Gastgewerbe Gedankensplitter



Samstag, August 31, 2002

Im November erscheint das Buch "The Automat: The History, Recipes, and Allure of Horn & Hardart's Masterpiece" von Lorraine B. Diehl und Marianne Hardart. Das älteste deutsche Patent für einen Warenautomaten wurde im Mai 1883 an Emil Wirba und Ferdinand Uecker aus Berlin für einen "Automatischen Verkaufsbehälter für Zigarren" vergeben. 1886 wurde auf der Internationalen Gewerbeausstellung in Berlin ein "Automatenpavillion" vorgestellt. In diesem gab es vom frischgezapften Bier (für 10 Pfennig) bis hin zum warmen Essen ein breites Angebot. Die Schokoladenfabrik Stollwerk setzte dann Automaten ein, um Warenproben zu Reklamezwecken abzugeben. Doch wegen der guten Resonanz setzte man sie dann auch zum Verkauf ein. 1895 betrieb Stollwerk bereits in 15 Städten Automatenhallen. 1898 war er beteiligt an der Gesellschaft für Restaurationsautomaten. Das erste Automatenrestaurant in Deutschland wurde, so erzählt es die Website "Die Automatengeschichte Deutschland", 1897 in Berlin eröffnet. Das am 24. August 1904 im Erdgeschoß des "Blauen Haus" in Halle eröffnete Automaten-Restaurant namens "Triumph-Automat" überlebte den 1. Weltkrieg nicht (siehe: "Mampes Gute Stube"). Selbstbedienungsrestaurants oder "cafeterias" wurden in den USA von gemeinnützigen Organisationen erfunden, um arbeitenden Frauen ein preiswertes Essen zu bieten. Die Idee wurde schnell von gewerblichen Restaurants und Schulen aufgegriffen. Die Gäste wählen aus und zahlen für jedes ausgewählte Teil am Ende der Auswahlstrecke. Eine Weiterentwicklung stellen Cafeterrias dar mit vollautomatischen Verkaufsflächen, in welchen vorportionierte Speisen und Getränke in Geräten mit Münzeinwurf ausgegeben werden. Der erste "automat" wurde 1902 von Horn & Hardart in Philadelphia eröffnet (mit Automaten aus Deutschland). Mehr über die Geschichte der Automatenrestaurants.

Die Münchener Brauerei Paulaner hat einen virtuellen Biergarten eröffnet, der alles Zeug zu einer Kult-Site hat. Man kann sich im bayerischen Fünfkampf versuchen, am "Paulaner G'schichten Tisch“ tratschen und klatschen oder sich in anderen Ecken des Biergartens rund um das Thema Bier informieren und vieles mehr. Im Unterschied zu anderen Biergärten hat der virtuelle Biergarten rund um die Uhr geöffnet. Reale bayerische Biergärten und -keller leiden ja noch unter der rigiden bayerischen Sperrstundenregelung.

Über "Urlaubsregionen ohne Gäste" berichtet Rudi Wais im "Mannheimer Morgen". Um den Zusammenbruch des Fremdenverkehrs zu verhindern, solle eine Werbe-Offensive Urlauber gezielt nach Ostdeutschland locken. Hierfür seien 250 Tausend Euro vorgesehen.

Freitag, August 30, 2002

Morgen ersheint die zweite Auflage des Buches "Design and Layout of Foodservice Facilities" von John C. Birchfield und Raymond T. Sparrowe. Ein Auszug (PDF), das Inhaltsverzeichnis. John C. Birchfield ist Mitglied des Foodservice Consultants Society International und Gründer der Birchfield Jacobs Foodsystems in Annapolis, Maryland, und ist Assistenzprofessor für Hotel, Restaurant, and Institutional Management an der Michigan State University gewesen. Raymond T. Sparrowe, PhD, ist Fakultätsmitglied an der John M. Olin School of Business an der Washington University in St. Louis, Missouri, und verfügt über mehr als 15 Jahre Erfahrung als Berater für Foodservice Design und Management.

In der Reihe Wiley Restaurant Basics Series erscheint im September das Buch Restaurant Financial Management Basics von Raymond S. Schmidgall, David K. Hayes und Jack D. Ninemeier. Behandelt werden für Speisegaststätten die Themen Preisgestaltung, Budgetierung, Kostenkontrolle, Entlohnung und Cash Flow.

Der Tadich Grill ist das älteste Restaurant in Kalifornien, das seit seiner Gründung vor rund 150 Jahren fortwährend bewirtschaftet wird. Im September erscheint das Buch "Tadich Grill: A History of San Francisco's Oldest Restaurant" über dieses Fischrestaurant in San Francisco. Das älteste Restaurant der USA ist das Union Oyster House in Boston; es wurde 1826 in Betrieb genommen.

Arbeitslohn, der für Hilfemaßnahmen zur Beseitigung der Hochwasserschäden gespendet wird, soll von der Beitragspflicht zur Sozialversicherung freigestellt werden. Nach Angaben des Bundesarbeitsministeriums hat das Bundeskabinett eine entsprechende Änderung der so genannten Arbeitsentgeltverordnung beschlossen. Danach vereinbart der Beschäftigte mit seinem Arbeitgeber schriftlich, welchen Geldbetrag bzw. in welchem Umfang er Arbeitszeit spenden möchte. Davon könne auch ein anderer Betriebsangehöriger profitieren, der durch das Hochwasser zu Schaden gekommen ist. Die Verordnung soll rückwirkend zum 10. August 2002 in Kraft treten. Sie bedarf noch der Zustimmung des Bundesrates.

Die Berufsgenossenschaft Gaststätten und Nahrungsmittel unterstützt ihre von der Flutkatastrophe betroffenen Mitgliedsbetriebe mit folgenden Maßnahmen: Die Vollstreckung rückständiger Beitragszahlungen werden in den betroffenen Postleitzahlenbereichen ausgesetzt. Auf Antrag wird der Beitrag gestundet. Im November anstehende Vorauszahlungen auf den Beitrag 2002 können ebenfalls gestundet und auflaufende Stundungszinsen erlassen werden, sofern der Unternehmer seine wirtschaftliche Notlage darlegt. Entsprechende Informationen gehen den betroffenen Betrieben rechtzeitig zu. Personen, die eine Rente von der BGN beziehen, werden auf die Möglichkeit der Kapitalisierung ihrer Ansprüche oder einer Vorauszahlung hingewiesen.Die Prävention der BGN informiert sich unverzüglich in den betroffenen Gebieten nach weiteren Möglichkeiten der Unterstützung und berät die Unternehmer beim Wiederaufbau. Unterstützung erhalten Betroffene bei der BGN unter folgenden Telefonnummern: Zu Beitragsfragen in der BGN-Hauptverwaltung unter 0621/ 4456-1581, zu Rentenfragen in den Bezirksverwaltungen Berlin (030/ 85-1050), Erfurt (0361/ 4391-4840), Hannover (0511/ 23560-5386) und München (089/ 89-4660). Zur technischen und medizinischen Beratung stehen die Büros des Technischen Aufsichtsdienstes und Gesundheitsschutzes in Potsdam (0331/ 649 58-0 und -41), Erfurt (0361/ 43 91 48-21 und -01), Dresden (0351/ 877-310 und -2732) sowie in München (089/ 89466-5981 und -5825) zur Verfügung.

Mittwoch, August 28, 2002

Die Lampertheimer Zeitung sucht die netteste Biergarten-Bedienung.

Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilt, ist der Preisindex für die Lebenshaltung aller privaten Haushalte in Deutschland im Juli 2002 gegenüber Juli 2001 um 1,0 % gestiegen. Im Vergleich zum Vormonat stieg der Index um 0,2 %. Die Schätzung für Juli 2002 auf Grund der Ergebnisse aus sechs Bundesländern wurde damit bestätigt. Im Mai 2002 hatte die Jahresteuerungsrate bei 1,1 % und im Juni 2002 bei 0,8 % gelegen. Die Jahresteuerungsrate wird überwiegend durch Preiserhöhungen bei Dienstleistungen (+ 1,9 %) bestimmt. Überdurchschnittlich verteuert haben sich insbesondere Pauschalreisen (+ 3,5 %), Beherbergungs- und Gaststättendienstleistungen (+ 3,8 %) sowie Friseurleistungen (+ 3,8 %). Nach wie vor werden die aktuellen Jahresteuerungsraten vom hohen Preisniveau der vergleichbaren Vorjahresmonate bestimmt (so genannter Basiseffekt). Dies gilt insbesondere für Nahrungsmittel: Im Jahresvergleich gingen die Preise um durchschnittlich 0,9 % zurück; vor einem Jahr hatte die Teuerungsrate hier noch bei 6,8 % gelegen (u.a. auf Grund von BSE sowie Maul- und Klauenseuche). Im Einzelnen verbilligten sich im Jahresvergleich Fleisch und Fleischwaren um 2,0 %, Obst um 4,9 % und Gemüse um 8,1 %. Diese Waren wiesen auch im Vergleich zum Vormonat rückläufige Preise (– 0,2 %; – 2,1 %; – 4,1 %) auf. Preistreibend wirkten dagegen Fische und Fischwaren (+ 4,8 % im Vorjahresvergleich) sowie Brot und Getreideerzeugnisse (+ 2,5 %) .

Dienstag, August 27, 2002

BuchcoverZahlreiche Rezepte von Vincent Klink hat das Südwest Fernsehen online gestellt. Man kann sich die Rezepte zur Kochsendung "Kochkunst mit Vincent Klink" auch per kostenlosem Newsletter bestellen. Vincent Klink ist Chef des Nobelrestaurants Wielandshöhe über Stuttgart, Autor und Herausgeber zahlreicher Bücher über das Eßvergnügen. Er ist auch Moderator der beliebten Fersehsendung "ARD-Buffet". In seinem Buch zur Kochsendung "Kochkunst mit Vincent Klink" "Vom Markt auf den Tisch" hat Vincent Klink die schönsten und neuesten Rezepte aus der Fernsehsendung zusammengefaßt. Er porträtiert darin auch ausgewählte Lieferanten und ihre Produkte und wie man gute Ware von nur mittelmäßiger unterscheiden kann.

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Zweistündige Stadtführungen durch historische Gaststätten werden in Heidelberg angeboten.

Oberpfalznet berichtet über vier Waldershofer Tüftler, die ein "Braumobil" konstruiert haben, ein Sudhaus auf vier Rädern, mit dem man vor Ort das Bierbrauen vorführen kann. Der Bierausstoß beträgt rund 500 bis 1000 Liter pro Sud.

Die Kölnische Rundschau beklagt die miserable Saison Kölner Biergärten: Regen treibt Gastronomen in die Pleite. Die Wirte der Bamberger Sandkerwa hingegen hatten am Sonntagabend bei bestem Biergartenwetter wohl wegen des TV-Duells unter Besucherschwund zu leiden. Unter diesem Duell leidet auch das Siegerimage von Gerhard Schröder. Der tröstet sich mit Zahlen des Sozialdemokraten Manfred Güllner. Wobei ich nicht verstehe, wieso Genosse Güllner seine Zahlenspielereien als Prognosen der Gesellschaft für Sozialforschung und statistische Analysen GmbH der Öffentlichkeit zumutet. Siehe dazu auch "Das Elend der Demoskopie" von Alva Gehrmann in Spiegel Online.

