Gastgewerbe Gedankensplitter


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Donnerstag, Oktober 30, 2003

Interaktivitaet.

Oft wird unter Interaktivität nur verstanden, dass Nutzer nach eigenen Vorgaben aktiv Informationen auswählen können ("navigational interactivity") oder daß der Nutzer ein Feedback erhält ("functional interactivity"). Wir verstehen unter interaktiv hingegen einen responsiven, konstruktiven und nachvollziehbaren Austausch zwischen Website und User sowie der Nutzer untereinander und die Generierung von nutzerabhängigem Content ("adaptive interactivity"). Siehe dazu auch "Interaktivität und Flow".

Daß man sich über den Begrif Interaktivität streiten kann (mit weitreichenden Konsequenzen nicht nur für die Gestaltung von Websites) zeigt eine internationale Konferenz zum Themen "Grenzen der Interaktivität" am Zentrum für Medien und Interaktivität (ZMI) an der Justus-Liebig-Universität Gießen vom 13. bis 15. November 2003. Mehr darüber in einer Konferenzankündigung von Christan Marx, der in Gießen studiert und die Konferenz als Tagungsassistent begleitet, auf der Website von Politik-Digital.de: "Was ist Interaktivität".

Prof. Diedrich Diederichsen aus Berlin bzw. von der Stuttgarter Merz-Akademie wird in seinem Eröffnungsvortrag "Flohmärkte und Fanzines - Die kulturelle Dynamik des Internet und seiner Vorläufer" die These vertreten, daß "die kulturellen Auswirkungen des Netzes (jenseits von Netzkultur im engen Sinne), sich schon vor der Einführung des World Wide Web als subkulturelle Dynamiken vorfinden und beschreiben liessen und im Netz lediglich eine technische Form gefunden haben". Da in diesen Tagen der Film "Martin Luther" in die Kinos kommt, kann ich mir den polemischen Einwurf nicht ersparen, darauf hinzuweisen, welch starke Bedeutung die jeweilige "technische Form" (im Fall der protestantischen Revolution des Buchdrucks) auf die "kulturelle Dynamik" haben kann.