Gastgewerbe Gedankensplitter


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Sonntag, März 16, 2003

Bei dem ungeheuren Aufschwung der Weblogs scheint eine gewisse Rolle gespielt zu haben, daß andere Medien der immensen Nachfrage nach Informationen nach den Ereignissen am 11. September 2001 nicht gerecht wurden und zudem im Afghanistan-Krieg eine journalistische Berichterstattung behindert und als Teil der pychologischen Kriegsführung mißbraucht worden ist. James Wolcott schreibt dazu: "In the early days of the anti-Taliban campaign, foreign and domestic bloggers countered the defeatism of the dominant media -- which was then in its "quagmire" funk -- and corrected the falsehoods, exaggerations, and rote groupthink of the punditry. "We can fact-check your ass!" Ken Layne crowed, and the phrase quickly became the rallying cry of blogland." (Quelle: James Wolcott: Blog Nation, in: Business 2.0 vom 2. Mai 2002).

Kurz vor dem Beginn der Befreiung Iraks plant Christopher Allbritton, ein früherer Reporter der New York Daily News, Stories live aus dem Irak in sein Weblog Back to Iraq 2.0 zu posten als Teil einer unabhängigen Expedition in den Irak. (Quelle: "Reporter Takes His Weblog to War" von Mark Baard).

Interessant auch, daß er hofft, sein Projekt durch Spenden zu refinanzieren. Die spendablen Leser können sich gewissermaßen einen unabhängigen, nur ihnen und der Wahrheit verpflichteten Reporter vor Ort "kaufen", ohne befürchten zu müssen, daß politische und wirtschaftliche Interessen von Zeitungsverlagen eine unabhängige Berichterstattung be- oder gar verhindern: "While I may be the guy in the field, it’s you, the readers, donors and supporters, who are building a new, new journalism (apologies to Tom Wolfe) through your patronage and readership. If this adventure is successful, I sincerely hope more journalists take this route and begin to see the Web, and especially blogs, as a primary outlet instead of an adjunct or a marketing tool for their “real” work. Their credibility will derive from the trust of the readers and a bubbling, robust and independent medium will be the result, as professional as anything that came before it, if not more so." Knapp viertausend Dollar sind so zusammengekommen, noch bevor Christopher Allbritton einen Schritt in den Irak gesetzt hat. Seine Abreise aus den USA ist für Ende März, Anfang April vorgesehen.