Gastgewerbe Gedankensplitter



Dienstag, September 30, 2003

Retro-Food.

Der Spiegel schreibt über die Marktchancen längst vergessener Produkte: "Die Welt als Welle" (via edings.de).

Als Retro-Food bezeichnet man Speisen, die in den Jugendtagen der heutigen Erwachsenengenerationen en vogue gewesen sind. Beispiele aus den 50er, 60er und 70er Jahren sind
  • Schaschlik
  • Hausgemachte Gulaschsuppe
  • Hawai-Toast (damals ist auch das Lied "Es gibt kein Bier auf Hawai" Ausdruck der Sehnsucht nach fernen Ländern gewesen)
  • Russische Eier
  • Französische Zwiebelsuppe
  • Paprikaschnitzel
  • Wiener Würstchen
  • Roter Heringssalat
  • Strammer Max usw.
Auch bei den Getränken kommen bestimmte Marken, gezielt relauncht oder auch spontan, wieder. Siehe dazu "Retro-Food durch sechs Jahrzehnte", einem Teil einer Diplomarbeit von Udo Roos an Bergischen Universität Gesamthochschule Wupperta in Kommunikationsdesign bei Prof. Susan Lamèr & Prof. Dr. Heiner Mühlmann. In Vorbereitung ist eine Retro-Food-Seite des Stadtwirts Hofer in München, bei dem "natürlich" auch "Russische Eier" auf der Speisekarte stehen.

Virtueller Weinberater.

Die Bamberger WebDa Medien GmbH hat für die Coburger Pizzeria "Milano", die online auch Weine verkauft, einen "virtuellen Weinberater" entwickelt, der zu den Speisen, die in der Pizzeria angeboten wird, je einen Wein empfiehlt. Zu einer Pizzza Funghi wird z.B. ein trockener Valpolicella Classico empfohlen. Die Website der Pizzeria wurde beim Regionalentscheid Mittelstand geht online" mit einem dritten Preis ausgezeichnet. Die WebDa Medien GmbH hat auch Websites für einige fränkische Hotels entwickelt.

Frankfurter Buchmesse.

Ich besuche die Frankfurter Buchmesse 2003 vom 8.-13. Oktober 2003 am Samstag, 11. Oktober 2003, und bitte Verlage mit Produkten, die für das Gastgewerbe interessant sind, um Informationen, die mich veranlassen könnten, ihren Stand zu besuchen.

3 zu 1 laeuft nicht.

Ein Außendienstmitarbeiter von Interbrew wollte mir Campari Mixx 3 zu 1 auf's Auge drücken. Also 24 Flaschen gratis, wenn ich 72 Flaschen abnehme. Ich habe ihm klar gemacht, daß ich bei Produktneueinführungen, von denen ich nicht selbst überzeugt bin, nur eine Gratiserstbestückung akzeptiere. Campari-Grapefruit verkaufen wir selbst gemixt seit 1983 und können auf ein überteuertes Surrogat wirklich verzichten.

Zu diesem Produkt gibt es ein früheres Posting.

Montag, September 29, 2003

Ein Café für den Friedhof.

Pflegewissenschaftler der Universität Witten/Herdecke gaben im Rahmen eines Gesprächskreises, den das Institut für Pflegewissenschaften am 21. September in Berlin ausgerichtet hat, Impulse für Trauerkultur. Die allgemeine Einrichtung von Cafés auf Friedhöfen, verbunden mit geistlichen oder psychologischen Hilfsangeboten, gehört zu den Vorschlägen der Pflegewissenschaftler, um den Trauernden einen Ort des Trostes und der Begegnung bereitzustellen. (Quelle: Pressemitteilung "Ein Café für den Friehof" der Universität Witten/Herdecke vom 19. September 2003).

Kongress "Nordrhein-Westfalen tischt auf".

Im März 2004 veranstaltet die Universität Witten/Herdecke einen Kongress "NRW tischt auf", eine Plattform in Sachen Nahrungsmittel, berichtet die Westdeutsche Allgemeine Zeitung vom 29. September 2003: "Wittener Universität tischt regionale Küche auf".

InterWhisky 2003.

Vom 21. bis 23. November 2003 findet die Whisky-Ausstellung InterWhisky 2003 im Hotel InterContinental Frankfurt am Main statt. Diese Kombination aus Fachausstellung und Kulturprogramm findet unter dem Patronat des BSI - Bundesverband der Deutschen Spirituosen-Industrie und- Importeure statt. Es sind nicht nur zahlreiche große Marken wie z.B. Ballantine´s, Johnnie Walker, Glenfiddich, und Firmen, die ihre Produkte ausstellen, sondern auch viele kleine Destillerien aus dem schottischen Hochland und von den Inseln mit echten Raritäten. Vorträge namhafter internationaler Whiskykenner, Seminare und Degustationen runden das Programm ab. Mitglieder der Deutschen Barkeeper-Union mixen mit dem "Wasser des Lebens". Experten referieren über die idealen Kombinationen von Zigarren und Whisk(e)y. (Quelle: Pressemitteilung des Veranstalters).

Essen non-stop.

Dr. phil. Manuel Schneider ist Publizist und Leiter des Projektbüros "!Make Sense!" in München. Im Rahmen des 9. Schweizer Gastronomie-Symposions in Basel am 20. November 2003 hält er einen Vortrag zum Thema "Essen in der Non-Stop-Gesellschaft. Über Lebensmittel und Lebensqualität".

Schweizer Gastronomie-Symposium 2003.

Das 9. Schweizer Gastronomie-Symposium 2003 findet am 20. November 2003 im Kongresszentrum Basel statt.

European Hospitality Forum: "Branding for profit – mehr Erfolg mit starken Marken".

Am 24. November 2003 findet im Kongresszentrum Basel das "European Hospitality Forum" statt. Auf dem Programm stehen spannende Referate:
  • Matthias Horx, der bekannte Trendforscher wird zum Auftakt den Hotelgast im Jahr 2010 porträtieren und seine Bedürfnisse aufzeigen.
  • Prof. Dr. Franz-Rudolf Esch, Universitätsprofessor für Betriebswirtschaftslehre mit dem Schwerpunkt Marketing an der Justus-Liebig-Universität Giessen und Direktor des Instituts für Marken- und Kommunikationsforschung, konzentriert sich auf das Hauptthema und erläutert die Bedeutung einer konsequent umgesetzten Markenstrategie.
  • Nach dem Lunch, der vom Fachverband FBMA organisiert wird, zeigt Prof. Birgit Mager, selbstständige Beraterin für Service Design, wie Hotelmarken spannend und überraschend inszeniert werden können.
  • An der anschliessenden Podiumsdiskussion kommen Spezialisten zum Zug, die sich in ihrer Tätigkeit praxisnah mit Branding-Fragen beschäftigen:
    • Prof. Birgit Mager, selbstständige Beraterin für Service Design
    • Adrian Ort, COO der Cerruti Hotels, einer neuen Lifestyle-Hotelmarke des Hauses RezidorSAS
    • Steffen Weidemann, Werbe- und Diplomkaufmann und, als Geschäftsführer und Vorstandsmitglied verschiedener grosser Hotelketten für Marketing und Branding verantwortlich
    • Dominique von Matt, Inhaber der gleichnamigen Werbeagentur, Werber des Jahres 2002 und Präsident des Branchenverbandes BSW (Bund Schweizer Werbeagenturen).
Zum ersten Mal wird ein Forschungsteam der Ecole hôtelière de Lausanne, bestehend aus Professoren und Studenten, die Resultate einer repräsentativen Umfrage zum Thema Branding präsentieren. Das Ziel der Studie besteht hauptsächlich darin, unabhängigen Hotelunternehmen in Europa eine fundierte Grundlage zu liefern und sie bei ihren strategischen Entscheidungen im Zusammenhang mit Brandingfragen wirkungsvoll zu unterstützen. Die meisten europäischen Hotels sind kleine und mittlere Unternehmen. Im Rahmen der Studie wird der Frage nachgegangen, wie weit diese Betriebe Branding bereits als festen Bestandteil ihrer Unternehmensstrategie verstehen. Im Weiteren wird der Einfluss von Markenstrategie-Entscheiden auf das Unternehmensergebnis untersucht und ihr Potential, ihre Risken und Chancen identifiziert. Ist Branding bei kleinen und mittleren unabhängigen Hotelbetrieben ein Erfolgsfaktor? Welche Markenstrategien sind denkbar? Welche Faktoren sind vorgängig zu berücksichtigen? Antworten auf diese Fragen werden am Forum vorgestellt.

Interaktive Restaurant-Gestaltung.

Mahlzeit ist das Diplomprojekt von Marc Dietrich und befasst sich mit dem Einsatz interaktiver Systeme im Gastraum. Auf der IGEHO, der Internationalen Fachmesse für Gemeinschaftsgastronomie, Hotellerie und Restauration, vom 21. - 25. November 2003 in Basel werden die in Zusammenarbeit mit Künstlern, Designern, Architekten und Musikern erarbeiteten Interaktionsexponate vorgestellt. Zentrales Thema ist die Veränderung von gastronomischen Räumen durch Licht, Materialien, Geräusche und Bilder. Das Projekt stellt zugleich eine Kritik dar an der bis heute weitestgehend statischen Herangehensweise bei der Gastaltung des Ambientes von Restaurants, bei der die Interaktion mit den Gästen, also die Wirkung des Raumes auf die Gäste und durch die Gäste vernachlässigt worden ist.

Ein im Rahmen des Projektes entwickeltes Produkt ist die "Raumstimme". Gäste können seitlich der Eingangstür neben der Speisekarte in die Atmosphäre eines Restaurants hineinhorchen und Geräusche, Musik und Gesprächsfetzen wahrnehmen.

Ein weiteres Produkt ist das interaktive Licht-Leitsystem "Lichtweg". Die Gäste werden am Eingang des Restaurants empfangen und an einen ausgewählten freien Tisch geleitet.

Beim "Tapetenwechsel" erscheinen abhängig von der Menüwahl der Gäste auf der "Tapete" Gedanken und Weisheiten von Schriftstellern und Philosphen zu den ausgewählten Mahlzeiten oder Nahrungsmitteln.

"Durchsicht" vertreibt die Langeweile beim Warten auf einen freien Tisch. Die Gäste warten in einem Eingangsbereich, der duch milchglasähnliche Wand vom Gastraum getrennt ist. Das Milchglas wird bei Berührung transparent und ermöglicht dem Gast für einen kurzen Moment den Blick in das Restaurant.

Samstag, September 27, 2003

Jamie Oliver in deutscher Fernsehpremiere bei RTL II.

Ab dem 27. September zeigt RTL II jeweils samstags um ca. 11:15 Uhr sieben Folgen der britischen Erfolgssendung "Jamie's Kitchen" von Jamie Oliver in deutscher Erstausstrahlung.

