Gastgewerbe Gedankensplitter


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Donnerstag, September 18, 2003

Messer, Gabel, Schere, Licht, fehl'n in vielen Kuechen nicht.

Von vielen Konservativen wird Finger Food als Verfall der Eßkultur beklagt. Historisch gesehen ist selten mit Messer und Gabel gegessen worden und ohnehin nur in einem Teil der Welt. In vielen Kulturen wird seit jeher mit den Händen gegessen. Mehr als doppelt soviel essen mit Stäbchen statt mit Messer und Gabel.

Messer, Gabel und Löffel sind ursprünglich Küchenwerkzeuge gewesen, mit denen man Speisen zubereitetet und serviert hat. Messer wurden dann im Laufe der Zeit auch zu Tisch benutzt, Speisen zu zerteilen, die man anschließend mit den Fingern aß. Messer und Gabel sind dabei persönlicher Besitz gewesen; man brachte sie zum Essen mit, so ähnlich wie es heute noch Soldaten im Kampfeinsatz machen. Die Gabel wurde erstmals Anfang des letzten Jahrtausends urkundlich erwähnt und setzte sich erst im 18. Jahrhundert durch, etwa zeitgleich mit der Etablierung von Restaurants und der bourgoisen Lebensweise.

Jürgen Mauser hat eine umfangreiche Sammlung von Löffeln von Fluggesellschaften angelegt und seit 1999 unter loeffel-der-luefte.de online gestellt.

Die WMF informiert über Besteck. Stilepochen. Interessant ist auch ein Blick in das Deutsche Klingenmuseum in Solingen.