zusammengestellt hat. Leider erhält man auf deren Website keine Informationen darüber, wenn man nicht die neueste Version des Flash-Plugins installiert hat. Schau ich mir halt Bilder der Ausstellung Everything Coca Cola in Tokyo an, sehe mich ein wenig im Coca-Cola-Museum in Atlanta um, browse durch die Höhepunkte des Archivs für bewegte Bilder der Bibliothek des amerikanisches Kongresses: Fifty Years of Coca-Cola Television Advertisements oder hänge mir ein historisches Coca-Cola-Poster an die Wand...

In Österreich geht der Streit um die konkrete Ausgestaltung der Deregulierung weiter. Aus deutscher Sicht sind diese Debatten lehrreich, weil ähnliche Fragen nach der Bundestagswahl auch bei uns anstehen. Zur Zeit wird in Österreich um eine Reform der österreichischen Gewerbeordnung gerungen. An dem ursprünglich von der Regierung eingebrachten Entwurf wurde von Seiten der Gastronomie bemängelt, daß er es den Handelsbetrieben nicht mehr untersage, Getränke auch zum sofortigen Verzehr an Ort und Stelle auszuschenken. Die Kritik hat bewirkt, daß der Obmannstellvertreter des parlamentarischen Wirtschaftsausschusses NAbg. Max Hofmann von der FPÖ einen Abänderungsantrag einbringen will, wonach Bier im Handel nur in handelsüblich geschlossenen Gefäßen verabreicht werden darf, also nicht mehr in Gläsern oder anderen Behältnissen offen ausgeschenkt werden darf. Vom FWV (Freier Wirtschaftsverband Wien) wurde bezweifelt, daß der Gastronomie dadurch Konkurrenz entstünde, und angemerkt, daß nach der Reform in der Gastronomie auch Handelsprodukte verkauft werden dürfen. Auch in Deutschland ist der Verkauf von Handelsprodukten in der Gastronomie untersagt (was erlaubt ist, steht in Paragraph 7 Gaststättengesetz). Dieses Verbot wird aber vielfach missachtet oder unterlaufen. Lachender Dritter sind ohnehin die Verkaufsstellen, an denen man nebenbei tanken kann.

Sonntag, Juni 09, 2002

In den USA geraten Fast-Food-Ketten unter massiven Druck der öffentlichen Meinung. Das im Januar 2001 erschienene Buch "Fast Food Nation" von Eric Schlosser wurde zum Bestseller (preiswerte Taschenbuchausgabe in englisch, die gebundene deutsche Ausgabe, eine deutsche Taschenbuchausgabe steht noch aus, ein Interview mit Eric Schlosser in Salon.com). Jetzt wirft, so eine Meldung der britischen "Independent" vom 4. Juni 2002, der amerikanische Rechtsanwalt John Banzhaf, der Mitte der 60er Jahre als erster die Tabakkonzerne verklagte, der Fast-Food-Industrie vor, sie mache die Amerikaner fettleibig, und will sie wegen falscher Produktangaben verklagen.

In Deutschland wird, weil Anwälte hier nicht auf Erfolgshonorarbasis arbeiten dürfen, dies Beispiel zwar keine Schule machen. Aber analog der mit Verspätung nach Europa schwappenden Debatte um nichtraucherfreundliche Gaststätten und Hotels kann man vermuten, daß irgendein populistischer Politiker auch bei uns das Thema aufgreifen wird. Zu erwarten sind ausufernde bürokratische Vorschriften über die Inhaltsstoffe von Speisen und Getränke in Speisekarten und Inseraten. McDonald's wurde z.B. kritisiert, weil damit geworben worden war, Pommes würden in 100 Prozent pflanzlichem Öl zubereitet. Tatsächlich wurden sie jedoch vom Lieferanten noch vor dem Einfrieren in rinderhaltigem Öl vorgebacken. Gegen andere Betreiber wurde wegen falscher Fettangaben vorgegangen. Solche Vorschriften würden insbesondere kleine und mittlere Gastronomen treffen, die praktisch nicht in der Lage sind, ihre Lieferanten oder die angelieferten Produkte zu kontrollieren, sondern sich auf die Angaben der Lieferanten verlassen müssen.

