Gastgewerbe Gedankensplitter


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Donnerstag, Juni 10, 2004

Bier als Keyword bei Google Adwords nicht erlaubt.

Bei der Schaltung einer Anzeige für unseren Biergarten im Rahmen des Programms Google Adwords habe ich auch das Keyword "Biere" verwendet. Jetzt teilt mir Google mit, nach den Google-Richtlinien sei Werbung für "Biere" nicht gestattet. Dieser Begriff sei weder als Anzeigentext noch als Keyword zulaessig. Das entsprechende Keyword sei deaktiviert worden.

Für einen Einwohner des Freistaats Bayern, in dem etwa Bundeswehrsoldaten zum Mittagessen ein Bier trinken dürfen, was außerhalb Bayerns verboten ist, und der selbst zwei Brauereien besitzt, für einen Bewohner Bambergs mit acht Brauereien, einen Bewohner Oberfrankens mit der höchsten Brauereidichte der Welt und für einen Fan von Benediktinerklöstern, in denen Bier als Brot gilt und sogar in der Fastenzeit getrunken werden darf, ist diese "politisch korrekte" Auffassung von Google ziemlich lächerlich.

Kommentare:
Mir ist es so ähnlich ergangen. Mein Unternehmen ist für die Internetpräsenz der größten österreichischen Privatbrauerei zuständig und schaltete dabei 2 Google-Adword-Inserate für einen Bier-Newsletter (der allgemein aus der internationalen Bierwelt berichtet) und einen Online-Lernkurs zum Thema "Bier zapfen".

Zwar teilte uns Google kürzlich nach etwa 2 Monaten Laufzeit der Inserate mit, Adwords mit dem Inhalt "Bier" seien nicht erlaubt, man konnte mir diese Regelung aber trotz mehrmaliger und hartnäckiger Rückfragen nicht schriftlich zeigen. Die Adwords-Richtlinien sprechen nur von "bestimmten Produkten", die nicht beworben werden dürfen - welche das sind, steht aber nirgends genau. Ich akzeptiere ja, dass Google selbst entscheidet, wen man womit werden lässt, aber dann sollten diese Regeln wenigstens nachvollziehbar sein, sonst ist das die reine Willkür. Google hingegen sagt, das sei "technisch nicht möglich", weil sich das immer wieder ändere. Ja bitte, wo denn sonst als im Internet kann man genau das: sich schnell ändernde Inhalte publizieren?!

Interessant ist zudem, dass für Wein, Sekt, Champagner, gewisse Spirituosen und sogar Hanf(!!) Adwords geschaltet werden dürfen. Probieren sie es aus!

Da bleibt einem als Begründung für Googles Heilsarmee-Anwandlungen eigentlich nur mehr ein gedanke: Anheuser-Bush ist irgendwie mit Google verbandelt und will keine "fremde" Bierwerbung. Oder sind die Amis wirklich so seltsame Leute, dass Bier als "Teufelszeug" angesehen wird - aber Morde und Vergewaltigungen in Fernsehserien sind kein Problem?

Google schlug vor, die "inkriminierten" keywords aus der Anzeige zu entfernen, dann könne die Anzeige wieder erscheinen. Genau das haben wir gemacht - und sogar aus dem Anzeigentext selbst alles "bierige" entfernt. Die Inserate erschienen kurz darauf wieder, aber am nächsten Tag kam folgendes Droh-Mail von Google:

"Es ist uns nicht entgangen, dass Sie trotz mehrfacher Ablehnung wiederholt Anzeigen übermittelt haben, die gegen unsere redaktionellen Richtlinien und/oder Datenschutzbestimmungen verstoßen.

Falls Sie diese Anzeigen noch einmal übermitteln, können wir künftig keinerlei AdWords-Anzeigen mehr von Ihnen schalten."

Das war dann eigentlich nur mehr das I-Tüpfelchen auf diese Aktion.

Im Lichte des geschilderten kann man auch nur als Scherz auffassen, was unter jeder der Mitteilungen von Google steht:

"Google fühlt sich der Meinungsfreiheit verpflichtet und bietet daher einen umfassenden und unzensierten Zugang zu Webinhalten an."

Aha!
 
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