Gastgewerbe Gedankensplitter


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Dienstag, Oktober 14, 2003

Brau Beviale 2003.

Von der Brau Beviale 2003 vom 12. bis 14. Novenber 2003 in Nürnberg werde ich voraussichtlich aber nur an einem der drei Tage live berichten. Geplant sind Berichte über einen Kurzvortrag von Heinrich Franz Egerer, Doemens e. V., Gräfelfing, zum Thema "Von der Idee bis zum zufriedenen Gast (Erfolgreiche Konzeption von Gasthausbrauereien)" am Donnerstag, 13. November 2003, um 14.20 Uhr, sowie von Jürgen Hoffmann, IMI Cornelius Deutschland GmbH, Langenfeld, über "Wachstumsmarkt Tafelwasseranlagen" am selben Tag um 15.20 Uhr.

Wenn Sie als Aussteller Neuigkeiten für das Gastgewerbe mitzuteilen haben, lassen Sie es mich bitte wissen.

Zur Einstimmung ein Auszug aus der Pressemitteilung des Messe-Veranstalters: "Rohstoffe, Technologien, Logistik und Marketingideen für die Getränkewirtschaft bestimmen traditionell das Bild in den Messehallen der BRAU Beviale. Das nächste Mal trifft sich die europäische Getränkewirtschaft vom 12. bis 14. November 2003 im Messezentrum Nürnberg. Mit dabei sind dann rund 1.500 Aussteller und 36.000 Fachbesucher. Den Investitionsentscheidungen auf der BRAU Beviale geht eine gründliche Analyse der internationalen Getränkemärkte voraus – und da tut sich eine Menge:
  • Bis vor wenigen Jahren war alles überschaubar: klassische Erfrischungsgetränke, Fruchtsäfte in gewohnten Geschmacksrichtungen, Mineralwasser, bestimmte Biersorten. Die Auswahl war schnell getroffen. Heute stellt sich die Situation in Deutschland und auf dem gesamten westeuropäischen Markt vollkommen anders dar. Sogar Getränkeexperten verlieren in einem immer dichter werdenden Getränkedschungel den Überblick.
  • Getränke mit Wirkungsversprechen liegen im Trend. Die Grenzen zwischen Mineralwasser, Erfrischungs- oder Fruchtsaftgetränk sind fließend. Der Verbraucher unterscheidet nicht mehr zwischen Getränkekategorien, sondern stellt den persönlichen Nutzen in den Vordergrund. Dazu trägt nicht zuletzt die Getränkeindustrie selbst entscheidend bei: Die neuen Wellness-Drinks Akate und Shiang der deutschen Heil- und Mineralquellen Germete beispielsweise orientieren sich an der chinesischen Kultur und sollen auf den jeweiligen Energiezustand des Organismus ausgleichend wirken – so die Botschaft. Akate ist dabei der vitalisierende Part – Mineralwasser versetzt mit Traubensaftkonzentrat, Extrakten aus Guarana, Ginkgo und Ginseng. Shiang harmonisiert mit Extrakten aus Melisse, Ringelblume, Löwenzahn, Lindenblüten und Grüntee.
  • Die österreichische Marke Vöslauer entwickelte exklusiv für die Berlinale die neue Wellness-Produktlinie „Vöslauer Balance“ mit dem Bären-Logo, die – wie der Name bereits sagt – die innere Balance fördert. Die Mineralwasser-Varianten „Classic“, „Body“ und „Rosé“ sind mit Essenzen und Aromen von Kräutern, Blüten und Früchten versetzt. Sport und Heimatverbundenheit sind eine Paarung, die die deutsche Hassia & Luisen für sich entdeckt hat. Das Getränk „Olympja“ scheint genau richtig, um die Olympia-Bewerbung für 2012 zu unterstützen. Das Sportgetränk enthält neben Mineralwasser vier Vitamine und Zitrusfruchtsaft.
Die Beispiele belegen, der Fokus entfernt sich immer mehr vom Eigentlichen, dem Aspekt des Durstlöschens. Andreas Steinle, Gesellschafter des Trendbüros Hamburg: „Es gibt momentan zwei wesentliche Trendrichtungen. Das Spiel mit der Tradition einerseits und die Wissenschaft andererseits. Am zutreffendsten lässt sich die Richtung Wissenschaft mit dem Begriff posthuman beschreiben, was bedeutet, dass ein neues Verhältnis zu Körper und Ich aufgebaut wird. Früher hieß es, Körper und Gesundheit sind durch das Schicksal definiert. Heute akzeptieren wir das nicht mehr. Wir stellen die Sicherheit der Wissenschaft immer weiter über die Unsicherheit der Natur." Für die Getränkebranche bedeuten diese Aussagen laut Steinle, dass künftig verstärkt nach Lösungen, sprich nach Getränken mit Wirkungsversprechen gesucht wird. Vernetzungen nehmen zu. In diesem Zusammenhang können sich Denkvorgänge ändern. So weit, meint Steinle, dass sich Getränkeunternehmen als „Spezialisten für Wohlbefinden und attraktives Aussehen" definieren.

Entwicklungen auf dem deutschen Getränkemarkt.