Die moralische Ächtung von McDonald's hat auch in Deutschland, vor dem Hintergrund eines latenten Antiamerikanismus rechter und linker Extremisten, Tradition. Wie die NGG exemplarisch gegen McDonald's vorgegangen ist, dokumentiert ein Bericht "Bilanz der 1998 bundesweit geführten NGG-Aktionswoche gegen McJobs". Wer sich als Gastronom die Hände reibt und denkt, denen gönn' ich das, verkennt, daß die Gewerkschaft Nahrung-Genuß-Gaststätten (NGG) McDonald's bewußt herausgreift. Man hofft wegen der großen Anzahl der Mitarbeiter auf eine Vielzahl von freizustellenden Betriebsräten und auf eine Alllianz mit Menschen mit anti-amerikanischen Ressentiments und ökologischen Bedenken. Daß der NGG der Verbraucherschutz, eine naturnahe Produktion und artgerechte Tierhaltung weniger am Herzen liegen als die Interessen ihrer Mitglieder in der Fleischverarbeitung, sieht man an ihren Stellungnahmen zur BSE-Problematik (Siehe z.B. eine Pressemitteilung der NGG "Rindfleisch verwerten statt vernichten" vom 30.01.2001). Wußten Sie schon, daß George Ritzer in seinem Buch "The McDonaldization of Society", London 1998, davon spricht, die Personalpolitik von McDonald's spreche bevorzugt gesellschaftliche Randgruppen und solche Menschen an, die kaum andere berufliche Alternativen haben, und daß sich Anja Weber, Referatsleiterin beim Hauptvorstand der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten und zuständig für McDonald's, dieses Zutat zu eigen macht (siehe Anja Weber: "Arbeiten bei McDonald’s - McJobs in der Wirklichkeit")? Haben auch Sie asoziale Mitarbeiter, die der Hilfe der NGG bedürfen?

Freitag, Juni 07, 2002

Die Finanzminster der Länder planen eine Reform der Umsatzsteuer und wollen dabei einen Vorschlag des rheinland-pfälzischen Finanzministers Gernot Mittler (SPD) aufgreifen, auf die Erhebung der Umsatzsteuer für Geschäfte zwischen Unternehmen zu verzichten. Mit der Umsatzsteuer sollen dann nur noch die Endverbraucher belastet werden.

Da bin ich aber mal gespannt, wie sie das praktisch hinkriegen wollen. Ein kleines Szenario aus dem Gastronomie-Alltag: Ein Gast bestellt ein Essen zu 11,60 Euro laut Speisekarte. Wenn es ans Zahlen geht, muß festgestellt werden, ob es sich bei diesem Essen um eine Betriebsausgabe des Unternehmens des Gastes gehandelt hat oder ob das Essen Teil der privaten Lebensführung des Gastes gewesen ist. Ist es eine Betriebsausgabe, wird dafür keine Mehrwersteuer fällig und der zu zahlende Betrag reduziert sich auf 10 Euro. Davon muß der Gastwirt keine Mehrwertsteuer entrichten. Ist es ein privates Essen gewesen, hat der Gast 11,60 Euro zu zahlen, wovon der Gastwirt 1,60 Euro an das Finanzamt abzuführen hat. Soweit sogut. Aber: Wie stellt der Gastwirt fest (und später eine Betriebsprüfer bei einer Umsatzsteueraußenprüfung), ob es sich um ein privates Essen oder um eine Betriebsausgabe gehandelt hat? Darf er sich auf die Aussage des Gastes verlassen? Wer schuldet die Umsatzsteuer, wenn ein Gast falsche Angaben macht (weil er dann 1,60 Euro weniger zu zahlen hat)? Genügt die mündliche Erklärung des Gastes oder müssen Angaben zur Person erfaßt werden? Muß der Gast sich ausweisen und wenn ja, genügt eine Visitenkarte oder ähnliches oder muß der Gast einen amtlichen Ausweis vorlegen? Müssen weitere Dokumente vorgelegt werden, die ergänzend zur Personenfeststellung das Unternehmen bezeichnen, für das dieser Gast behauptet konsumiert zu haben (etwa Steuernummer, Handelsregisterauszug). Wenn ein Gast für andere Gäste mitzahlt (was ja besonders bei betrieblich veranlagten Restaurantbesuchen häufig vorkommt), müssen dann die Daten aller Gäste aufgenommen werden oder genügen die Daten desjenigen, der zahlt? Wenn ein Gast ausländische Dokumente vorlegt, die belegen sollen, daß es sich um eine Betriebsausgabe eines ausländischen Unternehmens ohne Sitz in Deutschland handelt, müssen dann auch amtliche Übersetzungen vorgelegt werden? Welche Sorgfaltspflichten obliegen einem Gastwirt bzw. seinen Gehilfen bei der Prüfung von Unterlagen, die ein Gast vorlegt mit der Behauptung, diese belegten, daß er für ein ausländisches Unternehmen konsumiert habe? Viel Spaß wünsche ich bei diesem Beitrag zum Abbau der Bürokratie in diesem unserem Lande ...