Der britische Kochkünstler Jamie Oliver hat sich diesmal viel vorgenommen. Er will seine unkomplizierte, aber raffinierte Art zu kochen an 15 junge Arbeitslose weitergeben und mit ihnen ein neues Restaurant im Londoner East End aufbauen. Das Restaurant soll keinen Profit bringen, sondern den Jugendlichen wieder eine Perspektive im Leben geben. Die neue Serie "Jamie's Kitchen" dokumentiert Jamies außergewöhnliches Projekt: von der Auswahl seiner Lehrlinge, über deren erste Kochversuche bis hin zur Eröffnung des neuen Restaurants. Doch dabei kommen natürlich Jamies unkonventioneller Koch-Style und seine originellen Rezepte nicht zu kurz. Die Folgen:
  • Die Bewerber
  • Die Ausbildung beginnt
  • Die Prüfung
  • Das Praktikum
  • Die große Eröffnung
  • "Fifteen" - Die Erfolgsstory
  • Die neuen Bewerber
(Quelle: Pressemitteilung von RTL II).

Unser Tipp: Es ist zu erwarten, daß die auch bei jugendlichen populäre Sendung zu einem Nachfragschub nach Ausbildungsplätzen für gastgewerbliche Berufe, vor allem für Köche, führt. Nutzen Sie, wenn Sie bislang ohne Erfolg Auszubildende gesucht haben, die Sendefolge zu Aktionen vor Ort, neue Auszubildende zu finden. Wenn Sie vor Ort eine solche Aktion planen, schreiben Sie uns bitte. Wir stellen Ihre Aktion dann gerne vor.

Das Buch zur Sendung "Jamie's Kitchen. As seen on channel four gibt es seit kurzem auch auf deutsch: "Jamie's Kitchen. Neue geniale Rezepte vom Naked Chef".

Freitag, September 26, 2003

Alexa.

Wollen Sie herausbekommen, welche Websites Links auf Ihre Website gesetzt haben? Sie können dazu auch Alexa.com verwenden. Tragen Sie in das Suchfeld den Namen Ihrer oder einer anderen Domain ein, die Sie untersuchen wollen, und setzen Sie "link:" davor (etwa: link:abseits.de). Sie erhalten als Ergebnisseite eine Liste mit Links auf die angegebene Domain. Die Links stammen von der Suchmaschine Google, werden aber nach dem Traffic der Website sortiert, den Alexa.com ermittelt hat. Anders ausgedrückt: Die Links werden nach der Bedeutung der Website, auf der ein Link gefunden wurde, sortiert.

Wenn am Anfang Kataloge wie Yahoo oder das Open Directory Project auftauchen, ist dies ein gutes Zeichen. Dann wurde Ihre Website von der Redaktion dieses Katalogs verlinkt. Ein solcher redaktioneller Eintrag bringt nicht nur direkt mehr oder weniger Besucher auf Ihre Website, er verbessert indirekt auch das Ranking Ihrer Site in Suchmaschinen, da die Algorithmen der Suchmaschinen solche Links besonders positiv bewerten.

Ein Eintrag im Open Directory Project ist besonders wertvoll, da der Inhalt dieses Kataloges von sehr vielen Webseiten ganz oder teilweise syndiziert (zweitverwertet, übernommen) wird. Eine Liste der Seiten von Abseits.de, die im ODP gelistet sind, finden Sie unter http://search.dmoz.org/cgi-bin/search?search=abseits.de. Für eine Analyse Ihrer eigenen Website ersetzen Sie einfach den Ausdruck "abseits.de" durch Ihre Domain.

Corporate Identity.

Der Lütt´n Grill - Imbiss Delüx in Hamburg hat die Agentur Weissraum beauftragt, ein Corporate Identity für den Lütt´n Grill zu entwickeln. Das neue Unternehmensbild umfaßt neben der Gestaltung der Gasträume und des Lütt´n Grill Mobil (ein durch und durch gestylter Renault Kangoo) auch die Internetseiten (via Lütt'n Grill Newsletter). Einen Blick wehrt ist auch das Glaubensbekenntnis des Lütt'n Grill.

Google-Toolbar mit deutscher Benutzeroberflaeche.

Die Google-Toolbar stehe jetzt auch mit deutschsprachiger Benutzeroberflaeche zur Verfügung, schreibt Heise.de: "Deutsche Google Toolbar 2.0 für den Internet Explorer".

Aus meiner Sicht ist ein wesentlicher Vorteil der Google-Toolbar, daß man sich den Pagerank besuchter Seiten sofort anzeigen lassen kann. Alternativ kann man ein Tool von Webrankinfo.com zur annäherungsweisen Berechnung, genauer: Schätzung, des Google Pageranks verwenden.

Pagerank ist ein von Google verwendetes Verfahren, bei der im Unterschied zu früheren Verfahren zur Berechnung der Linkpopularität einer Website, bei der jede Webseite (page) einzeln bewertet wird, alle Webseiten (pages) einer Website (site) eingehen und auch die internen Links zwischen den Webseiten der eigenen Website berücksichtigt werden.

Pagerank ist ein grober Indikator für für die Suchmaschineneignung einer (eigenen oder fremden) Webseite. Er liefert damit Anhaltspunkte dafür,
  • welche eigenen Seiten man eventuell verbessern sollte,
  • für welche fremden Seiten gleicher Thematik man sich um einen Link auf die eigene Website bemühen sollte, wobei bei gleichem Pagerank eine Seite mit weniger Links günstiger ist, weil sich dann der Pagerank dieser Seite auf weniger Seiten verteilt.
  • zur Beobachtung der Webseiten von Konkurrenten und zum Vergleich der Suchmaschineneignung eigener Seiten im Vergleich zur Konkurrenz.
  • auf welchen thematisch passenden Seiten sich eventuell zu inserieren lohnt.
Mehr über Pagerank auf der Website at-web.de von Klaus Patzwaldt.

Vorlage fuer einen Geschaeftsplan.

Die Akademie.de stellt in einem neuen Beitrag "Businessplan-Vorlagen" das kostenlose, nicht branchenspezifische Planungswerkzeug "Businessplan Version 3.1" von der Unternehmensberatung "Zanni&Partner" vor. Mehr über Business-Pläne.

Uebersee im Museum.

Bernd Schneider berichtet in den "Bremer Nachrichten" vom 26. September 2003 über die gerichtlichen Auseinandersetzungen zwischen Ullrich Mickan, dem Pächter des Restaurants "Übersee im Museum" im Bremer Übersee-Museum, und der Stadt Bremen: "Aus für 'Übersee im Museum'.

Donnerstag, September 25, 2003

Soylent Green.

In der rentenpolitischen Debatte um den demografischen Faktor wird gelegentlich - so von Heiner Geißler gestern abend im Fernsehen - auf "Soylent Green" angespielt, einen Science-Fiction-Film, in dem Menschen, die das Rentenalter erreichen, eingeschläfert und zu grünlichen Lebensmittel-Tabletten verarbeitet werden.

Einen Schritt hin zu dieser modernen Lebensmittel-Technologie ist man in Nebraska gegangen. Laut einer Meldung der New York Times ("Cheeseburger and Fries, Wrapped Up in One") erfreuen sich dort frittierte Stäbchen aus Fleisch und Käse, die geschmacklich an Cheeseburger erinnern, großer Beliebtheit und werden bereits in Nebraska, Minnesota und Texas gefuttert, auch in Schulkantinen. Siehe dazu auch einen Artikel von CNN mit Hintergrundinformationen: "Chicken McNuggets, move over!" vom 23. September 2003.

21 000 Bananen, 12 000 Kiwi, 100 Wassermelonen.

Angelika Brecht-Levy stellt in der Frankfurter Rundschau vom 25. September 2003 die Fruchtimportgesellschaft Canellas vor: "Frisches Obst und Gemüse aus dem Internet".

Mittwoch, September 24, 2003

Kulinarische Kalender 2004, zweiter Teil.

Fast dreitausend deutschsprachige Kalender für das Jahr 2004 werden angeboten. Ein paar haben wir bereits im Juni dieses Jahres empfohlen. Weitere Angebote:

Knoedel.

Sachen gibt's:
  • Die "Münchner Knödelei" auf dem Oktoberfest verwendet laut einer Meldung von Fokus Online quadratische Knödel, weil die weniger rollen und Teller mit Knödel deshalb sicherer zu transportieren sind.
  • Die Firma Burgi offeriert "Soß mit Kloß". Klößen wird die Bratensoße herstellerseitig injiziert. Die Soße ist deshalb bei der Ausgabe einfach portionierbar (weil schon drin). Die Klöße können leichter serviert werden, weil die Sauce nicht über den Tellerrand fließen kann. Aber man sollte beim Verzehr aufpassen (bzw. die Gäste warnen). Wer in die Knödel sticht, riskiert eine Saucen-Fontäne. Deshalb sollte man diese Knödel durch schneiden oder mit dem der Gabel vorsichtig halbieren, damit sich die Sauce sanft ergießen kann. "Soß mit Kloß" wurde mit großem Erfolg bei einer Massenspeisung anläßlich des 1. Bamberger Weltkulturerbelaufs am 4. Mai 2003 verwendet.
Der umgangssprachliche Ausdruck "Kloß mit Soß" findet sich übrigens auf vielen Speisekarten fränkischer und bayerischer Gaststätten. Es ist ein meist preisgünstiges Essen für Kinder aber auch solche Gäste, die sich ein Fleischgericht nicht leisten können oder kein bzw. nicht soviel Fleisch essen mögen.

Von Gaunern und Spammern.

Kevin Restivo berichet in der National Post vom 22. September 2003 über Spammer, die Internetzugänge in Hotels dazu mißbraucht haben, Spam-Mails zu versenden: "Checking in with the hotel spammers".

Die Kötzinger Zeitung berichtet am 19. September über Gauner, welche sich den Zugang zu Telefonen in Gaststätten erschlichen und sie dazu benutzt haben, um eigene, teure 0900-Nummern auf Kosten der Gaststätten anzurufen: "Hilfsbereitschaft schamlos ausgenutzt: Drei Jugendliche wälten in Gaststätten 0900-er Nummer - 500 Euro ergaunert".

Dienstag, September 23, 2003

Fleissige Millionaere.

Laut einer Meldung der Welt vom 22. Septembert 2003 habe der Sprecher des Bundesfinanzminsteriums im ZDF gesagt, die Bundesregierung wolle steuerfreie Nacht- und Sonntagszuschläge für gehobene Einkommen streichen. Die neue Regelung soll am Arbeitslohn pro Stunde ansetzen, um Einkommensmillionäre zu treffen.

Laut einer Meldung von Reuters soll die Steuerfreiheit von Nacht-, Feiertags- und Sonntagszusschlägen ab einem Stundenlohn von 50 Euro gestrichen werden.

Wenn man 50 Euro pro Stunde verdient, muß man 20.000 Stunden jährlich arbeiten, um ein Einkommen von einer Million brutto zu verdienen, also knapp 55 Stunden am Tag, selbst wenn man keinen einzigen Tag nicht arbeitet. Jetzt verstehe ich, warum das Bundesfinanzministerium das mit den Haushaltsplänen nicht hinbekommt...

Esskultur.

Tobias Döring, Markus Heide und Susanne Mühleisen, eds.: "Eating Culture: The Poetics and Politics of Food. Critical Interventions in Cultural Studies", American Studies – A Monograph Series, 106, Juni 2003.

Soziologie der Gastronomie.

In ihrem Aufsatz "Institutional Change in Toque Ville: Nouvelle Cuisine as an Identity Movement in French Gastronomy" beschreiben Hayagreeva Rao, Phillipe Monin und E.M.Lyon, Department of Management and Organizations, Kellogg School of Management, Northwestern University, Evanston, die Veränderung in den Küchen von Sterne-Restaurants in den 60er Jahren weg von den Prinzipien der klassischen französischen Restaurantküche im Geiste eines Auguste Escoffiers hin zur "Nouvelle cuisine".