Montag, August 26, 2002

„Mit der Tafelrunde – die guten Landrestaurants präsentiert sich die erste überregionale Gastronomie-Kooperation in Rheinland-Pfalz", sagte Harald Glahn, Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau, anlässlich einer Pressekonferenz in Nackenheim. Gefördert vom rheinland-pfälzischen Wirtschaftsministerium und den beiden Hotel- und Gaststättenverbänden wurde die Tafelrunde – die guten Landrestaurants, der inzwischen rund 35 Restaurants angehören, von der Creuznacher Betriebsberatung Gastgewerbe GmbH (cbg) Anfang des Jahres gegründet. „Ziel ist es, die Tafelrunde als Dachmarke am Markt zu positionieren und zu etablieren, um den gastronomischen Ruf des Landes in Verbindung mit den touristischen, regionalen Sehenswürdigkeiten zu steigern", erklärte Glahn. Der Staatssekretär betonte die zunehmende Bedeutung von Kooperationen im Gastgewerbe in den letzten Jahren. „Der Gast sucht zunehmend Sicherheit und Wiedererkennbarkeit", so Glahn. Deshalb zeichne sich ein erkennbarer Trend bei den Gästen ab, die verstärkt System- und Kettenbetriebe als Marken bevorzugen würden. Nach dem gleichen Schema funktioniere die Tafelrunde. In dem Modellprojekt haben sich selbstständige, familiengeführte Restaurants aus Rheinland-Pfalz zusammengeschlossen, die bestimmte Kriterien erfüllen müssten. Hierzu zähle ein regionaler Bekanntheitsgrad, eine landschaftlich reizvolle Lage und ein ansprechendes Ambiente. Des Weiteren zeichne sich die gastronomische Qualität durch eine landestypische Küche mit einem vernünftigen Preis-Leistungs-Verhältnis aus. „Durch die Festlegung der Betriebsmerkmale wird sichergestellt, dass neben einem homogenen Angebot sich vor allem nur Betriebe mir überdurchschnittlicher Qualität in der Kooperation präsentieren", so der Staatssekretär. Das gastronomische Angebot in den Kooperations-Betrieben werde zudem interessanter und vielfältiger, da gemeinsam neue Produkte entwickelt und ein gegenseitiger Austausch von Angeboten erfolgen werde. Mit einer gemeinsamen Vermarktungsstrategie, zum Beispiel mit einem Internetauftritt oder einem Restaurantführer mit detaillierten Informationen über die Mitglieder und Ausflugstipps in der Region, können Synergieeffekte genutzt werden, zu denen der einzelne Betrieb nicht in der Lage sei. Ein wichtiges Ziel der Kooperation sei es deshalb auch, außerhalb der Landesgrenzen deutlich zu machen, dass Rheinland-Pfalz über eine Vielzahl kulinarisch interessanter und reizvoller Restaurants verfügt, die einen Vergleich mit anderen europäischen Regionen, wie zum Beispiel Toscana oder Provence nicht scheuen müssen, so Glahn. Das Projekt sei auf drei Jahre ausgelegt und werde im ersten Jahr mit rund 38 000 Euro vom Land gefördert, um den Aufbau in organisatorischer Hinsicht sicher zu stellen. Die Kooperationsträgerschaft und Geschäftsführung werde durch die betriebswirtschaftliche Beratungsstelle der rheinland-pfälzischen Hotel- und Gaststättenverbände der cbg - Creuznacher Betriebsberatung Gastgewerbe GmbH in Bad Kreuznach übernommen. Durch diese Trägerschaft werde sichergestellt, dass die Mitgliedsbetriebe eine marktorientierte und den betriebswirtschaftlichen Erfordernissen entsprechende Bedeutung erhalten. Die monatlichen Beiträge der Mitgliedsbetriebe liegen je nach Umsatzhöhe zwischen 30 - 50 Euro, so der Staatssekretär. Während im Hotelbereich in Deutschland zum Jahrtausendwechsel bereits 56 Prozent der angebotenen Hotelzimmerkapazitäten in Ketten oder Kooperationen angeboten wurden, gibt es im gastronomischen Bereich bisher keine Verbindungen von vergleichbaren selbstständigen Betrieben. Deshalb sei es in einem Tourismusland wie Rheinland-Pfalz von besonderer Bedeutung, Gastronomiebetrieben mit einer starken Ausrichtung auf heimische Produkte und Angebote eine bessere Vermarktungsplattform zu bieten. „Denn in Ergänzung zu den touristischen Sehenswürdigkeiten in Rheinland-Pfalz erwartet der Gast auch eine landestypische Gastronomie, sagte Glahn abschließend. (Quelle: Pressemitteilung des rheinland-pfälzischen Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau).

Weitere Werbegemeinschaften von Gaststätten:
  • "Salz & Pfeffer", rund 150 kleinere gastronomischer Betriebe im österreichischen Innviertel
  • "Bund Österreichischer Gastlichkeit"
  • "Kirchenwirte" in Österreich
  • "Erlanger Mittagstisch"
  • "Brandenburger Teller". 49 Restaurants, Gasthäuser und Hotels von Prenzlau bis Jüterbog, von Neuzelle bis Alt Ruppin haben auf ihren Speisekarten ein spezielles Gericht mit diesem Namen gekennzeichnet. "Frisch von hier und lecker" - lautet dort das Motto. Alle Gerichte müssen allesamt frisch zubereitet werden und aus regionalen Produkten bestehen, deren Herkunft im Vorfeld nachgewiesen wurde. Der "Brandenburger Teller" präsentiert dabei ein buntes und vielfältiges geschmackliches Mosaik aus unterschiedlichen Regionen. Die 49 "Brandenburger Teller"-Restaurants kann man sich nicht nur im Internet ansehen. Es wurde auch eine Broschüre erstellt, die man online herunterladen (PDF, 1,1 MB), unter Telefon 0331-200 47 47 oder per eMail hotline@reiseland-brandenburg.de bestellen kann. 49 Häuser nahmen im Jahre 2001 teil, für den neuen Wettbewerb unter dem Slogan "Frisch und lecker von hier" bewarben sich schon 120 Gaststätten.
  • Private Braugasthöfe

Der italienische Wirtschaftsminister Giulio Tremonit hatte am Sonntag die Einführung einer 1-Euro-Banknote mit der schwachsinnigen Begründung gefordert, ein Umtausch der Münzen in Scheine würde den Wert des Euro in den Augen der Verbraucher erhöhen. Dies könne dazu beitragen, den Preisanstieg zu bremsen. Die Europäische Zentralbank hat den vorlauten Forza-Minister mit dem Hinweis auf die niedrigere Lebensdauer von Banknoten abgewatscht.

Was wirklich fehlt, sind 5-Euro-Münzen. In der Diskussion um die Euro-Einführung wurde die Herausgabe von 5-Euro-Münzen mit der Begründung abgelehnt, damit werde zugestanden, daß der Euro weniger wert sei, weil Münzen für vergleichbare Werte in den Vorgängerwährungen fehlen. In Deutschland hat z.B. die Stufe 5 Deutsche Mark den Übergang von Münzen auf Noten markiert. In Wahrheit geht es darum, daß bei Banknoten die Geldschöpfungsgewinne der Europäischen Zentralbank anheimfallen, bei Münzen hingegen den Mitgliedsstaaten (sogenanntes "Münzregal"). Unter dem Mangel an 5-Euro-Münzen leidet vor allem die Automatenwirtschaft, aber auch alle anderen Branchen, die viel mit Bargeld hantieren, wie die Gastronomie.

Siegertypen: Website der CDU: "Stoiber gewinnt Kompetenzduell". Website der SPD: "Schröder gewinnt TV-Duell". Nach dem unerwartet schlechten Abschneiden Schröders möchte die SPD nun die Duell-Regeln ändern (siehe Spiegel: Union und SPD streiten über die Regeln). Da lob ich mir das Bamberger Fischerstechen mit dem eindeutigen Sieger Michael Kropf. Wer dabei in die Fluten eintaucht, hat eindeutig verloren.

Ein Schelm, wer schlechtes dabei denkt: Da sitz ich am PC, trinke eine Tasse guten Burkhof-Kaffees und poste den Hinweis auf einen Artikel von Dina ElBoghdady in der Sonntagsausgabe der Washington Post über die Strategie von Starbucks: "Pouring It On" (via: Der Schockwellenreiter).

Ein Spendenaufruf der Dehoga: "Die Hochwasser-Katastrophe droht viele Existenzen zu vernichten und gefährdet Tausende Arbeitsplätze. Deshalb benötigen die Hoteliers und Gastronomen schnelle, unbürokratische und direkte Hilfe. Die Spendenbereitschaft, die uns in den letzten Tagen aus der gesamten Branche erreicht, hat uns ermutigt, mit der Aktion ´Branchensolidarität im Gastgewerbe´ einen eigenen Weg für unsere Unternehmer und somit auch für die Mitarbeiter zu gehen. Der DEHOGA wird zusammen mit seinen Landesverbänden dafür sorgen, dass die eingegangenen Spenden unverzüglich den Hoteliers und Gastronomen in den Hochwassergebieten zu Gute kommen", kündigt DEHOGA-Präsident Ernst Fischer in Berlin an und ermuntert zur großzügigen Beteiligung an dem Spendenaufruf des Verbandes. "Die staatlichen Hilfen alleine werden nicht ausreichen. Jetzt ist die Solidarität aller nicht betroffenen Kollegen gefordert", so Fischer. Sonderkonto "Flutopferhilfe Gastgewerbe", Kontonummer: 13 22 22 44, Bankleitzahl: 100 500 00, Berliner Sparkasse. Darüber hinaus hat der DEHOGA eine Inventarbörse im Internet eingerichtet. Unter www.dehoga.org/invent.nsf können Hoteliers und Gastronomen den Flutopfern im Gastgewerbe mit Sachspenden unter die Arme greifen.

Samstag, August 24, 2002

Über die Ausstattung von Starbucks-Filialen mit WLAN hatten wir schon berichtet. Die Vermarktung dieses Angebots durch Starbucks ist ein beeindruckendes Beispiel für Möglichkeiten, gastronomische Locations für die Vermarktung anderer Produkte auszunutzen (so Sonderangebote von Hewlett Packard und ein Testangebot von T-Mobile) bzw. durch ein solches Angebot branchenfremder Produkte aufzuwerten. Ist das ein Schritt in die Richtung, die Filialisten von Kaffeeröstern wie Tschibo mit ihren reichhaltigen Sonderangeboten bereits vor vielen Jahren gegangen sind? Für eine solche Interpretation spricht z.B. eine Meldung der Welt vom 5. Juni, McDonald's suche neue Absatzmärkte. Angesichts sinkender Umsätze überlege McDonalds seine amerikanischen Filialen auch zum Verkauf von anderen Produkten und Dienstleistungen zu nutzen.

AmeriKing ist der weltweit größte Franchisenehmer von Burger King mit 361 Filialen vor allem im mittleren Westen und im Süden der USA. Unternehmensleitbild: "Enthusiastic Employees and Customers". Franchisenehmer haben einen nicht zu unterschätzenden Einfluß auf die Unternehmenspolitik des Franchisegebers. So dürfte es den neuen Chef von Burger King, John Dasburg, gefreut haben, als ihn der Chef von AmeriKing, John Langteau, in höchsten Tönen gelobt hat. Siehe dazu einen Artikel in der Süddeutschen Zeitung vom 22. August: "Vom Helden zum Buhmann".

Freitag, August 23, 2002

Im Unterschied zum Münchener Oktoberfest, bei dem die Bierpreise in diesem Jahr zwischen 6,30 Euro und 6,80 Euro je Maß betragen werden, zeichnet sich die Bamberger Sandkerwa (noch bis zum 26. August) auch heuer wieder durch einen günstigen Preis von um die 4,50 Euro je Maß aus. Die Preise für das Seidla (0,5 l), das in Franken lieber getrunken wird als die Maß (1,0 Liter), liegen zwischen 2,00 und 3,00 Euro, überwiegend bei 2,50 Euro.

Der Leaders Club hat einen Spendenaufruf veröffentlicht: "Erschüttert durch die Bilder aus dem Fernseh und aus der Presse möchten wir, als Mitglieder des Leaders Club, einer europäischen Austauschplattform für innovative Gastronomen und deren Zulieferer, einen Spendenaufruf an alle Kollegen zu Gunsten der Gastronomen aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen machen. Besonders betroffen sind die viele Kleinunternehmen, die sich mit viel Liebe und Engagement mühsam eine Existenz aufgebaut haben und nun, oft hoch verschuldet, vor dem Nichts stehen. Wir wollen Hilfe zur Selbsthilfe bieten, um z.B. dabei zu untrstützen eine neue Zapfanlage, einen neuen Boden oder einen neuen Kühlschrank anzuschaffen. Jeder Cent Ihrer Spende wird schnell und direkt weitergeleitet. Wer etwas davon erhält, werden wir in Zusammenarbeit mit den örtlichen HOGA Verbände entscheiden. Der Leaders Club Deutschland und seine Mitglieder machen mit einer Mindestsumme von € 10.000.- den Anfang. Ebenfalls engagieren werden sich der Leaders Club Frankreich, Spanien und Belgien. Gespendet haben in Deutschland bisher: Thomas und Gunilla Hirschberger, Sausalitos Restaurants, € 500.-, Roland Koch und Christoph Strenger, Gastroconsult Hamburg, € 500.-, Pierre Nierhaus, Frank Waldecker, Thementeam, € 500.-, André Schmidt und Silja Schrank-Steinberg, Hofbraukeller München, € 500.-. Viele weitere werden folgen. Hoffentlich auch Sie. Bitte nutzen Sie für Ihre Spende folgende Bankverbindung: Leaders Club Deutschland, Vereins- und Westbank Hamburg, BLZ 20030000 Konto 1104728 unter dem Stichwort: Kollegen in Not."