Absentas.com, der Generalimporteur für Teichenné-Absinth in Deutschland, offeriert zwei smaragdgrüne Qualitäts-Absinthe von außergewöhnlicher Frische aus der katalanischen Provinz Tarragona. Mit seinem Thujongehalt von 10 mg/kg schöpfen sie die durch die Europäische Union festgesetzte Grenze vollkommen aus. Neben ihrem Geschmack hebt das originelle Flaschendesign sowohl die 70%-Version Teichenné (in der 0,5 Literflasche) als auch die 50%-Version Fleur De Lis (in der 0,7 Literflasche) diese Absinthe in jeder Bar hervor.

Donnerstag, Juni 06, 2002

Am 21. Mai hatte ich bei der Pressestelle der FDP-Bundestagsfraktion nachgefragt, wie folgender Satz in einem Interview mit Dr. Rainer Brüderle zu verstehen sei: "Die FDP wird die unter Schröder beschlossenen mittelstandsfeindlichen Gesetze rückgängig machen. Dazu gehört z.B. die 325-Euro-Regelung. Stattdessen wird es 630-Euro-Jobs geben, die pauschal mit 15 Prozent besteuert werden."

Heute hat mir Matthias Warneke im Auftrag von Dr. Brüderle geantwortet: "Die FDP plädiert für die Rücknahme der grün-roten Neuregelung der 630-Mark-Jobs vom April 1999. Dies würde für die geringfügigen Beschäftigungsverhätnisse dann wieder zweierlei bedeuten: a) Sozialversicherungsfreiheit und b) Besteuerung, die im Regelfall pauschal vom Arbeitgeber oder aber individuell vom Arbeitnehmer getragen wird. In dem von Ihnen beschriebenen Fall eines Arbeitnehmers, der in einem geringfügigen Beschäftigungsverhältnis unter 630 Euro pro Monat verdient, in keinem weiteren Beschäftigungsverhältnis steht und die Lohnsteuerkarte Klasse I dem Arbeitgeber vorgelegt hat, würde dementsprechend eine individuelle Besteuerung vorgenommen. Der Arbeitgeber hätte also keine Lohnsteuer zu entrichten. Der Arbeitnehmer hätte ebenfalls keine Lohnsteuer zu tragen, wenn zusätzlich zur Einführung der vorgeschlagenen 630-Euro-Jobs auch unser Steuerkonzept umgesetzt wird. In diesem Falle würde der von Ihnen beschriebene ausschließlich geringfügig beschäftigte Arbeitnehmer jährlich maximal 7560 Euro (12 Monate*630 Euro) verdienen. Selbst im steuerrechtlich „schlechtesten“ Falle (alleinstehend, ohne Kinder) würde damit letztlich keine Lohnsteuer fällig, da das liberale Steuerkonzept einen Grundfreibetrag von jährlich 7500 Euro vorsieht, zu dem noch die Werbungskostenpauschale von 500 Euro tritt. Aus diesem Grund kann der Arbeitnehmer entweder gleich mittels einer Freistellungsbescheinigung seines Finanzamtes von der Lohnsteuer befreit werden oder im Zuge des Lohnsteuerjahresausgleichs seine Steuerzahlungen erstattet bekommen."

Ich habe mich für die Antwort bedankt und darauf hingewiesen, daß damit die Vorstellungen der FDP massiv von den Vorstellungen im sogenannten "Regierungsprogramm" der CSU, wie sie mir gegenüber von Matthias Hübscher, dem Referenten für Wirtschaftspolitik, CDU-Bundesgeschäftsstelle, Bereich Politische Programme und Analysen, erläutert worden sind, abweichen, und daß es mir unverständlich ist, wieso die FDP die Tatsache nicht deutlich hervorhebt, daß sie im Gegensatz zur CSU den Interessen der betroffenen Arbeitnehmern und ihrer Arbeitgeber entgegenkommt.

