Gastgewerbe Gedankensplitter


Kostenlose Gastro News - wöchentlich, über 19.500 Abonnenten

Powered by KBX7

« Home | Leseprobe: Der clevere Gastronom. » | Alkoholfreie Cocktails. » | Kalkulation von Weinpreisen. » | Ausbildung zum Diplom-Biersommelier. » | World Beer Cup 2004. » | Paul Kestermann - Getraenkedesigner. » | Treffen auf der HOGA. » | Feldkuechen. » | Franziska Schumacher: Der clevere Gastronom - auf ... » | Restaurantpreise kaum gestiegen. »


Sonntag, April 25, 2004

Visionaere Gastrokonzepte junger Architekten zum "Restaurant der Zukunft".

Bei der heute in der Neuen Messe München eröffneten HOGA, Fachmesse für Hotellerie, Gastronomie und Gemeinschaftsverpflegung (25. bis 28. April), sorgt ein außergewöhnlicher Ideenwettbewerb zum Thema "Restaurant der Zukunft" für Diskussionsstoff.

Tagsüber chice Boutique, abends Szenelokal - flexible Raumnutzung rund um die Uhr: Mit dem visionären, multifunktionalen Konzept "From Dusk till Dawn" hat die Studentin Stefanie Rack den Ideen-Wettbewerb "Das Restaurant der Zukunft" gewonnen."


Ein Foto des Entwurfs "Felderwirtschaft von Sandra Lutz (Platz 2).


Zur Eröffnung der neuen bayerischen Gastro-Fachmesse zeichnete Münchens Oberbürgermeister Christian Ude die Sieger dieses visionären; in Europa bislang einzigartigen Contests aus, der von der Akademie der Bildenden Künste in München, Lehrstuhl für Raumgestaltung, betreut wurde und der von der Fachzeitschrift Gastronomie Report initiiert wurde. Auf dem zweiten Platz landete ein Trio von visionären Lokal-Entwürfen: "Orbit" von Julia Schiffner, "Felderwirtschaft" von Sandra Lutz und "27,5° Wohlfühltemperatur" von Laura Brotherus.

Wie stellen sich junge Leute die Lokale von morgen vor? Was fehlt ihnen bislang im gastronomischen Angebot? Wie können Gastro-Profis herausfinden, wie die wichtigste, ausgehfreudigste Zielgruppe, die 19- bis 30 jährigen ticken? Um diese Fragen drehte sich der Wettbewerb "Restaurant der Zukunft". "Die Studenten haben unsere kühnsten Erwartungen übertroffen und sensationelle Konzepte abgeliefert", so Willy Faber, Herausgeber der Fachzeitschrift GASTRONOMIE-REPORT und Schöpfer des innovativen Wettbewerbes.

Dass gleich drei Konzepte auf dem zweiten Platz landeten, zeigt, wie schwer sich die hochkarätig besetzte Jury mit ihrer Entscheidung tat. Beim Siegerkonzept der jungen Innenarchitektin Stefanie Rack überzeugte die Experten (darunter die Erfolgsgastronomen Thomas Hirschberger (Sausalitos) und Andreas Pflaum (Pflaum's Posthotel Pegnitz), Dietrich Sailer und Josef Schumacher vom Hofbräuhaus Traunstein und das Züricher Architektenpaar Carmen und Urs Greutmann) neben dem kühnen, multiplen Entwurf - Boutique & Bar - nicht zuletzt die durchdachte, praxisnahe Umsetzung. So werden beispielsweise die Kleider einfach abends an Stangen an die Decke gezogen und bilden so gleich wieder ein ungewöhnliches Deko-Element für die Szenebar.

Ein wichtiges Merkmal des Wettbewerbes war, dass den teilnehmenden Studenten keinerlei Einschränkungen (etwa in bezug auf Materialien, Größe, Budget für die Umsetzung, etc.) mit auf den Weg gegeben wurden. "Wir wollten das kreative Potential und die unverbrauchten Ideen junger Menschen zum Zug kommen lassen", so Willy Faber und Professor Manfred Kovatsch von der Akademie der Bildenden Künste übereinstimmend. "Es geht nicht darum, fix und fertige Konzepte vorzulegen, die 1:1 in den Gastro-Alltag übernommen werden können. Unser Ziel ist, dem deutschen Gastgewerbe Denkanstöße zu liefern für die Gastronomie von morgen." Unterstützt wurde der Wettbewerb, der Neuland betreten hat in der europäischen Gastronomie- und Architektur-Geschichte, von den Firmen Burkhof, Hofbräuhaus Traunstein, Mineralbrunnen AG (afri-cola), Resch & Frisch, Rosenthal, Salomon und von der AFAG Messegesellschaft.

Was dabei herauskommt, wenn Visionen freier Lauf gelassen wird, zeigt die zweitplatzierte Julia Schiffner mit ihrem Konzept "Orbit". Dort können sich die Gäste an Bars oder im Restaurant austoben oder sich in kleine Kapseln zurückziehen, die wie Planteten im interstellaren Raum über den 18 Meter hohen Gastraum verteilt sind. In diesen kokonartigen Kugeln lassen sich sogar die Musik und das Licht individuell regeln.

Ebenfalls auf dem 2. Platz landete das Rund-um-Wellness-Konzept von Laura Brotherus. Der Ablauf für den Gast sieht so aus: entkleiden, duschen, saunen, abkühlen, relaxen, duschen, essen, trinken, anziehen. All das wird unter einem Dach, sprich im "Restaurant der Zukunft" namens "27,5° Wohlfühltemperatur" geboten. - Einen Ferientag im Grünen mitten in der City bietet der Entwurf "Felderwirtschaft", der ebenfalls mit Platz 2 belohnt wurde. Clou dieses Konzepts sind mehrere große Glaszylinder, in denen saisonale Pflanzen blühen. Die Plätze der Gäste sind rund um diese "Raumstationen Erde" angeordnet.

In voller Pracht können die elf visionären Konzepte zum "Restaurant der Zukunft" noch bis zum 28. April auf der HOGA München am Stand des GASTRONOMIE-REPORT (Halle A 2, Stand 201) begutachtet werden. Anschließend ist geplant, dass die Zukunftsshow als Wanderausstellung auf Reisen geht (Infos unter Tel.: 0 89 / 448 04 09). Begleitend zur Ausstellung ist das Booklet "Restaurant der Zukunft" erschienen, das für eine Schutzgebühr von 20 Euro bezogen werden kann unter: www.gastronomie-report.de/booklet.htm

Passend zur Zielgruppe Gastronomie sind übrigens auch die Preise für die Sieger gestaltet: Die Erstplatzierte Stefanie Rack darf sich auf eine "Gastro-Education-Tour" (dotiert mit 1.000 Euro) in eine europäische Metropole ihrer Wahl freuen. Die Zweitplatzierten erhalten je eine Flasche Champagner Magnum Rosé samt einem Scheck über 250 Euro. Dazu gibt's ein großes Abschlussfest für alle teilnehmenden Studenten. (Quelle: Pressemitteilung der AFAG).