Auch der Verband der Köche Deutschlands hat seine rund 14 000 Mitglieder zu Spenden zugunsten hochwassergeschädigter Kollegen aufgerufen: "Viele unserer Kollegen sind durch die Hochwasserflut in Not geraten. Wohnungen und Arbeitsplätze wurden schwer geschädigt. Existenzen sind bedroht und teilweise sogar vernichtet. Den betroffenen Kolleginnen und Kollegen will der Verband der Köche Deutschlands e.V. unmittelbar helfen und hat folgendes Spendenkonto eingerichtet. UBS Private Banking Deutschland AG, Kto-Nr. 00513804000, BLZ 502 200 85."

Regelmäßigen Lesern dieses Blogs ist vielleicht schon aufgefallen, daß wir in der linken Navigationsspalte einen Link auf Daypop gesetzt haben. Was es mit dieser Suchmaschine auf sich hat, erfährt man in einem Interview des Machers Daniel Chan aus Los Angeles in der Netzeitung (via Netbib).

Contentmanager.de stellt interessante Ergebnisse einer Erhebung über "Webpublishing in österreichischen Unternehmen" (WCM-Studie) vor. So hängt die strategische Bedeutung des Internets für ein Unternehmen weniger von seiner Größe als von der Branche ab; Unternehmen des Tourismus und der IT- und Telekommunikation sehen ihre Website als einen Eckpfeiler ihrer Marketingstrategie an und führen wesentlich öfter Änderungen durch. Online-Reiseanbieter, Tourismusverbände oder Hotels sind besonders stark vertreten bei den Unternehmen, die angeben, ein "browserbasiertes System" zur Pflege ihrer Website einzusetzen.

Donnerstag, August 22, 2002

Die Gastronauten haben einen Artikel zum Thema "Mit Trüffel und Kaviar aus der Krise? Gastronomie braucht langfristige Konzepte" beigesteuert. Sie schreiben uns dazu: "möchten wir Ihnen auch zu Ihrem hervorragenden Internet-Auftritt gratulieren. Die Qualität ist unübertroffen und wird anscheinend von vielen sehr geschätzt. So war beispielsweise die Resonanz auf unseren Beitrag zum Thema "Spaßgesellschaft" unglaublich. Insbesondere Medien wie Westdeutscher Rundfunk (TV und Hörfunk), Rheinische Post, Petra und andere haben sich daraufhin bei uns gemeldet, um Statements einzuholen oder Interviews zu führen. Ein Feedback, wie wir es nur selten erlebt haben. Ein eindrucksvoller Beweis für die Akzeptanz Ihrer Seiten, zu denen wir auch künftig immer wieder gerne etwas beitragen möchten." Ich bedanke mich für die Blumen.

blogads.com ist ein Vermittlungsservice (Beta-Version) für Anzeigen in Blogs.

Im National Council of Chain Restaurants (NCCR) sind nahezu 40 der größten amerikanischen Restaurantketten organisiert. Mehr nationale und internationale Gastgewerbe-Verbände.

Das italienische Restaurant Rose Angelis in Chicago feiert seinen 10. Jahrestag.

Heise News-Ticker meldet, daß Starbucks in Zusammenarbeit mit der T-Mobile in rund 1200 Filialen ein WLAN-Netz eingerichtet habe: Drahtlos Kaffee trinken.

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Im Aufbau ist die Website von Farmhaus, einem Unternehmen der Stockheim-Gruppe und eine Produktions- und Handelsgesellschaft für Gastronomie, Hotel und Catering. Das Leistungsspektrum umfasst Beratung, Entwicklung, Standardisierung, Produktion, Logistik und Prozessoptimierung. U.a. gibt es seit Juni 1999 im Großmarkt Düsseldorf ein 1.200 Quadratmeter großes Logistikzentrum, in dem sich Lebensmittelproduktion, Lebensmittellagerung und Verwaltung unter einem Dach befinden. Farmhaus Suptermärkte mit dem Flair von Kolonialwarengeschäften gibt es seit November 1999 am Hauptbahnhof Köln und in den Flughäfen Köln/Bonn und Münster/Osnabrück.

Mittwoch, August 21, 2002

Restexemplare von "Mittelmeerküche all' italiana. 400 Originalrezepte aus allen Regionen Italiens" von Stella Donati, erschienen im Hallwag Verlag, gibt es für 8 Euro (Originalausgabe: 39,88 Euro). Seit April 2001 wird der Buchbereich des Hallwag Verlags durch die Gräfe und Unzer Verlag GmbH weitergeführt.

Für 7,55 Euro gibt es Restexemplare von "Die schönsten Strandhotels der Welt" von Jack White aus dem Reise- und Verkehrsverlag.

Erläuterungen zum Beitragsbescheid der Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gaststätten.

Flüssiggasanlagen müssen von Zeit zu Zeit von einem Sachkundigen geprüft werden. Das Ergebnis der Prüfung muss in einer Prüfbescheinigung festgehalten werden. Prüfpflicht einer Flüssiggasanlage besteht u. a. vor der ersten Inbetriebnahme, nach Instandsetzungsarbeiten und nach Betriebsunterbrechungen von mehr als einem Jahr. Dabei wird z. B. die ordnungsgemäße Installation und Aufstellung sowie die Dichtheit der Anlage geprüft. Mehr darüber auf der Website der Berufsgenosssenschaft Nahrungsmittel und Gaststätten.

Jeffrey Gedmin lobt im Weekly Standard das Frühstück in der Berliner Mokkabar, beklagt den schlechten Service dort, in Berlin und ganz Deutschland und erkennt: "Bad service in Germany is about a system": "Ich Bin Ein Slacker" (via: Der Schockwellenreiter).

Service-Mängel zeigen sich
  • in mangelnder Professionalität, also dem vollständigen Beherrschen der Service-Tätigkeit, einem Gefühl dafür, was wichtig ist, und einem gewissen Stolz auf die eigenen Fähigkeiten. All dies kann man lernen.
  • in mangelnder Freundlichkeit, also der Fähigkeit, dem Gast zu vermitteln, daß er willkommen ist, man sich um sein Wohlergehen und sein gutes Befinden sorgt, daß man so interessiert an ihm ist als wäre er Gast in der Privatwohnung der Bedienung. Dies sind überwiegend nicht erlernbare Persönlichkeitsmerkmale.
Im Harvard Businessmanager 6/01, S. 88-94, gehen die Autoren Richard Chase und Sriram Dasu auf die Frage ein "Wie erlebt der Kunde Ihren Service?" und leiten aus der Verhaltensforschung fünf elementare Prinzipien des Servicemanagements ab, die ich in meinen eigenen Worten darlege:
  1. Es komme entscheidend darauf an, wie der Kunde den Service wahrnimmt. Es sei besser, einen unerwartet guten Service zu bieten als einen Service, der schlechter ist als ihn der Kunde, etwa aufgrund von Werbeaussagen, erwartet. Diese Erkenntnis spielt beispielsweise in der Kommunikationspolitik eine grosse Rolle, getreu dem Motto: “Underpromise ­ Overdeliver".
  2. Man sollte schlechte Serviceerfahrungen vergessen machen, sie, wenn möglich, sofort ansprechen und eventuell ausgleichen.
  3. Erfreuliche Erfahrungen sollte man auf mehrere Phasen verteilen und Unerfreuliches in einer Phase zusammenfassen.
  4. Kundenbindung werde verstärkt, wenn der Kunde sich zwischen verschiedenen Service-Niveaus entscheiden kann. Ein Beispiel von mir ist ein Sterne-Restaurant mit einem zusaetzlichen Bistro, in dem Gäste in weniger aufwendigem Ambiente schneller, preiswerter und einfacher zubereitet essen können.
  5. Man sollte den Kunden Rituale bieten, also Verhaltensweisen und Abläufe, deren Kenntnis ihn zum Insider machen. So hat vor ein paar Jahren die Brauereigaststäte "Schlenkerla" in Bamberg einen Volkszorn entfacht, als der "Schnitt" abgeschafft worden ist. Der "Schnitt" ist ein gut halb voll gefülltes Seidla (0,5 l) Glas Bier (halb voll mit Bier und Schaum bis zum Anschlag), den man zum halben Preis eines ganzen Seidla bekommt. Die Regeln sind: 1. Um einen Schnitt bestellen zu dürfen, muß man vorher mindestens ein ganzes Seidla bestellt haben. 2. Es gibt nur einen Schnitt. Als es den "Schnitt" im "Schlenkerla" noch gegeben hat, habe ich einmal leicht fahrlässig nach dem ersten Schnitt gewagt einen zweiten Schnitt zu bestellen und bin fürchterlich "zur Sau" gemacht wroden. Zurecht, wenn man gegen die Regeln verstößt! Ein anderes Ritual in fränkischen Bierkellern und bayerischen Biergärten ist es, daß man seine Brotzeit mitbringen darf, auch wenn es in vielen Bierkellern mittlerweile auch ein reichhaltiges Angebot an kalten und warmen Speisen gibt. Die Kenntnis solcher Regeln, die man z.B. "Preußen" gegenüber erläutern kann, macht den Einheimischen zum "Insider" und gibt ihm das Gefühl, heimisch zu sein.

Dienstag, August 20, 2002

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag hat eine Pressemitteilung herausgegeben, die deutsche Wirtschaft trage die Entscheidung des Bundeskabinetts, die Steuerreform, die zum 1. Januar 2003 hätte in Kraft treten sollen, zu verschieben. Ich empfinde es als Unverschämtheit, daß der DIHK, für den alle Unternehmen, also auch die kleinen und mittleren, zwangsweise Beiträge zahlen müssen, deren Interessen verrät, nur um eine politische Diskussion über höhere Steuern für Großunternehmen zu behindern.

"Öko-Bier ist wirklich rein" von Norbert Suchanek, in: "Der Spatz" vom 5. August 2002. Norbert Suchanek ist Fachjournalist für Umwelt- und Nord-Süd-Themen. "Der Spatz" ist eine unabhängige Anzeigen-Zeitung für Bayern und erscheint 5 mal im Jahr. Er ist kostenlos erhältlich in Naturkostläden, Reformhäusern, Naturbau- und Naturwarenläden, Naturheilpraxen, Therapie-Zentren Restaurants und Cafes, Buchläden.

Newsweek hat eine beeindruckende Diashow von Fotos der Flutkatastrophe online gestellt.

Das amerikanische Wochenmagazin Newsweek setzt voll auf Blogs. Für Steven Levy ("Living in the Blog-osphere", in: Newsweek vom 18. August 2002) ist Blogging auch ein soziales Phänomen. Die Blog-osphere organisiere sich selbst in Cluster gleicher Gesinnung. In vier kleinen Videosequenzen stellt er seine Lieblingsblogs vor, erklärt, warum Blogs so viele Leser anziehen, vergleicht Blogs mit traditionellen Medien und philosphiert über die Zukunft der Blogs.

Von Matthias Walter gibt es eine Sammlung von Bieretiketten aus Sachsen. Eine kleine Auswahl älterer Thüringer Bieretiketten stamm von Wolfgang Markert. Mehr über Bierwerbemittel aller Art.