Mittwoch, Juni 05, 2002

Die Welt meldet am 5. Juni, McDonald's suche neue Absatzmärkte. Angesichts sinkender Umsätze überlege McDonalds seine amerikanischen Filialen auch zum Verkauf von anderen Produkten und Dienstleistungen zu nutzen.

Der Hotel Reservations Service (HRS) kooperiert mit der Allesklar AG und ist auf deren Städteportal Meinestadt.de unter "Hotels vor Ort suchen" erreichbar. Der Gesamtumfang der HRS-Hoteldatenbank umfasst mehr als 90.000 Hotels weltweit in allen Preiskategorien, die online kostenlos gebucht werden können. Wer sich anschauen möchte, welche Hotels in seiner (oder einer anderen) Region in der HRS-Hoteldatenbank vertreten sind, sollte bei der Suche nach einem freien Zimmer einen Termin in einigen Monaten angeben, da nur Hotels mit freien Zimmern angezeigt werden. Man kann dieses Tool auch zur Konkurrenzanalyse nutzen, z.B. feststellen, bei welchem Wettbewerber noch Zimmer frei, welche Preise aktuell verlangt werden usw. Eine spezielle Stadtseite von Meinestadt.de läßt sich aufrufen, indem man den Stadtnamen hintenansetzt, also z.B. meinestadt.de/bamberg.

Wenn man sich die Bamberger Seite von Meinestadt.de etwas genauer anschaut, sieht man, daß eine Webseite von Abseits.de dort hervorgeben platziert ist und zwar wird in der Mitte der Seite unter "Virtuelle Stadtführer" auf "Bamberg - Bamberg Für Touristen. Informationen und viele Links zur Stadt des Bieres und der Antiquitäten, mit Bamberg-Suchmaschine (vom Restaurant Zum Reichelbräu)" verlinkt. Dies ist eine Seite von Abseits.de, mit der wir dafür sorgen, daß Touristen, die im World Wide Web nach Informationen über Bamberg suchen, auf unsere Website stoßen und auf unser Restaurant "Zum Reichelbräu" im Herzen der Bamberger Altstadt aufmerksam werden. Wie bekommt man einen solchen Link? Man muß eine Seite erstellen, die (gute und umfangreiche) Informationen und Links auf wichtige Websits für die Zielgruppe bietet, und diese Seite beim Katalog Allesklar anmelden. Allesklar ist ein Dienstleister, der anderen Websites redaktionell geprüfte und kommentierte Links liefert oder auch eigene Websites betreibt, die mit diesen Inhalten versorgt werden.

Dienstag, Juni 04, 2002

Alpenland bietet seit Juni 2002 eine Lösung "Restaurant & Disco SMS" an. In den gastronomischen Objekten werden kleine Kärtchen auf den Tischen ausgelegt. Gäste können sich eintragen (mit ihrem Vornamen und ihrer SMS-Nummer; um evtl. Datenschutzbedenken vorzubeugen, sind nur diese beiden Daten erforderlich). Der Gastwirt sammelt diese Kärtchen ein, gibt die Daten selbst in eine Liste im Internet ein oder schickt die Gästekarten einfach an Alpenland, damit sie dort erfaßt werden. Per Fax, Anruf oder Internet kann der Gastwirt zu einem beliebigen Zeitpunkt veranlassen, daß ein "Rundbrief", eine Nachricht an alle Empfänger seines Verteilers versandt werden. Diese Lösung ist nicht ganz billig, kann es aber auch gar nicht sein, weil die Übertragung von SMS teurer ist als ein Versand von eMails. Neben einer Grundgebühr pro Jahr von 1.100 Euro fallen 150 Euro pro 1.000 SMS an (jeweils zuzüglich Mehrwertsteuer). Die Gästekarten gibt es von Alpenland (1000 Karten kosten 245 Euro + MWST) oder man druckt sich selber welche (z.B. mit eigenem Logo) oder man regt bei einem Lieferanten (etwa einer Brauerei) an, daß sie welche zur Verfügung stellt. Erfahrungsgemäß werden 70 bis 90% der ausgelegten Gästekarten ausgefüllt. Die versandten SMS beginnen mit "Hallo ", das Lokal steht im Absenderfeld. Im Text kann man z.B. kurzfristige Einladungen aussprechen oder zeitlich differenzierte Preise von Produkten ankündigen. Gastronomie-seitig ist kein Internetanschluß erforderlich. Die ausgefüllten Gästekarten kann man auch an den Service-Anbieter schicken.

