Gastgewerbe Gedankensplitter


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Freitag, September 12, 2003

Zielgruppe Touristen aus den EU-Beitrittslaendern.

Auf dem 15. Oberfränkischen Tourismustag der IHK für Oberfranken und der IHK zu Coburg am 12. September 2003 referierte der Bayerische Staatsminister für Landesentwicklung und Umweltschutz Dr. Werner Schnappauf über das Thema "Kein Grund zum Trübsaal: der Oberfranken-Tourismus vor der EU-Erweiterung". Dr. Schnappauf ist zugleich 1. Vorsitzender des Tourismusverbandes Franken e.V.:
  • Im Jahre 2002 hätten Touristen aus Tschechien, Polen und Ungarn in Bayern bereits mehr als eine halbe Million Übernachtungen erzeugt, vor allem in Franken, weniger im Raum München (durchschnittliche Dauer: 2,3 Nächte). Tschechische Touristen hätten pro Tag Ausgaben in Höhe von 91 Euro getätigt, Polen hingegen nur 24 Euro. Bedeutsam seien auch Touristen aus den baltischen Staaten wegen ihrer hohen Affinität zu Deutschland und zur deutschen Sprache.
  • Obwohl die Anzahl der ausländischen Touristen leicht abgenommen habe, sei die Anzahl der Gäste aus Tschechien im ersten Halbjahr 2003 um 9% gestiegen.
  • Es sei eine Projektgruppe eingerichtet worden, welche eine Markting-Konzeption für die Zielgruppe osteuropäischer Touristen entwickeln solle.
  • Für Menschen aus den osteuropäischen Beitrittsländern falle, angesichts der teilweise katastrophalen Luftverhältnisse dort, die hohe Umweltqualität in Bayern stark ins Gewicht.
  • Erkennbar sei eine Vorliebe tschechischer Touristen für die Sportarten Tennis und Wassersport. Franken sei mit dem Fränkischen Seenland (1.500 Hektar Wasserfläche) und dem geplanten "Flußparadies Franken" (2.000 Hektar Wasserfläche, Projektsteuerung durch das Wasserwirtschaftsamt Bamberg) auch beim Wassersport gut positioniert.
  • Alle Anbieter touristischer Leistungen sollten auf Touristinformationen (auch Speisekarten, Wegschilder usw.) in tschechischer Sprache Wert legen.
  • Es gäbe Vermutungen, wonach sich im Grenzgebiet das tschechische Lohnniveau in 7 bis 10 Jahren dem deutschen annähern würde.
  • Die zukünftige Förderung von Investitionen in Tschechien (50%) mache einen Preiswettbewerb des deutschen Gastgewerbes im grenznahen Bereich unmöglich. Man könne sich nur mit hervorragender Qualität behaupten.