Montag, August 19, 2002

Am 2. September erscheint die deutsche Übersetzung des Buches von Don und Petie Kladstrup: Wein und Krieg. Bordeaux, Champagner und die Schlacht um Frankreichs größten Reichtum. Eine Leseprobe von Perlentaucher.de, einem Online-Magazin für Kultur und Literatur, in dem auch beide Autoren vorgestellt werden. Mehr Informationen beim Klett-Cotta Verlag (via Karina Matejcek).

Lileksc.com bietet unter anderem Hunderte von alten Ansichtskarten amerikanischer Motels, Fotos von Restaurants der 50er und 60er Jahre und von Streichholzbriefchen auch von gastronomischen Unternehmen (via netbib).

Sonntag, August 18, 2002

"Hartz hat in jedem Punkt meine Unterstützung", hatte Gerhard Schröder im Duell mit Stoiber in der Bild am Sonntag vom 7. Juli 2002 behauptet. Laut einer Meldung der Berliner Zeitung ist jedoch im Beschlußentwurf für die SPD-Konferenz von Parteivorstand und Fraktion die von der Hartz-Kommision empfohlene Sozialversicherungspauschale von zehn Prozent bei den Minijobs bis 500 Euro nicht enthalten. Eine Abstimmung des "kleinen Parteitages" der SPD über den Beschlußentwurf fand laut einer Meldung von Onvista nicht statt. Der SPD-Führung hatte vermutlich Zweifel, ob alle zustimmen würden, denn die Vorschläge der Hartz-Kommission widersprechen in vielen Punkten dem Wahlprogramm der SPD wie auch der Politik der SPD-geführten Bundesregierung.

Für die vielen Anfragen, ob ich noch auf dem Trockenen sitze, möchte ich mich recht herzlich bedanken. Bamberg ist aber vom aktuellen Hochwasser nicht betroffen. Wir haben unseren Teil 1784 abgekriegt. Zur Zeit ist so trocken, daß wir in unserem Biergarten jeden Abend gießen müssen. Zu einem Bericht über historische Hochwasserkatastrophen, u.a. das Jahrtausendhochwasser vom 21. Juli 1342.

Neu erschienen ist das Buch "We Blog: Publishing Online with Weblogs" von Paul Bausch, Matthew Haughey und Meg Hourihan. Das achte Kapitel dieses Buches zum Thema "Using Blogs in Business" kann man sich schon mal kostenlos herunterladen. Die Website zum Buch.

Die Kampagne für gutes Bier berichtet in ihrem neuesten Newsletter von Brauereien, die vom Hochwasser besonders betroffen sind, so die Schwerter Brauerei in Meißen und die Zwettler Brauerei im Waldviertel. Im Newsletter heißt es weiter: "Aber: Was können wir Biertrinker überhaupt tun angesichts des Hochwassers? Vor allem: Den Gastronomen und den Marken treu bleiben, die es jetzt besonders schwer haben. Schauen, dass diese Marken nicht wegen kurzfristiger Lieferschwierigkeiten langfristig aus den Regalen und von den Zapfhähnen verschwinden. Kurz: Trinken wir jetzt bevorzugt Bier aus den Brauereien, die vom Hochwasser betroffen sind!"

Die Meißener Schwerter-Brauerei hat nicht nur Mitleid verdient sondern auch unsere Hochachtung: Zum einen wegen eines vorzüglichen "Schwerter Porter" (eines der wenigen Porter-Biere aus deutschen Landen); zum anderen wegen einer etwas andere Brauerei-Website Beer and Fun, die voll auf die Bedürfnisse englischsprachigen User eingestellt. Endlich einmal etwas anderes als all die ins Internet gestellten Unternehmensprospekte.

Samstag, August 17, 2002

"Medien können durch ihre dauernde Präsenz helfen, die endlose Last der Arbeitslosigkeit, wie sie in der Gesellschaft derzeit wahrgenommen wird, zu einer Endlichkeit zu bringen. Durch gezielte Aktionen und Programme wie „Gemeinsam packen wir es an und schaffen das Problem in 3 Jahren!“ kann eine Aufbruchstimmung erzeugt werden." Dieses Zitat aus dem Bericht der Hartz-Kommission (S. 327) erinnert mich irgendwie an die Aufgaben der Journalisten in der DDR (mal abgesehen davon, daß man dort in Fünf-Jahres-Plänen dachte). So definiert das "Wörterbuch der sozialistischen Journalistik", das 1981 von der Sektion Journalistik an der Karl-Marx-Universität Leipzig herausgegeben wurde, "Information" schlechthin als "von Klasseninteressen bestimmte Übermittlung von Erkenntnissen an Menschen und Menschengruppen mit dem Ziel, auf ihr Denken, Fühlen und Handeln einzuwirken" (Quelle: Udo Leuschner: In die eigene Tasche gelogen - zur Rolle der aktuellen Medien in der DDR). Trotzdem werden wir mit Verlaub die Vorschläge der Hartz-Kommission kritisch kommentieren. Eine erste Durchsicht der mehr als 300 Seiten ergab weitere Details, die Arbeitgeberbelange berühren:
  • Arbeitgeber müssen Arbeitsbescheinigungen zeitnah an eine zentrale Prüfstelle senden. Bislang konnten sie die Arbeitsbescheinigungen einfach dem zu entlassenden Arbeitnehmer in die Hand drücken. Die Verwaltungskosten der BA werden möglicherweise gesenkt; dafür muß aber eine neue zentrale Prüfstelle aufgebaut werden.
  • Die saudummen Sozialversicherungsausweise sollen endlich abgeschafft werden, die von Arbeitnehmern während der Arbeit mitzuführen sind .
  • Vorteilhaft für Arbeitgeber ist die geplante Neuregelung, daß die Bundesanstalt für Arbeit über den Versichertenstatus sofort entscheiden muß. Bislang wird über den Status erst bei einer Inanspruchnahme von Leistungen entschieden. Unter Umständen haben dann mithelfende Familienangehörige oder Geschäftsführer-Gesellschafter jahrelang Beiträge eingezahlt und werden trotzdem um ihren Leistungsanspruch betrogen.
  • Unternehmen müssen, um verminderte Beiträge zur Arbeitslosenversicherung beanspruchen zu können, sog. "Beschäftigungsbilanzen" erstellen. Dazu müssen die Unternehmen Formulare ausfüllen (was sonst) auf Papier oder online. Der Bonus (als Prozentsatz der Beitragssumme) bemißt sich nach der Höhe der Steigerung der um Lohnsteigerungen bereinigte Beitragssumme zur Arbeitslosenversicherung. Einen geringeren Bonus gibt es für Unternehmen, deren um Lohnsteigerungen bereinigte Beitragssumem gleich bleibt. Unternehmen müssen ihren Bonusanspruch eigenständig ermitteln und bei der Abführung der Sozialversicherungsbeiträge entsprechend berücksichtigen. Hartz behauptet, dadurch entstünden der Arbeitsverwaltung kein zusätzlicher administrativer Aufwand. Diese Behauptung ist falsch, denn, wenn die Berechnungen der Arbeitgeber nicht kontrolliert werden, werden Unternehmen Boni in Abzug bringen, die ihnen gar nicht zustehen. Der zusätzliche Kontrollaufwand ist jedoch immens, da in vielen Fällen ein einfacher Vergleich der gezahlten Beiträge nicht ausreicht. Vielmehr müssen diese Beiträge um Lohnsteigerungen bereinigt und Zusammenschlüsse von Unternehmen und Ausgründungen berücksichtigt werden. Zudem werden ausgerechnet Unternehmen, denen es wirtschaftlich schlechter geht und die deshalb das beitragspflichtige Entgelt verringern müssen, mit höheren Beiträgen belastet, da der allgemeine Beitrag erhöht werden muß, um die gewährten Boni auszugleichen.

In Zeiten, in denen Hamburger als Kernsortiment großer Fast-Food-Ketten in den USA stagnieren, macht eine kleine Hamburger-Kette in Kalifornien, Arizona und Nevada mit frischen Burgern Furore: In-N-Out-Burger. Die New York Times berichtet über "The Secret Behind a Burger Cult". Daß Insider Produkte, die gar nicht auf der Karte stehen, ordern können, mag zum Kultstatus beitragen. Dies ist auch ein schönes Beispiel für Virales Marketing. So ist es kein Wunder, daß die Gästekritiken auf epinions.com geradezu überschwenglich sind, trotz (oder vielleicht auch gerade wegen) der für Fast-Food-gewöhnte Amerikaner ungewöhnlich langen Wartezeiten. Wenn man 40 Minuten oder gar 4 Stunden (im Falle einer neu eröffneten Filiale) für einen Burger anstehen muß, scheint dies die positive (!) Mundpropaganda zu beflügeln.

In Österreich scheint es nicht nur Liebhaber von Kürbis- und Kernölgerichten zu geben, sondern auch Fans von Döner Kebab. Der Kebab-Führer Kebab.at ist ihnen gewidmet.

Laut einer Meldung der Welt hat der sozialdemokratische Chef der Nürnberger Bundesanstalt für Arbeit, Florian Gerster, den Vorschlag der Hartz-Kommission, die Bezugsdauer von Arbeitslosengeld bei bis zu 32 Monaten zu belassen, als "Griff in die Sozialkasse" kritisiert. Eine Bezugsdauer von 12 Monaten sei ausreichend. In einem Interview der Welt wird Florian Gerster so deutlich, daß es Gerhard Schröder gewaltig in den Ohren klingen wird: "Das muss alles erst in Gesetze gegossen werden. Und das wird nicht so einfach sein." Ob er schon mal für die Zeit vorbaut, in der er auf das Wohlwollen eines Wirtschafts- und Arbeitsministers Lothar Späth angewiesen ist?

Laut einer Meldung der Rheinpfalz vom 16. August haben nach Meinung der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten Rheinland-Pfalz/Saar die Gastwirte im Land sich wegen hoher Euro-Preise im Land die Hauptschuld an den hohen Umsatzeinbußen von nominal minus 2,5 % in den ersten sechs Monaten seit Anfang des Jahres selbst zuzuschreiben.

Freitag, August 16, 2002

"Ölspurwirte" nennen sich die mittlerweile 23 steirischen Wirte, die vor drei Jahren begannen, ihre Gäste während "Kürbinarischer Wochen" mit einer unglaublichen Vielzahl an Kürbis- und Kernölgerichten zu verwöhnen. Auch außerhalb der Kürbis-Saison bieten sie eine zwar kleinere, aber stets delikate Auswahl an Spezialitäten rund um den Kürbis und das Kürbiskernöl an. Zusammen mit anderen Dienstleistern wie Moorbädern, Mühlen und Beherbergungsbetrieben präsentieren sie ihre Angebote auf der Website Steirische Ölspur. Rezepte mit Kürbiskernöl und Informationen über dieses Produkt bieten die Website "Steirisches Kürbiskernöl" der Erzeugergemeinschaft Steirisches Gemüse GmbH und die Region Südweststeiermark.

Regionaltypischer Wein ist der "Schilcher", der rund um die Schilcherweinstraße angebaut wird. Markenzeichen dieses rosé schillernden Weines ist ein weißes Pferd, der berühmte Lipizzaner, bekannt aus der Spanischen Hofreitschule in Wien. Lipizzaner-Pferde kamen 1918, nach dem Verlust Lipizzas, in das ehemalige Armee-Gestüt Piber in der Steiermark. In Württemberg wird ein namensähnlicher Wein, der "Schillerwein", angebaut. (Via Karina Matejcek).

Mark Bernstein gibt "10 Tips on writing the living web", also was man beachten sollte, wenn man Webseiten schreibt, die häufig aktualisiert werden wie etwa dieses Weblog, das Sie gerade lesen.