Ich habe im Gespräch mit dem Alpenland-Geschäftsführer, Herrn Meinrad Müller, zwei Erweiterungen angeregt, die umgesetzt werden sollen. Daß man auch Selektionen anschreiben kann, z.B. nur 1.000 von 3.000 erfaßten SMS-Nummern. Und daß automatisch aus dem Vornamen das Geschlecht ermittelt wird, damit man als Gastwirt gezielt Gäste eines Geschlechts ansprechen kann. Geographische Selektionen sind leider nicht möglich, da man aus einer Handy-Vorwahlnummer nicht den Standort entnehmen kann.

Heute meldet die Lebensmittelzeitung, daß sich Heineken mit 45% an Karlsberg beteilige.

Das Beratungsunternehmen Roland Berger räumte bereits 1997 drei Gruppen von Brauereien die größten Chancen im Verdrängungswettbewerb ein: den nationalen Verdrängern (wie etwa Holsten und Bitburger, alle Beispiele von mir), den regionalen Konsolidierern (wie der Kulmbacher AG, aber auch die Übernahme von Henninger durch Binding) und den Spezialisten (wie etwa der Köstritzer Schwarzbierbrauerei, Schneider Weissbierbrauerei, Schlenkerla, Karlsberg, Klosterbrauerei Andechs).

Bei den Spezialisten, so Berger, komme es auf die konsequente Besetzung einer einmal errungenen Nischenposition sowie auf besondere Kreativität an. Unter den Spezialisten finden sich sowohl traditionsbetonende Brauereien, die in ihrer Produktphilosphie eher konservativ sind, als auch produktinnovative Brauereien wie Karlsberg. Siehe dazu auch das Organigramm des Karlsberg-Verbundes, das die Fähigkeit und Bereitschaft dieses Unternehmens zu Produktinnovationen widerspiegelt, die traditionelle Abschottung zwischen Brauerein, Saftherstellern und Mineralbrunnen zu durchbrechen. Andere Brauereien haben zwar auch Mineralbrunnen integriert, aber nur um sinkende Bierumsätze zu kompensieren und ihre Logistik auszulasten.

Karlsberg hat sehr großen Erfolg mit Mixery, einer Mischung aus Bier und Cola, zu dem es mittlerweile viele Me-Too-Produkte gibt. "Joys" ist ein Mix aus Bier und Apfelsaft, Kriska ist ein mit Wodka aromatisiertes Bier.

Merziger GmbH & Co. KG, seit 1984 eine Tochter der Karlsberg Brauerei KG Weber, bietet z.B. fruchthaltige Getränke mit zugesetzten Wirkstoffen. "Vitale mit Vitamin C und Lindenblütenextrakt, "Balance" mit Magnesium, Rotweinextrakten und einem Johanniskrautextrakt, "Esprit" mit Ginseng, Gingko und grünem Tee sowie Getränke mit Biotin und Folsäure sowie ACE-Getränke.

Heineken hat bereits vor Jahren mit der Brauerei Fischer in Strasbourg eine innovative Brauerei, in der auch "Desperados" entwickelt wurde, aufgekauft.

Montag, Juni 03, 2002

Man kann seine eigene Sammlung von Postings (also seinen eigenen Blog) auch als Wissensarchiv benutzen oder als "ausgelagertes Hirn", wie es Cory Doctorow in ihrem am 31. Mai 2002 veröffentlichten Artikel ausdrückt: "My Blog, My Outboard Brain", in: O'Reilly Network. Aber zu diesem Zweck eignen sich auch Sammlungen von eMails, die man empfangen und versendet hat, auf einer Festplatte gespeicherte Dokumente oder die eigene Website, wenn man denn eine gute Volltextsuchmaschine installiert hat. Mir geht es mittlerweile manchmal so, daß ich von irgendwelchen Leuten angerufen werde, die z.B. wissen wollen, ob die "Nutelleria" in Frankfurt samstags geöffnet hat. Ganz so als würde ich mir so etwas merken können. Dann gehe ich auf Abseits.de, verwende die Suchfunktion und bin manchmal selbst erstaunt, was es alles zu lesen gibt.

