Gastgewerbe Gedankensplitter


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Sonntag, April 11, 2004

Ohne Ross und Reiter.

Laut einer Meldung der Netzeitung vom 11. April 2004 ("Gewerkschaft NGG fordert von Regierung härteres Vorgehen gegen Schwarzarbeit") hat der Vorsitzende der Gewerkschaft Nahrung, Genuß und Gaststätten Franz Josef-Möllenberg behauptet, im Hotel- und Gaststättengewerbe gebe es laut Hochrechnungen die meisten illegal Beschäftigten.

Warum schlägt die NGG so wild um sich? Am 30. März 2004 sind die Tarifverhandlungen im Gastgewerbe Nordrhein-Westfalens gescheitert. Auch in Thüringen, Weser-Ems, Sachsen-Anhalt, Niedersachsen, Hamburg, Brandenburg und Berlin gebe es keine gültigen Entgelttarifverträge für die Branche (siehe auch eine Liste der existierenden Tarifverträge). Die NGG ist nicht mehr in der Lage, Tarifverträge durchzusetzen und weiß sich keinen anderen Rat mehr, als Arbeitnehmer und Arbeitgeber im Gastgewerbe zu diffamieren.

Meine Meinung dazu: Statt mit obskuren Statistiken über Phänomene, für die es natürgemäß keine belastbaren Daten gibt, Arbeitgeber und Arbeitnehmer im Gastgewerbe zu diffamieren, sollte der NGG-Vorsitzende Roß und Reiter nennen oder fürderhin schweigen. Vielleicht sollte ihn eine Staatsanwaltschaft einmal vorladen und als Zeugen vernehmen, ob er denn wirklich gastgewerbliche Betriebe konkret angeben kann, in denen schwarz gearbeitet wird.

Weiter habe Franz-Josef Möllenberg gesagt, nach der EU-Erweiterung sei es ab dem 1. Mai 2004 möglich, dass "beispielsweise ein Hotel in Berlin mit einem polnischen Arbeitgeber einen Werkvertrag abschließe und diesen den Zimmerservice für einen Stundenlohn von zwei bis drei Euro machen lasse".

Dankeschön für den Tipp! Siehe dazu auch meinen Beitrag: "Auswirkungen der EU-Öffnung auf die Gastronomie in Deutschland".