Die Vorschläge der Hartz-Kommission belasten Arbeitgeber mit neuen Kosten und Aufgaben:
  • Mitarbeiter, deren Beschäftigungsverhältnis gekündigt ist, sollen auf Kosten des Arbeitgebers für Vorstellungsgespräche aber auch für eine Meldung als Arbeitssuchende beim Arbeitsamt freigestellt werden. Angesichts der langen gesetzlichen Kündigungsfristen ergeben sich daraus Mehrkosten bis zu den Personalkosten von mehreren Monaten, wenn Mitarbeiter extensiv Vorstellungsgespräche wahrnehmen oder auf Arbeitsämtern rumhängen.
  • Arbeitgeber sollen verpflichtet werden, an einer "Profilerstellung" mitzuwirken. In der Praxis bedeutet dies das Ausfüllen umfangreicher Formulare, in denen personenbezogene Daten des Arbeitnehmers eingetragen werden sollen. Wer die Praxis kennt, in der Arbeitgeber verpflichtet sind, wohlwollende und damit oft wahrheitswidrige Arbeitszeugnisse auszustellen und jedes Detail eines Zeugnisses einer arbeitsgerichtlichen Prüfung standhalten muß, kann sich vorstellen, daß diese "Profile" unwahr und damit untauglich sein werden. Sie erfordern zudem einen gewaltigen Abstimmungsbedarf zwischen Arbeitgeber und scheidendem Arbeitnehmer, um eine Klage des Arbeitnehmers gegen eine ungünstige Beurteilung bzw. ein unerwünschtes "Profil" zu vermeiden.
Der Bericht der Hartz-Kommission kann in einer Kurzfassung, einer Langfassung und aufgeteilt in Abschnitten ab heute heruntergeladen werden. Eine kritische Bewertung der ursprünglichen Vorschläge der Hartz-Kommission.

75 Jahre nach seiner Gründung produziert Kullmann, der älteste Hersteller von Diners, immer noch Nachbauten seiner klassischen Modelle. Susan Hansen: Main Street: Fine Dinering, in: Inc.com Inc. vom 1. Juli 2002.

Der "Pullman car diner", vollständige Mahlzeiten für Eisenbahn-Fernreisende und zu Gourmetrestaurants ausgebaute dampfbetriebene Flußschiffe sind amerikanische Konzeptionen. Sie entstammen einer vergangenen Zeit, in der man sich durch Essengehen sozial abgrenzen konnte und Restaurants dazu tendierten, sich durch die Speisenzubereitung, das Dekor und einen pefekten Service zu profilieren. Die ersten Speisewagen tauchten in der Mitte des 19. Jahrhunderts auf. George M. Pullman, der 1858 begonnen hatte, Schlafwagen zu bauen, entwickelte 1868 auch seinen luxuriösen Speisewagen. Nach 1900 wurden diese Wagen verkauft und als stationäre Restaurants umgenutzt. In den 20er und 30er Jahren wurden sie, teilweise im Art Deco-Stil, platziert am Straßenrand, als "Diner" zu Symbolen der Motorisierung der amerikanischen Gesellschaft. Fotos von Bob's Yankee Diner in Charlton, Worcester County, Massachusetts. Mehr über einen Diner im Einsatz bei der Eisenbahngesellschaft Union Pacific.

Kaufhäuser wie Selfridges und Harrods in London oder Galeries Lafayette in Paris wetteifern mit eigenen Spitzenrestaurants um Käufer: Food Fight von Jennifer Conlin, in: Time Europe vom 19. August 2002.

Der Berliner Kurier stellt in einer Serie Berliner Biergärten vor. Weitere Biergarten-Zusammenstellungen:Wissenswertes rund um den Biergarten: Geschichte, typischer Brotzeit-Korb, Radischneide-Anleitung, Wörterbuch für Preussen.

Das Kempinski Hotel Bristol feiert am kommenden Montag seinen 50. Geburtstag. Ein Artikel "Volksküche für die bessere Welt" im Berliner Kurier führt zurück zu den Ursprüngen des Hotelunternehmens Kempinski im Jahre 1872.

Insa Gall berichtet in der Welt über die aktuelle Krise der Hotellerie in Hamburg: "Der Kampf um Hotelgäste wird immer härter".

Dem Genossen Wolfgang Thierse gehen die für die SPD katastrophalen Umfrageergebnisse - zuletzt laut Allensbach vom 14. August mit nur noch 33% für die SPD - so auf den Wecker, daß er laut einer Meldung der Welt gefordert hat, sie dürften vor der Wahl nicht mehr veröffentlicht werden. Etwas mehr parteipolitische Zurückhaltung dürfte man von einem Bundestagspräsidenten wohl erwarten, wenigstens in den letzten Wochen seiner Amtszeit. Eine Zusammenstellung aller Umfrage-Ergebnisse.

Donnerstag, August 15, 2002

Die Anthropologische Abteilung der Kalifornischen Akademie der Wissenschaften beherbergt die Rietz-Sammlung der Lebensmitteltechnologie. Sie umfaßt ungefähr 1.700 Stück und wurde von Carl Austin Rietz, einem Erfinder und Geschäftsmann, gesammelt. Er sammelte auf seinen Reisen rund um die Welt Gegenstände, die in der Herstellung, Lagerung, Präsentation, Zubereitung und der Darreichung von Lebensmitteln eingesetzt werden. Ein großer Teil dieser Sammlung besteht aus Untensilien rund um den gedeckten Tisch. Die vielfältigen Formen, die in der Rietz-Sammlung gezeigt werden, dokumentieren die Geschichte und die Entwicklung solcher Utensilien wie Messer, Gabel, Löffen und Stäbchen. Die Ausstellung The History of Eating Utensils ist bis Ende 2003 in der California Academy of Sciences zu sehen. Ein paar Linkempfehlungen zu diesem Thema:

Chef Shots, eine Website des Fotografen Eric Futran, bietet zur Zeit unter anderem Fotos von einem Besuch des Culinary Institute for Amerika. Eric Futran ist auf kulinarische Fotographie spezialisiert. Seit 15 Jahren schießt er Fotos in Drei-Sterne-Restaurants, z.B. von Paul Bocuse in Lyon, aber er findet Motive auch in der Fast-Food-Restaurants und Landgaststätten. Er durchquerte das Land für eine Serie über große Küchenchefs des Fernsehkanals Discovery. Sein Motto ist "From French Fryers to French Chefs". Seine Auftraggeber sind Lebensmittelhersteller und -händler, Gerätehersteller, Fast-Food- und Restaurant-Ketten und eine Vielzahl von Fachzeitschriften und Magazine.

Mittwoch, August 14, 2002

Der Spiegel geht der Frage nach, ob bei Hochwasser Stornierungen möglich sind.

Dienstag, August 13, 2002

Mögliche Anwendungen von Blogs in oder als Websites kleiner Unternehmen beschreibt Dan Bricklin in seinem Beitrag "Small Business Blogging": Berater können ihre Expertise zeigen und sich selbst als vertrauenswürdige Autorität etablieren. Anbieter touristischer Dienstleistungen wie Restaurants, Bootsverleiher, Ferienhausvermieter usw. können die Beziehung ihrer Kunden zur Urlaubsregion pflegen. Spezialisierte Händler können über Neuigkeiten aus der Welt ihrer Produkte informieren. Support-Anbieter können Tipps geben und häufig gestellte Fragen beantworten. Nicht zuletzt eignen sich Blogs zur Darstellung von Projekten und Ereignissen, um die interne Kommunikation zwischen den Beteligten sicherzustellen oder um in Krisen die Öffentlichkeit schnell zu informieren.

"Hartz hat in jedem Punkt meine Unterstützung" sagte Gerhard Schröder im Duell mit Stoiber in der Bild am Sonntag vom 7. Juli 2002 wortwörtlich. Heute meldet Onvista, daß der Vorschlag der Hartz-Kommission für eine Steueramnestie, wie er am letzten Freitag einstimmig von der Kommission beschlossen worden ist, im Abschlußbericht nicht mehr enthalten sei. Damit hat sich der Finanzminister Hans Eichel durchgesetzt, der eine Steueramnestie vehement ablehnt. Zuvor hatte bereits SPD-Generalsekretär mit den Worten "Wir werden das, was die Kommission vorschlägt, nicht Eins zu Eins übernehmen" Gerhard Schröder offen widersprochen (Quelle: Onvista vom 22. Juli 2002). Gerhard Schröder steht nunmehr da wie ein begossener Pudel. Aber er hätte wissen müssen, daß es riskant ist, der Hartz-Kommission einen Blankoscheck auszustellen, und ohne Kenntnis dessen, was dabei herauskommt, zu versprechen, alles Punkt für Punkt umzusetzen. Da weder Eichel noch Müntefering davon ausgehen können, daß der nächste Bundeskanzler Gerhard Schröder heißt, beginnt man, den schwächelnden Leitwolf totzubeißen.

Karin Hoyler und Markus Kegele, beide in der Hotellerie tätig, schildern in ihrem Buch "Gastro Energy - Die Hotel- und Gastromacher, Marketing aus der Praxis" anhand von zahlreichen Beispielen und Ideen, wie Marketing in der täglichen Praxis im Dienstleistungsmanagement eingesetzt werden sollte. Es handelt sich um ein sehr anwenderfreundliches, unkompliziert geschriebenes Marketinghandbuch für Profis und solche die es noch werden möchten. Bereichert mit unzähligen Beispielen und Checklisten, die alle wieder auf der beigefügten CD wieder zu finden sind, ist ein schnelles Verstehen und Umsetzen in die Praxis gewährleistet. Gleichzeitig zur Erscheinung des Buches entstand die Homepage: www.gastroenergy.com. Die Kernthemen des Fachbuches reichen von der Vision, den Trends der Zukunft, den Zielen, der richtigen Strategie über Kommunikation und Werbung sowie dem virtuellen Marktplatz bis hin zur Erstellung eines Marketingplans und dem Lexikon für Marketing und Internet. Mit logischer Struktur und thematisch klarer Gliederung ist es Ziel des Buches, Marketing nachvollziehbarer und in die Praxis umsetzbar darzu-stellen. Grundsätzliche Themen wie die persönliche Vision, Unternehmenszielsetzungen, Wettbewerbsvorteile des Unternehmens oder aber die Kommunikation mit den Medien werden mit kreativen Lösungen verdeutlicht und helfen dem Leser, eigene Ideen nach bestimmten Kriterien zu durchdenken. Die beiden Autoren, selbst langjährige Hotelprofis ( Karin Hoyler leitet das Mövenpick Hotel Frankfurt / Oberursel, Markus Kegele ist GM im Hotel Ski- & Tennis Sporting Club Lagant im österreichischen Brand), beleuchten zudem die Rolle der Mitarbeitermotivation, Marketinginstrumente wie Veranstaltungen und Sponsoring oder auch die Erfolgskontrolle in dem Maße, dass der Leser dieses Werk aktiv im beruflichen Alltag anwenden kann. Um ein schnelles Anwenden zu garantieren, verfügt das Buch über zahlreiche Checklisten und praktische Anleitungen, ein Lexikon der Fachbegriffe, einen breiten Seitenrand für Notizen sowie eine beigelegte CD-Rom. Alles im allem: Ein anwenderfreundliches und inspirierendes Fachbuch für erfolgreiche zielstrebige "Macher" in der Hotellerie und Gastronomie.

Ephemeranow.com ist eine Website über graphisch besonders gelungne Anzeigen und Illustrationen aus der Mitte des letzten Jahrhunderts in den USA, z.B. von Coca Cola. Interessante, kostenpflichtige Ressourcen etwa für amerikanische Gastro-Konzepte (via netbib)

Bruce Cole's Weblog Sauté Wednesday enthält Beiträge und Links zu Restaurantkritiken, Besprechungen von Kochbüchern, Programmhinweise auf Kochsendungen und Restauranteröffnungen. Mehr Weblogs mit gastronomischen Inhalten.

Meg Hourihan: "Blogging for Dollars: Giving Rise to the Professional Blogger", in: O'Reilly Net vom 12. August 2002, diskutiert Möglichkeiten für den kommerziellen Einsatz von Weblogs.