Etwas spät mitbekommen habe ich, daß Abseits.de von Yahoo bereits am 1. Juni zu einer "Website des Tages" gekürt worden ist. So geht es, wenn man durch einen Provider-Wechsel zu spät dazu kommt, seine Referrer-Statistiken auszuwerten.

Die New York Times hat am 29. Mai in einem Artikel "Amazon.com Adds Restaurants to Mix" (kostenlose Registrierung erforderlich) gemeldet, Amazon.com teste seit dem 22. Mai das Interesse an der (noch) kostenlosen Präsentation von Speisekarten. Das Angebot umfasse zur Zeit Speisekarten von mehr als eintausend Restaurants in sechs Städten (Boston, Chicago, New York, San Francisco, Seattle und Washington, D.C.), steht aber angeblich auch Restaurantbetreibern in anderen amerikanischen Städten offen. Im Angebot sind aber auch Preislisten anderer Branchen in acht Kategorien: Kunst und Hobby, Spielzeug und -zubehör, industrieller, medizinischer und wissenschaftliche Angebote, Möbel, Lifestyle, Geschenke, Autoersatzteile und -zubehör. Amazon wolle damit Direktversandunternehmen zeigen, daß Amazon für sie Verkäufe generieren könne.

Ein schönes Beispiel ist die achtzehnseitige Speisekarte des Restaurants Tru in Chicago. Offensichtlich ist beabsichtigt und auch bereits teilweise umgesetzt, die umfangreichen Funktionen und Möglichkeiten der Personalisierung auch auf diese Speisekarten bzw. Restaurants anzuwenden. So wird angezeigt, welche anderen Speisekarten sich diejenigen Nutzer haben anzeigen lassen, die sich die selbe Karte angeschaut haben wie man selbst. Man kann Restaurants besprechen und bewerten, sich Besprechungen anderer Nutzer anschauen und die durchschnittlichen Bewertungen (in Sternen, was aber nichts mit den Sternen von Restaurantführern verwechselt werden sollte, sondern bei allen von Amazon angebotenen Produkten zur Bewertung benutzt wird). Es werden Statistiken erstellt, ausgewertet und angezeigt, z.B. die "most popular restaurants". Für New York ist die Anzahl der gelisteten Restaurants bereits so zahlreich, daß die Rubrizierung nach Stadtteilen (z.B. 359 Restaurants in Greenwich Village) und nach Küchen (z.B. 594 italienische Restaurants) einen Sinn macht.

Sonntag, Juni 02, 2002

Um auszuprobieren, wie gut sich ein Weblog als Homepage einer Gaststätte eignet, habe ich mal eins für unser Café Abseits online gestellt. Für Kritiken und Verbesserungsvorschläge bin ich dankbar!

Samstag, Juni 01, 2002

"Wir sind überzeugt davon, dass in vielen Bereichen die chromblitzenden Websites out sind, die zwar nett anzusehen sind, denen aber nützliche, aktuelle Inhalte fehlen. Eine moderne Form des Online-Publishings, bei der nicht mehr der Webdesigner, sondern der Content-Lieferant die Aktualierungsfrequenz bestimmt. Und um zu zeigen, was alles möglich ist, haben wir www.eDings.de als Projekt gestartet. Wir wollen damit auch zeigen, dass eine Webpräsenz nicht viel Geld kosten muss. Für eDings zahlen wir keinerlei Lizenzgebühren, das verwendete Weblog gibt es kostenlos, Anpassungen an HTML-Seiten werden, wenn sie doch mal nötig sind, mit einem Freeware HTML-Editor vorgenommen, usw. Einzig das Hosting kostet und auch da haben wir ganz bewusst ein Standardpaket von 1&1 genommen. Natürlich könnten wir auch eine ganz andere Website bauen, aber viele unserer Kunden haben keine riesigen Budgets - eDings will zeigen, dass trotzdem interessante und aktuelle Websites möglich sind." Dieses Zitat aus einem Interview von sagmal.de, einer Website voller Gespräche mit den "Machern" des World Wide Web, mit Karina Matejcek und Markus Stolpmann macht Lust auf das ganze Interview, oder?