Gastgewerbe Gedankensplitter



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Dienstag, Februar 24, 2004

Backwaren aus oekologischem Anbau immer beliebter.

Bio-Lebensmittel sind in (fast) aller Munde: Nach einer CMA-Marktuntersuchung kaufen knapp 70 Prozent aller Bundesbürger regelmäßig bis gelegentlich Öko-Kost. In der Hitliste der beliebtesten Lebensmittel aus ökologischem Anbau stehen Backwaren ganz oben. Entsprechend sind Bio-Backwaren auch auf der Internorga ein Thema. Die 78. internationale Fachmesse für Hotellerie, Gastronomie, Gemeinschaftsverpflegung, Bäckereien und Konditoreien öffnet ihre Toren vom 5. bis 10. März auf dem Hamburger Messegelände.

Laut Bundesfachschule des Deutschen Bäckerhandwerks haben nur 20 Prozent der Bevölkerung gar kein Interesse an Bio-Backwaren. Zudem würden interessierte Käufer einen um 20 bis 30 Prozent höheren Preis durchaus akzeptieren. Trotz aller Umfragen und der Unterstützung durch die Bundesregierung ist das Interesse der Bäcker, Bio-Brötchen zu backen, eher verhalten, schätzt Achim Stock die Lage ein. Der Technologietransfer-Beauftragte für das Bäckerhandwerk weist darauf hin, dass die Bundesfachschule in den Jahren 2002 und 2003 mehrere Seminare, verschiedene Aktionen, Info-Veranstaltungen und Schulungen angeboten habe.

Neueinsteigern und Umsteigern wurden Risiken und Chancen aufgezeigt, es gab Hilfe beim Marketing und der Ermittlung der Kosten, aber, so Achim Stock, "die Bäcker sehen im Bio-Bereich eine Verteuerung." Und das nicht ganz zu Unrecht. Denn tatsächlich sind viele ökologisch angebaute Rohstoffe doppelt so teuer wie die herkömmlichen. Und da erwarten die Bäcker wirtschaftliche Schwierigkeiten, denn ein Öko-Brötchen kann leicht fünf bis zehn Cent teurer sein als die normale Schrippe. Stock: "Hier fürchten die Bäcker, dass das am Markt nicht durchzusetzen ist."

Hinzu kommt, dass das Bio-Siegel Geld kostet. 500 bis 1000 Euro pro Jahr sind für die Zertifizierung fällig. Keine leichte Entscheidung für den kleine Dorfbäcker, zumal auch die ökologischen Zutaten getrennt von den herkömmlichen gelagert werden müssen, was räumliche Probleme bringen kann.

Einfacher haben es da Wiederverkäufer, die Bio-Backwaren im großen Stil produzieren und dann an die einzelnen Bäcker liefern, wie beispielsweise das Bonner Unternehmen Kessko. Zusätzlich zu den konventionellen Produkten für das Bäckerhandwerk – unter anderen Aromen, Cremepulver, Marzipan- und Nussnugatmassen – hat Kessko eine eigene Bio-Linie entwickelt. Auf der Internorga stellen die Bonner (Halle 4 EG, Stand 5) eine neue Bio-KäsekuchenVormischung vor. Des weiteren werden vier neue Bio-Butter-Gebäcke präsentiert. Sie werden bereits fertig verpackt an Konditoreien geliefert. Dadurch kann auch ein Nicht-Bio-Betrieb die Plätzchen als Öko-Ware anbieten, da kein zusätzliches Zertifikat dafür notwendig ist.

Der Bedarf an Öko-Backwaren wird weiter steigen, weiß Achim Stock von der Bundesfachschule des Bäckerhandwerks. Leider werden die kleinen Bäcker nur vereinzelt daran teilhaben, vermutet er. Allerdings hätten diejenigen große Chancen, die ihr Geschäft an einer guten Stelle haben. "In einer Universitätsstadt wie Hamburg beispielsweise lassen sch Bio-Lebensmittel gut verkaufen. Studenten stehen diesem Sektor aufgeschlossen gegenüber", so Stock.

Auf der Internorga 2004 vom 5. bis 10. März zeigen mehr als 850 Aussteller aus 20 Nationen auf dem Hamburger Messegelände Neuheiten aus den Bereichen Hotellerie, Gastronomie, Gemeinschaftsverpflegung sowie Bäckereien und Konditoreien. Die Fachmesse ist täglich von 10 bis 18 Uhr für das Fachpublikum geöffnet. Eintritt für Fachbesucher: 21 Euro (Zweitageskarte 30 Euro), Fachschüler: 9 Euro. Der Katalog kostet 14 Euro. Die Angebote für das Bäckerhandwerk befinden sich konzentriert in den Hallen 4 und 5.