Dieser Aufsatz, der auch im "American Journal of Sociology" (Vol. 10, 2003) veröffentlicht worden ist, wird von Jürgen Kaube in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung vom 21. September 2003 besprochen, zusammen mit einem Aufsatz von Priscilla P. Ferguson: "A Cultural Field in the Making: Gastronomy in 19th-Century France." American Journal of Sociology 1998, 104: 597-641. Der Artikel in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung mit dem Titel "Die Soziologie der 'Nouvelle Cuisine'" ist leider nur kostenpflichtig verfügbar.

In Bayern kommen die meisten auslaendischen Gaeste aus den USA.

Im Jahr 2002 entfielen von den 40,7 Mill. Übernachtungen ausländischer Gäste in deutschen Beherbergungsstätten mit 9 oder mehr Betten und auf Campingplätzen mehr als die Hälfte (52%) auf nur drei Bundesländer. Dies teilt das Statistische Bundesamt zum Welttourismustag am 27. September mit. Dabei stand Bayern mit 9,3 Mill. Übernachtungen (23% aller Übernachtungen ausländischer Gäste) mit Abstand an der Spitze, gefolgt von Nordrhein-Westfalen (6,1 Mill. Übernachtungen/15%) und Baden-Württemberg (5,6 Mill./14%).

Von den ausländischen Übernachtungsgästen in Deutschland kamen 2002 die meisten aus den Niederlanden (7,5 Mill. Übernachtungen), aus den USA (4,0 Mill.) und aus dem Vereinigten Königreich (3,5 Mill.). Während in Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg die Niederländer die jeweils größte Gästegruppe bildeten (mit 1,4 Mill. bzw. 0,9 Mill. Übernachtungen), lagen im Freistaat Bayern die Gäste aus den Vereinigten Staaten an der Spitze (1,2 Mill. Übernachtungen).

Montag, September 22, 2003

Weblog rund um Virus-Marketing.

Wenn man einen Gastronomen fragt, ob er "virales Marketing" betreibt, wird er den Fragenden vermutlich für verrückt halten. Vermutlich hat er unsere Seite über Virales Marketing im Gastgewerbe noch nicht gelesen.

Thomas Zorbach ist Experte für Virales Marketing in Deutschland, hat ein Studium an der Universität der Künste Berlin abgeschlossen und arbeitet freiberuflich als Konzeptioner und Texter. Seine Diplom-Arbeit hat er über das Thema "Virus Kommunikation - Aspekte epidemischer Verbreitungsprozesse im Internet" (zusammen mit Vera Krausse) geschrieben und arbeitet bei der Entwicklung viraler Kampagnen mit. Thomas Zorbach füttert seit Mai 2003 auch ein Weblog mit aktuellen Informationen rund um das Thema Virus-Marketing.

Backe backe Kuchen.

Was macht ein wackerer Sozialdemokrat, wenn ihm die bayerischen Wähler auf die linke Backe hauen? Er hält die rechte hin. SPD-Generalsekretär Olaf Scholz hat dem Präsidium der SPD am Montag nach der bayerischen Landtagswahl den Entwurf des Leitantrages "Das Wichtige tun - Wege zu einem neuen Fortschritt" (PDF) für den Bundesparteitag vom 17.-19. November in Bochum vorgelegt.

Peterstaler Pro-Balance.

"Peterstaler Pro-Balance" von der Peterstaler Mineralquellen GmbH im Schwarzwald enthält neben natürlichem Mineralquelle zugleich sechs Vitamine: Niacin, Pantothensäure, Folsäure, Biotin, Vitamin B6 und B12 sowie Wirkstoffe aus Malve, Melisse, Hibiskus und Ginkgo. Erhältlich ist das Wellnessgetränk im leichten 9 x 1,0-Lliter-PETcycle-Pfandkasten. Angeboten werden zwei Geschmacksrichtungen: Holunder-Kräuter und Birne-Malve-Melisse.

Sonntag, September 21, 2003

P.F.Chang's China Bistro.

1993 gründete P.F. Chang die Kette P.F. Chang's China Bistro, die sich durch einen besonders aufmerksamen Service und ein umfangreiches Weinangebot auszeichnet. Die ca. 50 offenen Weine werden nach dem Geschmack geordnet angeboten. Neben diesem Voll-Service-Konzept gibt es die Schnellrestaurants "Pei Wei Asian Diner" mit eingeschränktem Service. Ende Februar 2003 gab es 83 Bistros in 28 Staaten der USA und 20 Diners in vier Staaten. Die Aktien dieses Unternehmens werden an der NASDAQ gehandelt (in Deutschland an den Börsen in Berlin und Bremen). Die Marktkapitalisierung beträgt über 1,2 Milliarden US-Dollar.

Paul Lee's Chinese Kitchen.

Die Zeitung St. Petersburg Times berichtet am 21. September 2003 über die Erweiterung des Konzept-Portfolios der Systemgastronomie Kette Outback um Restaurants mit chinesischer Küche: "Outback ladles another cuisine on its plate". Neben den ursprünglichen Steakhäusern wurden früher bereits die Konzepte Carrabba's Italian Grill und Bonefish Grill integriert. Das neue chinesische Konzept nennt sich Paul Lee's Chinese Kitchen. Systemgastronomie mit chinesischer Küche gilt als schwierig, da sie in scharfem Wettbewerb mit Familienbetrieben stehen und Probleme haben, Küchenmitarbeiter zu finden, die bereit sind, mit Woks zu arbeiten.

Samstag, September 20, 2003

EStG § 3b Steuerfreiheit von Zuschlaegen für Sonntags-, Feiertags- oder Nachtarbeit.

In einem Interview des Spiegels mit dem Bundesfinanzminister Hans Eichel (ohne Datum) behauptet der gescheiterte, ehemalige hessische Ministerpräsident, jedem sei klar, dass die steuerfreien Zuschläge nicht für Millionäre gedacht waren. Eichel lügt mal wieder. § 3b des Einkommensteuergesetz befreit die Zuschläge für Sonntags-, Feiertags- und Nachtarbeit unabhängig von der Höhe des Grundlohns und unabhängig von der Höhe des Einkommens oder des Vermögens. Mal abgesehen davon, daß es für einen Finanzminister erstaunlich vor sich hin geschwätzt ist, wenn er nicht zwischen einem Vermögensmillionär und einem Einkommensmillionär unterscheidet, sondern stattdessen SED-populistisch von Millionären spricht. Oder will das Finanzministerium die Steuerfreiheit von Zuschlägen für Sonntags-, Feiertags- und Nachtarbeit wirklich nur für Einkommensmillionäre abschaffen und Steuerpflichtigen mit einem Jahreseinkommen knapp unter einer Million Euro weiterhin gewähren? Werden Bundestag und -rat der Bundesregierung auf dem Weg folgen, ständig wegen einzelner Fälle wie Florida-Rolf oder einiger Profifußballer die Gesetze zu ändern, nur weil irgendwelche Boulevardjournalisten mal wieder die Backen aufblasen und die Mitglieder unserer Bundesregierung lieber diese Blödzeitungen lesen als Akten zu studieren?

Beschäftigte im Gastgewerbe werden voraussichtlich von der beabsichtigten Änderung des Einkommensteuergesetzes dank niedriger Einkommen nicht betroffen sein.

Echt steirisch.

Unter den eingetragenen Markenzeichen "echt steirisch" haben sich seit mehr als einem Jahre Wirte und Landwirte der Steiermark zusammengefdunden, um regionale Produkte gemeinsam zu steirischen Spezialitäten zu veredeln. Die Zubereitung dieser Speisen erfolgt ausschließlich mit frischen, der Jahreszeit entsprechenden landwirtschaftlichen Produkten aus der Region. Getragen wird die Initiative vom Land Steiermark, von der Wirtschaftskammer und der Landwirtschaftskammer, den Firmen Eurogast Nussbaumer und Fleischwerke Schirnhofer sowie der Kleinen Zeitung und dem MesseCenterGraz. Landwirte, Wirte und Hoteliers haben sich einem Kodex verpflichtet, in dem alle Bedingungen, die ein echt steirisches Gericht erfüllen muss, festgehalten sind. Jeder Wirt, der Gerichte mit dem Hinweis „echt steirisch“ anbietet, ist seinen Gästen gegenüber ebenfalls diesem Kodex verpflichtet.

Kulinarische Entdeckungsreise durch Franken.

Im Oktober erscheint in der Reihe "Kulinarische Entdeckungsreisen" des Umschau Buchverlages der Band "Eine kulinarische Entdeckungsreise durch Franken" von Christin Kasri und Silke Martin.

Baustellen.

Daß man als Gastwirt und noch mehr als Hotelier darauf achten sollte, ob in der Nähe seines Objektes Baumaßnahmen geplant werden. Der Hotelier verlor seinen Prozeß vor dem Oberlandesgericht Hamm, weil er sich nach Meinung des Gerichts schon bei der ersten Planung einer Baumaßnahme gegen das Vorhaben zur Wehr hätte setzen müssen. "Wirt gibt Kampf gegen Land auf", in: Westdeutsche Allgemeine Zeitung vom 19. Septemberg 2003.

Mir drängt sich die Frage auf, ob man den betroffenen Hotelier nicht über die geplanten Baumaßnahmen hätte informieren müssen? Schließlich kann man als Nichtsesselfurzer sich nicht ständig über alle geplanten Baumaßnahmen im Umfeld informieren, solange sie nur auf dem Papier stehen. Und wie soll man als Laie erkennen, wieviel Lärm und Schmutz abstrakt beschriebene Baumaßnahmen verursachen und wie lange und intensiv sie den Verkehr und Gästezugang behindern?

Boersengang von australischen Pubs.

Das Wirtschaftsblatt berichtet am 19. September 2003: "Australische Brauerei Foster's bringt Pubs an die Börse"

Dialog im Dunkeln.

Über "Unsicht-Bars" und ähnliche dauerhafte oder temporäre Konzepte in Köln, Berlin, Zürich, München und Bamberg haben wir bereits im April berichtet. Jetzt habe ich in Ghostway Net einen Hinweis auf die Wanderausstellung Dialog im Dunkeln gefunden, in deren Rahmen auch ein "Dinner in the dark" angeboten wird. Sie gastiert nicht nur bis 2005 noch in Hamburg sondern auch vom 2. September bis 30. November in Rendsburg und vom Oktober 2003 bis Januar 2004 in Fulda.

Freitag, September 19, 2003

Standortsuche per Postleitzahl.

Yahoo.com hat in seine Suchfunktion die Suche nach Zip-Codes (vergleichbar mit den deutschen Postleitzahlen) integriert. Wenn man z.B. nach "95035 pizza delivery" sucht, werden drei Pizzerien im Umkreis vor den folgenden Suchergebnissen angezeigt. Die Einträge werden aus den Yahoo Yellow Pages generiert, wo es neben den kostenlosen Standardeinträgen auch Sponsered Business Pages gibt, also kostenpflichtige Einträge mit einer verbesserten Werbewirkung in drei Leistungsstufen gibt, die 25 bis 60 US-Dollar monatlich kosten für einen Eintrag pro Stadt.

