Gastgewerbe Gedankensplitter


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Samstag, Juni 07, 2003

Geocaching, auch GPS Stash Hunt oder Global Positioning Stash hunt genannt, ist ein neues, unterhaltsames Abenteuer-Spiel mit einer rasch wachsenden Fan-Gemeinde. Es basiert auf den Funktionen und Möglichkeiten des Global Positioning System (GPS). Die Spielidee besteht darin, daß Individuen und Organisationen in aller Welt "caches" (Verstecke, Speicher) festlegen und die markierten Orte über das Internet anderen mitteilen. Die Nutzer des GPS können die Koordinaten dieser Orte verwenden, um die Verstecke zu finden. Wer ein Versteck findet, erhält einen Preis (d.h. entnimmt sich einen aus dem Versteck) und hinterlegt, hinterläßt seinerseits einen anderen Preis für die folgenden Spieler. Eine GPS-Einheit beschreibt einen Raum mit einer Ausdehnung von 6 bis 20 Feet (das sind rund 2 bis 6 Meter). Die Koordinaten werden normalerweise in Längen- und Breitengraden angegeben. Wer sich darüber informieren will, wie GPS funktioniert, findet dazu eine schöne Shockwave-Animation unter "GPS: The New Navigation".

Was hat das ganze mit der Gastronomie zu tun? Nun, man kann dieses Spiel zum Beispiel dazu verwenden, einen Gutschein für ein Freibier oder einen Verzehrgutschein über 5 Euro zu verstecken (beide Beispiele stammen aus dem näheren Umfeld von Bamberg). Sie sehen, daß sich dieses Spiel sogar schon in Deutschland und in der "Provinz" eines gewissen Zuspruchs erfreut. Nun ist es keine Gunst und bedarf eigentlich keiner besonderen Anstrengung, Freibier und Gutscheine zu verschenken. Wenn man aber den Weg über dieses angesagte Spiel geht, erreicht man eine sehr interessante Zielgruppe, Besitzer von GPS-fähigen Handys und damit junge, aufgeschlossene, entdeckungsfreudige und mobile Menschen. Und ein Gutschein, den man sich dieser Art verdienen muß, wird sicherlich mehr geschätzt als wenn man ihn nur in einer Zeitung ausschneiden müßte.

Eine zweite Möglichkeit, Geocaching für das Marketing in der Gastronomie zu benutzen, ist der sich abzeichnende Trend, daß sich die Geocacher auch zu Gemeinschaften zusammenfinden, die sich vor Ort treffen, z.B. in Gaststätten. So trifft sich eine informelle Gruppe von Geocachern heute abend um 19.00 Uhr in einer Berliner Gaststätte. Der Name dieser Gaststätte wird natürlich nicht verraten, nur ihre GPS-Koordinaten. Eine zweite Gruppe trifft sich am 10. Juni ab 16.00 Uhr auf der Erlangener Bergkirchweih. Eine dritte Gruppe triftt sich am 28. Juni in Düsseldorf zum Grillen. Und wann trifft man sich bei Ihnen?

Eine Steigerungsform sind sogenannte "Multi-Caches" (ein Beispiel eines Treffens dieser Art am 12. Juli 2003 in der Nähe von Daun in Hessen). Es handelt sich um eine Art moderner Schitzeljagd mit gemütlichem Beisammensein.

Wenn Sie sich einmal anschauen wollen, welche Verstecke in Ihrer Gegend angelegt sind, können Sie sich auf dieser Landkarte die Längen- und Breitenkoordinaten ermitteln und anschließend bei Geocaching nach den Verstecken im Umfeld dieser Koordinaten suchen.

Wenn Sie selbst etwas verstecken wollen (z.B. in Ihrer Gaststätte oder im Umfeld davon), finden Sie auf Geocaching ein Guide to Creating and Hiding a Cache. Leider sind alle Informationen erst auf englisch verfügen. Als Inhalte des Verstecks eignen sich besonders:
  • eine billige Einwegkamera mit der Bitte ein Foto vom Finder zu schießen und im Versteck zu hinterlassen. Man kann diese Fotos dann z.B. online stellen.
  • Werbegeschenke,
  • Souvenirs
  • Spielsachen, falls die Suchtrupps Kinder dabei haben,
  • Geschenkgutscheinen,
  • CDs, z.B. mit regionaltypischer Musik, Bildern oder Informationen als Reiseerinnerung für Touristen.
Zum Potential des Geoachings ein paar Zahlen: Der erste Container wurde am 3. März 2000 außerhalb von Portland / Oregon versteckt. Innerhalb der ersten drei Tage wurde er zweimal gefunden. Bis heute sind 55.720 Verstecke in 174 Ländern angemeldet worden, in den letzten 7 Tagen allein 31.799!

Die stürmische Entwicklung von Geocaching in Deutschland wird in einem deutschsprachigen Teil des Forums von Geocaching diskutiert.

Der Einsatz von Geocaching für Marketing-Aktivitäten steht natürlich noch am Anfang. Einige Beispiele:
  • Die Wirtschaftskammer von Branson im US-Staat Missouri nutzt Geocaching zur Bekanntmachung von Events: "Temporary geocaching sites will be established for the event; sites will be posted on www.geocaching.com".
  • Die Website Geocaching selbst finanziert sich nicht nur durch Werbeeinnahmen sondern auch durch die Bekanntmachnung von brand corporate events in Zusammenarbeit mit der PlayTime, Inc., einem Unternehmen der Mitarbeiter-Teamentwicklung.
  • Paul Blais, verantwortlich für die ökonomische Entwicklung des Landkreises von Lennox & Addington in Kanada, erkennt in seinem Beitrag "Local tourism jumps ahead" Geocaching ein hohes Potential bei der Vermarktung von touristischen Standorten mit regionaler Bedeutung zu: "High potential opportunities that have been identified thus far include: 'geocaching', bird watching, 'bed to bed' cycling packages, tour routes that focus on genealogical opportunities and artisans and adventure packages in hiking and other interpretive experiences."