Laut einer Meldung des Tagesspiegels haben die Drogenbeauftragten der Bundesregierung Marion Caspers-Merk und des Landes Berlin Elfriede Koller in 221 Berliner Gaststätten untersuchen lassen, ob hochgerechnet auf den Liter das billigste Getränk auf der Karte alkoholhaltig oder alkoholfrei sei. 60% der Gaststätten verstießen gegen das Gaststättengesetz, das vorschreibt, als günstigstes Getränk etwas Nichtalkoholisches anzubieten. Die beiden kündigten an, die Einhaltung der Gesetze künftig schärfer zu kontrollieren. Die Kontrolle der Einhaltung des Gaststättengesetzes gehört nicht zu den Aufgaben der Drogenbeauftragten. Es geht Marion Caspers-Merk wohl auch eher darum, mal wieder bundesweit Schlagzeilen zu machen. Ihr Direktmandat im Wahlkreis 186 Lörrach - Müllheim hat sie 1998 mit 45 Prozent nur knapp vor der Direktkandidatin der CDU, die 39,3 Prozent erhielt, gewonnen und es dürfte angesichts der katastrophalen Prognose für die SPD gefährdet sein. Das vermeintliche Engagement gegen den Alkoholkonsum der Jugendlichen ist unglaubwürdig, solange Marion Caspers-Merk sich z.B. in der Stuttgarter Zeitung vom 2. April 2001 rühmt: "Wir haben bereits den Besitz und den Konsum geringer Mengen von Haschisch faktisch straffrei gestellt." Elfriede Koller fällt mit ihrer Initiative gegen die vermeintliche Alkoholgefährdung von Jugendlichen durch gastronomische Angebote hinter ihren Erkenntnisstand zurück. In einem Bericht der Deutschen Hauptstelle gegen die Suchtgefahren aus dem Jahre 1997 wird dargestellt, daß Jugendliche bereits unterhalb der Altersgrenze Alkohol konsumieren, in der sie ihn in Gaststätten erhalten dürfen: "Alkoholisches ist überall zu haben: Läden mißachten mitunter die gesetzlichen Verkaufsbeschränkungen. Zudem schenken Jugendfreizeitheime in zwei Dritteln aller Bezirke bei Veranstaltungen Wein, Bier und Sekt aus." Angesprochen auf Forderungen den Alkoholkonsum in öffentlichen Jugendclubs zu unterbinden, weigerte sich Elfriede Koller Weisungen zu erteilen. Dies sei Sache der Bezirke. (Quelle: "Schnaps auf dem Spielplatz: Kinder greifen zur Flasche", in: Tagesspiegel vom 16. Dezember 1997). Mehr zum Thema Preisauszeichnung in der Gastronomie: Zur Reform des Gaststättengesetzes § 6".

Montag, August 12, 2002

Das Handelsblatt hat gestern abend gemeldet, der Schätzerkreis der Rentenversicherung habe festgestellt, daß es statt der von der Bundesregierung in die Haushaltsplanung eingestellten Erhöhung auf 19,3% eine Anhebung des Rentenversicherungsbeitrags auf 19,5% geben müsse. Der CDU-Sozialexperte Peter Rauen erwarte sogar eine Anhebung auf bis zu 20 %.

Sonntag, August 11, 2002

Am Freitag abend hatte ich das Vergnügen eines Gespräches mit John Conen. Er ist Autor des Buches "Good Beer in Bamberg and Franconia" und besucht Bamberg, um es zu aktualisieren. Auszüge davon finden sich auf der Website Beerguide.de. John ist auch Sprecher des gerade zu Ende gegangenen London Drinker Beer & Cider Festivals. Beim nächsten Festival sollen auch einige der Bamberger und fränkischen Biere, die John in diesen Tagen verkosten wird, präsentiert werden. Dieses Festival ist eine Aktivität im Rahmen der "Campaign for Real Ale", einer unabhängigen, ehrenamtlichen Konsumentenvereinigung, die sich u.a. für eine höhere Wertschätzung traditioneller Biere und Apfelweine (Cider) als Teil nationalen Erbes und nationaler Kultur einsetzt. Nach dem Vorbild dieser Kampagne wurde im Mai 2002 auch in Österreich eine "Kampagne für gutes Bier" unter anderen von Conrad Seidl ins Leben gerufen.

Touristische Produkte und Dienstleistungen haben in den USA mehr als die Hälfte aller Online-Konsum-Ausgaben auf sich ziehen können. In der Woche, die am 21. Juli 2002 geendet habe, hätten amerikanische Konsumenten online für 701 Millionen US-Dollar für "online travel sales" und 688 Milliionen Dollar für "all non travel sales" ausgegeben. Online-Händler sollten zur Kenntnis nehmen, daß die meisten Internetnutzer das Internet eher als Recherche-Tool nutzen als einen Ort, um Produkte und Dienstleistungen einzukaufen. Bei Produkten und Dienstleistungen, die man offline sofort konsumieren oder mitnehmen könnte, möchten die meisten Käufer eine sofortige Befriedigung des Konsumwunsches. Dies träfe touristische Produkte und Dienstleistungen weniger, da man bei diesen auch offline nur ein Stück Papier in die Hand bekäme, das zu einem späteren Konsum berechtigt. (Quelle: Charlie Taylor: Net shopping doesn't sell, in: NUA Internet Surveys Weekly Newsletter vom 6. August 2002). Siehe dazu auch einen früheren Beitrag von Abseits.de: Haben reine Online-Shops im Wettbewerb mit Mehr-Kanal-Vertriebssystemen überhaupt eine Chance?

Laut einer Meldung des Spiegels sagte der Pressesprecher der Dehoga Marc Schnerr, "die deutschen Gastwirte könnten es sich angesichts ohnehin gestiegener Preise gar nicht leisten, Steuererhöhungen voll auf den Kunden abzuwälzen. Eher würden sie auf einen Teil ihrer Gewinne verzichten". Ob solche Aussagen geeignet sind, Pläne abzuwehren, die Biersteuer zu erhöhen und eine Weinsteuer einzuführen? Da äußert sich Erich Dederichs vom Deutschen Brauer-Bund in einem Interview des Manager-Magazins geschickter.

Samstag, August 10, 2002

Von der gegen die Pressefreiheit gerichteteten Kampagne von SPD-Generalsekretär Franz Müntefering und SPD-Bundestagsfraktionsvorsitzendem Ludwig Stiegler (vgl. einen Beitrag von uns vom 7. August) beginnen sich einige der Regierung nahe stehenden Politiker laut einer Meldung der Welt von heute abzusetzen. SPD-Parteivorstandsmitglied Hermann Scheer habe seiner Hoffnung Ausdruck gegeben, daß Franz Müntefering vielleicht doch noch einen Weg finde, den Unmut über den vermeintlichen Bruch des Datenschutzes anders zu artikulieren. Die grüne Bundestagsabgeordnete Irmingard Schewe-Gerigk halte die Anzeige Münteferings gegen die Bild-Zeitung für überzogen und der grüne Bundestagsabgeordnet Winfried Nachtweih habe das Vorgehen Münteferings "unverhältnismäßig" genannt. Wahrlich muß man schon ziemlich bescheuert sein, sich ausgerechnet in der heißen Wahlkampfphase mit der überwältigenden Mehrheit der Journalisten anzulegen.

Die Mindener Melitta Unternehmensgruppe feiert in diesem Jahr den 65. Geburtstag der Filtertüte. Aber Melitta macht viel mehr als nur Filtertüten. Stefan Backe stellt das Unternehmen im Mindener Tagblatt vor: "Da kommt der Kaffee garantiert in die Tüte".

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Die Schweizer Website winti-guide.ch hat ein Interview mit Willem A. Hosang veröffentlicht. Der 51järige Niederländer steht seit 1994 an der Spitze von Heineken Switzerland. Am 1. September tritt er als Konzernchef zurück und tritt unter anderem in den Aufsichtsrat der Brau Holding International (BHI) und der Kulmbacher Brauerei AG ein, an denen Heineken, Europas größter Bierkonzern, direkt bzw. indirekt beteiligt ist. Unter anderem spricht er sich gegen Bierlieferungsverträge aus. Da bin ich aber mal gespannt, ob er sich damit bei den Kulmbachern durchsetzen kann.

Marc Beise empfiehlt der Gastronomie in seinem Kommentar "Jetzt zahlt der Wirt" in der Süddeutschen Zeitung von heute: "Die Preise runter und den Service hoch: So kann man den Kunden gewinnen, der mit wachsendem Selbstbewusstsein auf dem Weg ist, wirklich König zu werden." Siehe zum selben Thema auch einen Beitrag "Euro-Umstellung: Gastronomie sorgt für negative Schlagzeilen" der Gastronauten Jürgen Friedmann und Jörg van Alen vom Jahresanfang.

Geringfügige Beschäftigungsverhältnisse sollen laut dem Vorschlag der Hartz-Kommission (siehe "Hartz: Einstimmiges Votum der Kommission" in der Welt von heute) nur für haushaltsnahe Dienstleistungen auf 500 Euro ausgeweitet werden. Darunter sind Dienstleistungen für private Haushalte, etwa Reinigungsdienste, Babysitting, Krankenpflege zu verstehen. Wir hatten uns nach einer Analyse der ursprünglichen Vorschläge der Hartz-Kommission wenig für das Gastgewerbe versprochen. Nachträglich ist dann auf Druck ähnlicher Vorschläge von FDP und CDU/CSU eine nicht auf Branchen beschränkte Ausweitung der geringfügigen Beschäftigungsverhältnisse in der Hartz-Kommission überlegt worden. Auf Druck der Gewerkschaften und der SPD wurde abschließend eine Einschränkung auf haushaltsnahe Dienstleistungen beschlossen. Bei haushaltsnahen Dienstleistungen wird die vorgeschlagene Regelung jedoch kaum zu neuen offiziellen Beschäftigungsverhältnissen führen. Selbst wenn man sich dazu durchringen könnte, die Arbeitgeberpauschale von 22 auf 10 Prozent abzusenken, bleibt Schwarzarbeit attraktiver.

Freitag, August 09, 2002

Die "Welt" meldet, daß Donatos Pizza, eine McDonald's-Tochter, im Oktober eine erste deutsche Filiale in München eröffne.

Lust & Leben ist ein neues Magazin der landesweit tätigen Vereinigung Beste Österreichische Gastlichkeit mit rund 360 Mitgliedern aus der österreichischen Qualitätsgastronomie.

Schon im März geisterte eine Meldung durch die Presse (z.B. in der Focus vom 21.2.02), die EU-Kommission verlange, daß Deutschland ab dem kommenden Jahr seine Biersteuer um 25 Prozent erhöhen und eine Weinsteuer einführen soll (Lebensmittel-Zeitung am 22.02.02). Der Deutsche Brauer-Bund konkretisierte damals, es sei von 2003 an eine Erhöhung um 24,3 Prozent geplant. Dies entspricht zwei Euro pro Hektoliter, um die sich dann das Bier im Einkauf der Gastronomie verteuern würde, wenn es der Brauwirtschaft gelingt, diese Steuererhoehung weiterzugeben. In deutschen Gaststätten würde sich, haben wir damals gefolgert, der Preis für den halben Liter im Einkauf um 1 Cent und folglich im Verkauf um ca. 5 Cent erhöhen, wenn man die gängigen Aufschlagssaetze unterstellt. Die erwogene Weinsteuer in Höhe von mindestens 13,92 Euro und maximal 120 Euro je Hektoliter, bedeutet für Deutschland, wo zur Zeit noch keine Steuer auf Wein erhoben wird, eine Verteuerung um mindestens 10 Cent bzw. maximal 90 Cent je 0,75 Literflasche. Die Abgabepreise incl. Mehrwertsteuer würden sich beim üblichen Aufschlagssatz von 400% je 0,2 l-Glas um 16 Cent (Mindeststeuersatz) bzw. um 1,40 Euro (maximaler Steuersatz) erhöhen. Damals haben wir behauptet: "Von der jetzigen wie auch der zukünftigen Bundesregierung ist kein Widerstand gegen diese Preiserhöhung zu erwarten. Schröder bevorzugt teure Rotweine und Stoiber Salbeitee. Und klamm sind beide." Heute nun meldet Onvista, Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) habe Pläne der Europäischen Union (EU) zur Erhöhung der Biersteuer und zur Einführung einer Weinsteuer in Deutschland scharf zurückgewiesen. Sollten demnächst Wahlen anstehen?

Wir haben die grandiose Website von T.G.I.Friday's schon einmal gelobt. Relauncht wurde das Feature "Mixology", eine Rezeptsammlung in sehr ansprechender Präsentation. Siehe dazu auch ein Interview in der Nation's Restaurant Review aus dem letzten Jahr mit Stacy Baw, dem für die Internetpräsenz von T.G.I. Friday Verantwortlichen, über seine Erfahrungen mit dieser ausgeprägt interaktiven und sehr erfolgreichen Website.