In Deutschland konkurrieren auf diesem Markt die Anbieter klassischer Branchentelefonbücher wie die Gelbe Seiten mit reinen Online-Branchenbüchern wie Yellow Map AG und Suchmaschinen, bei denen die Integration von "Location Based Services" ansteht. Yellowmap.de kooperiert u.a. mit Hotel.de und erlaubt die Suche nach Hotels dieser Datenbank rund um eine bestimmte Adresse, z.B. den Standort des Nutzers oder einen Standort, den er besuchen will, z.B. eine Messse.

Zufriedenheit mit Online-Buchen von Hotelzimmern.

Web Mystery Shoppers hat zwei kostenpflichtige Studien erstellt über das Online-Buchen von Hotels und Flügen. Obwohl danach das Buchen von Hotelzimmern einfacher ist als das von Flügen, weil weniger Optionen ausgewählt werden können, gibt es dennoch Mängel beim Online-Buchen von Hotels. Z.B. erhalten beim Ausfüllen von Formularen 15% aller User Fehlermeldungen (nur 3% beim Buchen von Flügen). Die Zufriedenheit der Nutzer von Hotelbuchungsverfahren ist jedoch groß. Wenn man die Nutzer fragt, ob sie die entsprechenden Websites Freunden weiterempfehlen würden (mit dieser Formulierung umschreibt man geschickt eine Frage, die eigentlich auf die eigene Zufriedenheit des Kunden zielt), anworten die Nutzer im Durchschnitt mit 4,25 (auf einer Skala von 1 bis 5, wobei 5 der beste Wert ist). Für Frustrationen sorgen u. a.:
  • unzureichende Information über die anfallenden Kosten,
  • Ergebnislisten, die nicht nach Preisen sortiert werden können
  • Fehlende Stadtpläne, auf denen man sehen kann, wo der Standort des Hotels und wo sich die Touristenattraktionen befinden bzw. solche Einrichtungen, die für Geschäfstkunden interessant sind wie z.B. Messen.
  • Fehlende Informationen über eventuell anfallende Steuern, Kurtaxen und andere Gebühren, so daß der Betrag, der z.B. per Kreditkarte abgebucht wird, nicht ersichtlich ist.
  • Fotos der Hotelzimmer, die belegt werden können, fehlen. Oft werden nur Fotos von irgendwelchen Zimmern gezeigt, ohne daß klar wird, wie das zu buchende Zimmer selbst aussieht.
(via Hotelmarketingnews.com).

Donnerstag, September 18, 2003

Messer, Gabel, Schere, Licht, fehl'n in vielen Kuechen nicht.

Von vielen Konservativen wird Finger Food als Verfall der Eßkultur beklagt. Historisch gesehen ist selten mit Messer und Gabel gegessen worden und ohnehin nur in einem Teil der Welt. In vielen Kulturen wird seit jeher mit den Händen gegessen. Mehr als doppelt soviel essen mit Stäbchen statt mit Messer und Gabel.

Messer, Gabel und Löffel sind ursprünglich Küchenwerkzeuge gewesen, mit denen man Speisen zubereitetet und serviert hat. Messer wurden dann im Laufe der Zeit auch zu Tisch benutzt, Speisen zu zerteilen, die man anschließend mit den Fingern aß. Messer und Gabel sind dabei persönlicher Besitz gewesen; man brachte sie zum Essen mit, so ähnlich wie es heute noch Soldaten im Kampfeinsatz machen. Die Gabel wurde erstmals Anfang des letzten Jahrtausends urkundlich erwähnt und setzte sich erst im 18. Jahrhundert durch, etwa zeitgleich mit der Etablierung von Restaurants und der bourgoisen Lebensweise.

Jürgen Mauser hat eine umfangreiche Sammlung von Löffeln von Fluggesellschaften angelegt und seit 1999 unter loeffel-der-luefte.de online gestellt.

Die WMF informiert über Besteck. Stilepochen. Interessant ist auch ein Blick in das Deutsche Klingenmuseum in Solingen.

Kauft Interbrew die Spaten-Loewenbraeu-Gruppe?

Die Bremer Nachrichten beziehen sich auf eine Meldung des Branchenmagazins "Inside": "Interbrew will Spaten-Löwenbräu" vom 18. September 2003.

Zur Spaten-Löwenbräu-Gruppe gehört u.a. Franziskaner, mit 0,9 Hektoliter p.a. die drittstärkste Weißbiermarke in Deutschland. Der belgischen Interbrew fehlt noch eine Marke mit deutschem Weißbier, die sich auf dem Weltmarkt durchsetzen könnte. Die belgische Weißbiermarke Hoegaarden White gehört ihr zwar schon und wird als "global strategic speciality brand" behandelt. Belgisches Weißbier ist jedoch anders positioniert. Die Marke Paulaner (mit 1,0 Hektoliter p.a.) hat sich schon Heineken über eine Beteiligung gesichert. Schneider ist angeblich unverkäuflich und über den Marktführer Erdinger (1,4 Hektoliter p.a.) wird einiges gemunkelt.

Papiertraeume.

Manche Aktionen, die sich Tourismus-Experten ausdenken, gehen an den Bedürfnissen der lokalen Gastronomie vorbei. "Kein 'Herbst im Nassauer Land'", in: Wiesbadener Kurier vom 18. September 2003.

Inlandstourismus im Juli 2003: – 4% Gaesteübernachtungen.

Nach vorläufigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes wurden im Juli 2003 in Deutschland 40,0 Mill. Gästeübernachtungen gezählt, 4% weniger als im entsprechenden Vorjahresmonat. Nach Kalender- und Saisonbereinigung der Daten (Berliner Verfahren 4 – BV 4) liegt der Rückgang gegenüber Juni 2003 ebenfalls bei 4%. Die Angaben umfassen sowohl Übernachtungen in Beherbergungsstätten (mit neun oder mehr Betten) als auch auf Campingplätzen (Touristikcamping). Der Rückgang der Gästeübernachtungen im Juli 2003 ist ausschließlich auf das Reiseverhalten inländischer Gäste zurückzuführen (34,4 Mill. Übernachtungen: – 5% zum Jahr 2002). Die Zahl der Übernachtungen von Gästen aus dem Ausland stieg dagegen um 3% auf 5,6 Mill.

Mittwoch, September 17, 2003

Polnische Saftdrinks.

Die polnische Tymbark S.A., ein bedeutender Hersteller von Fruchtgetränken in Polen, bringt seine Marke "Kubus" auf den deutschen Markt, ein Kindergetränk in 0,33 l-Flaschen und 0,2 l-Tetra-Packs mit den Sorten Birne-Apfel, Himbeere-Apfel, Pfirsich-Apfel und Banane-Apfel. Siehe: "Fruchtige Karotten für große und kleine Entdecker" vom 16. September 2003.

Hoffnungsschimmer in der Oberlausitz.

Manche Regionen reagieren vergleichsweise schnell, oder sagen wir mal nicht ganz so lahm wie andere, auf die Herausforderungen der EU-Erweiterungen. Die Lausitzer Rundschau online berichtet am 17. September 2003 über einen "Hoffnungsschimmer in der Lausitz". Die Oberlausitz sei die einzige Region, in der das Gastgewerbe schwarze Zahlen schreibe. Und der EU-Beitritt Polens und Tschechiens bringe Leben in die Region.

Mini-Woerterbuch auch fuer tschechisch.

Rund 250 Ausdrücke in fünf Sprachen hat die Industrie- und Handelskammer (IHK) in einem kostenlosen Gastronomie-Wörterbüchlein zusammengefasst. Übersetzt werden die Begriffe ins Englische, Französische, Italienische und Tschechische. 20 Kategorien gibt es - von der Aufführung alkoholischer Getränke über Nachtisch bis hin zu Vorspeisen.Das Heft ist in einer Auflage von 150 000 Stück erschienen und kann kostenlos bei der IHK für Niederbayern in Passau unter Tel. 0851/507-271 oder per Mail an pfaffinger@passau.ihk.de angefordert werden.

Zielgruppe: Tschechische Gastronomie.

Abseits.de hat mit einem Artikel zum Thema "Auswirkungen der EU-Öffnung auf das Gastgewerbe in Deutschland" vom Juli 2002 frühzeitig auf die vielleicht größte wirtschaftspolitische Herausforderung der nächsten Jahre reagiert. Merkwürdigerweise spielt dieses Thema, knapp acht Monate vor dem EU-Beitritt unserer osteuropäischen Nachbarn selbst im bayerischen Landtagswahlkampf nur eine kleine Rolle. Aber immer häufiger erreichen uns einzelne Nachrichten und Meldungen, welche die Brisanz dieses Themas und seine Bedeutung für deutsche Unternehmen verdeutlichen. So meldet die Prager Zeitung am 17. September: Österreichische Weine erobern die Goldene Stadt". Ob sich deutsche Winzer auch schon auf die elf Millionen Tschechen und die Millionen Besucher Prags ausgerichtet haben?

Dienstag, September 16, 2003

Dreist geklaut.

Ein ziemlich dreister Fall von Urheberrechtsverletzung:Wie man Plagiate im Internet aufdecken kann, beschreibt Prof. Dr. Debora Weber-Wulff von der Fachhochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin: "Aufdeckung von Plagiat".

Labels:


Montag, September 15, 2003

Einfach Bischof.

Schlicht "Bishop's nennt sich das Restaurant von John Bishop in Vancouver. Sein neuestes Kochbuch heißt konsequenterweise "Simply Bishop's Easy Seasonal Recipes". Bereits im letzten Jahr erschienen ist "Cooking at My House".

Essengehen in New York City.

Der Blog nyc eats über Essengehen in New York City hat eine Auswahl von Videos (bzw. Links zu Videos) der New York Times dining tours zusammengestellt. Diese Videos vereinen excellente Aufnahmen mit Texten von William Grimes. Von diesem Autor erscheint im Dezember die 2004er Ausgabe der jährlich erscheinenden Zusammenstellungen seiner Restaurantbesprechungen und Artikel in der New York Times: "The New York Times Guide to New York City Restaurants 2004 (New York Times Guide to Restaurants in New York City)" von William Grimes, Eric Asimov.

Essen und trinken in Vancouver.

VanEats. Barbara und Rolands schreiben über Essen und Trinken in ihrer Heimatstadt Vancouver.

Ein Kuechenchef in Stockholm.

The Crazy Food Maker. Das Tagebuch eines Küchenchefs in der Hauptstadt von Schweden.

WLAN in Autohoefen.

Die KMS Autohof-Betriebsgesellschaft mbH will ihre acht MAXI Autohöfe mit WLAN ausstatten: "WLAN bald auch an Autobahnraststätten", in: Golem.de vom 15. September 2003.

Regionalbilanzen der Arbeitslosenversicherung.

Würden die Beiträge für die Arbeitslosenversicherung regional erhoben, also in jeder Region nur soviel wie vor Ort für Leistungen der Arbeitslosenversicherung erforderlich ist, würden sich statt des bundeseinheitlichen Satzes regional differenzierte Sätze ergeben von 1,6 Prozent in Freising oder München-Land und 36% in Ostvorpommern. Die bayerische Landeshauptstadt ist Nettozahler von 903 Millionen Euro jährlich, Berlin erhält netto 1,147 Milliarden Euro. Bayern insgesamt zahlt 2,61 Milliarden mehr ein als in Bayern geleistet wird. Mehr darüber im Kurzbericht Nr. 16/2003 des Instituts für Arbeitsmarktforschung der Bundesanstalt für Arbeit, mit dem Titel "Der heimliche Finanzausgleich" von Martin Koller, Winfried Schiebel, Albert Stichter-Werner.

