Gastgewerbe Gedankensplitter


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Sonntag, Dezember 21, 2003

Regelkonform.

Bürokratische Systeme haben ein Problem: Die durch Vorschriften Gegängelten suchen Lücken im Regelwerk und finden immer wieder welche. So nahm während meiner Dienstzeit in der Bundeswehr ein Wehrpflichtiger den so - in Befehlsform - dahin geschwätzten Spruch seines Vorgesetzten "Hauen Sie ab, ich kann Sie nicht mehr sehen!" wörtlich und wurde erst nach drei Tagen von den Feldjägern bei seiner Freundin festgenommen. Das eingeleitete Disziplinarverfahren scheiterte. Stattdessen bekam der Vorgesetzte eine Rüge. Befehl ist Befehl, er hätte es wissen müssen.

An diese Geschichte fühle ich mich beim Lesen des Artikels "Alte Pillen, neue Pillen", in: Spiegel vom 21. Dezember 2003, erinnert. Weil im Rahmen der "Gesundheitsreform" die Kosten rezeptfreier Mittelchen nicht mehr von den Krankenkassen erstattet werden, machen die Hersteller daraus verschreibungspflichtige Medikamente.

Beim Oberbürokraten Gerhard Schröder liegen indes die Nerven blank. Laut dem Spiegel-Artikel "Schröder attackiert Steuerflüchtlinge" hat er durch die Blume dazu aufgefordert, die Produkte von Müller-Milch zu boykottieren. Steuerflüchtige Unternehmer solle man gesellschaftlich ächten. Bezogen auf Theo Müller, den Chef des gleichnamigen bayerischen Milchkonzerns, soll er gesagt haben, solche Fälle könnten ihm den Joghurt verleiden. Daß Genosse Schröder zuviel Rotwein zu sich nimmt, davon hört man ja gelegentlich, aber zuviel Joghurt?