Zugegeben, als über Pläne der Hartz-Kommission zur Erhöhung der Staatsverschuldung um 150 Milliarden Euro in den nächsten drei Jahren berichtet worden ist, die schlecht getarnt in einen Schattenhaushalt (Kreditanstalt für Wiederaufbau) eingestellt werden sollen, habe ich gedacht, jetzt sind die völlig durchgeknallt. Viele Experten haben sich wohl das selbe gedacht, es aber öffentlich etwas wohlwollender formuliert und die Vorschläge sachlich aber bestimmt in der Luft zerrissen. Heute nun meldet der Spiegel, die Hartz-Kommission beabsichtige die Einführung einer 100-Euro-Pflichtabgabe für alle Haushalte, was meinen Eindruck, die Hartz-Kommission sei meschugge, bestätigt. Von der Verfassungswidrigkeit dieses Vorschlags (siehe etwa Rudolf Wendt: "Familienbesteuerung und Grundgesetz") einmal abgesehen, sei nur an den Aufstand erinnert, den Margarete Thatcher 1988 mit ihrer Forderung nach Einführung einer "poll tax" ausgelöst hat (3,5 Millionen Strafbefehle gegen Bürger, die Widerstand geleistet haben; Straßenkämpfe in West End; Rücktritt von Thatcher). Gerhard Schröder hat versprochen, alle Vorschläge der Hartz-Kommission vorbehaltlos umzusetzen: "Hartz hat in jedem Punkt meine Unterstützung." Gerhard Schröder im Duell mit Stoiber in der Bild am Sonntag vom 7. Juli 2002. Ich wünsche ihm viel Spaß dabei. Vielleicht sollte er mal seinen Finanzminster fragen. Hans Eichel hat in einer Rede "Steuervereinfachung - eine Fata Morgana ?" auf dem Symposium der Deutschen Steuer-Gewerkschaft "Lage Steuerverwaltung im Spannungsfeld zwischen Aufgabenmehrung und Personalabbau" am 20. März 2002 in Berlin gesagt:
    "Der politische Preis für ein derart radikal einfaches Konzept ist hoch. Das musste schon die britische Premierministerin Margret Thatcher kurz nach Einführung einer sogenannten Kopfsteuer nach dem eben vorgestellten Prinzip erkennen. Sie war dem gewaltigen politischen Druck, der gegen diese Art der Besteuerung aufgebaut wurde - trotz des nur begrenzten Anwendungsbereichs - nicht gewachsen. Die Steuer wurde zu Recht kurzfristig wieder zurückgenommen. Der politische Schaden war gewaltig, denn bei der Konzeption der Belastung war ein sehr wichtiger Aspekt einfach ignoriert worden: Die soziale Gerechtigkeit. Denn es ist nicht akzeptabel, dass die Leistungsfähigkeit keine Rolle bei der Besteuerung spielt."

Heise online berichtet in einem Artikel "Internet-Café oder Spielhalle: Der nächste Level" darüber, daß in Berlin mehrere Internet-Cafés per Schließungsanordnung der zuständigen Aufsichtsbehörde geschlossen werden mußten, weil die nach Meinung der Behörden notwendige Genehmigung als "Spielhalle" fehlte. Die Behörden stehen auf dem Standpunkt, Internet-Cafés, in dem über ein lokales Netzwerk Spiele stattfinden, bedürften einer Spielhallengenehmigung.

Donnerstag, August 08, 2002

Seitenmacher.gastro ist ein Internet-Redaktionssystem eines österreichischen Anbieters, das speziell für die Bedürfnisse der Gastronomie maßgeschneidert wurde. Es enthält alles, was ein sinnvoller und anregender Internetauftritt benötigt:
  • Speisekarte (auch als tägliches e-mail für „Stammgäste“),
  • Gästebuch,
  • eine Bildergalerie, die als kleiner "Rundgang" durch Restaurant, Küche und auch Weinkeller fungiert,
  • Anfahrtsskizzen und
  • last not least die Online-Tischreservierung.
Alles wird "schlüsselfertig" in Modulen geliefert. Der Gastronom kann seine Seiten selbständig aktualisieren. Die einmaligen Anschaffungskosten (= Konzept für den Internetauftritt, individuelles Graphik-Design, Produktion der Seite und Redaktionssystem „derSeitenmacher.gastro“ ) betragen 1990 Euro, die monatlichen Wartungskosten (= Webhosting, Datentransfer, Support, Beratung und Datenbackup) 39 Euro. Für einen kostenlosen Testaccount muß man sich anmelden. Mehr über ASP-Lösungen für Gastronomie-Websites. Danke an Karina Matejcek für den Hinweis auf die Seitenmacher.

Im "Stern" von heute geht es im Livestyle Special um Bier. Kern ist ein Test der Bierqualität in einhundert deutschen Gaststätten mit überwiegend erschreckenden Ergebnissen. Wir empfehlen im eigenen Betrieb die Checkliste nachzuvollziehen (in der Regel ohne die mikrobiologische Untersuchung). Ihre Gäste werden sicherlich mit einem wachen Auge Ihren Betrieb nach diesen Kriterien zu bewerten versuchen. Sinnvoll erscheint es mir auch, den Test mit den Mitarbeitern zu besprechen, damit Sie, wenn Gäste sie darauf ansprechen, sachkundig argumentieren können und nicht schlechter informiert sind als die Gäste.

Teil des Specials ist auch ein Artikel über das "Bierparadies Franken", der mich als Bamberger natürlich auch etwas stolz macht.

Ab der nächsten Woche ist der englische Autor John Conen in Bamberg und Franken unterwegs, um sein Buch "Good Beer in Bamberg and Franconia" zu aktualisieren. Auszüge davon finden sich auf der Website Beerguide.de.

In der "Zeit" von gestern, die leider immer erst donnerstags eintrudelt, findet sich ein interessanter Artikel über "Kundendienst - Als Konsumenten getarnte »Mystery-Shopper« testen in den USA das Servicepersonal auf Kundenfreundlichkeit" (im Link zu diesem Artikel steckt zur Zeit leider noch ein Bug). Mehr zum Thema Mystery-Shopper in der Gastronomie.

Berlin. Seine Gastronomie, beschrieben und bewertet von Wolfram Siebeck, einem der bekanntesten Restaurantkritiker des deutschen Raumes mit regelmäßigen Beiträgen in DIE ZEIT.

Mittwoch, August 07, 2002

Von Martin Nicholas Kunz stammt das Buch best designed wellness hotels 1. Indien, Südostasien, Australien, Südpazifik. Wellness ist angesagt. Allzu selten jedoch werden Angebote für die Gesundheit in ästhetisch erfreulicher Umgebung dargeboten und genau danach hat der Autor gesucht. Er hat faszinierende Adressen gesammelt, welche beides bieten. Martin Nicholas Kunz ist Senior Vice President der lebensart global networks AG, verantwortlich für die weltweite Kommunikation und Medien. Er hat viele Artikel geschrieben in Fachzeitschriften für Architektur und Design. Eine bekannte Marke dieses Unternehmens ist Design Hotels.

Für die Ausstellung "Sinn und Sinnlichkeit" über flämische Stillleben 1550 bis 1860 in der Villa Hügel in Essen (1.9. bis 8.12.2002) wurden von der Kulturstiftung Ruhr mehr als 100 der schönsten und bedeutendsten Werke flämischer Meister aus internationalem Museumsbesitz zusammengetragen. Sie bieten den weltweit ersten Überblick über die Stilllebenmalerei der südlichen Niederlande und für Gastronomen Anregungen für opulent gedeckte Tische.

Mitte September wird das Buch Total Loyalty Marketing von Anne M. Schüller und Gerhard Fuchs erscheinen. Beide Autoren sind treuen Abseits.de-Lesern als Verfasser des Beitrags Total Loyalty Marketing. Ein Erfolgsmodell für die Hospitality Branche" (PDF) bekannt. Das Buch erscheint im renommierten Gabler-Verlag und wird auf der Frankfurter Buchmesse vom 9. bis 14. Oktober als Nr. 1 dieses Verlages vermarktet werden. Eine Besprechung folgt.

Im Juni hat sich der Umsatzrückgang im Gastgewerbe beschleunigt, besonders stark im Gaststättengewerbe (real minus 11,4 Prozent!). Nach vorläufigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes setzten die Unternehmen des Gastgewerbes in Deutschland im ersten Halbjahr 2002 nominal (in jeweiligen Preisen) 2,7 % und real (in konstanten Preisen) 6,1 % weniger als im ersten Halbjahr 2001 um.

Im Juni 2002 wurde im Gastgewerbe ein Umsatzrückgang von nominal 5,9 % und real 9,4 % gegenüber dem entsprechenden Vorjahresmonat ermittelt. Damit erzielte das Gastgewebe seit Januar 2002 in jedem Monat nominal und real niedrigere Umsätze als im entsprechenden Vorjahresmonat und im Juni 2002 den bisher höchsten Umsatzrückgang in diesem Jahr. Dabei ist allerdings zu berücksichtigen, dass Pfingsten im Vorjahr in den Juni fiel.

Nach Kalender- und Saisonbereinigung der Daten wurde im Vergleich zum Mai 2002 nominal genauso viel (0,0 %) abgesetzt.

In allen drei Branchen des Gastgewerbes gingen die Umsätze sowohl nominal als auch real gegenüber dem Juni 2001 zurück: Im Beherbergungsgewerbe (nominal - 4,0 %, real - 8,0 %), bei den Kantinen und Caterern (nominal - 4,9 %, real – 7,6 %) und im Gaststättengewerbe (nominal - 8,0 %, real - 11,4 %).

Der SPD-Fraktionsvorsitzende im Bundestag, Ludwig Stiegler, hat seine Initiative, die Pressefreiheit einzuschränken, konkretisiert. Im Berliner "Tagesspiegel" habe er laut Rheinischer Post vom 7. August 2002 einerseits bestritten, daß seine Partei die Pressefreiheit einschränken wolle, anderseits darauf verwiesen, nach dem Grundgesetz habe die Presse die Freiheit, aus allgemein zugänglichen Quellen zu unterrichten. Dieser Hinweis impliziert, sie habe nicht das Recht, sich aus nicht allgemein zugänglichen Quellen zu unterrichten. Damit mißachtet Stiegler nicht nur die herrschende Interpretation dieses Verfassungsartikels sondern fällt auch hinter die Position seiner Partei in der Spiegel-Affäre zurück. So heißt es im "Bonner Kommentar" zum Grundgesetz: "Informationen, die von Dritten rechtswidrig erlangt wurden und der Presse zugänglich sind, dürfen bei überwiegender Bedeutung des Inhalts gegenüber dem Rechtsverstoß veröffentlicht werden. Davon ist in der Regel bei Berichten über Mißständen im staatlichen Bereich auszugehen, während bei rechtswidrig erlangter Information über Private das Informationsinteresse der Öffentlichkeit gegenüber dem Schutz der Privatsphäre nicht überwiegt."

Im Herbst 1962 leitete die Bundesregierung gegen den "Spiegel" eine breit angelegte Justizaktion ein. Dem Magazin wurde vorgeworfen, militärische Geheimnisse veröffentlicht zu haben. Zwei als "geheim" gekennzeichnete Papiere waren sogar von SPD-Abgeordneten an das Blatt weitergegeben worden. Die Affäre wuchs sich zu einer tiefen Regierungskrise aus. Mehrere Minister traten zurück. Die Verfassungsbeschwerde des "Spiegel" wurde zwar 1966 mit knapper Mehrheit zurückgewiesen, in seiner Begründung betonte das Gerichte jedoch den hohen Wert der Pressefreiheit. Die junge Demokratie hatte ihre Reifeprüfung bestanden. Ludwig Stiegler hat seine Prüfung noch vor sich. Mehr über die Spiegel-Affäre in einem Artikel von Philipp Hötensleben: "Angriff auf die Pressefreiheit".