Wolfram Siebeck wird 75 Jahre alt.

Am 19. September feiert Wolfram Siebeck seinen 75. Geburtstag. Eine Suche nach "Siebeck" im Internet-Archiv der "Zeit", das seit 1996 frei zugänglich ist, bringt 1.472 Einträge, nter anderem Wolfram Siebeck regelmäßige, lesenswerte Kolumnen.

Unsere Buchempfehlung: "Kochschule für Anspruchsvolle" von Wolfram Siebeck, mit Fotos von Willi Fleckhaus. Wolfram Siebeck schreibt dazu im Klappentext: "Doch bei einem Kochbuch, das mehr will, als bekannte Rezepte in einer neuen Anordnung noch einmal vorzuführen, halte ich es für besonders wichtig, dass dem Leser auch gesagt wird, was er alles nicht tun darf, wie er schwierige Phasen beim Herstellen einer Sauce, eines Forellenpürees erkennt, und warum er dies so und nicht anders machen soll. Anweisungen also, die in der Praxis viel wichtiger sind als die Angaben der benötigten Quantitäten und die Auskunft, wie viele Kalorien die fertige Speise enthält. Mir scheint es sinnvoller, die Grundlagen der feinen Küche am Beispiel nur weniger Rezepte, aber so ausführlich zu erklären, dass deren Kenntnis beim Leser eine solide Basis bildet, die ihn befähigt andere, unzureichend erklärte Rezepturen zu lesen und erfolgreich nachzukochen."

Freier Deutscher Populist.

Der tourismuspolitische Sprecher und Parlamentarische Geschäftsführer der FDP-Bundestagsfraktion, Ernst Burbacher hat sich am 15. September 2003 für die Einführung des ermäßigten Mehrwertsteuersatzes für Hotellerie und Gastronomie ausgeprochen ("Auch in Deutschland muss der Tourismus Fahrt aufnehmen", in: fdp.de). Warum die FDP in den Jahrzehnten, als sie an der Regierung beteiligt gewesen ist, dies nicht umgesetzt hat, erklärt Ernst Burbacher nicht.

Sonntag, September 14, 2003

Kochende Leidenschaft.

Kochende Leidenschaft: Spitzen- und Sterneköche, TV-Köche, Sommeliere und Konditoren.

Geschlossen.

Der Niedergang der Gastronomie in Deutschland geht weiter: "Die Krise fordert neue Opfer: Curio und Marinas geschlossen", "Hamburger Gastronomie erwartet 400 Insolvenzen" und "Bittere Bilanz - Der Kommentar", alle in: Die Welt vom 12. September 2003.

Sofitel in Koeln.

In der Kölnischen Rundschau vom 12. September 2003 wird das Sofitel in Köln vorgestellt: "Lounge".

Reisbier.

Über chinesisches Bier und die Krise deutscher Brauereien berichtet die Deutsche Welle am 12. September 2003: "Deutsche sind echte Biermuffel".

Medaillons vom Jungschweinerücken aus der Eisenpfanne an Dunkelbiersauce auf Blattsalaten.

In der Süddeutschen Zeitung vom 13. September 2003 mokiert G.K. sich über Sprachschweinereien in unserer Branche: "Die Gastronomie".

Niedrigere Mehrwertsteuer fuer gastronomische Dienstleistungen: leider nur in Frankreich.

Frankreich hat das gemacht, was das deutsche Gastgewerbe von der deutschen Bundesregierung seit langem fordert, nämlich Dienstleistungen des Gastgewerbes mit einem ermäßigten Mehrwertsteuersatz zu belegen. Ab Januar 2004 beträgt die Mehrwertsteuer für Gaststätten, Bistros, Restaurants, Imbisse und ähnliche Betriebe statt 19,5% nur noch 5,5%. Branchenverbände und Regierung rechnen mit zahlreichen - auch kurzfristigen - Effekten, die die Konjunktur unterstützen sollen: mehr Arbeitsplätze, mehr Investitionen in der Gastronomie und niedrige Preise für die Konsumenten. Siehe dazu: "Frankreich senkt Mehrwertsteuer für Gastronomie " von der Bundesagentur für Außenwirtschaft. Doch der deutsche Finanzminister schaltet auf stur: "Eichel nimmt Dienstleister ins Visier", in: Handelsblatt vom 10. September 2003. Die deutschen Betriebe in Grenznähe werden es zu spüren bekommen. Siehe dazu auch ein Editorial von Willy Faber vom Gastronomie Report.

Politiker gegen Regionalentwicklung.

Billigflüge, genauer gesagt die Nutzung von preisgünstigen Regionalflughäfen, in denen Fluggäste und Flugzeuge schnell abgewickelt werden können, erweisen sich für diese Flughäfen in der Diaspora meist als einzige Chance, die mit erheblichem Aufwand an Steuergeldern finanzierten Flughäfen auszulasten und ihr Wachstum anzuregen. Die angeflogenen Regionen erleben einen Ansturm an zahlungskräftigen und -bereiten Touristen und blühen auf. Siehe dazu ein früheres Postings über die Regionalflughäfen in Altenburg / Thüringen und diverse Flughäfen in Österreich.

Führende rote und grüne Umweltpolitiker wollen diese erfreuliche Entwicklung stoppen: "Ryanair schließt Buzz-Kauf ab", in: n-tv.de vom 14. September 2003. Profitieren würden davon die Regionalflughäfen in unseren Nachbarländern.

Samstag, September 13, 2003

Frameset.

Auf der Website etourism.at findet sich ein Artikel "'Der vernetzte Urlaub': Tourismus als Informationsgeschäft" vom 11.09.2003, der, wie es aussieht, mit Erlaubnis von Gast.at zweitverwertet worden ist. In diesem Artikel wird der Marketing-Leiter der Murtal Seilbahnen Betriebsges.m.b.H, Karl Fussi, in bezug auf seine Website www.kreischberg.at zitiert. Diese Website habe zu Spitzenzeiten bis zu 18.000 Besucher pro Tag, allerdings die meisten, weil sie es im Radio gehört, im Fernsehen gesehen oder in der Zeitung gelesen hätten."

Wenn man diese Website etwas näher anschaut, versteht man, warum diese Suchmaschine auf Offline-Werbung und -Öffentlichkeitsarbeit so stark angewiesen ist.

Soziologie des Grillens.

"Soziologische Modernisierungstheorie des Grillens", Prof. Dr. Nina Degele, Universität Freiburg: Vorlesung "Person, Arbeit und Wissen in Modernisierungsprozessen", Sommersemester 2002. (via Stipvisiten).

Stipvisiten.

"Heute hier, morgen fort" ist das Weblog von Ulrich von Stipriaan. Der gebürtige Ostfriese mit der Wahlheimat Dresden ist studierter Anglist und gelernter Journalist. Seit 1984 ist er selbständig, zuerst in Bonn, seit 1990 in Dresden. Aus der Tätigkeit als freier Journalist für "Feinschmecker" und "Madame" und Beiträgen aus Kundenzeitungen sowie eigenen auftragsfreien Notizen entstanden seine "STIPvisiten".

Veranstaltungsstaetten-Marketing.

Am Lehrstuhl für Absatzwirtschaft der Universität Bamberg arbeitet Dipl.-Kfm. Claas Hoops an einem Projekt "Entwicklung von praxisnahen Konzepten und Instrumenten für ein zielgruppengerechtes (business-to-business-)Marketing kleiner und mittlerer Veranstaltungsstätten mit regionalem Einzugsgebiet".

Laptop ohne Lederhose.

Fränkische Gemeinden zeichnen sich durch eine erstaunliche Innovationsfreude im Internet aus:
  • Die Gemeinde Rednitzhembach im Fränkischen Seenland überträgt ihre Gemeinderatssitzungen live online. Siehe "Ratsitzung im Internet" von OnlineDienst Nordbayern GmbH.
  • In Bamberg, die jüngst als "zukunftsfähigste Stadt" Deutschlands ausgezeichnet worden ist, was nur ein scheinbarer Widerspruch zum Titel "Weltkulturerbe" darstellt, wurde die Website des Stadtplanungsamtes Bamberg als beste im deutschsprachigen Raum ausgezeichnet
  • Die Bamberger Firma i-wadis GmbH, die auf e-Government-Lösungen spezialisiert ist, hat das digitale Rathaus der Gemeinde Memmelsdorf als Pilotprojekt gestaltet. Diese Lösung für das Sitzungs-, Dokumenten- und Workflowmanagement in Rathäusern wurde mittlerweile auch in anderen Stadtverwaltungen eingeführt, z.B. in Fellbach, Heroldsbach (5.000 Einwohner, Landkreis Forchheim), Oberschleißheim (12.000 Einwohner, Landkreis München) und vielen weiteren Gemeinde. Das spezielle an der Lösung Digitales Rathaus ist, daß die registrierten Bürger Einblick in den rathaus-internen Workflow bekommen. Sie können sich den Status der an die Verwaltung abgegebenen Anträge online ansehen und sie erhalten die Rückmeldungen, Informationen bis hin zu den elektronischen Bescheiden zu ihren Anträgen online. In einem weiteren Ausbauschritt ist eine Personalisierung der Website des Rathauses vorgesehen, d.h. die Bürger können sich das Erscheinungsbild und den Inhalt frei nach ihren Wünschen einrichten.
Den Gastronomen, die ja selten Zeit haben, an Gemeinderatssitzungen teilzunehmen, eröffnet sich Wortprotokolle von Gemeindratssitzungen und komplexe Lösungen von Siztungsmanagements die Chance, sich rechzeitig über Fragen zu informieren, die im Gemeinderat diskutiert werden und eventuell Einfluß zu nehmen, wenn es um ihre Interessen geht.

Mythos Lokalgastronomie.

Detlef Gürtler polemisiert über Mythen rund um den Tourismus: "Kennst du das Land... , in: Die Welt vom 27. Juli 2003 (via Futurista).

Umsatz im Gastgewerbe im Juli 2003: – 4,0% zum Juli 2002.

Der Umsatz des Gastgewerbes in Deutschland lag nach Mitteilung des Statistischen Bundesamtes im Juli 2003 nominal (in jeweiligen Preisen) 4,0% und real (in konstanten Preisen) 3,2% niedriger als im Juli 2002. Nach Kalender- und Saisonbereinigung der Daten (Berliner Verfahren 4 – BV 4) wurde im Vergleich zum Juni 2003 nominal 1,0% und real 1,5% weniger abgesetzt. In den ersten sieben Monaten des Jahres 2003 setzten die Unternehmen des Gastgewerbes nominal 5,9% und real 6,1% weniger als im entsprechenden Vorjahreszeitraum um.

In allen drei Branchen des Gastgewerbes gingen die Umsätze sowohl nominal als auch real gegenüber Juli 2002 zurück:
  • Bei den Kantinen und Caterern, wozu auch die Lieferanten der Fluggesellschaften gehören, um nominal – 0,7% (real – 0,6%),
  • im Beherbergungsgewerbe um nominal – 4,8% (real – 3,1%) und
  • im Gaststättengewerbe um nominal – 4,1% (real – 3,8%).

