Gastgewerbe Gedankensplitter


Kostenlose Gastro News - wöchentlich, über 19.500 Abonnenten

Powered by KBX7

« Home | Chaipur Hot Spicy Chai. » | Bioweine als Alleinstellungsmerkmal für die Gastro... » | Alles fuer den Gast Wien. » | Strukturdaten des Gastronomie- und GV-Marktes in O... » | anti aging gourmet kochbuch. » | Deutscher Rotwein boomt. » | Wettbewerb in den elektronischen Vertriebswegen. » | Deutsche Weine in der Gastronomie und im Fachhande... » | Show-Mixen auf der HOGA Muenchen. » | Ausbildungsplatzabgabe. »


Mittwoch, April 28, 2004

Fakten, Faken, Fakten.

Nicht selten werden in meiner Mailingliste Gastro-Einsteiger, meist von im Marketing geschulten Existenzgründern unter den fast 600 Teilnehmern, Fragen nach statistischen Angaben im Außer-Haus-Markt für Speisen und Getränke und inbesondere zur Gastronomie gestellt. Leider mußte ich die Frager bis vor kurzem enttäuschen. Es gab wenig empirische Daten, etwa
  • die Veltins-Gastrostudie, die Trendstudio "Alltagsprodukte der Zukunft" und ähnliche wenig repräsentative Untersuchungen,
  • Rankings der Fachzeitschrift Food Service über große Unternehmen verschiedener Marktsegmente oder die wachsende oder abnehmende Bedeutung von bestimmten Speisen und Getränke,
  • Daten der Betriebsvergleiche und der amtlichen Statistik, die aber letztlich auf die Umsatzsteuererklärungen zurückgehen und damit Fehler aus eher zufälligen Branchenzuordnung und falschen Angaben in den Steuererklärungen übernehmen und nicht mehr ganz taufrisch sind. Ein Beispiel ist die Gemeindedatenbank für alle Gemeinden Deutschlands.
  • Die Gesellschaft für Konsumforschung, die eigentlich dafür prädestiniert wäre, scheint an solchen Daten bisher wenig Interesse zu haben. Vielleicht mangelt es dafür an zahlungskräftigen Abnehmern.
  • Außerdem sammeln einige Markenartikler, die auch die Gastronomie beliefern (wie Zigarettenhersteller, Kaffeeröster, Brauereien), fleißig Daten über einzelne Betriebe, an die man als Außenstehender natürlich nicht rankommt. Meines Erachtens dienen diese Befragungen vor allem der Analyse, welche Marken wo vertreten sind und in welchen Objekten sich Promotions lohnen.
Bayerisches Gastronomie-Panel

Der Bayerische Gastronomie Report und Olaf Deininger (Media One) haben 2002 erfolgreich den Versuch gestartet, Gastronomen zweimonatlich und systematisch zu befragen. Herausgekommen sind interessante Ergebnisse dieses Bayerischen Gastronomie-Panels zu einem jeweils unterschiedlichen Schwerpunktthema. Die zweimonatlich durchgeführte Umfrage unter 6.000 Gastronomen aus Bayern ermittelt Einschätz- ungen zum Geschäftsverkauf und Trendthemen, zu aktuellen Diskussionen innerhalb der Branche sowie Marketing-Themen. Das Panel hat sich als wichtiges Instrument zur Steigerung der Bekanntheit und Reichweite sowie zum Aufbau einer Sales-Pipeline im Abo-Geschäft erwiesen.

Deshalb lag es nahe, den Kreis der befragten Gastonomen auszweiten.

AHGZ-Monitor

Kooperationspartner für den sogenannten "AHGZ-Monitor" ist die Allgemeine Hotel- und Gaststättenzeitung, in deren Ausgabe Nr. 17 vom 24. April 2004 Ergebnisse der ersten Befragung, die vierteljährlich durchgeführt werden soll, veröffentlicht worden sind. Dazu wurden 10.000 ausgewählte Gastronomen, darunter die 50 Top-Unternehmen, befragt und so gewichtet, daß die Ergebnisse repräsentativ sind. Die 20 gebildeten Segmente definieren sich nach Betriebsart und Unternehmensgröße. Wer beim AHGZ-Monitor mitmachen will und bereit ist, eine halbe Stunde alle Vierteljahr für das Ausfüllen des Fragebogens zu investieren, kann sich bewerben. Ausgefüllt wird er im Internet, was es den Machern erspart, Fragebögen zu erfassen und erlaubt, die Ergebnisse zeitnah zu präsentieren.

Gesamtmarktstudie Außer Haus von Marktplatz-Hotel.de und DEHOGA Berlin

Europäischer Marktführer in der Analyse und dem Management von Daten des Außer-Haus-Marktes ist die CHD Expert Gruppe. Sie befragt jährlich in Spanien, Portugal, Dänemark, Schweden, Finnland, Polen, Ungarn usw. und seit Ende 2003 auch in Deutschland. Mehr darüber auf der Website des deutschen Kooperationspartners Marktplatz-Hotel.de, wo auch Auszüge der ersten durchgeführten Studie erhältlich sind. Die eingesetzten Fragestellungen und die Ergebnisse betrachten den Außer-Haus-Markt weniger aus der Sicht der Marktteilnehmer wie der Gastronomie als aus der Sicht der Industrie, die in diesen Markt hinein liefern möchte. Es geht darum, welcher Hotel- und Gastronomiebetrieb kauft wo, wie oft, in welchen Mengen welche Produkte und Marken? Andererseits ist es natürlich auch für Gastronomen interessant, welche Beschaffungskanäle die Branche benutzt oder welche Kaffeemarken wie häufig eingesetzt werden. Branchenferne Menschen mag es z.B. überraschen, wieviele Gastronomen bei den Discountern einkaufen wie Aldi, Lidl, Norma, Plus. Nicht wenige Gastronomen werden sich jedoch fragen, warum sie ihre Zeit mit der Beantwortung eines dreiseitigen Fragebogens ver(sch)wenden sollen, deren Antworten vor allem ihre Lieferanten interessieren und die ihnen selbst nicht vollständig zugänglich sind, und warum sie für diese Zeit nicht bezahlt werden, wenn ihre Antworten gegen gutes Geld an die Industrie verkauft werden.