In Deutschland sind alkoholfreie Getränke weiterhin äußerst beliebt. Der durchschnittliche Pro-Kopf-Verbrauch lag laut Wirtschaftsvereinigung Alkoholfreie Getränke 2002 bei gut 266 l, davon wurden 111 l Erfrischungs-getränke, 115 l Wasser sowie 40 l Fruchtsäfte und -nektare konsumiert.

Was prozentuale Absatzzuwächse betrifft, stehlen Wasser & Co. gemäß Gesellschaft für Konsumforschung, Nürnberg, den meisten anderen Alkoholfreien förmlich die Schau. Neben stillem Wasser sind es dabei vor allem die unter dem Begriff „neue Segmente“ eingereihten Wasser mit Zusatz, die das Rennen machen. Diese konnten 2002 ein Plus von fast 23 % verbuchen. Für „neue Segmente“, unter die Wasser mit Zusatz ebenso fällt wie Teegetränke, ACE und Wellness-Drinks, lag die Wachstumsrate bei nahezu 14 %. Süßgetränke mit CO2 legten um fast 5 % zu, während fruchthaltige Getränke ein Minus von 0,7 % hinnehmen mussten.

Für Bier weist der Deutsche Brauer-Bund 2002 einen Pro-Kopf-Verbrauch von 121,5 l aus. Dieser Wert liegt nur geringfügig unter dem des vergangenen Jahres. Gewinner waren unter anderem Weizen, Malz, Schwarzbier und Biermischgetränke. Größte Verlierer Alt, Hell und Diät.

Regionale Vorlieben trotzen der Globalisierung

Betrachtet man die westeuropäischen Märkte der Alkoholfreien, lässt sich vor allem eines feststellen: Sie gehören überall zu den Gewinnern, allerdings mit unterschiedlichen länderspezifischen Präferenzen. Während auf der einen Seite Marken wie Coca-Cola und Pepsi-Cola weltweit Karriere machen, hält der Verbraucher andererseits auch gern an regionalen Geschmacksvorlieben fest. Das wird bei Fruchtsäften besonders deutlich: In Deutschland ist Apfel äußerst beliebt, in der Türkei bevorzugen die Konsumenten Sauerkirsche und in Skandinavien kommen rote Beerenfrüchte hervorragend an. Italiener trinken gerne Wasser, immerhin fast 174 l pro Kopf im letzten Jahr, Franzosen 141 l, Briten 20 l und Finnen gar nur 14 l. Schweizer lieben Eistee. Gut 30 l konsumierte dort im Durchschnitt jeder Einwohner. Ganz anders in Griechenland, wo gerade mal 2 l durch durstige Kehlen flossen. Ähnlich ist es beim Bierkonsum. Es gibt sie noch – die typischen Wein- und die typischen Bierländer. Während der Ire durchschnittlich 107 l Bier pro Jahr trinkt, liegt der Italiener eben nur bei knapp 29 l.

Nach 1989 griff ein Phänomen für alle osteuropäischen Märkte gleichmäßig: Westliche Waren wurden zunächst als besser und überlegen erlebt. Dieses Verhalten hat sich geändert. Zum einen, weil die westlichen Markenprodukte hochpreisig eingeführt wurden und in den Augen der Bevölkerung oft nicht das hielten, was man sich versprochen hat. Zum anderen wurden rasch eigene Marken entwickelt, die in Qualität und Verpackung überzeugen.

Dennoch blicken osteuropäische Märkte auch heute noch stark gen Westen. Trendverhalten, das in Westeuropa bereits stattgefunden hat, kann sich auf osteuropäischen Märkten wiederholen. Eistee erreichte in Ungarn 2001 ein Plus von 79 %, in der Slowakei gar von 85 %. Vergleichbare Zuwachsraten waren wenige Jahre zuvor auch auf einigen westeuropäischen Märkten zu beobachten. Schwappen westeuropäische Trends in Richtung Osteuropa über, ergibt sich ein weiteres Phänomen: Trendprozesse verlaufen oftmals schneller. Das liegt nicht zuletzt an dem in allen osteuropäischen Ländern gleichermaßen zu beobachtenden hohen Innovationswillen.

Dass der osteuropäische Getränkemarkt ein äußerst wachstumsträchtiger ist, beweist ein in allen Ländern jährlich ansteigender Getränkekonsum. Der Gesamtverbrauch an alkoholfreien Getränken lag in Estland 2002 bei fast 88 l (2001: 78 l); in Lettland bei 68 l (2001: 67 l); in Litauen bei 74 l (2001: 67 l); in Moldavien bei 24,5 l (2001: 22 l); in Polen bei 121 l (2001: 116 l); in Rumänien bei 77 l (2001: 74 l); in Russland bei 37 l (2001: 33 l); in Tschechien bei 238 l (2001: 234 l), in der Ukraine bei 43 l (2001: 32 l) in Ungarn bei 157 l (2001: 150 l) und in Weißrussland bei 33 l (2001: 28 l). Im Gegensatz zu vielen westeuropäischen Märkten geht es hier bislang noch nicht um einen ausschließlichen Verdrängungswettbewerb zwischen einzelnen Getränkesegmenten, sondern um echtes Wachstum."