Ein Angebot, dass man nicht ablehnen kann.

Man kennt es aus Mafia-Filmen. Ein Mafiosi macht einem "Geschäftspartner" ein Angebot, das er nicht ablehnen kann. Zum Beispiel seine Bar gegen einen niedrigen Kaufpreis zu übernehmen und dafür seine Familie am Leben zu lassen.

Nun hat der SPD-Vorstand verzweifelt darüber, daß die SPD keine Mehrheit in der Bundesversammlung zustande bringt, welche den nächsten Bundespräsidenten wählen wird, den Präsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland, Paul Spiegel als Nachfolger des amtierenden Bundespräsidenten vorgeschlagen ("Spiegel als Rau-Nachfolger im Gespräch", in: Tagesschau.de vom 12. September 2003). Unausgesprochen wird damit die Drohung in den Raum gestellt, wer sich für einen anderen Kandidaten ausspräche, sei Antisemit. Zugleich ist ein solcher Vorschlag, wenn man ihn mit dem vorgeschlagenen Kandidaten nicht vorab besprochen haben sollte und keine Sondierungsgespräche führt, ob er von allen Parteien getragen wird, nicht im Interesse der Juden in Deutschland. Im Gegenteil, sie werden damit in eine Sonderrolle gedrängt, von der es nicht weit ist hin zu einer Außenseiterrolle.

Nachtrag.

Zum Vortrag von Dr. Werner Schnappauf über das Thema "Kein Grund zum Trübsaal: der Oberfranken-Tourismus vor der EU-Erweiterung", über den wir gestern berichtet haben, steht heute auch ein Artikel im Coburger Tagblatt: "Tschechen als Gäste für die Region gewinnen".

Freitag, September 12, 2003

Zielgruppe Touristen aus den EU-Beitrittslaendern.

Auf dem 15. Oberfränkischen Tourismustag der IHK für Oberfranken und der IHK zu Coburg am 12. September 2003 referierte der Bayerische Staatsminister für Landesentwicklung und Umweltschutz Dr. Werner Schnappauf über das Thema "Kein Grund zum Trübsaal: der Oberfranken-Tourismus vor der EU-Erweiterung". Dr. Schnappauf ist zugleich 1. Vorsitzender des Tourismusverbandes Franken e.V.:
  • Im Jahre 2002 hätten Touristen aus Tschechien, Polen und Ungarn in Bayern bereits mehr als eine halbe Million Übernachtungen erzeugt, vor allem in Franken, weniger im Raum München (durchschnittliche Dauer: 2,3 Nächte). Tschechische Touristen hätten pro Tag Ausgaben in Höhe von 91 Euro getätigt, Polen hingegen nur 24 Euro. Bedeutsam seien auch Touristen aus den baltischen Staaten wegen ihrer hohen Affinität zu Deutschland und zur deutschen Sprache.
  • Obwohl die Anzahl der ausländischen Touristen leicht abgenommen habe, sei die Anzahl der Gäste aus Tschechien im ersten Halbjahr 2003 um 9% gestiegen.
  • Es sei eine Projektgruppe eingerichtet worden, welche eine Markting-Konzeption für die Zielgruppe osteuropäischer Touristen entwickeln solle.
  • Für Menschen aus den osteuropäischen Beitrittsländern falle, angesichts der teilweise katastrophalen Luftverhältnisse dort, die hohe Umweltqualität in Bayern stark ins Gewicht.
  • Erkennbar sei eine Vorliebe tschechischer Touristen für die Sportarten Tennis und Wassersport. Franken sei mit dem Fränkischen Seenland (1.500 Hektar Wasserfläche) und dem geplanten "Flußparadies Franken" (2.000 Hektar Wasserfläche, Projektsteuerung durch das Wasserwirtschaftsamt Bamberg) auch beim Wassersport gut positioniert.
  • Alle Anbieter touristischer Leistungen sollten auf Touristinformationen (auch Speisekarten, Wegschilder usw.) in tschechischer Sprache Wert legen.
  • Es gäbe Vermutungen, wonach sich im Grenzgebiet das tschechische Lohnniveau in 7 bis 10 Jahren dem deutschen annähern würde.
  • Die zukünftige Förderung von Investitionen in Tschechien (50%) mache einen Preiswettbewerb des deutschen Gastgewerbes im grenznahen Bereich unmöglich. Man könne sich nur mit hervorragender Qualität behaupten.

Teilnehmende Beobachtung.

"Im Mikrokosmos der Frittenbuden". Kai Michel stellt in der Zeit vom 11. September 2003 die Soziologin Elisabeth Neuman vor und ihr demnächst erscheinendes Buch "Kiosk. Entdeckungen an einem alltäglichen Ort ".

Ferienzeit und Julisonne - Kein Hoch für das Thueringer Gastgewerbe.

Thüringer Unternehmen des Gastgewerbes setzten nach Mitteilung des Thüringer Landesamtes für Statistik nach vorläufigen Ergebnissen im Juli 2003 nominal, d.h. in jeweiligen Preisen, 6,3 Prozent weniger um als im Juli 2002. Real, also preisbereinigt, betrug der Rückgang 5,2 Prozent. Alle drei Branchen des Thüringer Gastgewerbes mussten im Juli 2003 im Vergleich mit dem entsprechenden Vorjahresmonat Umsatzverluste hinnehmen:
  • Bei den Kantinen und Caterern fielen im Gegensatz zur Entwicklung in den letzten Monaten die Einbußen mit nominal 1,8 Prozent und real 1,7 Prozent am geringsten aus.
  • Das Gaststättengewerbe verbuchte ein Minus von nominal 4,6 Prozent und real 4,3 Prozent.
  • Die höchsten Umsatzrückgänge meldete im Juli 2003 das Beherbergungsgewerbe. Hier wurden nominal 9,7 Prozent und real 7,3 Prozent weniger umgesetzt als im Juli 2002.
Im Thüringer Gastgewerbe waren im Juli dieses Jahres 7,1 Prozent weniger Personen beschäftigt als im entsprechenden Vorjahresmonat. Während die Anzahl der Vollzeitbeschäftigten um 11,7 Prozent sank, stieg die Anzahl der Teilzeitbeschäftigten um 4,2 Prozent.

Donnerstag, September 11, 2003

Blogger Pro eingestellt.

Wenn man eine Dienstleistung, für die man Geld verlangt hat, für spätere Kunden im Preis herabsetzt, ist dies eine prekäre Situation. Dem Kunden, der den vollen Preis gezahlt hat, geht das Messer in der Hosentasche auf, wenn er dies liest. Oder wenn er an der Hotelbar jemanden kennenlernt, der für das Zimmer nur halb so viel gezahlt hat.

Blogger, der Service, mit dem dieses Weblog, das Sie gerade lesen, erstellt wird, hat vor kurzem den kostenpflichtigen Servce Blogger Pro eingestellt und bietet nunmehr allen, die sich bislang nur für die kostenlose Variante entschieden haben, (fast) den selben Service wie den Kunden, die gezahlt haben. Und wie geht Blogger mit dieser schwierigen Situation um? Sie schreiben allen Kunden, die bezahlt haben, eine eMail (zum Inhalt), erklären, warum sie einst Geld verlangt haben und jetzt keine Gebühren mehr nötig haben und sie bieten an, den anteiligen Betrag der Jahresgebühr zu erstatten oder wahlweise ein Blogger-T-Shirt. Verstehen Sie jetzt, warum Blogger so populär ist?

Geographische Suchmaschinen.

"Local Search" ist für das Gastgewerbe von besonderem Interesse, da (potentielle) Gäste sich meist für Anbieter in einer bestimmten Region oder im Umfeld eines bestimmten Ortes interessieren. Deshalb sollte man Entwicklungen im Bereich der Suchmaschinen, die sich mit der Lokalisierung von Webinhalten beschäftigen, beobachten.

Overture Research, die Forschungsabteilung der Suchmaschine Overture, hat im Rahmen eines Projektes "Local Search" auch eine Local Search-Funktion online gestellt. Probieren Sie es einfach mal aus, z.B. indem Sie als Keyword "restaurant" und als city "Manhattan" eingeben. Als Ergebnis erhalten Sie eine Liste von Restaurants in Manhattan in der Reihenfolge der Entfernung um einen Punkt in Manhattan, der als Mitte definiert ist. Die Liste umfaßt natürlich nur diejenigen Restaurants, die bei Overture kostenpflichtig gelistet sind. Wenn man auf eines der Ergebnisse klickt, wird die Adresse des Restaurants angezeigt und ein Stadtplan mit dem Standort des Objektes. In diesen Stadtplan kann hinein- bzw. herausgezoomt werden.

Coupons am Wasserspender.

Dicom24 - the Coupon Corporation präsentiert anlässlich der diesjährigen DIMA (vom 29.9. bis 1.10. in Düsseldorf) ein neuartiges Couponing-Terminal, dass vor allem durch niedrige Kosten, hohe Flexibilität und echten Zusatznutzen besticht. "Second Line Placement", so der Name des Terminals, verbindet POS-Promotions mit Kundenkarten, Mobile Couponing und multimedialer Verbraucherinformation. "Ob ein Verbraucher nun seine Kundenkarte oder sein Handy-Display einscannen lässt – am Second Line Placement erhält er individuelle für ihn aufbereitete Informationen und Coupons", so der Projektleiter Dirk Oliver Fleischhauer. Für Markenartikelhersteller ergibt sich so eine kostengünstige Platzierungs- und Werbemöglichkeit direkt am Point Of Sale, während der Handel von geschonten Margen und gesteigerten Abverkäufen profitiert. Um das Terminal noch attraktiver zu machen, ist man beim Filderstädter Couponing-Anbieter eine Kooperation mit dem Mindener Unternehmen Aqamore eingegangen. "Auf Wunsch kommt das Terminal nicht nur als Kiosk-System, sondern als moderner und kostengünstiger Wasserspender, bei dem der Verbraucher den Gehalt an Sauerstoff oder Kohlensäure frei wählen kann", so Dirk Fleischhauer. Dadurch soll das Terminal attraktiver werden, indem der Servicegedanke zum Verweile einlädt und so die Nutzung des Terminals steigert.

Dicom24 - The Coupon Corporation ist Deutschlands erstes vollständig auf Couponing spezialisiertes Beratungs- und Projektmanagement-Unternehmen. Von der analytischen Beratung bis zur kompletten Umsetzung und Kostenoptimierung bietet Dicom24 alle Leistungen aus einer Hand. Neben der Beratung und Umsetzung von Couponing-Projekten entwickelt und vertreibt Dicom24 spezielle Couponing-Produkte. Zu den ersten Produkten gehören das Mehrwert-Magazin "NettoPLUS", das Couponing-Terminal "Second Line Placement" sowie das MMS-Couponing-Produkt "Load-A-Coupon".

Die Dicom24 wird geleitet von Dirk Ploss, einem der führenden Couponing-Experten Deutschlands. Dirk Ploss ist unter anderem Autor der ersten deutschsprachigen Grundlagenstudie zum Thema Couponing sowie Hauptautor des ersten deutschsprachigen, im Oktober 2002 erschienenen Fachbuchs "Intelligentes Couponing".

