Gastgewerbe Gedankensplitter



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Freitag, Februar 27, 2004

Kennzeichnungspflicht für Lebensmittel mit gentechnisch veraenderten Zutaten II.

Die Website transgen.de bietet einen "Leitfaden zur Gentechnik-Kennzeichnung". Dort steht: "Wenn bei einem Lebensmittel Gentechnik eingesetzt wurde, dann gehört das auf das Etikett. So einfach und eindeutig diese Forderung ist, so kompliziert und undurchsichtig ist ihre Umsetzung. Was, wie, wann und wann nicht zu kennzeichnen ist, verstehen selbst die Fachleute kaum." Auf gut deutsch: Fast alle werden mit der Umsetzung anfangs überfordert sein. Nicht nur Gastronomen, sondern auch die Lebensmittelüberwachungsstellen. Mit dem kleinen, aber feinen Unterschied, daß die Sesselfurzer dafür bezahlt werden, sich sachkundig zu machen. Die Gastronomen müssen wohl in ihrer knappen Freizeit dazulernen, weil sie ansonsten ja Geld verdienen müssen, um Steuern zahlen zu können, damit die Sesselfurzer bezahlt werden können.

Falls gentechnisch veränderte Lebensmittel verwendet werden, müssen diese gekennzeichnet werden: Bei Restaurant- und Gemeinschaftsessen muß der "genetisch verändert" oder "aus genetisch verändertem ...." in der Auslage oder im unmittelbaren Zusammenhang mit dem jeweiligen Produkt angebracht werden und zwar in dauerhafter Form und in einer Schriftgröße, die gute Lesbarkeit gewährleistet. Was das heißen soll? Keine Ahnung. Das ist Bürokratendeutsch. Anstatt eine Schriftgröße von sagen wir mal 12 Point vorzuschreiben, wird eine allgemeine Formulierung gewählt, mit der niemand etwas anfangen kann. Dies ist nur eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme für Ministerialbeamte, die dazu Verordnungen und Ausführungsbestimmungen schreiben dürfen, und die Gerichte.

Doch es kommt noch schlimmer: "In bestimmten Fällen muss nicht nur auf die Gentechnik hingewiesen, sondern auch neue oder veränderte Produkteigenschaften genannt werden, die auf ihre Anwendung zurückgehen, etwa:
  • veränderter Nährwert oder neue stoffliche Zusammensetzung (Beispiel: Öle mit verändertem Fettsäuremuster)
  • Auswirkungen auf die Gesundheit bestimmter Bevölkerungsgruppen, etwa wenn infolge gentechnischer Eingriffe Proteine (Eiweiß) vorhanden sind, die bei empfindlichen Personen Allergien auslösen könnten;
  • Übertragung von Genen, gegen die ethische oder religiöse Bedenken bestehen könnten, etwa tierische Gene."
Sowas können nur Sesselfurzer kommen. Welcher Gastronom oder kleine Lebensmittelhändler soll die Zeit haben, sich damit zu beschäftigen, ob irgendeine Sekte durchdreht, weil sie sich von Salatgurken bedroht fühlt, die mit Stallhasen gekreuzt worden sind?

Wer sich für die Details interessiert, kann ja mal einen Blick in die 14seitige "Richtlinie 2000/13/EG des Europäischen Rates vom 20. März 2000 zur Angleichung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten über die Etikettierung und Aufmachung von Lebensmitteln sowie die Werbung hierfür" (PDF) werfen.