Die zweite Edition des Licor 43-Cocktailbuches enthält 43 neue Rezepte, darunter auch die Siegerrezepte des Licor 43-Cocktailwettbewerbs 2001. Neben den Rezepten gibt es einen kleinen Einblick in die Geschichte des Licor 43. Er besteht aus natürlichen Zutaten, z.B. ätherischen Öle, mediterranen Kräuter, Zitrus- und weiteren Früchten und Vanille. Bis Ende Oktober kann das Buch gegen 1,53 Euro in Briefmarken bei Licor 43 Promotion Bureau, c/o MPR Dr. Muth, Warburgstraße 36, 20354 Hamburg bestellt werden, danach im Internet unter www.licor43.de für 3,00 Euro.

Dienstag, August 06, 2002

Von einem Leser wurde ich auf einen Artikel von Rechtsanwalt Niko Härting zum Thema FAQ zur Impressumspflicht aufmerksam gemacht. Darin heißt es: "Wann müssen Angaben zur zuständigen Aufsichtsbehörde gemacht werden? Angaben zur Aufsichtsbehörde bedarf es nur, wenn der Diensteanbieter für seine gewerbliche Tätigkeit eine behördliche Zulassung benötigt. Die Angabepflicht gilt somit beispielsweise für Websites von Gastronomiebetrieben, die nach dem Gaststättengesetz einer Konzession bedürfen...".

Ich bin bislang, zugegebenermaßen als juristischer Laie, anderer Meinung: Betreiber der Website ist das gastronomische Unternehmen oder ein Gastronom. Dessen Tätigkeit bedarf aber keiner Zulassung, dessen Website deshalb auch keines Hinweises auf eine Zulassungsstelle. Konzessionspflichtig ist nur die gastronomische Nutzung bestimmter Räume. Diese Räume können aber nicht Inhaber einer Website sein. Wenn es zuträfe, daß gastronomische Unternehmen Angaben über die Konzessionen der von Ihnen bewirtschafteten Objekte machen müßten, müßte ein Multifilialunternehmen wie McDonalds fuer sämtliche Filialen, die einzeln konzessioniert werden, jeweils die entsprechenden Angaben machen. Selbst wenn man die notwendigen Angaben auf den Namen und die Anschrift der zuständigen Aufsichtsbehörde beschränken würde, liefe dies bei Multi-Filialunternehmen auf eine ellenlange Liste von Gewerbeaufsichtsämtern deutscher kreisfreien Städte und Landkreise hinaus. Auf Diskussionsbeiträge freue ich mich.

Was wir aus ganzem Herzen dementieren.

Montag, August 05, 2002

Olaf Deininger beschreibt in der Allgemeinen Hotel- und Gaststättenzeitung "Rezepte gegen das Gastronomie-Sterben". Ich sehe das etwas anders: Nichts gegen Qualität und Qualitätsmanagement. Doch die aktuelle Krise in der Gastronomie hat nichts mit unzureichender Qualität zu tun (sie ist, wenn man sich andere Branchen anschaut, denen es ähnlich ergeht, auch nicht gastronomiespezifisch). Viele Betriebe, die ihren Fokus auf langsam wirkende Qualitätssteigerungsmaßnahmen ausrichten statt darauf, kurzfristig Kosten zu sparen, ihre Liquidität zu verbessern und Zusatzumsätze zu generieren, riskieren ihre Existenz. Maßnahmen zur Qualitätssteigerung greifen zu langsam und verursachen in der Regel Kosten, für die in vielen Fällen kein Geld mehr da ist. Oder?

In letzter Zeit erreichen mich vermehrt Anschreiben von Lieferanten, die um die Mitteilung unserer Steuernummer bitten. Sie haben davon gelesen, daß ab 1.7. auf Rechnungen die Steuernummer anzugeben sei und benötigen unsere Steuernummer angeblich für anfallende Gutschriften. Ein Beitag der Akademie.de versucht den aktuellen Stand in Sachen Steuernummer darzustellen.

Sonntag, August 04, 2002

Im Verbraucher-Forum, das als preis-wert-forum.de mit mehreren Hundertausend Euro Steuergeldern finanziert wird zwecks politischer Profilierung von Renate Künast, finden sich nunmehr auch Einträge über gastronomische Betriebe, die der Preiserhöhung im Zusammenhang mit der Euro-Einführung bezichtigt werden. Das Procedere ist wie folgt: User können Beschwerden anmelden. Dem betroffenen gastronomischen Betrieb wird 14 Tage Zeit gegeben, dazu Stellung zu nehmen. Wenn er Stellung nimmt, wird seine Stellungnahme mit veröffentlicht. Wenn nicht, wird die Beschwerde ohne Stellungnahme veröffentlicht. Falls im Forum Tatsachen behauptet werden, die falsch sind, empfehle ich, nicht Stellung zu nehmen, sondern nach einer Veröffentlichung den Betreiber des Forums auf Unterlassung und Schadenersatz zu verklagen und dazu, wenn der betroffene Betrieb Mitglied der DEHOGA ist, deren Rechtschutz in Anspruch zu nehmen. Siehe auch ein früheres Posting über das Preis-wert-forum.de

Die Geschichte wiederholt sich. 1994 hatte die saarländische SPD-Landesregierung auf Wunsch des damaligen SPD-Ministerpräsidenten Oskar Lafontaine das Presserecht deutlich verschärft. Die von der damaligen SPD-Mehrheit im Landtag beschlossene Regelung nahm im Falle eines Verlangens auf Gegendarstellung dem betroffenen Presseorgan das bis dahin bestehende Recht, sich in der selben Ausgabe zu deren Inhalt mittels eines sogenannten "Redaktionsschwanzes" zu äußern. Zudem mussten Gegendarstellungen unter anderem an gleichwertiger, der Seite der Erstmitteilung ensprechender Stelle mit gleicher Schrift und gleicher Aufmachung ohne Einschaltungen und Weglassungen abgedruckt werden. Ursache der Verärgerung Lafontaines sind kritische Pressekommentare über die Politik der saarländischen Landesregierung und seine Person gewesen. Nicht zuletzt die Auseinandersetzung um die Pressefreiheit im Saarland führte zur Abwahl der SPD-Landesregierung im September 1999. Von der neuen Regierung wurde die freiheitsfeindlichen Bestimmungen des Landespressegesetz wieder außer Kraft gesetzt.

Der SPD-Fraktionsvorsitzende im Bundestag, Ludwig Stiegler hat angesichts des heftigen Pressekritik, mit der das kriminelle Verhalten von Abgeordneten in der Bonus-Meilen-Affäre bedacht wird, laut der Welt im Norddeutschen Rundfunk die Absicht geäußert, das Medienrecht zu ändern. Nun darf man sicherlich nicht alles, was Ludwig Stiegler sagt, auf die Goldwaage legen und der Bund hat auch keine presserechtlichen Kompetenzen. Nichtsdestotrotz heißt es den Anfängen zu wehren. Gesetze wie das 1933 verabschiedete "Schriftleitergesetz" mit staatlichen Zugangsbeschränkungen zum Journalisten-Beruf, der Erklärung der Presse zur "öffentlichen Aufgabe" und der ständischen Organisation des Berufs in einer Reichskulturkammer dürfen sich nicht wiederholen. Einen Satz wie "Es ist ein politischer Wahnsinn, einem einzelnen Individuum eine Meinungsfreiheit dergestalt zuzubilligen, daß es in der Lage ist, mittels dieser Freiheit alles und jedes zu vertreten." (Joseph Goebbels) möchte ich nicht mehr hören, auch nicht von Sozialdemokraten.

Vom 23. bis 25. März 2003 findet in Düsseldorf die Internationale Fachmesse ProWein statt. Sie ist Fachbesuchern vorbehalten.

Am 30. September erscheint das Kaffeemagazin "Barista". Es wird von der Meininger Verlag GmbH herausgeben und liegt den Fachzeitschriften FIZZZ und dem Sommelier-Magazin bei, wird auf der Messe HOGATEC (vom 6. bis 10. Oktober in Düsseldorf) verteilt und allen Coffee-Shop-Besitzer zugeschickt.

Pineo ist ein nur leicht sprudelndes, salzarmes Mineralwasser aus den spanischen Pyrenäen an der Grenze zu Andorra. Zielgruppe sind Trinker von Rotweinen und Whisky, mit denen es sich gut vertragen soll, aber auch Babies und Kleinkinder.

Thomas Altvater hat als angestellter Koch eines kleinen Restaurants im Kreis Pinneberg (Schleswig Holstein), das im zweiten Jahr ein Gutscheinheft (herausgegeben von einem örtlichen Verlag/Werbeagentur) akzeptiert, unter www.8ung.at/hallmackenreuther eine Website ins Netz gestellt, um aufzuzeigen, was für ein Schmarrn derlei Hefte bedeuten können und welche Gefahren in finanzieller Hinsicht gerade für kleine Unternehmen erwachsen können. Mehr zum Thema Coupons und Gutscheinhefte in der Gastronomie

Samstag, August 03, 2002

In der vorletzten Juliwoche wurde eine Seite von Abseits, die rein gar nichts mit Gastronomie zu tun hat, von der Tageszeitung Freie Presse zur Website der Woche ausgewählt. Unsere Linksammlung mit Surftipps sei "Die richtige Adresse für all jene, die quer durch die Vergangenheit stöbern wollen. Die zahlreichen Links reichen von der Geschichte des DDR-Fernsehens über die Pioniere des Internet, der Kunst und Fotografie bis hin zur Historie der Seifenopern (TV-Soaps)."

Heute habe ich als Surftipp die Website The Theban Mapping Project hinzugefügt, eine archäologische und Bilderdatenbank über das Tal der Könige. Das 1978 begonnene Theban Mapping Project, nunmehr an der Universität von Kairo angesiedelt, hat eine umfassende archäologische und Bilderdatenbank über das Theben und besonders das Tal der Könige zusammengestellt. Mit Tausenden von Grabmälern und Tempeln ist Theben eine der wichtigsten archäologischen Zonen in der Welt. Mit modernsten Techniken wurden die Grabmälern vermessen und mithilfe der gesammelten Daten 3-D-Computermodelle erstellt. Am besten erschließt man sich das Projekt entlang einer Zeitreihe von der prähistorischen bis zur byzantinischen Periode.

Qowaz ist ein Mix auf 65% Kristallweizen und 35% Cola mit Lemongras der Fürstenberg Brauerei in der 0,33 l Mehrwegpackung im 20er Kasten.

Die Website Qowaz könnte unabhängig davon, ob man Cola-Weizen mag, auch für Marketiere interessant sein. Es handelt sich um eine Produkt-Site, die als private Homepage einer jungen Frau namens "Maria" daherkommt, die in der Werbung für dieses Produkt auftritt. Ähnlich wie auf Porno-Sites, auf denen man gegen Bezahlung per Live-Cam Spanner-Gelüste befriedigen darf (die einschlägigen Links erspar ich Ihnen), tut die Site so, als gewähre sie Einblicke in die Wohnräume von "Maria". Man kann per eMail scheinbar mit ihr Kontakt aufnehmen oder auch die "Freunde" von Maria bei der Fürstenberg-Brauerei auf deren Website besuchen.

Da war doch mal so was wie Big Brother, erinnere ich mich dunkel. Aber die Show läuft ja in so exotischen Ländern wie Großbritannien (Big Brother auf Channel 4) immer noch und lief bis Anfang Juni auch noch in Norwegen (Big Brother Norwegen). Und die 4. deutsche Staffel sollte eigentlich in diesem Jahr auf Sendung gehen. Das wäre doch was für Gerhard Schröder: über 100 Tage non stop auf Sendung und Kameras wohin man nur schaut! Zeit dafür hat er dann ja ab Oktober.

Wishing Well ist ein Me-Too-Produkt ebenfalls aus Wasser mit Koffein, das in Lizenz von der OberSelters Mineral- und Heilquellen GmbH in Bad Camberg abgefüllt und vertrieben wird. Im Unterschied zu Water Joe aber in einer 0,33 l-Glasflasche, so daß es vielleicht in solchen gastronomischen Objekten bevorzugt eingesetzt werden könnte, in denen man keine 0,5 l-Plastikflasche auf den Tisch stellen möchte.