Mehr über Coupons im Gastgewerbe.

Reisebueros in Suedafrika nutzen vermehrt das Internet zum Buchen.

In Südafrika reservieren Reisebüros in wachsendem Maße per Internet und checken die Verfügbarkeit von Flugreisen, Mietwagen und Hotelzimmern oder Kreuzfahrten, berichtet ITWeb am 4. September 2003: "Travel agents use the Internet as their main reservations tool". Am populärsten sei dabei die Website Galileo's FocalPointNet.

Mittwoch, September 10, 2003

Suedtiroler Kueche.

"So kocht Südtirol. Eine kulinarische Reise von den Alpen in den Süden" von Heinrich Gasteiger, Gerhard Wieser, Helmut Bachmann und Daniela Kofler (Fotografin). Dieses Grundkochbuch der Südtiroler Küche aus dem Athesia-Verlag ist in diesem Jahr bereits in der 8. Auflage erschienen. Es umfaßt 850 Gerichte der Südtiroler und internationalen Küche. Heinrich Gasteiger ist Fachlehrer an der Landeshotelfachschule "Kaiserhof" in Meran und Vizepräsident des Südtiroler Köcheverbandes. Gerhard Wieser ist Küchenchef im 5-Sterne-Hotel "Castel" in Dorf in Tirol. Helmut Bachmann ist Fachlehrer an der Berufsschule für das Gastgewerbe "Emma Hellenstainer" in Brixen. Das Buch umfaßt nicht nur Rezepte sondern vermittelt auch KnowHow rund um die Küche. Für die enthaltene Südtiroler Weinkunde zeichnet der Önologe Klaus Platter, der Direktor der Landeskellerei Laimburg, verantwortlich.

Kochen ohne Schnickschnack.

In diesem Monat erscheint das neue Kochbuch "Einfach kochen" vom Pro Sieben-Fernsehkoch Ralf Zacherl. Siehe dazu auch eine Vorstellung des "Punks am Herd" in Leonce, einem Lifestyle-Magazin aus Berlin, schreibt über den"Punk am Herd", der ansonsten in der Weinbar Rutz in Berlin kocht.

Geheimnisse der Kochkunst.

Dr. Peter Barham ist Dozent für Physik an der Universität Bristol. Seit langem engagiert er sich in Großbritannien in der Vermittlung von naturwissenschaftlichen Fragestellungen mit Vorträgen und Beiträgen zu Fernseh- und Radiosendungen, besonders auch im Bereich der Wissenschaft von den Lebensmitteln. Er ist darüber hinaus Kolumnist für den Guardian. 1999 erhielt er den renommierten Preis des "Institute of Physics" für die Förderung der Allgemeinbildung im Bereich der Physik.

In seinem neuen populärwissenschaftlichen Buch "Die letzten Geheimnisse der Kochkunst. Hintergründe, Rezepte, Experimente" beanwortet er Fragen aus der Welt der Kochkunst, wie z.B.
  • Kennen Sie neben süß, sauer, bitter und salzig die fünfte Geschmacksrichtung?
  • Möchten Sie verstehen, warum Ihnen Soufflées immer wieder zusammenfallen oder lernen, wie Sie einen ganzen Truthahn optimal braten?
  • Gehören Sie zu den 40% Männern oder 25% Frauen, die Trüffel nicht über den Geruchssinn wahrnehmen können?
Das Verständnis der Chemie und Physik des Kochens hilft, die eigenen Kochkünste zu verbessern. Für jedermann leicht verständlich und unterhaltsam, aber ohne wichtige Details auszulassen, erklärt Ihnen der Autor, warum bestimmte Rezepte gut funktionieren und – viel wichtiger – warum andere ständig misslingen. Auf diese Weise werden Schritt für Schritt die Geheimnisse der guten Kochkunst entschleiert und Sie lernen interessante Rezepte und die dahinter liegenden physikalischen und chemischen Prozesse kennen. Zusätzlich beschreibt der Autor interessante Küchenexperimente für die ganze Familie.

eBay Superseller.

Ergänzend zu einem früheren Posting über die Möglichkeiten, welche eBay Gastronomen als Verkäufer bietet, eine Neuerscheinung: "ebay Superseller" von Data Becker. Diese Software erleichtert die Arbeit als Superseller. Der Aufwand für die Einstellung, Pflege und Verwaltung sämtlicher Daten sowie Ihre eBayTM-Kosten auf ein Minimum reduziert. Das Sparen beginnt mit der bequemen Offline-Eingabe Ihrer Auktionsdaten (Artikelbeschreibung, Startpreis, Auktionsdauer etc.), die anschließend per API-Schnittstelle kostengünstig direkt an eBayTM übermittelt werden können. Damit Ihre Angebote nicht in der Flut von über einer Million Artikel untergehen, bietet Ihnen der SuperSeller Aufsehen erregende Profi-Designvorlagen, die mit einem Easy-Editor ganz ohne HTML-Kenntnisse individuell bearbeitet und gespeichert werden können. Mit wenigen Klicks lassen sich Farben und Hintergründe modifizieren, Artikeldaten und Texte optimieren sowie attraktive Design-Elemente (Counter, Flash-Dateien, Mausverfolger, bunte Scrollbalken u.v.m.) hinzufügen. Ihre fertigen Designvorlagen können jederzeit mühelos ausgetauscht und neuen Auktionen zugewiesen werden. Darüber hinaus bietet Ihnen der SuperSeller für eine perfekte Selbstdarstellung sogar die Möglichkeit, Ihre "Mein eBayTM" Seite individuell zu gestalten. Nach Auktionsende werden die verkaufsbezogenen E-Mails von eBayTM ausgelesen (Endpreis, Käufer etc.), den Artikeln zugeordnet und automatisch in vorformulierte E-Mail-Vorlagen eingebaut, mit deren Hilfe Ihr Schriftverkehr mit den Käufern schnell und problemlos abgewickelt werden kann. Abgerundet wird die für Hobby- und Profi-Seller unverzichtbare Verkaufshilfe durch die automatische Berechnung von Preisen, Gebühren und des zu erwartenden Profits.

Und waerst Du doch in Issum geblieben ...

Die neuen Werbespots der Brauerei Diebels mit Sitz in Issum, einer Gemeinde im Kreis Klewe, fast einhundert Kilometer von Düsseldorf entfernt, bringt laut einer Meldung des Kölner Express vom 20. August Düsseldorfer Brauereien auf die Palme, weil er in Düsseldorf gedreht worden ist und so den falschen Eindruck erwecken könnte, es handele sich bei Diebels um ein Düsseldorfer Bier: "Diebels-Dreh mit Düsseldorf". Nun, solange sie ihre Spots nicht im Schlenkerla drehen, soll es mir recht sein.

Reform des Arbeitszeitgesetzes geplant.

Das EuGH-Urteil zum Bereitschaftsdienst von Ärzten hat indirekt eine erfreuliche Folge. Da nunmehr Bereitschaftszeiten im öffentlichen Dienst als Arbeitszeiten gelten, aber im Arbeitszeitgesetz maximal zehn Arbeitsstunden pro Tag erlaubt sind, es sei denn in Ausnahmefällen, plant das Ministerium für Wirtschaft und Arbeit - so Minister Clement gestern abend im n-tv - eine Gesetzesänderung, welche die zulässige Arbeitszeit pro Tag erhöht. Man trägt also dem Urteil Rechnung, läßt es aber insoweit ins Leere laufen. Siehe dazu auch "Die Botschaft überrascht nicht" von Martin Wortmann, in: Ärztezeitung vom 10. September 2003.

Zwar schmeißt auch heute schon kein Koch nach zehn Stunden die Pfanne hin. Vielmehr ist in den meisten kleinen und mittleren Unternehmen diese Vorschrift weder bekannt noch interessiert sich jemand dafür. Daß übereifrige Ordnungshüter und die wenigen Betriebsräte in der Branche in Zukunft ausgebremst werden, zeugt von einem gewissen Realitätsgewinn im ehemals kuscheligen Arbeitsministerium.

Statistische Ergebnisse per interaktiver Graphik dargestellt.

Das Thüringer Landesamt für Statistik hat jetzt die Funktionalität seiner Website erfreulich gesteigert. Die "Thüringer Daten"können jetzt auf zweierlei Weise grafisch veranschaulicht werden. Damit eröffnen sich neue Möglichkeiten der Auseinandersetzung mit den statistischen Ergebnissen; das Datenangebot wird kundenfreundlicher, lebendiger, interessanter.
  • Die Thüringenkarte bietet einen Kreisvergleich an, der auf den zuvor angezeigten Daten einer Kreistabelle beruht. Es wird eine Reihe von interaktiven Funktionen angeboten: Für jedes aus einer Liste ausgewählte Merkmal und jeden aus der Karte ausgewählten Kreis werden Merkmalswert und Position im Ranking aller Kreise angezeigt. Umgekehrt können einzelne Kreise nach Namen oder Rankingposition ausgewählt werden und mit den zugehörigen Merkmalswerten in der Karte angezeigt werden. Darüber hinaus kann für jeden Kreis jeweils die gesamte Zeitreihe eingeblendet werden. Die Bildschirmansicht wird für den Druck auf A4-Format passgerecht aufbereitet.
  • Einfache Liniendiagramme dienen der Darstellung von Zeitreihen. Für den ausgewählten Zeitraum (mehrere zusammenhängende Jahre, bei unterjährigen Daten auch ausgewählte Jahre) werden die Entwicklungen jeweils zwischen Minimal- und Maximalwert der jeweiligen Zeitreihe dargestellt.
(Quelle: Thüringer Landesamt für Statistik).

Unschön finde ich die Realisation per Java-Applet. Eine serverseitige Lösung, bei der man auf die entstehende Graphik einen Link setzen oder sie in die eigene Website bzw. Präsenation einbauen könnte, wäre noch benutzerfreundlicher. Und ich könnte in diesen Blog eine Beispielgraphik einbinden ...

Dienstag, September 09, 2003

Ostalgie-Kneipen.

Die Berliner Morgenpost hat am Jahrestag des Mauerbaus einen Artikel online gestellt, der Berliner Kneipen porträtiert, die mit Ostalgie-Elementen spielen oder gar als "Ostalgie-Kneipen" bezeichnet werden können: "Ostalgie in den Kneipen". Irgendwie erinnert mich dies an die Hitler-Weine von Alessandro Lunardelli aus Udine.

EuGH-Urteil zum Bereitschaftsdienst von Aerzten.

Zu den Kostensteigerungen im Gesundheitsweisen, die sich aus dem EuGH-Urteil zum Bereitschaftsdienst von Aerzten ergeben können, siehe "Clement erwartet gravierende Folgen für die gesamte Wirtschaft", in: Spiegel vom 9. September 2003.

Da auch Bereitschaftsdienste in anderen öffentlichen Unternehmen und Verwaltungen betroffen sind, nicht jedoch Bereitschaftsdienste in der gewerblichen Wirtschaft, sprechen jetzt noch mehr Gründe für eine beschleunigte Privatisierung nicht nur von Krankenhäusern. In diesem Zusammenhang eröffnen sich Gastronomen auch neue Chancen, etwa beim Betreiben von Krankenhausküchen und -Kantinen.

Rosa Schein fuer's blau machen.

Wenn ein Mitarbeiter demnächst mit einem rosa Schein anmarschiert, hat er sich nicht etwa geoutet, sondern es handelt sich um ein neues Formular für die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung. Mehr darüber bei der Barmer Ersatzkasse: "Krankmeldung demnächst auch 'rosa'".

Warum man von "blau machen" spricht, wenn Mitarbeiter einen gelben bzw. rosa Schein vorlegen, erläutert farbenundleben.de.

Kabale und Liebe.

Hendrik Ankenbrand amüsiert sich über die neue Werbekampagne von McDonald's: "ich wiege esTM", in: Spiegel vom 8. September 2003.

"Aber, sag mir doch, was wird bei dem ganzen Commerz auch herauskommen?", aus: Friedrich Schiller: Kabale und Liebe, 1. Akt, 1. Szene.

Schlossbrauerei Odelzhausen.

Merkur Online stellt die Schloßbrauerei Odelzhausen vor: "Seit 100 Jahren Bier im Schloss".

Ausbildungsabgabe - Branchenloesung?

Die Regierungskoalition hat sich auf eine Branchenlösung für eine Ausbildungsplatzabgabe geeinigt: "Rot-Grün kündigt Vorschlag zur Rentenreform an", in: Tagesschau.de vom 9. September 2003.

Gastgewerbliche Betriebe in Bayern und Baden-Württemberg wären doppelt bestraft. Einerseits finden sie vor Ort kaum Auszubildende mit angemessenen Schulabschlüssen und Deutschkenntnissen und viel zu wenige aus den neuen Bundesländern sind bereit, für eine gastgewerbliche Ausbildung den Ort zu wechseln. Und jetzt sollen sie noch Betriebe in den neuen Bundesländern subventionieren.

Montag, September 08, 2003

Total Recall.

Anna Patterson von der Stanford University hat die Suchmaschine Recall entwickelt, mit welcher die zur Zeit mehr als 11 Milliarden Webseiten des Internet Archivs durchsucht werden können. Dieses Archivs enthält Auszüge aus den Webseiten des Internets zwischen Januar 1996 und Mai 2003 (jüngere Daten sind zur Zeit noch nicht zugänglich). Recall läuft als Beta-Version; der Server ist häufig überlastet. Mehr darüber unter "Internet-Archiv mit Volltextsuche " von Klaus Patzwaldt.

Das Internet-Archiv leistet bereits gelegentlich gute Dienste, wenn es gilt festzustellen, welche Inhalte sich auf bestimmten Seiten früher einmal befunden haben, etwa als Beleg bei Urheberrechtsverletzungen.

Die neue Volltext-Suchfunktion erlaubt es, die Häufigkeit des Vorkommens von bestimmten Begriffen im Zeitablauf festzustellen, etwa zur Marktforschung. Zudem kann man nun, wenn man das Zeitfenster der zu durchsuchenden Seiten einschränkt, gezielt im historischen Internet suchen.

Umsatzrangliste deutscher Getraenkefachgrosshandels.

Eine Umsatzrangliste des deutschen Getränkefachgroßhandels findet sich auf der Website des Bundesverbandes des Deutschen Getränkefachgroßhandels e.V. .

Ethnologie des Essens und Trinkens.

Prof. em. Klaus E. Müller von der Universität Frankfurt am Main beschreibt in seinem neuen Buch "Nektar und Ambrosia. Kleine Ethnologie des Essens und Trinkens" unter anderem die soziale Funktion gemeinsamer Mahlzeiten mit ihren Sitzordnungen und Tischmanieren, die Bedeutung sakraler Festessen und Trinkrunden, den Unterschied zwischen Volks- und "Hochküche" sowie den symbolischen Zusammenhang von "Tisch und Bett" (Ehe und Sex). Zur Sprache kommen auch Mythen von der paradiesischen Kost, der "Götterspeise", sowie die magische Kraft, die manchen Speisen und Getränken bis heute zugeschrieben wird. Anhand vieler ebenso lehrreicher wie unterhaltsamer Beispiele führt der Autor die ethnologische Tiefendimension vieler bis heute praktizierter Rituale rund ums Essen vor Augen und trägt so zu einer "bewußten" Ernährung bei. Lesen Sie über dieses neue Buch eine Besprechung in der Neuen Ruhr-Zeitung vom 9. September 2003: "Essenskultur ist im Wandel".

Kerner.

Die Imageprobleme des Kerners, einer Kreuzung aus Riesling und Trollinger, waren das Thema eines Symposium in Remshalden: "Dem Kerner eine Chance", in: Suttgarter Zeitung vom 6. September 2003.

Sonntag, September 07, 2003

Neuerscheinungen: Buecher ueber Gewuerze und Kraeuter.

Demnächst erscheinen:
  • "Kleine Kulturgeschichte der Gewürze. Ein Lexikon von Anis bis Zimt". Der Autor Hansjörg Küster ist Professor für Pflanzenökologie am Institut für Geobotanik der Universität Hannover. Er beschreibt die Ausbreitungsgeschichte von Gewürzen, ihre Anbaumethoden und ihre Geschichte erhält.
  • "Das große Buch der Hundert Gewürze und Kräuter". Im Vordergrund dieses Grundlagenwerkes steht die Verwendung on Gewürzen und Kräutern in der Küche. Für das subtile Abstimmen der verschiedenen Aromen bietet das Buch viele nützliche Tipps, Grundrezepte für Gewürzmischungen und im Lexikon-Teil zusätzliche Informationen über die vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten von Gewürzen und Kräutern auch außerhalb der Küche. Die vorgestellten Rezepte sind inspiriert von der asiatischen, südamerikanischen, afrikanischen und mediterranen Küche, alle bekannt für ihre Geschmacks- und Gewürzvielfalt.

Peer Honecker.

Laut einer Meldung der Deutschen Welle ("NRW-Ministerpräsident für Födermittel-Neuverteilung") verlangt Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Peer Steinbrück eine Neuvergabe von Fördermitteln zu Lasten der ostdeutschen Bundesländer. Die Förderung solle sich nach der Arbeitslosen-Quote und der Zahl der Sozialhilfe-Empfänger einer Stadt oder Gemeinde richten.

Genosse Steinbrück gesteht damit indirekt zu, daß die SPD seit 1966 Nordrhein-Westfalen ähnlich heruntergewirtschaftet hat wie die SED die DDR in den vierzig Jahren ihrer Herrschaft.

Gruender-Studium.

Dem informativen und kostenlosen Newsletter der Zeitschrift "Die Geschäftsidee" entnehme ich den Hinweis auf einen Gründerkurs der Fernuni Hagen. Anmeldeschluss für den Kurs "Orientierungsstudium Gründer werden" ist der 15. Oktober, die Teilnahmegebühr beträgt 175 Euro.

Fondue-Bars.

Die "Geschäftsidee" berichtet in ihrer aktuellen Printausgabe über das Konzept der Fondue-Bars. Sie verbinden die Idee eines gesprächsförderndens Fondues mit den aktuellen Trends zu asiatischen Lebensformen und gesunder Küche. Zur Website von Fondue Hot-Pot in Frankfurt am Main.

Das Raffinierte an solchen und ähnlichen Konzepten ist, daß sie ohne Küche und Küchenpersonal auskommen (von Lager, Spülen und Entsorgung mal abgesehen), denn die Zutaten werden tischfertig (z.B. bereits zugeschnitten) angeliefert. Zudem ersetzt dieses Konzept in teuren Innenstadtlagen die hohen Kosten für Raum, der für die Küche benötigt wird, durch etwas höhere Kosten des Einsatzes bereits vorgefertigter Zutaten oder lagert bei Filialbetrieben die Zubereitung in eigene Zentralküchen an kostengünstigeren Standorten aus. Konzepte, die Teile des Personalaufwands durch Selbstbedienung (in diesem Fall: Selbst kochen) ersetzen, entsprechen auch den Wünschen der Gäste nach preisgünstigem Essen. Siehe dazu auch unseren Beitrag über "Die Gastronomie als Käufermarkt: Kundenorientierung".

Samstag, September 06, 2003

Ausbildungsplatzabgabe - dritter Versuch.

In einem Interview der Berliner Zeitung hat Franz Müntefering, der Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, vage die Einführung einer Ausbildungsabgabe, einer -umlage "oder sonstwas" angekündigt: "SPD: Ausbilden oder zahlen". Genosse Müntefering gab in diesem Interview auch zum besten, der habe Marx nie gelesen. Muß er auch nicht. Es reicht schon, wenn er dies liest.

Sollte es die Bundesregierung wirklich hinkriegen, ein Gesetz über eine Ausbildungsagabe zu formulieren, das einer Überprüfung durch das Bundesverfassungsgericht standhält? Vorbehaltlich der konkreten Gesetzesformulierung können Unternehmen, die nicht ausbilden wollen, der Abgabe entgehen, in dem sie Ausbildungsverträge z.B. mit Familienangehörigen oder bei Mehrpersonengesellschaften auch mit Gesellschaftern abschließen. Diese Auszubildenden sollten über 18 Jahre alt ein, damit sie nicht die Berufsschule besuchen müssen. Eine Altersgrenze gibt es im Berufsausbildungsgesetz nicht. Die Unternehmen ersparen sich dadurch nicht nur die Abgabe sondern kommen voraussichtlich in den Genuß von Beihilfen, die aus diesen Abgaben gespeist werden. Mehr über die Berufsausbildung im Gastgewerbe.

Donnerstag, September 04, 2003

Virtuelle Arena.

Jeffrey Diskin von Hilton nennt es "kritische Impfung" und meint damit den Versuch, online buchende Gäste dazu zu bewegen, auf der Hotel-eigenen Website zu buchen und nicht auf den Websites von Vermittlern wie Travelocity, Expedia and Priceline (denn dort fallen Provisionen für das Hotel an). Anders ausgedrückt: Loyalitätsprogramme zur Steigerung der Kundentreue. Mehr darüber: "The virtual arena", in: Hotelmarketing Newsweekly vom 3. August 2003.

Werden gedruckte Branchenfuehrer ueberleben?

Der Suchmaschinen-Experte Chris Shermann (lange Zeit About-Guide für Suchmaschinen), faßt eine Kelsey-Studie zum Thema "Searching For Profits: Yellow Pages and the Challenge of Pay-Per-Click" zusammen und überlegt, ob die Möglichkeit zu bezahlten Einträgen in Suchmaschinen das Überleben von gedruckten Branchenführern, Gelben Seiten usw. gefährdet? Er sagt eine komfortable und wachsende Koexistenz voraus: "Will Search Slay the YellowPages?", in: Clickz.com vom 13. August 2003.

Für Gastronomen stellt sich in Zukunft vielleicht die Frage, ob sich bezahlte Einträge in Telefonbüchern, Gelben Seiten usw. noch lohnen oder ob es nicht günstiger ist, stattdessen verstärkt auf das Internet zu setzen, z.B. auf Google Adwords oder Seitenoptimierung für Suchmaschinen.

United Cooks of Nature.

Die Website Oekolandbau berichtet am 2. September 2003 über die United Cooks of Nature, eine bundesweite Vereinigung von Bio-Köchen, die im Januar 2003 auf Initiative des Bundesverbraucherministeriums im Rahmen des Bundesprogramms Ökologischer Landbau mit zunächst elf Mitgliedern gegründet wurde: "Vereinigung der Bio-Köche hat Zulauf".