Gastgewerbe Gedankensplitter


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Freitag, August 08, 2003

2,6 Prozent weniger Gaesteübernachtungen im ersten Halbjahr 2003 in Baden-Wuerttemberg.

Trotz des ungewöhnlich guten Wetters im bisherigen Jahresverlauf bekommt das baden-württembergische Übernachtungsgewerbe die Reisezurückhaltung der Deutschen weiterhin deutlich zu spüren. Nach Feststellung des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg frequentierten im ersten Halbjahr 2,5 Prozent weniger Gäste aus der Bundesrepublik eine Beherbergungsstätte mit mehr als acht Betten als im Vorjahr. Da sie zudem durchschnittlich nur noch 2,9 statt 3 Nächte blieben, ging das Übernachtungsaufkommen mit minus 3,2 Prozent sogar noch stärker zurück. Zwar verlief das Geschäft mit ausländischen Gästen bei einem Übernachtungsplus von 1,4 Prozent deutlich günstiger. Da aber lediglich13 von 100 Übernachtungen auf internationale Kunden zurückgehen, konnte das die negative Bilanz bei weitem nicht ausgleichen. Insgesamt ergab sich nämlich bei den Übernachtungen immer noch ein Minus von 2,6 Prozent. Auffällig war allerdings eine sehr uneinheitliche Entwicklung in den einzelnen Monaten.
  • Nachdem die Wintermonate Januar bis März von stärkeren Übernachtungsrückgängen zwischen 3,6 und 4,7 Prozent geprägt waren,
  • weckten der April mit einem nur noch leichten Minus von 0,6 Prozent und vor allem der Mai mit einem Anstieg um 0,7 Prozent gewisse Hoffnungen.
  • Umso jäher war der Absturz um 4,7 Prozent im sonnenreichen Juni.
Dies dürfte nicht zuletzt mit der diesjährigen Schulferienregelung zusammenhängen, die bundesweit einen schmäleren zeitlichen Korridor und eine Ballung vor allem auf den August in den größeren Flächenländern vorsieht. Möglicherweise kann hier zwar in den Folgemonaten noch ein gewisser Ausgleich erfolgen. Da die Tourismusbranche aber eher an einer kontinuierlicheren Auslastung interessiert ist, lässt sich die derzeitige Schulferienregelung aus ihrer Sicht als nicht optimal charakterisieren.

Angesichts dieser ungünstigen Rahmenbedingungen gab es für das heimische Tourismusgewerbe im ersten Halbjahr nur sehr wenige Lichtblicke:
  • Lediglich die Erholungs-, Ferien- und Schulungsheime konnten ihr Übernachtungsergebnis aus dem Vorjahr um sogar stattliche 3,5 Prozent steigern.
  • Auch die Reisegebiete Neckar-Hohenlohe-Schwäbischer Wald (+ 2,5 Prozent), Taubertal (+ 2,2 Prozent) und Bodensee (+ 2,1 Prozent) schnitten besonders günstig ab.
Ansonsten mussten alle Betriebsarten, Gemeindekategorien und Reisegebiete ein Minus hinnehmen, wenn auch in unterschiedlichem Umfang. Als weiterhin labil lässt sich die Entwicklung auch im Kurbereich charakterisieren. Nachdem sich gegen Ende des letzten Jahres vorübergehend eine günstigere Entwicklung angedeutet hatte, verzeichneten die Vorsorge- und Rehabilitationskliniken, die insbesondere in vielen Kurorten des Landes von tragender Bedeutung sind, im ersten Halbjahr diesen Jahres erneut einen überdurchschnittlichen Übernachtungsrückgang um 3,8 Prozent. Noch massivere Einbußen mussten sogar die Ferienhäuser und –wohnungen (– 7,1 Prozent) und die Gasthöfe (– 5,1 Prozent) verkraften. Unter den Gemeindekategorien kamen die Erholungsorte und die Heilklimatischen Kurorte mit einem leichten Minus um 0,1 bzw. 0,6 Prozent noch vergleichsweise glimpflich davon, während auf der anderen Seite vor allem die Luftkurorte (– 4,4 Prozent) deutlich stärkere Einbußen verzeichneten. In regionaler Hinsicht hatten vor allem der Hegau (– 11 Prozent) sowie die benachbarten Reisegebiete Neckartal-Odenwald-Madonnenländchen (– 8,7 Prozent) und Weinland zwischen Rhein und Neckar (– 7,5 Prozent) unter der Reisemüdigkeit zu leiden. (Quelle: Pressemitteilung des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg).