Gastgewerbe Gedankensplitter



Freitag, Oktober 31, 2003

Gruendermagazin des Bayerischen Rundfunks.

"Existenz - Wege zum Erfolg" ist das online- und TV-Gründermagazin des Bayerischen Rundfunks mit Themen, Tipps und Trends aus der Gründerszene.

Mit dem Titel "Existenz - Wege zum Erfolg" startete der Bayerische Rundfunk eine TV- und online-Plattform, die sich mit einer breiten Themenpalette an Existenzgründer und an Angestellte wie Unternehmer wendet, die neue berufliche Herausforderungen suchen. In den Beiträgen und Gesprächen geht es um Erfolgsrezepte für die eigene Existenz, Unternehmensstrategien, Managementfähigkeiten und neue Märkte. Die TV-Sendung wird ausgestrahlt im Bayerischen Fernsehen und in BR-alpha, dem Bildungskanal des Bayerischen Rundfunks.

Professionelle Beratung und konkrete Informationen stehen bei dem neuen Service-Angebot im Vordergrund. Analysten und Unternehmensberater bewerten Unternehmensstrategien, Wachstumsmärkte sowie Geschäftsideen und vermitteln die besten Vorgehensweisen aus der Praxis. Der Nutzwert für den Zuschauer steht im Mittelpunkt: Unter dem Schlagwort "KnowHow" werden die wichtigsten Management-Instrumente präsentiert.

"Existenz" setzt auf den Vorbildcharakter. Den Schwerpunkt bildet das "KreuzFeuer", in dem jeweils zwei Experten Idee und Konzept eines Unternehmensgründers bewerten und im kritischen Gespräch Stärken und Schwächen herausarbeiten.

Unter der Rubrik "StartUp" widmet sich "Existenz" in jeder Sendung einem klassischen Existenzgründungs-Thema, von professionellen Marktanalysen mit Hilfe des Internets bis hin zum kleinen Einmaleins der Existenzgründung mit Themen wie Businessplan, Gesellschaftsformen, Steuerstrategien, Vertragsrecht und Mitarbeiterfragen.

"Existenz" berichtet zudem regelmäßig über Unternehmen im Neuen Markt, deren Erfolgsstrategien sowie Boombranchen und die Aussichten für Kapitalanleger. Für (angehende) Gastronomen sind meines Erachtens folgende bisherige Beiträge bzw. Videos von besonderem Interesse:

Donnerstag, Oktober 30, 2003

Beschwerden ueber Online-Buchen.

Die Reise-Redaktion der Washington Post hat in den letzten Wochen zahlreiche Zuschriften von unzufriedenen Kunden großer Hotel- und Reisebuchungs-Websites erhalten, aber auch von Websites von Hotelketten und kleineren Agenturen. Die Beschwerden reichen von verpatzten Reservierungen bis hin zu Beschwerden, daß gleiche Leistungen woanders billiger hätten gebucht werden können. Lesen Sie mehr darüber in einem Artikel von Gary Lee: "When Hotel Sites Don't Click", in: The Washington Post vom 26. Oktober 2003. (Beim Zugriff auf Seiten der Washington Post sind Angaben zum Geschlecht, der Geburtsjahr und zum Staat erforderlich, die naturgemäß nicht auf ihren Wahrheitsgehalt überprüft werden können.)

Interaktivitaet.

Oft wird unter Interaktivität nur verstanden, dass Nutzer nach eigenen Vorgaben aktiv Informationen auswählen können ("navigational interactivity") oder daß der Nutzer ein Feedback erhält ("functional interactivity"). Wir verstehen unter interaktiv hingegen einen responsiven, konstruktiven und nachvollziehbaren Austausch zwischen Website und User sowie der Nutzer untereinander und die Generierung von nutzerabhängigem Content ("adaptive interactivity"). Siehe dazu auch "Interaktivität und Flow".

Daß man sich über den Begrif Interaktivität streiten kann (mit weitreichenden Konsequenzen nicht nur für die Gestaltung von Websites) zeigt eine internationale Konferenz zum Themen "Grenzen der Interaktivität" am Zentrum für Medien und Interaktivität (ZMI) an der Justus-Liebig-Universität Gießen vom 13. bis 15. November 2003. Mehr darüber in einer Konferenzankündigung von Christan Marx, der in Gießen studiert und die Konferenz als Tagungsassistent begleitet, auf der Website von Politik-Digital.de: "Was ist Interaktivität".

Prof. Diedrich Diederichsen aus Berlin bzw. von der Stuttgarter Merz-Akademie wird in seinem Eröffnungsvortrag "Flohmärkte und Fanzines - Die kulturelle Dynamik des Internet und seiner Vorläufer" die These vertreten, daß "die kulturellen Auswirkungen des Netzes (jenseits von Netzkultur im engen Sinne), sich schon vor der Einführung des World Wide Web als subkulturelle Dynamiken vorfinden und beschreiben liessen und im Netz lediglich eine technische Form gefunden haben". Da in diesen Tagen der Film "Martin Luther" in die Kinos kommt, kann ich mir den polemischen Einwurf nicht ersparen, darauf hinzuweisen, welch starke Bedeutung die jeweilige "technische Form" (im Fall der protestantischen Revolution des Buchdrucks) auf die "kulturelle Dynamik" haben kann.

Mittwoch, Oktober 29, 2003

Absinthiades.

CyberWriter hat Fotos online gestellt von den Absinthiades 2003 in Pontarlier, die heuer zum dritten Mal stattgefunden haben. Mehr zum Thema Absinth.

Buerokratieaufbau.

In ihren Sonntagsreden schwafeln rot-grüne Politiker gerne von "Bürokratieabbau". Wenn es dann zur Sache geht, wird der bürokratische Wahnsinn perfektioniert. Zwei aktuelle Beispiele:

Reform der gesetzlichen Unfallversicherung.

Die gesetzliche Unfallversicherung gehört dringend reformiert. Zum einen sollte es Untenehmen möglich sein, sich privat zu versichern, damit den Monopolisten der Berufsgenossenschaften Wettbewerbsdruck gemacht werden kann. Zum zweiten gehören Wegeunfälle von der Wohnung der Arbeitnehmer zur Arbeit und zurück aus dem Leistungskatalog genommen. Die Zuordnung dieser Wege in das Risiko des Unternehmers ist systematisch nicht zu begründen und sie provoziert Abgrenzungsprobleme zu privaten Unfällen und Mißbräuche, wenn Arbeitnehmer versuchen, private Unfälle auf Wege zur Arbeit zu verlagern. Die Abgrenzungsprobleme zeigen sich auch in einer Vielzahl von Gerichtsentscheidungen, teilweise zu obskuren Fragen. So berichtet die Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gaststätten von einem Urteil des 2. Senats des Bundessozialgerichts vom 7.11. 2000 - Az.:B2U35/99R - in dem es darum ging, daß ein Angestellter auf dem Wege zu seiner Arbeit kehrt machte, um eine vergessene Aktentasche zu holen und in seinem Wohnhaus verunglückte. Daß ein solcher Schmarrn Gerichte durch alle Instanzen beschäftigen muß, zeigt, daß hier dringend dereguliert werden muß.

Dienstag, Oktober 28, 2003

Laudatio auf Wolfram Siebeck.

Theo Sommer hat anläßlich des 75. Geburtstags von Wolfram Siebeck ein "Laudatio auf Wolfram Siebeck" gehalten. Seine Rede wurde in der "Zeit" veröffentlicht.

Wolfram Siebeck ist einer der bekanntesten Restaurantkritiker des deutschen Raumes mit regelmäßigen Beiträgen in DIE ZEIT. Ich liebe ihn wegen solcher Zitate wie in "Keine Rolle ohne Frühling", in: Die Zeit Nr. 5/2002: "Ihren Avantgardismus bekunden moderne Gastronomen, indem sie durchgeknallte Innenarchitekten beauftragen, die gute Stube in eine Luxusturnhalle zu verwandeln."

Stehempfang bei Eichel.

Wenn ich den Schockwellenreiter richtig verstanden habe, möchte sich Finanzminister Hans Eichel bei allen Steuerzahlern, die noch in Deutschland ihre Steuern zahlen und ihren Sitz noch nicht in die Schweiz verlegt haben, persönlich bedanken. Anmeldungen bitte an hans.eichel@bundestag.de. Ob es bei dem Stehempfang dann auch etwas zu trinken gibt?

Mineralwasser mit Aloe Vera.

Der Brohler Mineral- und Heilbrunnen setzt weiter auf innovative Produkte. Nach der Markeinfühung von Brohler Dragon, einem trendigen Erfrischungsgetränk mit einem Mix exotischer Früchte auf der Basis der aus China kommenden Drachenfrucht, und Brohler Kaktus, einem herben Citrus-Kaktusfeigen-Getränk, kommen jetzt als neue Produkte der eigenständigen Marke "Steinsieker" "Steinsieker mit Aloe Vera", eines der ersten Mineralwässer, das mit Aloe Vera ergänzt wurde, und "Steinsieker mit Kombucha" auf den Markt.

Systemgastronomie-Konzept von Brau und Brunnen.

Brau und Brunnen plane den Aufbau einer Restaurantkette "Zito’s Little Italy" mit "großen Portionen zu kleinen Preisen", so Vorstandschef Michael Hollmann laut einem Artikel von Michael Gassmann in der Financial Times Deutschland vom 15. Oktober 2003: "Brau und Brunnen geht über die Theke". Das erste Restaurant solle in Mannheim öffnen. Hauptzielgruppe seien Familien.

Niedrigere Umsaetze im nordrhein-westfaelischen Gastgewerbe.

Der Umsatz des nordrhein- westfälischen Gastgewerbes war im August 2003 nominal um 5,3 Prozent niedriger als im August des Vorjahres. Wie das Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik Nordrhein-Westfalen mitteilt, sanken die Umsätze real, also unter Berücksichtigung der Preisentwicklung, um 4,8 Prozent. Die Zahl der im Gastgewerbe tätigen Personen lag um 3,1 Prozent unter dem entsprechenden Vorjahreswert. Für den Zeitraum Januar bis August 2003 ermittelten die Statistiker für das NRW-Gastgewerbe Umsatzrückgänge von 7,3 (nominal) bzw. 7,9 Prozent (real) gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum.

Montag, Oktober 27, 2003

Qualitetsjournalismus à la Spiegel.

Vor dem Hintergrund eines Streitgesprächs, das Martin Röll auf der Frankfurter Buchmesse mit Ute Miszewski, Leiterin der Unternehmenskommunikation der Spiegel-Gruppe, geführt hat ("Weblogs sind keine Gefahr für den Journalismus"), habe ich heute amüsiert einen Beitrag im aktuellen "Spiegel" gelesen.

Der Beitrag mit dem (wahrheitswidrigen) Titel "Alle Familien werden belastet" verbirgt sich nicht schüchtern auf irgendeiner hinteren Seite, sondern wird hervorgeben und umrahmt auf einer der ersten Seiten präsentiert. Es geht um die Einkommenswirkung der Kopfpauschale, welche die Herzog-Kommission zur Reform der Krankenversicherung vorschlägt. Der Beitrag zitiert ein internes Papier der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, welches auf Berechnungen des CDU-Bundestagsabgeordneten Diplom-Volkswirt Andreas Storm basiere, dem sozialpolitischen Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion.

Um die angebliche Mehrbelastung von Familien im Herzog-Modell zu belegen, wird darin, für den fiktiven Fall einer Familie mit einem Lohneinkommen von 1.000 Euro im Monat, der Arbeitnehmerzuschuss zur Krankenvesicherung von heute 72 Euro (unterstellt wird ein Krankenversicherungsbeitrag von 14,4%) verglichen mit der Belastungsgrenze nach dem Herzog-Modell in Höhe von 15% (= 150 Euro). Daß es auch im Herzog-Modell einen Arbeitgeberzuschuß zur Krankenversicherung gibt (im konkreten Fall in Höhe von 72 Euro, also der Hälfte des Beitrags) wird im Spiegel-Beitrag verschwiegen. Die verbleibende Differenz zwischen 144 Euro (dem Beitrag im heutigen System) und 150 Euro (der Belastungsgrenze im Herzog-Modell) ist keinem systematischen Unterschied zwischen den Systemen geschuldet, sondern ergibt sich nur, weil die Herzog-Kommission von einem fiktiven Krankenkassenbeitrag von 15% ausgeht und Storm einen Beitrag von 14,4% unterstellt. Hätte er eine Kasse mit einem Beitragssatz von z.B. 15,8% angenommen, ergäbe sich sogar eine Entlastung in Höhe von 8 Euro.

Da das Papier mit dem Zahlenwerk von Andreas Storm nicht online ist (zumindest habe ich es nicht gefunden), kann ich natürlich nicht beurteilen, ob darin Äpfel mit Birnen verglichen worden sind oder jemand vom Spiegel den Inhalt falsch wiedergegeben hat. Da Andreas Storm Mitglied der Kommission "Soziale Sicherheit" zur Reform der sozialen Sicherungssysteme unter dem Vorsitz von Bundespräsident a.D. Prof.Dr. Roman Herzog gewesen ist, sollte ihm ein solcher Fauxpas eigentlich nicht passieren. Es sei denn, er möchte wider besseres Wissen Partei gegen das Herzog-Modell ergreifen, um sein eigenes Konzept vom Februar 2003 durchzusetzen. In einem Interview des Deutschlandradios vom 7. Oktober 2003 hat er sich aber klar für die Kopfpauschale ausgesprochen.

Spamming in Blogs.

Bill Thompson schreibt auf der Website des britischen Fernsehsenders BBC, daß Spammer beginnen, die Kommentarfunktion von Blogs zu mißbrauchen: "How spammers are targeting blogs". Dem Blog, den Sie gerade lesen, kann dies nicht passieren. Wenn Sie bei uns Beiträge kommentieren wollen, senden Sie uns bitte ein eMail mit Ihrem Kommentar.

Sonntag, Oktober 26, 2003

Von Hotels lernen.

Anne M. Schüller, die sich nach ihrer Zeit als Marketingdirektorin der Accor Hotellerie Deutschland mit dem Managementkonzept Total Loyalty Marketing als Consultant selbständig gemacht hat, hat jetzt ein neues Buch herausgebracht. "In einem gut geführten Hotel kann ein Arzt eine ganze Menge darüber lernen, wie Gäste dort vom Hoteldirektor und seinen Mitarbeitern behandelt werden; und kann Passendes in seine Praxis übertragen," schreibt sie in "Die erfolgreiche Arztpraxis. Patientenorientierung, Mitarbeiterführung, Marketing" (Springer Verlag) und führt Beispiele aus dem Schindlerhof sowie von Ritz-Carlton und Ibis an.

Keyword Map.

Wenn man seine Webseiten für Suchmaschinen optimieren will, ist der wichtigste Arbeitschritt die Auswahl geeigneter Schlüsselwörter. In einem früheren Artikel habe ich beschrieben, worauf man dabei achten sollte, wie man neue Schlüsselwörter finden und feststellen kann, welche davon geeignet sind: "Wie man geeignete Schlüsselwörter für seine Webseiten finden kann".

Walter Robert hat auf seiner Website KwMap.com ein neues, nützliches Tool online gestellt, welches erlaubt, neue Schlüsselwörter zu finden. Im Hintergrund steht eine große Datenbank mit Schlüsselwörtern und ihren Beziehungen. Wenn man einen Suchbegriff eingibt, werden zwei Achsen angezeigt. Eine Achse enthält vom Suchbegriff abweichende Schlüsselwörter, mit denen eine Beziehung bestehen könnte. Die zweite Achse enthält ähnliche Schlüsselwörter.

Per Anmeldung kann man seine eigene Website in die Datenbank mit aufnehmen lassen. Erforderlich ist dafür ein Link zu KwMap.com. Wenn Besucher diesen Link anklicken, wird ihnen eine personalisierte Keyword Map angezeigt.

Einfach mal ausprobieren: KwMap.com - browse the Keyword Map of www.abseits.de.

Kostenlose Hot-Spot-Zugaenge.

In einem Artikel in der "Computerworld" vom 20. Oktober 203 über kostenlose, kabellose Internetzugänge "Free hot spots pay dividends" wird John Wooley der Vorstandsvorsitzende (CEO) der Restaurantkette Schlotzsky's Inc mit den Worten zitiert, neue Franchisenehmer würden kostenlose Internetzugänge (Wi-FI) wegen ihres "strong ROI" anbieten, also weil sie sich rentieren würden. (via Heiko Helbig).

Lovina McMurchy, Direktor von Starbucks Interactive, sagte, bezahlte Wi-Fi-Services würden helfen, Gäste anzuziehen nach der Morgenspitze. Und die Gästen, welche diesen Service nutzten, seien Gutverdiener, die öfters kämen und länger blieben. Laut John Wooley bietet Schlotzky's bereits in 30 von 600 Outlets (eigenen und von Franchise-Nehmern) solche Internetzugänge an. Er schätzt, daß der kostenlose Internetzugang pro Restaurant und Jahr zusätzliche 15.000 Besuche stimuliert mit einem durchschnittlichen Bon von 7 US-Dollar, also rund 100.000 US-Dollar pro Objekt und Jahr. Die Investitionskosten pro Objekt beliefen sich auf 8.000 Dollar; die variablen Kosten pro Jahr schwankten zwischen 300 und 700 Dollar pro Objekt und Jahr. Wenn sich die Benutzer in den Zugang einklinkten, würden sie mit einem Werbespot von Schlotzky's begrüßt. Die Reichweite im Umfeld der Restaurants werde bewußt groß ausgelegt, um diese Werbung möglichst weit zu streuen und z.B. auch Besucher benachbarter Einrichtungen, wie etwa einer Universität, zu erreichen. Da die Internetzugang von Schlotzky's.

Auch die Panera Bread Co., mit Sitz in Richmond Heights, Montana, habe kostenloses Wi-Fi als Marketing-Tool entdeckt und plane 130 ihrer 600 Bäckereicafés, eventuell aber auch alle Filialen, damit auszustatten.

E-Learning fuer Brauer.

Recht hat das Tourzeichen, daß uns dies interessieren könnte: "Seit April 2003 betreibt die Doemens Akademie e.V. die E-Learning Plattform 'Delfin'. Das international führende Fortbildungs- und Beratungszentrum für die Brau-, Getränke- und Lebensmittelindustrie, setzt mit der Lernplattform auf die Zukunft des Internets als Wissensvermittler." Mehr darüber bei Hyperwave, von der die Software eKnowledge Suite sowie die eConferencing Suite stammt, welche die Doemens Akademie einsetzt.

Samstag, Oktober 25, 2003

Tischmanieren-Workshop.

Im Restaurant Puccini & Pinetti in San Francisco können Kinder an einem einstündigen Tischmanieren-Kurs teilnehmen. Der einstündige Kurs kostet mit Essen 25 Dollar. (via Restaurant Marketing, Ausgabe August 2003).

Dieses Restaurant, welches zur Kimpton Hotel & Restaurant Goup mit einer Vielzahl weiterer interessanter Konzepte gehört, gilt als eines der kinderfreundlichsten in San Francisco. Angeboten werden neben den Tischmanierenkursen
  • Kindermenüs
  • Kinder können ihre eigene Pizza kreieren
  • kostenloser Führer für die Eltern mit Hinweisen auf Aktivitäten für Kinder
  • Malbücher und Spiele mit versteckten Bildern
  • Kindergeburtstage und -feiern
Mehr über die Zielgruppe Kinder und Jugendliche.

(Alp)traueme.

Den Herausgebern von Tageszeitungen dürften alle Haare ergrauen, wenn sie an die vielen Kleinanzeigen denken, die ihnen wegens Virtuellen Communities wie "craigslist" entgehen und ihr Geschäftsmodell auffressen. Die Craigslist Foundation hat sich zum Ziel gesetzt, kleine Non-Profit-Organisationen Raum und Öffentlichkeit zu bieten und stellt dafür Websites zur Verfügung, führt Veranstaltungen durch und Non-Profit-Organisationen Sponsoren und Helfer zu. Auch für das Gastgewerbe bieten solche Websites Chancen, zum Beispiel Personalsuchanzeigen kostenlos aufzugeben.

Nachahmenswert erscheint mir auch das Wunschliste-Programm, wo Lehrer, Schulen und Non-Profit-Organisationen Wünsche nach Unterstützung äußern können. Es ist aber wohl nicht 1:1 auf Deutschland übertragbar. In den USA werden Lehrer schlecht bezahlt und opfern trotzdem nicht selten eigenes Geld, um schmale Budgets für Lehrmittel aufzustocken. In Deutschland sind Lehrer durchschnittlich eher überbezahlt und demotiviert. Aber es gibt in Deutschland genügend Nichterwerbsorganisationen, die Hilfe benötigen, wie z.B. die Lebenshilfe, in deren Online-Shop Sie Ihre Weihnachtsgeschenke kaufen sollten.

Craig Newmark, der Gründer dieser Community, die von Trendsetters.com als beste regionale Virtuelle Community des Jahres 2003 ausgezeichnet wurde, hat auch einen persönlichen Blog.

Heisseste Trends 2004.

Trendsetters.com verweist in der kostenpflichtigen Studie "Trendscape 2004" als heisseste Trends für das nächste Jahr (soweit für das Gastgewerbe von Bedeutung):
  • die Expansion von Design-Hotels in nicht-traditionelle Märkten,
  • einen rasanten Mehrverbrauch von scharfen Gewürzen, insbesondere Variationen von Pfeffer-Produkten, in den USA wohl dem starken Anstieg der ethnischen Gruppe der Latinos geschuldet,
  • eine wachsende Nachfrage nach organischen Lebensmitteln.
  • eine wachsende Bedeutung des Segments Fast Casual, also von Schnellrestaurants.
Im Bereich des Internets stehen Blogs an erster Stelle. Aber wem sagen sie das ...

Kulturgeschichte der Suppe.

Von dem Historiker Dr. Hans Ottomeyer von den Staatlichen Museen Kassel stammt eine "Kleine Kulturgeschichte der Suppe".

Freitag, Oktober 24, 2003

Christina Goebel: Sommelière des Jahres.

Jürgen Brand stellt Christina Göbel vor, die beste Sommelière Deutschlands: "Der erste Monat war Horror", in: Stuttgarter Zeitung vom 24. Oktober 2003.

Christina Göbel arbeitet in der "Speisemeisterei" (erstaunlicherweise ohne eigene Website) vor den Toren von Stuttgart im Schloss Hohenheim, die mit Martin Öxle, einem Koch des Jahres 2003, und Jure Rübel, Oberkellner des Jahares 2004, zwei weitere Spitzenkräfte vorweisen kann.

Die Titel "Koch des Jahres", "Oberkellner des Jahres", "Schiffsrestaurant des Jahres" und viele mehr werden von der Schlemmer Atlas-Redaktion des Busche Verlags vergeben.

Volltextsuche in Buechern bei Amazon.

Amazon hat auf seiner amerikanischen Website Amazon.com eine Neuerung eingeführt, welche einen der Nachteile von Online-Buch-Shops mildert, naemlich, dass man online nicht in Büchern blättern und probelesen kann. Bisher wurden bereits von vielen Büchern das Cover, das Inhaltsverzeichnis, der Klappentext, die Rückseite und ausgewählte Seiten als Graphiken zur Ansicht bereitgestellt (so auch mit eingeschränktem Umfange auf der deutschen Version Amazon.de). Nunmehr wurde der Inhalt vieler Bücher im Volltext durchsuchbar gemacht.

Mal ausprobieren? Suchen Sie auf Amazon.com etwa nach "restaurant business". In der Trefferliste der Bücher zu diesem Thema finden Sie bei einigen Büchern einen Hinweis auf die erste Stelle, an der dieser Begriff im Text dieses Buches vorkommt, sowie die Möglichkeit sich weitere Stellen in diesem Buch anzeigen zu lassen: "See more references to restaurant in this book." Angezeigt werden die Seiten des Buches, auf denen dieser Treffer vorkommt und die Textstelle. Wer will (und Amazon.com-User bzw. -Kunde) ist, kann sich diese Seite auch anzeigen lassen anklicken (z.B. durch Klick auf "on page X"). Alternativ kann man auch innerhalb des Textes des ausgewählten Buches nach weiteren, beliebigen Stichwörtern suchen lassen.

Ob dieser Service auch auf Amazon.de eingeführt werden soll, ist ungewiß. Erfahrungsgemäß werden jedoch Tools und Services, die sich in den USA bewähren, nach einiger Zeit in den weiteren Websites von Amazon auch eingeführt.

Nachtrag vom 25.10.2003: In der November-Ausgabe von Wired wird ein Artikel von Gary Wolf erscheinen, der erörtert, welche strategischen Vorteile durch dieses Feature Amazon erlangen könnte und welche Auswirkungen auf den Buchverlags-Markt möglich sind: "The Great Library of Amazonia".

Das Feature "Look Inside the book" - bei dem Bilder von Seiten online gestellt werden - wird eingestellt, d.h. neue Bücher werden dafür nicht mehr dafür akzeptiert. Für das Feature "Search Inside the book" also die beschriebene Volltextsuche muß der Verleger ein gedrucktes Exemplar einsenden. Digitale Kopien werden nicht akzeptiert. Es dauert dann drei bis fünf Wochen, bis das Buch von Amazon eingestellt worden ist. Dies stellt meines Erachtens einen Nachteil dar, da druckfrische Bücher dann erst verspätet durchsuchbar sind. Oder die Verlage stellen sich darauf ein und senden Amazon vorab ein eigens dafür erstelltes Exemplar Amazon, also ein Rezensionsemplar, wie sie vielen Rezensenten auch heute schon vorab zur Verfügung gestellt werden.

Da auch heute noch einige Verlage so blöd sind, Bücher für 19,90 Euro anzubieten, also knapp unterhalb der Grenze von 20 Euro, ab der Amazon Bücher kostenlos versendet, ist zu erwarten, daß sich auf dieses neue Feature von Amazon nicht alle Verlage schnell einstellen werden.

Optimierung von regelmaessig stattfindenden Veranstaltungen.

Wer Veranstaltungen organisiert, die wiederholt werden sollen, z.B. jedes Jahr eine LAN-Party, kann und sollte bei internetaffinen Zielgruppen das Internet nutzen, um
  • den Teilnehmern Gelegenheit zu bieten, die Veranstaltung zu kritisieren,
  • Verbesserungsvorschläge entgegenzunehmen, zu diskutieren und evtl. auch zu kommentieren, etwa warum sie nicht umgesetzt werden können oder welche Lösungen der Veranstalter vorschlägt.
Dafür eignen sich technisch gesehen, wenn man auf kurze Stellungnahmen, Kommentare, Meinungsäußerungen abstellt, Foren. Siehe z.B. das Forum von Invasion deluxe 1.0, einem Veranstalter von LAN-Parties.

Natürlich müssen solche Foren moderiert werden, d.h. es muß sichergestellt werden, daß jemand für den Veranstalter mitliest und -diskutiert. Zur Steuerung der Diskussion empfiehlt es sich, Themen / Rubriken vorzugeben, aber auch offen zu sein für neue Themen, die sich im Verlauf der Diskussion ergeben.

Donnerstag, Oktober 23, 2003

Ausflugsrouten.de

Cornelia Erler-Uebel hat mir ihrer Website ausflugsrouten.de einen interessantes Marketing-Tool für gastronomische Betriebe (zur Zeit noch auf Schleswig-Holstein begrenzt) online gestellt. Gastronomische Betriebe werden eingebunden in Ausflugsrouten, z.B. nennt der Gastronom Ausflugsziele in seiner Nähe und Ausflugsroute.de bindet ihn in Ausflugsrouten zu diesen Zielen mit ein. Über diese Website können Gastronomen auch Kontakt finden zu Kollegen und sich zu Kooperationen anregen lassen.

Aus der Sicht derjenigen, die sich zu Ausflügen anregen lassen möchten, fällt lobenswerterweise die Möglichkeit ins Auge, Ausflugsrouten nach Zielgruppen oder nach der Art des Kultur-Angebots oder der bevorzugten Freizeitbeschäftigung entlang der Route auszuwählen.

Über den Nutzwert des Projekts für Touristen und Tourismusorganisationen, Städtemarketing, Fremdenverkehrsbüros etc. informiert: Bedeutung ausflugsrouten.de (PDF, 102 KB). Cleveren Destination Managern würde ich eine Kooperation nahelegen, um das Projekt auf ihre Region auszuweiten.

Local Flavour.

"Local Flavour" ist ein neues Gourmet-Magazin über Vancouver (Kanada). Ihre Website nutzt ein Blog-System. Die erste Printausgabe mit 44 Seiten unter anderem über "Soul Food" oder "Vegetarian, the Chinese Way" wird als PDF (3,6 MB) online gestellt, aber vorbildlich auch in Form von HTML. (via Van Eats).

Mittwoch, Oktober 22, 2003

Aus Wasser wird Wein et vice versa.

Wenn die Märchen der Altvorderen stimmen, wurde unter Jesus Händen aus Wasser Wein. Bei Wolfgang Thierse geht es andersrum: "Wolfgang Thierses Spar-Fete" von Matthias Gebauer, in: Spiegel vom 22. Oktober 2003.

Kein Handel im Auftrag der Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gaststaetten.

Unternehmer erhalten immer wieder Besuche, Briefe oder Faxe von Firmen, die behaupten, im Auftrag der BGN oder anderen Berufsgenossenschaften zu handeln. Sie wollen den Unternehmer damit unter Druck setzen, ein bestimmtes Produkt zu kaufen oder eine kommerzielle Dienstleistung in Anspruch zu nehmen. In den meisten Fällen geht es um die Ausstattung oder Erneuerung von Erste-Hilfe-Material - oder um den Verkauf von Feuerlöschern bzw. deren Überprüfung. Diese Firmen gestalten ihre Anschreiben bewusst so, dass sie Ähnlichkeiten mit den Briefköpfen der BGen haben. Zum Teil drohen sie sogar ein Bußgeld der Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gaststätten an. Lassen Sie sich nicht von solchen Geschäftemachern in die Irre führen. Keine dieser Firmen handelt im Auftrag der BGN oder den anderen Berufsgenossenschaften! Im Zweifelsfall wenden Sie sich bitte an Ihren zuständigen Technischen Aufsichtsbeamten oder an die BGN-Verwaltung. (Quelle: Newsletter BGN aktuell 46/2003).

Bamberger Immobilienboerse.

Zusammen mit der Stadt Würzburg gehörte Bamberg vor mehr als zwei Jahren zu den ersten Kommunen in Bayern, die eine datenbankgestützte Immobilienbörse im Internet einrichteten. Mittlerweile haben viele Städte und Landkreise nachgezogen. Mit einem Relaunch der Bamberger Immobilienbörse ist es Bamberg mithilfe der Bamberger Blitz Internet Service GmbH nunmehr gelungen, erneut Trendsetter zu werden. Es handelt sich um ein Gesamtangebot aus Gewerbeimmobilien, Wohnimmobilien und unbebauten Grundstücken. Die Immobilienbörse ermöglicht nicht nur, gezielt nach Immobilien einer bestimmten Art, Größe und Lage im Stadtgebiet zu suchen, sondern sich auch die Lage des Objektes im Stadtplan anzuzeigen, Bilder der Immobilie einzusehen und sich eine automatische E-Mail-Benachrichtigung für ein bestimmtes Immobilienprofil zukommen zu lassen. Wohnimmobilien wurden aus zwei Gründen aufgenommen:
  • Unternehmen benötigen für Mitarbeiter, die sie zum Umzug nach Bamberg gewinnen wollen, Informationen über verfügbare Immobilien zur Miete oder zum Erwerb.
  • Für Unternehmen, die mit dem Gedanken spielen, ihren Standort nach Bamberg zu verlagern, stellen kostenlose, umfassende Informationen über die Verfügbarkeit von Wohnimmobilien ein Standortvorteil dar.
Der Datenbestand im Bereich der Gewerbeimmobilien ist bereits gut erfaßt. Gastronomische Objekte sind in diesem Immobilienportal leider (noch) nicht eingetragen (Stand vom 22. Oktober 2003). Liegt der Grund darin, daß bisher vor allem Bamberger Immobilienmakler diesen Service nutzen und die Brauereien als Verpächter noch nicht bemerkt haben, daß sie hier Pachtangebote kostenlos eintragen können? Auch Existenzgründer und Gastronomen, die nach zu kaufenden oder anzupachtenden gastgewerblichen Objekten suchen, haben sich noch nicht eingetragen. Aber dieser Service ist ja auch erst seit dem 17. Oktober verfügbar. (Quelle: Website der Stadt Bamberg und eigene Recherchen).

Interview zum Tourismusstudium.

Axel Kaden hat für die "Travel Talk", einem Wochenmagazin für Reiseverkäufer, dem Vorstand des Futurista e.V., einem Verband studentischer Arbeitsgemeinschaften im Tourismus, einige Fragen gestellt und interessante Antworten bekommen: "Interview zum Tourismusstudium".

Gaststaettenrecht

Eine Interlex GmbH hat unter gaststaettenrecht.biz ein Portal zum Thema Gaststättenrecht online gestellt. Unter Links findet sich unter anderem ein Link zu einem Beitrag von mir zum Thema "Pacht- und Bierlieferungsverträge (leider ohne explizite Angabe des Urhebers). Viele der anderen Links sind kaputt (was aber leider passieren kann, da Medien- wie auch juristische Websites mangels Sachverstand häufig die Strukturen ihrer Websites ändern oder Seiten vom Netz nehmen, ohne dafür zu sorgen, daß Anfragen angemessen weitergeleitet werden. Leider trifft dieser Mangel auch auf andere Inhaltsbereiche zu, etwa die klägliche Gesetzessammlung.

Da es meines Wissens auch an anderer Stelle keine vernünftige und ansatzweise vollständige Linksammlung zu Gesetzen, Verordnungen, Urteilen usw. zu Rechtsgebieten gibt, die für das Gastgewerbe von Belang sind, werde ich mich wohl mal an diese Arbeit machen müssen...

Laenderprofile.

Nicht nur zu Vorbereitung auf die EU-Erweiterung nützlich sind sogenannte "Landerprofile" des Statistischen Bundesamtes. Zu ausgewählten Ländern werden auf jeweils sechs Seiten umfangreiches Datenmaterial sowie Farbdiagramme zu zahlreichen Themengebieten geboten mit dem Schwerpunkt Wirtschaftsdaten, aber auch Bevölkerung, Soziales, Infrastruktur und Umwelt. Die Länderprofile sind bis auf weiteres kostenlos abrufbar. Eine jährliche Datenaktualisierung ist geplant. Zur Zeit stehen Exemplare zu den Ländern Ungarn, Polen, China, Frankreich, Japan und Russische Föderation zur Verfügung. Weitere Ausgaben zu ausgewählten Nachbarländern Deutschlands, wichtigen Handelspartnern oder bedeutenden Weltwirtschaftsnationen sollen folgen.

Dienstag, Oktober 21, 2003

Optimale Oeffnungszeiten.

Betriebswirtschaftliche Gründe, vor allem eine Änderung des Verhaltens der Bahnkunden, haben eine Schweizer Bahnhofbuffet-Pächterin zu einer Straffung der Öffnungszeiten gezwungen: "Das Buffet von einst ist tot" von René Bieri, in: Appenzeller Zeitung vom 21. Oktober 2003.

Betriebswirtschaftlich optimale Öffnungszeiten von gastronomischen Betrieben hängen ab
  • vom Sortiment, z.B. einem Frühstücksangebot.
  • dem Verhalten der Zielgruppen, z.B. dem Ausgehverhalten in der Unterhaltungsgastronomie oder Einkaufsverhalten in der Handelsgastronomie oder den Reisezeiten in der Verkehrsgastronomie.
  • der Kostenstruktur. Hohe Fixkosten, die unabhängig von den Öffnungszeiten anfallen, legen längere Öffnungszeiten nahe, weil dann pro Öffnungsstunde ein niedrigerer Deckungsbeitrag erwirtschaftet werden muß.
  • den Freizeitbedürfnissen der Betreiber und Mitarbeiter. Z.B. wollen Familienbetriebe und Vollzeitmitarbeiter oft einen freien Tag in der Woche.
Zusätzliche Restriktionen ergeben sich aus gesetzlichen Vorschriften wie Sperrstundenregelungen, Regeln asketischer Religionsgemeinschaften wie etwa dem Schabbat und Auflagen der Verpächter.

Montag, Oktober 20, 2003

Mehr Trinkgeld, bitte.

Wofür psychologische Kenntnisse gut sind: "Nachahmer unter den Kellnern bekommen mehr Trinkgeld", in: Wissenschaft.de vom 5. Juli 2003. Ob es immer angebracht ist, einen Gast nachzuäffen, möchte ich nun doch bezweifeln.

Links zu weiteren wissenschaftliche Erkenntnisse zum Thema Trinkgeld und Tipps, wie man das Trinkgeld wirklich steigern kann, finden Sie in einem früheren Beitrag von uns: Trinkgeld-Usancen".

Fachmann/Fachfrau fuer Systemgastronomie.

Seit 1998 gibt es den Ausbildungsberuf "Fachmann/Fachfrau für Systemgastronomie". Bisher haben erst gut rund 1.000 Auszubildende ihre Ausbildung in diesem Beruf abgeschlossen. Lesen Sie mehr über die Geschichte dieses Ausbildungsberufes in einem Beitrag von Dr. Ilona Zeuch-Wiese vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) in Berlin vom 31. Juli 2003: "Dem Ausbildungsberuf "Fachmann/Fachfrau für Systemgastronomie" fehlen die Bewerber/innen".

Samstag, Oktober 18, 2003

Jeder Leser ein Editor.

Martin Röll, mit dem ich mich auf der Frankfurter Buchmesse vor einer Woche ein paar Stunden unterhalten durfte, hat unter anderem über ein Gespräch mit Ute Miszewski, Leiterin der Unternehmenskommunikation der Spiegel-Gruppe, berichtet, in der es darum ging, was Journalisten von Bloggern unterscheidet ("Weblogs sind keine Gefahr für den Journalismus"). Zur gleichen Thematik hat Jay Rosen vom Department of Journalism an der New York University, am 16. Oktober in PressThink zehn Thesen unterbreitet, denen ich mich weitestgehend anschließen kann: "What's Radical About the Weblog Form in Journalism?".

Bei Weblogs mit einem journalistischen Anspruch und einer nicht zu kleinen Leserschaft wird die Aufgabe des Korrektors, Chefredakteurs, also einer oder mehrerer weiteren Personen, welche Korrektur lesen, von den Lesern (oder Co-Bloggern bei Blogs mit mehreren Autoren) wahrgenommen. Damit können Nischenpublikationen, die sich solche Editoren nicht leisten können, dennoch leben, ohne dem Risiko fehlerhafter Inhalte zu sehr ausgeliefert zu sein. Heutzutage, wo sich auch viele kommerziellen Redaktionen hohe Ausgaben zur Fehlerreduktion nicht mehr leisten können (beim Spiegel sieht das vermutlich zugegeben anders aus), kann die Möglichkeit der Weblogs zeitnah Fehler zu korrigieren, sogar einen strategischen Vorteil gegenüber Printmagazinen darstellen. So wird vermieden, daß nach der Auslieferung Fehler im Archiv verewigt werden.

Speziell zum Spiegel kann ich mir die Anmerkung nicht verkneifen, daß die jahrelange Strategie, die Namen der Autoren zu verschweigen und ihnen damit die Chance zu nehmen, sich eigenständig zu vermarkten, nicht durchgehalten werden konnte. Weblogs eröffnen Journalisten die Chance, als Persönlichkeit deutlicher wahrgenommen zu werden. Man wird mehr darauf achten, wer etwas geschrieben hat und nicht wo. Der Markenwert von Magazinen wird sinken im Vergleich zum Markenwert von Journalisten. Und das ist gut so und besser als jedes noch so liberale Redaktionsstatut.

It's closing time.

Den Blog "The Making of a Restaurant" haben wir unseren Lesern immer wieder empfohlen und von seinen Einträgen profitiert. Die Autoren Luke und Sandy haben sich im Februar 2001 überlegt, "in fünf oder zehn Jahren" ein Restaurant aufzumachen. Zur Vorbereitung haben sie tief in der Welt der Gastronomie gestöbert, unzählige Restaurants besucht, gejobt, gekocht, gelernt und ihre Erfahrungen und Eindrücke in ihrem Blog aufgeschrieben. "If we are able to average just one idea a day, even if nine in ten are bunk, by the time we're ready to launch our restaurant, five or more years from now, we will have assembled at least 182 good ideas. Who could fail with so many good ideas?" And this is how "The Making of a Restaurant" came to be..."

Vor wenigen Tagen haben sie ihr Projekt beendet und begründen dies mit Argumenten, mit denen sich auch andere Menschen, die sich mit dem Gedanken tragen, ein Restaurant zu eröffnen, auseinandersetzen sollten.

Luke Seemann engagiert sich jetzt bei Grapers Block, einem kollektiven Blog mit regionalen Nachrichten und Hinweisen auf Veranstaltungen in Chicago.

Das Café Ruffini in Muechen wird 25 Jahre alt.

Die Süddeutsche Zeitung läßt Stammgäste des vor 25 Jahren eröffneten alternativen Szene-Cafés Ruffini und ihre Geschichten zu Wort kommen: "Ein liebevolles Lokal", in: Süddeutsche Zeitung vom 18. Oktober 2003. Von Bamberg aus sende ich herzliche Glückwünsche. Das "Ruffini" war eines unserer Vorbilder, als wir vor 20 Jahren unsere "Café Abseits" in Bamberg konzipiert haben.

Angesagt in Wiesbaden.

In einer Serie über "angesagte Locations" in Wiesbaden stellt Sascha Kircher den House-Club "Nomono" vor: "Für das etwas "ältere" Publikum ", in: Wiesbadener Kurier vom 18. Oktober 2003.

Donnerstag, Oktober 16, 2003

SPD votiert ueberraschend fuer Mehrwertsteuersenkung fuer touristische Dienstleistungen.

Der Vorsitzende der Arbeitsgruppe Tourismus der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Klaus Brähmig MdB, und der zuständige Berichterstatter, Jürgen Klimke MdB, haben mitgeteilt, daß die SPD am 15. Oktober 2003 im Tourismus-Ausschuß des Bundestages überraschend ihre Unterstützung für einen Richtlinienvorschlag erklärt haben, der auf eine Harmonisierung der bisher höchst unterschiedlichen Handhabung von reduzierten Mehrwertsteuersätzen abzielt. Damit befinde sie sich im krassen Gegensatz zu Bundesfinanzminister Eichel, der dem Vorschlag noch in der letzten Woche in Brüssel im Rat der Europäischen Finanzminister seine Zustimmung verweigerte habe. (Quelle: "SPD im Tourismus-Ausschuss kontra Eichel" vom 16. Oktober 2003).

Das deutsche Hotel- und Gaststättengewerbe leidet unter diesen Wettbewerbsverzerrungen, da die meisten Mitgliedstaaten ermäßigte Steuersätze für gastgewerbliche Dienstleistungen anwenden. Frankreich hat das gemacht, was das deutsche Gastgewerbe von der deutschen Bundesregierung seit langem fordert, nämlich Dienstleistungen des Gastgewerbes mit einem ermäßigten Mehrwertsteuersatz zu belegen. Ab Januar 2004 beträgt die Mehrwertsteuer für Gaststätten, Bistros, Restaurants, Imbisse und ähnliche Betriebe statt 19,5% nur noch 5,5%. Siehe dazu die Nachricht "Niedrigere Mehrwertsteuer fuer gastronomische Dienstleistungen: leider nur in Frankreich" vom 14. September 2003.

Qualifizierung zum Nulltarif.

Wer sich als Unternehmer eines Kleinbetriebes mit bis zu zehn vollbeschäftigten Arbeitnehmern durch den Fernlehrgang der Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gaststätten für das Branchenmodell qualifiziert, spart bares Geld: Er verringert die Kosten, die ihm durch seine Pflicht zur sicherheitstechnischen und arbeitsmedizinischen Betreuung seines Betriebes entstehen, und das zum Nulltarif. Da in den meisten Kleinbetrieben hinsichtlich des Arbeits- und Gesundheitsschutz gar nicht viel zu tun ist, das wenige aber getan werden muss, hat die BGN eine Speziallösung für Kleinbetriebe entwickelt: das BGN-Branchenmodell. Es sieht vor, dass der Unternehmer die Betreuung seines Betriebes selbst in die Hand nimmt. Vorausgesetzt, er hat sich dafür qualifiziert. Das ist über den Fernlehrgang möglich, den er bei der BGN kostenfrei anfordern kann: Telefon 0621 4456-3333, FAX 0621 4456-3330 oder E-Mail branchenbetreuung@bgn.de. Digital mit interaktiven Übungen gibt es den Lehrgang übrigens auch auf der Hotel- und Gaststätten-CD-ROM der BGN. (Quelle: BGN aktuell Nr. 45 vom 15. Oktober 2003).

British Pathe.

British Pathe ist eine der ältesten Medien-Unternehmen der Welt und wurde 1890 in Paris gegründet. Ab 1910 produzierte British Pathe alle zwei Wochen die "Pathe Gazette", nach dem Ersten Weltkrieg verschiedene Kinomagazine und seit 1930 die Gazette, die Pathetone Weekly, die Pathe Pictorial und Eve's Film Review, Zeitschriften rund um Unterhaltung, Kultur und für Frauen. Bis 1970 entstanden so rund 3.500 Stunden Filme. Seitdem wird dieses Material extensiv in aller Welt in Fernsehsendungen, Heimvideos, Werbespots und seit kurzem auch im Internet verwendet. Dieses Filmmaterial ist jetzt online gestellt unter www.britishpathe.com". Allein zum Stichwort "Restaurant" finden sich dort 378 Filmchen. Es gibt einen kostenlose Preview, bei dem in einstellbaren Sequenzen von 1 bis 60 Sekunden Standbilder aus den Filmen dargestellt werden.

Es gibt z.B. einen Film "Coffee Bar Studio" vom 18. Mai 1959 über den Schauspieler Tommy Yeardye, der ein "art studio restaurant" in London eröffnet hat. Gäste können dort malen oder essen oder beides gleichzeitig. Eine Auswahl der Gemälde werden im Restaurant ausgestellt. Gelegentlich posieren Modells. Ein professioneller Künstler berät und hilft den Gästen, die malen wollen und ermutigt sie. Andere Gäste, die nur zum Essen kommen, können den Künstlern beim Malen zuschauen. Auch bei den Speisen wird auf eine farbenfrohe, kunstvolle Dekoration geachtet.

Resources for Economists on the Internet.

Die Website Resources for Economists on the Internet verzeichnet mehr als 1.000 Links zu englischsprachigen Fach-Sites. Für Weblogs and Commentaries gibt es gar ein eigenes Unterverzeichnis.

Verteilungswirkungen von Buergerversicherung und Kopfpauschale, Teil II.

Vor kurzem habe ich mich noch über die vielfach falschen Darstellungen der Verteilungswirkungen von Kopfpauschale und Bürgerversicherung mokiert. Heute wurde in der Zeit ein Artikel von Elisabeth Niejahr veröffentlicht, der kompetent über diese Wirkungen informiert: "Abgerechnet wird pro Kopf".

Heiner Geißler hat diesen Artikel offensichtlich nicht gelesen, sonst hätte er in einem Interview in derselben Ausgabe nicht den Unsinn verzapft: "Der kommende Bundestagswahlkampf wird geführt werden zwischen einer Bürgerversicherung der SPD und Grünen und dem Prämienmodell der CDU mit einer exorbitant hohen Belastung der kleinen und mittleren Einkommen, verbunden mit einem bürokratischen Refinanzierungsmonstrum." (Quelle: "Die CDU wird den Wahlkampf verlieren", in: Die Zeit vom 16. Oktober 2003). Vielleicht sollte man Politrentnern eine pauschale Zahlung gewähren, die es ihnen erlaubt, sich einen wissenschaftlichen Mitarbeiter zu bezahlen, damit sie kein dummes Zeug daherreden.

Hotelfinanzierung per geschlossenem Immobilienfonds.

Die Sparkasse Bamberg versucht sich an der Finanzierung eines im Bau befindlichen Kongress Hotels (3-Sterne, 171 Zimmer) in Form eines geschlossenen Immobilienfonds. Siehe "Immobilienfondsbeteiligung 'Kongresshotel Bamberg'". Siehe zur Problematik geschlossener Immobilienfonds einen Artikel von Robert Ummen: "Mehr Transparenz für geschlossene Immobilienfonds", in: Die Welt vom 31. Juli 2003.

Tschechen sollen draussen bleiben.

Das Arbeitsamt Zwiesel hat die Zahl der Arbeitserlaubnisse für Grenzgänger aus Tschechien in letzter Zeit massiv verringert und damit vor allem dem deutschen Gastgewerbe in der ohnehin schwierigen Grenzgregion geschadet. Siehe dazu "400 tschechische Grenzgänger weniger: Arbeitsamt spart über eine Million Euro", in: Passauer Neue Presse vom 16. Oktober 2003. Wenn man bedenkt, daß ab dem 1. Mai 2004 Tschechien zur Europäischen Union gehören wird und damit ein Prozeß eingeleitet wird, an dessen Ende in wenigen Jahren die vollständige Integration auch der Arbeitsmärkte in Tschechien und Deutschland steht, kann ich mir angesichts dieser bornierten national-sozialistischen Haltung nur an den Kopf greifen. Siehe dazu auch unseren Beitrag "Auswirkungen der EU-Öffnung auf das Gastgewerbe in Deutschland ".

Mittwoch, Oktober 15, 2003

Nestlé Waters beteiligt fuehrende Brauereien an Getraenkelogistiker Trinks.

In einer gemeinsamen Presseinformation teilen Nestlé Waters und der Brauereien Krombacher, Radeberger und Warsteiner mit:

"Frankfurt am Main, 10. Oktober 2003 – Die Nestlé Waters Deutschland beteiligt die drei Brauereigruppen Krombacher Brauerei Bernhard Schadeberg GmbH & Co.KG, die Radeberger Gruppe AG und die Warsteiner Brauerei Haus Cramer KG an dem Getränkelogistiker Trinks GmbH, Goslar, sowie der Trinks Süd GmbH, München. Hierzu wird Nestlé Waters 51 Prozent der Gesellschaftsanteile der Trinks zu gleichen Teilen an die Brauereien übertragen.

"Wir versprechen uns durch die Aufnahme dieser für das Kerngeschäft der Trinks strategisch wichtigen und starken Partner eine nachhaltige Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit der Trinks", sagte Gustav-A. Quast, Vorstandsvorsitzender der Nestlé Waters Deutschland. Die neue Gesellschafterstruktur ermögliche es Trinks, deren Kompetenzen in ihrer größten Produktkategorie Bier zu nutzen. Mit einem Anteil von 47,4 Prozent vertreibt Trinks vor allem Bier, gefolgt von Mineralwasser (39 Prozent).

Die Transaktion soll mit Wirkung zum 1. Januar 2004 vollzogen werden. Ein entsprechender Vertrag soll noch im Oktober 2003 von den Verhandlungspartnern unterzeichnet werden. Unabhängig von diesem Verhandlungsergebnis bedarf die Beteiligung noch der Zustimmung durch das Bundeskartellamt. Für die Arbeitsplätze der Trinks wird die neue Eignerstruktur keine Auswirkungen haben.

Erklärtes Ziel der drei Brauereien ist es, das bisherige Geschäftsmodell von Trinks beizubehalten. Das Unternehmen werde weiterhin als unabhängiger Logistikpartner für jeden Kunden und alle Marken offen stehen. Der Absatz lag bei 1,3 Mrd. Litern. Insgesamt vertreiben mehrere hundert Getränkehersteller ihre Produkte über Trinks.

Die Trinks GmbH und Trinks Süd GmbH sind Tochterunternehmen der zur Nestlé gehörenden Blaue Quellen Mineral- und Heilbrunnen AG, Rhens/Rhein. Mit 20 Niederlassungen in Deutschland und einem Umsatz von ca. 1 Mrd. Euro ist Trinks der größte nationale Getränkelogistiker."

Kommentar: Auch in Deutschland werden immer mehr Getränkefachgroßhändler von Lieferanten, insbesondere von Brauereien, abhängig. Dies ist teils das Ergebnis strategischer Entscheidungen, Vertriebswege vor fremden Einfluß zu sichern oder selbst zu monopolisieren, teils aus der Not geboren, Vertriebspartner (und Forderungen) vor einer Liquidation zu schützen. Siehe dazu auch unseren Beitrag über Getränkefachgroßhändler online. Egal warum Brauereien den Getränkefachgroßhandel usurpieren. Für die Gastronomie bedeutet dies langfristig nichts Gutes. Man muß sich nur mal anschauen, mit welcher Penetranz in bestimmten Getränkefachgeschäften Marken der Brauerei, der sie gehören, hervorgehoben positioniert werden.

Familienangebote koennen auf den Websites von Spitzenhotels schlecht gefunden werden.

Customer Strategy Consulting, Inc. ist ein Beratungsunternehmen für Marktforschung und strategisches Marketing mit Sitz in Jersey City, New Jersey. Kunden sind unter anderem Delta, United, Marriott und die Puerto Rico Tourism Company. Devorah Goldman und David A. Kalmar von Customer Strategy Consulting gehen der Frage nach "why are so many leading hotels dropping the ball on their Web sites by burying valuable family-travel content, or worse, limiting users’ abilities to search for this content?": "Targeting families online: Are we there yet?", in: Hotel Marketing News, Ausgabe 36, Jahrgang 6, vom 15. Oktober 2003

Berliner Dialog.

Am 20. Oktober 2003 veranstaltet die Deutsche Akademie für Kulinaristik in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Historischen Museum in Berlin in dessen Räumen von 14 bis 17 Uhr einen "1. Berliner Dialog", um sich der Berliner Öffentlichkeit vorzustellen. Zum Programm (PDF).

Gastronomie-Universitaet in Frankreich gegruendet.

Yahoo Nachrichten hat eine Meldung der Presseagentur AP über die Gründung einer Gastronomie-Universität in Reims veröffentlicht: "Frankreich gründet Gastronomie-Universität". Ab Herbst 2004 soll man dort ein bis zu zweijähriges Aufbaustudium beginnen können. Ableger in Lyon und Bordeaux sind geplant.

In Italien läuft bereits die Anmeldefrist für ein zwei- oder dreijähriges Studium (zweijährige Studiengänge: The Sciences of Food and Gastronomic Communication bzw. Food Business Management) an der staatlich anerkannten, privaten Hochschule "Università di Scienze Gastronomiche" in Pollenzo, einem Hofbetrieb fünfzig Kilometer südlich von Turin und in Colorno bei Parma. Dieses Elitestudium mit 60 Studienplätzen und fünf Professoren kostet 19.000 Euro pro Jahr (incl. Unterkunft) und führt zu einem Magisterabschluß oder zur Promotion. Studiensprachen sind englisch und italienisch. Denkbare Tätigkeitsbereiche für die Absolvenen sind Gastro-Journalisten, Marketingfachleute von Nahrungsmittelherstellern oder Funktionärsjobs bei Verbänden (Quelle: Dirk Schümer: "Die Uni des guten Geschmacks", in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung vom 12. Oktober 2003, S. 59). Siehe dazu auch einen Reisebericht einer Schweizer Slow Food-Gruppe, wonach ein Studienbeginn ab September 2004 geplant ist. Die Liste der Dozenten ist beeindruckend.

In Oberfranken plant die Deutsche Akademie für Kulinaristik in Zusammenarbeit mit der Universität Bamberg ein Aufbaustudium für Kulinaristik.

Convenience Food.

Über den Einsatz von Fertig- und Halbfertigprodukten in der Gastronomie berichtet Ursula Meister in der Neuen Westfälischen vom 13. Oktober 2003: "Industrie bruzzelt für Profis".

Umsatz im Gastgewerbe August 2003: – 3,8% zum August 2002.

Der Umsatz des Gastgewerbes in Deutschland lag nach Mitteilung des Statistischen Bundesamtes im August 2003 nominal (in jeweiligen Preisen) 3,8% und real (in konstanten Preisen) 2,9% niedriger als im August 2002. Nach Kalender- und Saisonbereinigung der Daten (Berliner Verfahren 4 – BV 4) wurde im Vergleich zum Juli 2003 nominal 0,5% und real 1,2% mehr abgesetzt. Ab dem Berichtsmonat August 2003 liegt der Berechnung der preisbereinigten Ergebnisse erstmals das neue Basisjahr 2000 = 100 zugrunde. In den ersten acht Monaten des Jahres 2003 setzten die Unternehmen des Gastgewerbes nominal 5,8% und real 6,3% weniger als im entsprechenden Vorjahreszeitraum um. In allen drei Branchen des Gastgewerbes gingen die Umsätze sowohl nominal als auch real gegenüber August 2002 zurück:
  • Bei den Kantinen und Caterern, wozu auch die Lieferanten der Fluggesellschaften gehören, um nominal – 1,7% (real – 1,5%),
  • im Beherbergungsgewerbe um nominal – 4,1% (real – 2,4%) und
  • im Gaststättengewerbe um nominal – 3,8% (real – 3,5%).

August 2003: Weiterhin weniger Umsatz im Thueringer Gastgewerbe.

Wie das Thüringer Landesamt für Statistik mitteilt, setzten die Thüringer Unternehmen des Gastgewerbes nach vorläufigen Ergebnissen im August 2003 nominal, d.h. in jeweiligen Preisen, 7,4 Prozent weniger um als im August 2002. Real, also preisbereinigt, betrug der Rückgang 6,6 Prozent.
  • Vergleichsweise gering waren die Einbußen mit nominal 4,8 Prozent und real 4,5 Prozent in den Restaurants, Cafes, Eisdielen und Imbisshallen.
  • Das klassische Beherbergungsgewerbe (Hotels, Gasthöfe, Pensionen und Hotels garnis) musste ein Minus von nominal 7,8 Prozent und real 6,7 Prozent hinnehmen.
  • Kantinen und Caterer meldeten zweistellig Umsatzrückgänge. Hier wurde im August 2003 nominal 13,1 Prozent und real 12,9 Prozent weniger umgesetzt als im vergleichbaren Vorjahresmonat.
Im August 2003 waren im Thüringer Gastgewerbe 7,2 Prozent weniger Personen beschäftigt als im August 2002. Die Anzahl der Vollzeitbeschäftigten verminderte sich um 11,1 Prozent. Im Gegenzug wurden auf Teilzeitbasis 2,2 Prozent mehr Personen beschäftigt.

Kreative Biervermarktung.

Welche Möglichkeiten stehen dem Wirt für eine kreative Biervermarktung offen? Diese und andere Fragen hat Margot Haag für "Prost - Das aktuelle Fachjournal für Österreichs Gastronomie und Hotellerie" gestellt. Beantwortet hat sie Conrad Seidl: "Schmutzige Biergläser: Jeder zweite Gast kommt nicht wieder".

Schaefer freshKEG.

Im September 2002 stellten die Schäfer-Werke ihr innovatives freshKEG mit eingebautem CO2-System als Weltneuheit vor. Im Oktober 2002 führte die Krombacher Brauerei als erste Brauerei das Schäfer freshKEG als "11-l-Frische-Faß" ein. Das Zapfen mit dem ebenfalls von Schäfer entwickelte Zapfkopf wird zum "Kinderspiel". Für biergerechte Temperaturen sorgt darüber hinaus der so genannte Ice-Pack, mit dem das "11-l-Frische-Fass" innerhalb von nur einer Stunde z.B. von 20 auf 8 °C heruntergekühlt werden kann. Der Ice-Pack kann bequem in der Kühltruhe vorgeeist werden, nimmt nur wenig Platz ein und wird anschließend einfach über das Fass gezogen. Aus dem Hause Krombacher heißt es dazu: "Das 11-l-Frische-Fass ist ein Produkt, das vor allem für Getränkeabholmärkte, die sich im Party-Fass-Segment Kompetenz und Marktstellung aufgebaut haben, eine interessante Ergänzung der Produktpalette darstellt, an der man nicht vorbeigehen kann. Zapfkopf und Ice-Pack können ebenfalls beim Händler vor Ort ausgeliehen oder gekauft werden. Was die Verbraucher angeht, so werden mit dem 11-l-Frische-Fass all diejenigen angesprochen, die auf Festen, Parties und jedweder privaten Festivität gerne ein frisch gezapftes Krombacher Pils genießen möchten oder einfach zu Hause Fass-Bier haben wollen."

Aus der Sicht der Gastromie verliert mit dieser Innovation das Alleinstellungsmerkmal Bier vom Faß zwar an Bedeutung. Andererseits eröffnen sich neue Chancen auch für die Gastronomie:
  • In Angeboten für Party-Service und Catering kann Bier vom Faß auch bei geringen Verbrauchsmengen ohne großen Aufwand aufgeführt werden.
  • freshKEGs können - eventuell auf Vorbestellung - außer Haus verkauft werden.
  • In Gaststätten, in denen von einem ständigen Angebot an Faßbier mangels ausreichendem Umschlagvolumen (ab 30 Hektoliter per anno per Leitung bei 30-Liter-Fässern) aus Qualitätsgründen abgesehen werden sollte bzw. sich eine Investition in die entsprechende Schanktechnik nicht lohnt, stellen freshKEGs eine Alternative für den gelegentlichen Ausschank vor, neben Gebinden, die per bayerischem Anstich ausgeschenkt werden.
Am Donnerstag, 13. November 2003, findet auf der Nürnberger Brau Beviale 2003 eine Veranstaltung der Schäfer-Werke zum Thema freshKEG statt, über die ich berichten werde.

Dienstag, Oktober 14, 2003

Kochen mit Musike.

Der Area-Verlag Erfstadt hatte eine pfiffige Idee. Er verkauft Länder-Kochbücher im Package mit einer Musik-CD. Siehe: "Unipart bei area", in: Börsenblatt Online vom 26. September 2003. Die ersten Titel sollen im November 2003 erscheinen, z.B. "Französisisches Kochbuch mit Musik-CD" oder "Ungarisches Kochbuch mit Musik-CD".

Grosskuechen- und Gastronomieplanung.

Jüngst erschienen ist das Buch "Gastro Planung und Konzepte" von Ursula Kothe, das wir bereits im Februar mit dem Plantitel "Großküchen- und Gastronomieplanung" angekündigt hatten. Das Fachbuch erläutert ausführlich:
  • Bedeutung und Aufgaben der Gastronomie,
  • Speisenproduktion - betriebswirtschaftliche, technische und ökotrophologische Voraussetzungen,
  • Planung und Auswahl von Versorgungssystemen,
  • Planung des Produktionsbereichs,
  • Berechnungsbeispiele von Gastronomiebetrieben verschiedener Versorgungssysteme,
  • Architektonische und küchentechnische Gesamtplanung unterschiedlicher Gastronomiekonzepte.

Organisations- und Personalmanagement.

Im März 2004 erscheint das Lehrbuch "Organisations-/Personalmanagement in Hotellerie und Gastronomie. (Lernmaterialien)" von Prof. Dr. Harald Dettmer, Thomas Hausmann, Prof. Dr. Hans Jung, Werner Schneid, Prof. Dr. Torsten Czenskowsky, Sabrina Dettmer, Dr. W. Blindow, R. Böhm, A. Donhauser, O. Gut, Dr. R. Kausch, G. Vogt und P. Wilhelm Joachim Dettmann. Die Inhalte des Organisations- und Personalmanagements werden situationsorientiert und branchenspezifisch beschrieben. Durch Anwendung des erarbeiteten Wissens wird das "Handwerkszeug" für die tägliche Arbeit in gastgewerblichen Unternehmen praxisnah dargestellt.

Brau Beviale 2003.

Von der Brau Beviale 2003 vom 12. bis 14. Novenber 2003 in Nürnberg werde ich voraussichtlich aber nur an einem der drei Tage live berichten. Geplant sind Berichte über einen Kurzvortrag von Heinrich Franz Egerer, Doemens e. V., Gräfelfing, zum Thema "Von der Idee bis zum zufriedenen Gast (Erfolgreiche Konzeption von Gasthausbrauereien)" am Donnerstag, 13. November 2003, um 14.20 Uhr, sowie von Jürgen Hoffmann, IMI Cornelius Deutschland GmbH, Langenfeld, über "Wachstumsmarkt Tafelwasseranlagen" am selben Tag um 15.20 Uhr.

Wenn Sie als Aussteller Neuigkeiten für das Gastgewerbe mitzuteilen haben, lassen Sie es mich bitte wissen.

Zur Einstimmung ein Auszug aus der Pressemitteilung des Messe-Veranstalters: "Rohstoffe, Technologien, Logistik und Marketingideen für die Getränkewirtschaft bestimmen traditionell das Bild in den Messehallen der BRAU Beviale. Das nächste Mal trifft sich die europäische Getränkewirtschaft vom 12. bis 14. November 2003 im Messezentrum Nürnberg. Mit dabei sind dann rund 1.500 Aussteller und 36.000 Fachbesucher. Den Investitionsentscheidungen auf der BRAU Beviale geht eine gründliche Analyse der internationalen Getränkemärkte voraus – und da tut sich eine Menge:
  • Bis vor wenigen Jahren war alles überschaubar: klassische Erfrischungsgetränke, Fruchtsäfte in gewohnten Geschmacksrichtungen, Mineralwasser, bestimmte Biersorten. Die Auswahl war schnell getroffen. Heute stellt sich die Situation in Deutschland und auf dem gesamten westeuropäischen Markt vollkommen anders dar. Sogar Getränkeexperten verlieren in einem immer dichter werdenden Getränkedschungel den Überblick.
  • Getränke mit Wirkungsversprechen liegen im Trend. Die Grenzen zwischen Mineralwasser, Erfrischungs- oder Fruchtsaftgetränk sind fließend. Der Verbraucher unterscheidet nicht mehr zwischen Getränkekategorien, sondern stellt den persönlichen Nutzen in den Vordergrund. Dazu trägt nicht zuletzt die Getränkeindustrie selbst entscheidend bei: Die neuen Wellness-Drinks Akate und Shiang der deutschen Heil- und Mineralquellen Germete beispielsweise orientieren sich an der chinesischen Kultur und sollen auf den jeweiligen Energiezustand des Organismus ausgleichend wirken – so die Botschaft. Akate ist dabei der vitalisierende Part – Mineralwasser versetzt mit Traubensaftkonzentrat, Extrakten aus Guarana, Ginkgo und Ginseng. Shiang harmonisiert mit Extrakten aus Melisse, Ringelblume, Löwenzahn, Lindenblüten und Grüntee.
  • Die österreichische Marke Vöslauer entwickelte exklusiv für die Berlinale die neue Wellness-Produktlinie „Vöslauer Balance“ mit dem Bären-Logo, die – wie der Name bereits sagt – die innere Balance fördert. Die Mineralwasser-Varianten „Classic“, „Body“ und „Rosé“ sind mit Essenzen und Aromen von Kräutern, Blüten und Früchten versetzt. Sport und Heimatverbundenheit sind eine Paarung, die die deutsche Hassia & Luisen für sich entdeckt hat. Das Getränk „Olympja“ scheint genau richtig, um die Olympia-Bewerbung für 2012 zu unterstützen. Das Sportgetränk enthält neben Mineralwasser vier Vitamine und Zitrusfruchtsaft.
Die Beispiele belegen, der Fokus entfernt sich immer mehr vom Eigentlichen, dem Aspekt des Durstlöschens. Andreas Steinle, Gesellschafter des Trendbüros Hamburg: „Es gibt momentan zwei wesentliche Trendrichtungen. Das Spiel mit der Tradition einerseits und die Wissenschaft andererseits. Am zutreffendsten lässt sich die Richtung Wissenschaft mit dem Begriff posthuman beschreiben, was bedeutet, dass ein neues Verhältnis zu Körper und Ich aufgebaut wird. Früher hieß es, Körper und Gesundheit sind durch das Schicksal definiert. Heute akzeptieren wir das nicht mehr. Wir stellen die Sicherheit der Wissenschaft immer weiter über die Unsicherheit der Natur." Für die Getränkebranche bedeuten diese Aussagen laut Steinle, dass künftig verstärkt nach Lösungen, sprich nach Getränken mit Wirkungsversprechen gesucht wird. Vernetzungen nehmen zu. In diesem Zusammenhang können sich Denkvorgänge ändern. So weit, meint Steinle, dass sich Getränkeunternehmen als „Spezialisten für Wohlbefinden und attraktives Aussehen" definieren.

Entwicklungen auf dem deutschen Getränkemarkt.

In Deutschland sind alkoholfreie Getränke weiterhin äußerst beliebt. Der durchschnittliche Pro-Kopf-Verbrauch lag laut Wirtschaftsvereinigung Alkoholfreie Getränke 2002 bei gut 266 l, davon wurden 111 l Erfrischungs-getränke, 115 l Wasser sowie 40 l Fruchtsäfte und -nektare konsumiert.

Was prozentuale Absatzzuwächse betrifft, stehlen Wasser & Co. gemäß Gesellschaft für Konsumforschung, Nürnberg, den meisten anderen Alkoholfreien förmlich die Schau. Neben stillem Wasser sind es dabei vor allem die unter dem Begriff „neue Segmente“ eingereihten Wasser mit Zusatz, die das Rennen machen. Diese konnten 2002 ein Plus von fast 23 % verbuchen. Für „neue Segmente“, unter die Wasser mit Zusatz ebenso fällt wie Teegetränke, ACE und Wellness-Drinks, lag die Wachstumsrate bei nahezu 14 %. Süßgetränke mit CO2 legten um fast 5 % zu, während fruchthaltige Getränke ein Minus von 0,7 % hinnehmen mussten.

Für Bier weist der Deutsche Brauer-Bund 2002 einen Pro-Kopf-Verbrauch von 121,5 l aus. Dieser Wert liegt nur geringfügig unter dem des vergangenen Jahres. Gewinner waren unter anderem Weizen, Malz, Schwarzbier und Biermischgetränke. Größte Verlierer Alt, Hell und Diät.

Regionale Vorlieben trotzen der Globalisierung

Betrachtet man die westeuropäischen Märkte der Alkoholfreien, lässt sich vor allem eines feststellen: Sie gehören überall zu den Gewinnern, allerdings mit unterschiedlichen länderspezifischen Präferenzen. Während auf der einen Seite Marken wie Coca-Cola und Pepsi-Cola weltweit Karriere machen, hält der Verbraucher andererseits auch gern an regionalen Geschmacksvorlieben fest. Das wird bei Fruchtsäften besonders deutlich: In Deutschland ist Apfel äußerst beliebt, in der Türkei bevorzugen die Konsumenten Sauerkirsche und in Skandinavien kommen rote Beerenfrüchte hervorragend an. Italiener trinken gerne Wasser, immerhin fast 174 l pro Kopf im letzten Jahr, Franzosen 141 l, Briten 20 l und Finnen gar nur 14 l. Schweizer lieben Eistee. Gut 30 l konsumierte dort im Durchschnitt jeder Einwohner. Ganz anders in Griechenland, wo gerade mal 2 l durch durstige Kehlen flossen. Ähnlich ist es beim Bierkonsum. Es gibt sie noch – die typischen Wein- und die typischen Bierländer. Während der Ire durchschnittlich 107 l Bier pro Jahr trinkt, liegt der Italiener eben nur bei knapp 29 l.

Nach 1989 griff ein Phänomen für alle osteuropäischen Märkte gleichmäßig: Westliche Waren wurden zunächst als besser und überlegen erlebt. Dieses Verhalten hat sich geändert. Zum einen, weil die westlichen Markenprodukte hochpreisig eingeführt wurden und in den Augen der Bevölkerung oft nicht das hielten, was man sich versprochen hat. Zum anderen wurden rasch eigene Marken entwickelt, die in Qualität und Verpackung überzeugen.

Dennoch blicken osteuropäische Märkte auch heute noch stark gen Westen. Trendverhalten, das in Westeuropa bereits stattgefunden hat, kann sich auf osteuropäischen Märkten wiederholen. Eistee erreichte in Ungarn 2001 ein Plus von 79 %, in der Slowakei gar von 85 %. Vergleichbare Zuwachsraten waren wenige Jahre zuvor auch auf einigen westeuropäischen Märkten zu beobachten. Schwappen westeuropäische Trends in Richtung Osteuropa über, ergibt sich ein weiteres Phänomen: Trendprozesse verlaufen oftmals schneller. Das liegt nicht zuletzt an dem in allen osteuropäischen Ländern gleichermaßen zu beobachtenden hohen Innovationswillen.

Dass der osteuropäische Getränkemarkt ein äußerst wachstumsträchtiger ist, beweist ein in allen Ländern jährlich ansteigender Getränkekonsum. Der Gesamtverbrauch an alkoholfreien Getränken lag in Estland 2002 bei fast 88 l (2001: 78 l); in Lettland bei 68 l (2001: 67 l); in Litauen bei 74 l (2001: 67 l); in Moldavien bei 24,5 l (2001: 22 l); in Polen bei 121 l (2001: 116 l); in Rumänien bei 77 l (2001: 74 l); in Russland bei 37 l (2001: 33 l); in Tschechien bei 238 l (2001: 234 l), in der Ukraine bei 43 l (2001: 32 l) in Ungarn bei 157 l (2001: 150 l) und in Weißrussland bei 33 l (2001: 28 l). Im Gegensatz zu vielen westeuropäischen Märkten geht es hier bislang noch nicht um einen ausschließlichen Verdrängungswettbewerb zwischen einzelnen Getränkesegmenten, sondern um echtes Wachstum."

Blumendokoration.

Im Verlag Conran Octopus, der von dem bekannten Designer und Architekten Terence Conran gegründet worden ist, erscheint demnächst: "World Flowers" von Jane Packer. Jane Packer ist Floristin und präsentiert Hunderte von Ideen für die Dekoration mit Blumen und Pflanzen aus aller Welt.

Bar and Restaurant Interior Structures.

Eher für Innenarchitekten gedacht, doch auch Gastronomen faszinieren vermag das im Januar erschienene, reich bebilderte Werk von Lorraine Farelry aus dem renommierten Wiley Verlag: "Bar and Restaurant Interior Structures" von Lorraine Farrelly, in das ich mich auf der Frankfurter Buchmesse vertieft habe. Zum Inhaltsverzeichnis. Beschrieben und mit vielen Fotos vorgestellt werden Objekte aus Großbritannien, natürlich mit einem Schwerpunkt auf London, dem Mekka faszinierender Konzepte. Für jedes Objekt, von Conran, Diller and Scofidio, Jakob und Macfarlane, Branson Coates und anderen entworfen, werden die Raumgestaltung, das Lichtdesign und die verwendeten Materialien analysiert. Die Architekting Lorraine Farrely unterrichtet an der University of Portsmouth School of Architecture, wo sie kürzlich einen neuen Kurs in Interior Design etabliert hat.

Housekeeping.

Noch im März habe ich gejammert, daß es kein vernünftiges, aktuelles, deutschsprachiges Buch zum Thema Housekeeping gibt. Der Linzer Trauner Verlag hat mich erhört: "Housekeeping Management im Hotel" (die Behauptung von Amazon, dieses Buch sei noch nicht erschienen, ist überholt). Ich habe mich auf der Frankfurter Buchmesse von seiner guten Aufmachung überzeugen können. Die Autorin Andrea Pfleger vermittelt in dem neuen Standardwerk alles Wissenswerte für die Hausdame bzw. den Executive Housekeeper und ihr/sein Team.

Montag, Oktober 13, 2003

Arbeitsmarktderegulierung ade.

Statt den Arbeitsmarkt zu deregulieren, will die Regierungskoalition auch in den Branchen, in denen Lohntarifverträge nicht für allgemeingültig erklärt worden sind, Arbeitslöhne unterhalb der Tariflöhne als "unzumutbar" für Arbeitslose erklären. Siehe "Koalitionsspitzen einigen sich auf Nachbesserung von Hartz-Gesetzen", in: Deutsches Ärzteblatt vom 13. Oktober 2003.

In Deutschland sind relative viele Manteltarifverträge für allgemeinverbindlich erklärt worden, jedoch wenige Lohn-Tarifverträge. Siehe das Verzeichnis der als allgemeinverbindlich erklärten Tarifverträge (PDF) vom Bundesminsterium für Arbeit und Sozialordnung. Insbesondere in den neuen Bundesländer liegen die Marktlöhne in breiter Front unterhalb der Tariflöhne.

Verteilungswirkungen von Buergerversicherung und Kopfpauschale.

In der gegenwärtigen Diskussion um Bürgerversicherung contra Kopfpauschale leide ich unter einer Diskussion, die geprägt ist von einer weitestgehenden Unkenntnis der gegenwärtigen Lage und der zu erwartenden Effekte der Lösungsvorschläge, die zudem ungenau formuliert sind. Es wird jedoch immer wieder behauptet, das Konzept der Bürgerversicherung sei "sozial" (im Sinne von Einkommen von oben nach unten umverteilend) und die Kopfpauschale habe die gegenteilige Wirkung. Stimmt dies? Nehmen wir zur Überprüfung dieser Hypothese folgenden Fall an: Ein alleinstehender Angestellter habe ein Gehalt von 100.000 Euro per anno und zusätzliche Zinseinnahmen und Mieterträge von 100.000 Euro per anno. Aktuell ist er entweder privat krankenversichert oder er ist freiwillig bei der gesetzlichen Krankenversicherung und zahlt dort einen Beitrag, der sich als Produkt des krankenkassenspezifischen Beitragssatzes und der Beitragsbemessungsgrenze errechnet. Die Hälfte des Beitrages übernimmt der Arbeitgeber. Wie verändert sich seine Situation bei der Bürgerversicherung bzw. der Kopfpauschale?
  • Bürgerversicherung. Falls er privat krankenversichert gewesen ist, ändert sich für ihn in einigen Versionen der Bürgerversicherung nichts (weil in bestehende Verträge nicht eingegriffen wird - "Bestandsschutz"). In anderen Varianten des Bürgerversicherungs-Modells wird er zwangsweise Mitglied der gesetzlichen Krankenversicherung, genauso wie der vormals freiwillig Versicherte. Sein Beitrag errechnet sich aus der Beitragsbemessungsgrenze und einem eventuell sinkenden Beitragssatz. Sein Einkommen oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze spielt dabei keine Rolle. Mieteinnahmen und Zinserträge werden zwar formal einbezogen, erhöhen seinen Beitrag aber nicht, da er ohnehin den Höchstsatz zahlt. Die Hälfte seines Beitrages zahlt weiterhin der Arbeitgeber.
  • Kopfpauschalenmodell nach Herzog. Ist er freiwillig versichert, zahlt er statt eines Beitrages, der sich aus der Beitragsbemessungsgrenze und dem Beitragssatz seiner Krankenkasse errechnet, eine Kopfpauschale, die niedriger liegen wird und den durchschnittlichen Kosten entspricht sowie einem Zuschlag für die Alterssicherung (angeblich zusammen 266 Euro, wovon sein Arbeitgeber die Hälfte übernimmt). Ist er privat versichert, ändert sich für ihn insoweit nichts. Zusätzlich zahlt er, egal ob freiwillig oder privat krankenversichert, eine höhere Einkommensteuer. Wie hoch deren Erhöhungsbetrag ausfällt, ist in dem Kopfpauschalen-Modell von Herzog noch nicht spezifiziert. Da sich die Einkommensteuer jedoch aus dem gesamten steuerpflichtigen Einkommen berechnet (in unserem Fall also aus 200.000 Euro per anno), würde z.B. ein Zuschlag zur Einkommensteuer in Höhe von 3% des steuerpflichtigen Einkommens bedeuten, daß er 6.000 Euro per anno mehr Einkommensteuer zahlen müßte. Wird der Zuschlag nicht vom Einkommen sondern von der Einkommensteuer erhoben, erhöht sich seine Last wegen des progressiven Tarifs der Einkommensteuer erheblich.
Wie man sieht, ist für die Verteilungswirkung der Modelle die Beitragsbemessungsgrenze entscheidend. (Einige Vorschläge zur Bürgerversicherung sehen deshalb eine Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze vor. Sie verschieben damit aber nur das Problem einer Belastung von Einkommen in die Zone zwischen bisheriger und neuer Beitragsbemessungsgrenze.)
  • In der Bürgerversicherung wird umverteilt von allen Versicherten mit einem steuerpflichtigen Einkommen bis zur Beitragsbemessungsgrenze hin zu den Versicherten mit niedrigerem Einkommen. Belastet werden im Vergleich zu aktuellen Lage insbesondere Versicherte mit einem unterdurchschnittlichen Lohneinkommen und zusätzlichen Mieteinnahmen und Zinserträge. Nicht belastet oder gar entlastet werden Versicherte mit Einkommen oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze.
  • Beim Kopfpauschalenmodell werden neben Versicherten auch alle Nichtversicherten bzw. Privatversicherten belastet und die mit hohem Einkommen (oberhalb der Krankenversicherungspflichtgrenze) stärker als die mit Einkommen unterhalb der Krankenversicherungspflichtgrenze.

Sonntag, Oktober 12, 2003

Die Biergartensaison verlaengern.

Auch wenn die Sommersaison klimabedingt immer länger wird, schießen jedem Biergartenbetreiber die Tränen in die Augen, wenn er an die vielen Tage denkt, die er seinen Garten nicht bewirtschaften kann. Möglichkeiten zur Saisonverlängerung bieten:
  • Zelte. Siehe dazu den in dieser Saison neu eröffneten, 700 Sitzplätze großen Biergarten "Menardie" im Berliner Regierungsviertel. Ab September wird hier sogar ein Schweizer Fondue angeboten. "MENARDIE Terrasse & Zelt" kann auch für Veranstaltungen gebucht werden.
  • Infrarot-Strahler (mit Strom betrieben) oder Terassenheizungen, Heizstrahler (gasbetrieben)
  • Terassenüberdachungen, Allwetter-Schirme, Windschutzwände usw.
Siehe dazu z.B. die Angebote von Windscreen. (Wer weitere Anbieter kennt, möge sich bitte melden. Erfahrungsberichte wären auch nicht schlecht!).

Betriebspruefung in Gastronomie und Hotelleriebetrieben.

Am Dienstag, d. 11.11.2003, findet in der Privatbrauerei Ernst Barre (Lübbecke) ein Seminar "Angriffsziele der Betriebsprüfung in Gastronomie und Hotelleriebetrieben" statt. Referent ist der Diplom-Betriebswirt und Steuerberater Volkmar W. Brettmeier. (via Q2 Unternehmensberatung Diplom-Betriebswirt Rainer Korf).

In diesem Zusammenhang empfehle ich auch einen Text der Kanzlei Dr. jur. Jörg Burkhard: "Typische Betriebsprüfungs- bzw. Steuerfahndungsprobleme bei Diskotheken".

Samstag, Oktober 11, 2003

Recent Trends in Tourism: The Baltic and the World.

Vom 20. bis 24. Juni 2004 findet an der Universität Greifswald eine Konferenz zum Thema "Recent Trends in Tourism: The Baltic and the World" statt. Organisiert wird diese internationale Konferenz vom Fachbereich Geographie der Universität Greifswald. Die International Geographical Union Commission of the Geography of Tourism, Leisure and Global Change, die deutschsprachige Arbeitsgruppe "Freizeit- und Tourismusgeographie" und die Ernst-Moritz-Arndt-Universität von Greifswald laden dazu ein. Themen sind altuelle Trends von
  • maritinem Tourismus,
  • Gesundheits- und Spa-Tourismus,
  • Tourismus in Übergangsländern,
  • nachhaltiger Tourismus in den baltischen Staaten.

Trau schau wem.

Vor einigen Tagen irritierte ein Studie von Perseus, die zum Ergebnis gekommen war, daß zwei Drittel aller untersuchten Weblogs inaktiv (verlassen) seien, die Gemüter. Obwohl nur solche Blogs untersucht worden waren, die nicht unter eigener Domain sondern von Blog-Hosting-Services wie BlogSpot gehostet worden sind, was von vornherein auf weniger ernsthafte Nutzer schließen läßt, machtem sich viele die falschen Schlüsse dieser Studie zu eigen und verkündeten das Auslaufen der Erfolgswelle von Blogs. Siehe etwa: "Blogs: erst verkannt, dann verlassen", Heise News vom 4. Oktober 2003.

Jetzt kommt eine vernünftigere Studie, der Blog Census des National Institute for Technology and Liberal Education (NITLE), zu einem ganz anderen Ergebnis. Demnach sind von den 1,372,266 vom NITLE erfaßten Blogs (incl. Blogs auf eigenständigen Websites), 905.695 aktiv (via "As The Blogs Churn" von Robyn Greenspan, in Cyberatlas vom 8. Oktober 2003). Zugegeben, die Grenze für aktive Blogs, nämlich eine Aktualisierung innerhalb der letzten acht Wochen, ist großzügig bemessen. Wenn unsereiner wirklich so lange inaktiv wäre, würde - hoffe ich - das Telefon nicht stillstehen und viele nachfragen, was denn los ist.

Freitag, Oktober 10, 2003

Pierre Nierhaus baut Consulting-Unternehmen aus.

Mit neuen Geschäftsbereichen und einer Intensivierung der Partnerschaft mit Pencom Ploner + Partner in den Bereichen Trendreisen und strategische Konzepte baut Pierre Nierhaus sein Consulting-Unternehmen aus. Das Beratungsspektrum der in Frankfurt am Main ansässigen Pierre Nierhaus Consulting GmbH umfasst die Bereiche Strategie und Konzeption mit Analyse, Konzeptentwicklung, Marketingstrategie inklusive wirtschaftlicher Umsetzung für die Gastronomie sowie für den Food & Beverage-Bereich. Weitere Schwerpunkte sind die Trendberatung und der Konzepttransfer sowie das Coaching von Betrieben und Führungspersönlichkeiten, wobei der im systemischen Prozessmanagement ausgebildete Nierhaus den ganzheitlichen Ansatz verfolgt.

Als Zielgruppen definiert Pierre Nierhaus
  • mittelständige Gastronomiebetriebe und Systemgastronomen,
  • die Food & Beverage-Industrie,
  • Kinos sowie
  • Entertainment-Center.
  • Als neue Kundengruppe sieht Nierhaus die Hotellerie, wo nach seiner Einschätzung ein großer Bedarf besteht, ähnlich wie in den USA erfolgreiche Restaurantkonzepte zu entwickeln und umzusetzen.
Mit seinem bereits seit 1982 bestehenden Unternehmen hat der Consulter, der sich in der Branche auch als Gastronom, Vortragsredner und Amerika-Spezialist einen Namen gemacht hat, bislang über fünfzig Konzepte entwickelt und umgesetzt. Jüngstes Beispiel ist das "Olives Bar & Restaurant" der Schwan Restaurant GmbH in Düsseldorf, wo Nierhaus für die Konzeption und Umsetzung verantwortlich zeichnete. (siehe dazu auch eine Pressemitteilung (DOC) zur Eröffnung vom 26. Juni 2003).

Eine wesentliche Komponente des neu definierten Leistungsspektrums der Nierhaus Consulting GmbH besteht in der intensivierten Zusammenarbeit mit Pencom Ploner + Partner, Seminaranbieter und Veranstalter internationaler Trendreisen. Gemeinsame Projekte sehen Pierre Nierhaus und Jean-Georges Ploner in den Bereichen Trendreisen sowie strategische Konzepte. Als Insider der Gastro-Szene amerikanischer Metropolen begleitete Nierhaus bereits viele dieser Trendreisen in die USA. Gerade in wirtschaftlich schwierigem Umfeld nutzen mittelständige Hoteliers und Gastronomen diese Reiseangebote als Ideenpool und -transfer für den eigenen Betrieb. Aufgrund der großen Nachfrage wird Pencom Ploner + Partner im Frühjahr vom 25. bis 29. März 2004 eine zusätzliche Tour nach New York City mit Pierre Nierhaus als Guide durchführen.

Seinen Berufsstart absolvierte Pierre Nierhaus in der Düsseldorfer Hotellerie, dann folgte der Übergang in die Filmbranche in die Bereiche Marketing und Kommunikation. Parallel zum Consulting sammelte Nierhaus operative Erfahrung: 1983 eröffnete er seinen ersten eigenen Gastronomiebetrieb, dem noch weitere fünfzehn Betriebe folgten, die er allein oder mit Partnern betrieb. Seit Sommer 2003 legt der 46-jährige Nierhaus den Schwerpunkt seiner Tätigkeit auf den Ausbau des Consulting-Unternehmens mit erweiterten Geschäftsbereichen: "Zu unseren Kernkompetenzen gehören neben der Konzeptentwicklung und –umsetzung auch der Konzepttransfer, also die Übertragung erfolgreicher Gastronomie-Ideen, zum Beispiel aus den USA, auf den deutschen Markt und umgekehrt. Hier profitieren unsere Kunden von unserem detaillierten Branchenwissen und dem Gespür für internationale Marktentwicklung".

Las Vegas Hospitality and Convention Summit I.

Vom 6. bis 8. Juni 2004 veranstaltet das William F. Harrah College of Hotel Administration der University of Nevada in Las Vegas eine akademische Konferenz für Forscher auf den Gebieten Hotellerie, Tourismus, Kongresse, Events, Speisen und Getränke, Übernachtungen, Unterhaltung und Freizeit: "Las Vegas Hospitality and Convention Summit I". Am Rande dieses Kongresses werden eine Reihe von Hotels besichtigt, so daß The Venetian, Bellagio und andere MGM Mirage Hotels.

Konferenzen ueber Tourismus.

Akademische Konferenzen (nicht nur) zum Thema Tourismus listet kalendarisch die Website Conference Alerts. Man kann sich auch per eMail über anstehende Konferenzen informieren lassen. Dazu gibt man (englischsprachige) Schlüsselbegrifffe ein. Man kann die Auswahl auch auf Länder begrenzen.

Diese Website verwendet das empfehlenswerte Double-Opt-In-Verfahren. D.h. man erhält an die eMail-Adresse, mit der man sich angemeldet hat, eine eMail, die man zurücksenden muß oder in der eine URL angegeben ist, die man aufrufen muß, damit festgestellt werden kann, daß der Inhaber dieser Adresse mit dem Abonnement einverstanden. Wenn Sie selbst einen Newsletter betreiben (oder auch einen Versand z.B. von Speiseplänen oder Aktionsangeboten an Ihre Gäste) sollten auch Sie dieses Verfahren verwenden, wenn sich Interessenten automatisch anmelden können.

Als schnelles Wörterbuch englisch-deutsch nutze und empfehle ich LEO, einen Online-Service der Informatik der Technischen Universität München.

redWine-Oskar fuer Karina Matejcek.

Karina Matejcek, die regelmäßigen Lesern dieses Blogs durch ihre Hinweise auf kulinaristische Websites und Nachrichten aus ihrer österreichischen Heimat bekannt ist, hat auf der Frankfurter Buchmesse von Redline Wirtschaft den redWine-Oskar für ihr Lebenswerk erhalten. In der Urkunde steht auch die Begründung: "aufgrund jahrelanger und herausragender Leistung als Lektorin als Autorin!". Herzlichen Glückwunsch auch aus Bamberg (via edings.de).

Redline Wirtschaft ist die gemeinsame Marke der renommierten Verlage Moderne Industrie und Ueberreuter Wirtschaft.

Donnerstag, Oktober 09, 2003

Oekologische Biere.

Heute abend nehme ich an einer Bierprobe der Riedenburger Brauerei teil, die ein Bamberger Naturkostfachgeschäft für Stammkunden, aber auch Bamberger Szene-Gastronomen, veranstaltet. Die Riedenburger Brauerei in Niederbayern ist eine von mehreren deutschen Brauereien, die sich auf Ökobier spezialisiert haben. Bekannter ist die Neumarkter Lammsbräu.

Probieren werde ich mehrere (oder gar alle) Biersorten der Riedenburger Brauerei. Eine Spezialität ist das naturtrübe Riedenburger 5-Korn-Urbier. Es wird aus Gerste, Weizen, Einkorn, Emmer und Dinkel gebraut. Mehr darüber, sobald ich morgen meinen Rausch ausgeschlafen habe.

Trend zum Rotwein ungebrochen.

Der Weinmarkt in Deutschland verhielt sich in den ersten sechs Monaten dieses Jahres ambivalent, wie aus der vom Deutschen Weininstitut (DWI) bei der Nürnberger Gesellschaft für Konsumforschung in Auftrag gegebenen Marktanalyse hervorgeht. Mit 53,5 % der Haushalte kauften im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zwar 0,7 % mehr Wein ein, dennoch ist im ersten Halbjahr 2003 die eingekaufte Menge gegenüber 2002 leicht um 3,1 % zurück gegangen und lag damit knapp über dem Niveau des ersten Halbjahres 2001.

Für DWI-Geschäftsführer Armin Göring kommt der leichte Absatzrückgang nicht überraschend: "Nach dem jahrelangen Anstieg des Weinkonsums in Deutschland war es im Grunde genommen nur noch eine Frage der Zeit, bis sich die derzeitige, angespannte wirtschaftliche Lage auch im Weinmarkt widerspiegelt. Sehr viel entscheidender als die vergleichsweise geringen Mengeneinbußen ist die Tatsache, dass immer mehr Menschen hierzulande Wein einkaufen. Denn dies ist ein Indiz dafür, dass sich in unserer Gesellschaft der Wein als Zeichen eines genussvollen Lebensstils auch außerhalb der Weinbaugebiete zunehmend etabliert."

Preisbewusste Verbraucher kaufen öfter im Discount

Der im Lebensmittelhandel insgesamt zu verzeichnende Trend zu den Discountern setzt sich auch beim Weinkauf stetig fort. Mit einem Marktanteil von 46,4 % (Aldi 25,4 %) an der eingekauften Weinmenge, konnten sie ihre starke Position noch einmal um 3,1 % ausbauen. Der gesamte Lebensmittelhandel kann mittlerweile 76 % aller in Deutschland eingekauften Weine auf sein Konto verbuchen. Leichte Absatzrückgänge um 1 % verzeichneten in den ersten sechs Monaten dieses Jahres der Fachhandel, der Direktbezug sowie die übrigen Einkaufsstätten.

Die Veränderungen im Einkaufsverhalten der Deutschen haben auch in der Weinpreisentwicklung ihre Spuren hinterlassen. "Angesichts von Durchschnittspreisen, die sich zwischen 1,41 € je Flasche (0,75 l) im Discount (Aldi 1,74 €) und 2,00 € je Flasche in den Verbrauchermärkten bewegen, ist es nicht verwunderlich, dass der durchschnittliche Einkaufspreis für alle Weine in Deutschland leicht um 6 Cent auf 2,12 € je 0,75 l gesunken ist", fasst Armin Göring die Preissituation zusammen. Besonders erfreulich ist für ihn, dass deutscher Wein seine Preisführerschaft in diesem stark umkämpften Markt weiterhin behaupten konnte: Mit durchschnittlich 2,37 € je 0,75l-Flasche waren deutsche Weine im Mittel 44 Cent teurer als ausländische Gewächse. Besonders ausgeprägt war der Preisabstand beim Rotwein. Hier lag der Preis für eine 0,75l-Flasche heimischen Rotweines mit 2,88 € trotz eines leichten Rückgangs von 6 Cent noch um 81 Cent über dem Durchschnittspreis für ausländische Weine. Gleichzeitig konnte er in diesem Segment seine Marktführerschaft auf rund 30 % Mengenmarktanteil (+ 0,6 %) vor Frankreich mit 24,6 % (+ 2 %) und Italien 16,5 % (unverändert) weiter ausbauen. Deutsche Weißweine zeigten – auf einem niedrigeren Niveau von 2,16 € - eine größere Preisstabilität (- 1 Cent). Für einen dreiviertel Liter ausländischen Weißwein gaben die Weinkunden hierzulande durchschnittlich 1,69 € aus, was einer Preisdifferenz von 47 Cent zum deutschen Weißwein entspricht.

Rotwein legt weiter zu

Der Rotweinkonsum in Deutschland nimmt weiter zu. Er beläuft sich mittlerweile auf 51,8 Prozent, im Vergleich zu beispielsweise 42,7 Prozent im Jahr 1998. Der Weißweindurst der Deutschen ist in diesem Jahr mit 39,7 % erstmals unter die 40 %-Marke abgesunken, was einem absoluten Mengenrückgang von 8,9 % zum Vorjahreszeitraum entspricht. Bei einem Marktanteil von 62,1 % (- 2,3 %) der konsumierten Weißweine bleiben die heimischen Winzer die mit Abstand beliebtesten Weißweinanbieter im eigenen Land. Ihnen folgen die italienischen und französischen Erzeuger mit 11 % bzw. 6,2 %. Inwieweit sich die gestiegene Riesling-Nachfrage aus dem Ausland auch auf den deutschen Weinmarkt auswirken wird und ob die deutschen Anbieter von diesem Trend profitieren und wieder Marktanteile zurückgewinnen können, bleibt abzuwarten. (Quelle: Pressemitteilung des Deutschen Wein-Instituts). Siehe auch unseren Beitrag Trends beim Weinkonsum".

Mittwoch, Oktober 08, 2003

Probleme bei der Uebernahme einer Gaststaette.

Wer ein Objekt, das bereits gastronomisch genutzt worden ist, kauft oder anpachtet, setzt sich gewissen rechtlichen und tatsächlichen Risiken aus. Diese Gefahren sind vielen Gastronomen, nicht nur Existenzgründern, nicht oder unzureichend bewußt: Probleme aus der Übernahme einer Gaststätte".

The Professional Chef.

Es ist ein Koch-Lehrbuch der Superlative: "The Professional Chef", herausgegeben vom Culinary Institute of America, in der siebten Auflage, 1.036 Seiten dick. Warum es noch nicht ins Deutsche übersetzt worden ist, bleibt mir ein Rätsel. Aber vielleicht kann ich auf der Frankfurter Buchmesse einen Verlag beschwatzen, dies ins Kalkül zu ziehen? Ein Blick ins Innere.