Gastgewerbe Gedankensplitter


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Donnerstag, Oktober 09, 2003

Trend zum Rotwein ungebrochen.

Der Weinmarkt in Deutschland verhielt sich in den ersten sechs Monaten dieses Jahres ambivalent, wie aus der vom Deutschen Weininstitut (DWI) bei der Nürnberger Gesellschaft für Konsumforschung in Auftrag gegebenen Marktanalyse hervorgeht. Mit 53,5 % der Haushalte kauften im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zwar 0,7 % mehr Wein ein, dennoch ist im ersten Halbjahr 2003 die eingekaufte Menge gegenüber 2002 leicht um 3,1 % zurück gegangen und lag damit knapp über dem Niveau des ersten Halbjahres 2001.

Für DWI-Geschäftsführer Armin Göring kommt der leichte Absatzrückgang nicht überraschend: "Nach dem jahrelangen Anstieg des Weinkonsums in Deutschland war es im Grunde genommen nur noch eine Frage der Zeit, bis sich die derzeitige, angespannte wirtschaftliche Lage auch im Weinmarkt widerspiegelt. Sehr viel entscheidender als die vergleichsweise geringen Mengeneinbußen ist die Tatsache, dass immer mehr Menschen hierzulande Wein einkaufen. Denn dies ist ein Indiz dafür, dass sich in unserer Gesellschaft der Wein als Zeichen eines genussvollen Lebensstils auch außerhalb der Weinbaugebiete zunehmend etabliert."

Preisbewusste Verbraucher kaufen öfter im Discount

Der im Lebensmittelhandel insgesamt zu verzeichnende Trend zu den Discountern setzt sich auch beim Weinkauf stetig fort. Mit einem Marktanteil von 46,4 % (Aldi 25,4 %) an der eingekauften Weinmenge, konnten sie ihre starke Position noch einmal um 3,1 % ausbauen. Der gesamte Lebensmittelhandel kann mittlerweile 76 % aller in Deutschland eingekauften Weine auf sein Konto verbuchen. Leichte Absatzrückgänge um 1 % verzeichneten in den ersten sechs Monaten dieses Jahres der Fachhandel, der Direktbezug sowie die übrigen Einkaufsstätten.

Die Veränderungen im Einkaufsverhalten der Deutschen haben auch in der Weinpreisentwicklung ihre Spuren hinterlassen. "Angesichts von Durchschnittspreisen, die sich zwischen 1,41 € je Flasche (0,75 l) im Discount (Aldi 1,74 €) und 2,00 € je Flasche in den Verbrauchermärkten bewegen, ist es nicht verwunderlich, dass der durchschnittliche Einkaufspreis für alle Weine in Deutschland leicht um 6 Cent auf 2,12 € je 0,75 l gesunken ist", fasst Armin Göring die Preissituation zusammen. Besonders erfreulich ist für ihn, dass deutscher Wein seine Preisführerschaft in diesem stark umkämpften Markt weiterhin behaupten konnte: Mit durchschnittlich 2,37 € je 0,75l-Flasche waren deutsche Weine im Mittel 44 Cent teurer als ausländische Gewächse. Besonders ausgeprägt war der Preisabstand beim Rotwein. Hier lag der Preis für eine 0,75l-Flasche heimischen Rotweines mit 2,88 € trotz eines leichten Rückgangs von 6 Cent noch um 81 Cent über dem Durchschnittspreis für ausländische Weine. Gleichzeitig konnte er in diesem Segment seine Marktführerschaft auf rund 30 % Mengenmarktanteil (+ 0,6 %) vor Frankreich mit 24,6 % (+ 2 %) und Italien 16,5 % (unverändert) weiter ausbauen. Deutsche Weißweine zeigten – auf einem niedrigeren Niveau von 2,16 € - eine größere Preisstabilität (- 1 Cent). Für einen dreiviertel Liter ausländischen Weißwein gaben die Weinkunden hierzulande durchschnittlich 1,69 € aus, was einer Preisdifferenz von 47 Cent zum deutschen Weißwein entspricht.

Rotwein legt weiter zu

Der Rotweinkonsum in Deutschland nimmt weiter zu. Er beläuft sich mittlerweile auf 51,8 Prozent, im Vergleich zu beispielsweise 42,7 Prozent im Jahr 1998. Der Weißweindurst der Deutschen ist in diesem Jahr mit 39,7 % erstmals unter die 40 %-Marke abgesunken, was einem absoluten Mengenrückgang von 8,9 % zum Vorjahreszeitraum entspricht. Bei einem Marktanteil von 62,1 % (- 2,3 %) der konsumierten Weißweine bleiben die heimischen Winzer die mit Abstand beliebtesten Weißweinanbieter im eigenen Land. Ihnen folgen die italienischen und französischen Erzeuger mit 11 % bzw. 6,2 %. Inwieweit sich die gestiegene Riesling-Nachfrage aus dem Ausland auch auf den deutschen Weinmarkt auswirken wird und ob die deutschen Anbieter von diesem Trend profitieren und wieder Marktanteile zurückgewinnen können, bleibt abzuwarten. (Quelle: Pressemitteilung des Deutschen Wein-Instituts). Siehe auch unseren Beitrag Trends beim Weinkonsum".