Gastgewerbe Gedankensplitter


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Montag, September 06, 2004

Ethnische Gastronomie in Deutschland.

Bei Yahoo schlägt sich heute eine Hintergrundstory von AP nieder zum Thema ethnische Gastronomie in Deutschland: Vom Cevapcici zur Globalisierung".

Der zitierten Aussage des Pressesprechers des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes, Marc Schnerr, es gäbe "wohl keine Branche, die für die kulturelle Verständigung mehr tut, als die Gastronomie", kann man sich wohl anschließen. Ergänzen möchte ich, daß unsere Branche auch führend ist, wenn es darum geht, ausländische Arbeitnehmer mit und ohne deutschen Pass in das Arbeitsleben zu integrieren. Auch wenn Anja Weber, Referatsleiterin beim Hauptverstand der Gewerkschaft Nahrung, Genuß und Gaststätten unsere Branche deswegen diffamiert, indem sie sich der Behauptung von George Ritzer in seinem Buch "The McDonaldization of Society", London 1998, anschließt, die Personalpolitik von McDonald's spreche bevorzugt gesellschaftliche Randgruppen und solche Menschen an, die kaum andere berufliche Alternativen haben (siehe Anja Weber: "Arbeiten bei McDonald?s - McJobs in der Wirklichkeit").

Daß Ausländerfeindlichkeit in unserer Gesellschaft weit verbreitet ist, habe ich im Januar 2000 erlebt. Vom Arbeitsamt erhielt ich ein unverschämtes Schreiben mit der Unterstellung, wir würden illegal eine Ausländerin beschäftigen. Tatsächlich handelte es sich um eine Auslandsdeutsche. Ihr ausländisch klingender Name hatte im Arbeitsamt die Alarmsirenen heulen lassen. Hinzu kam, dass, obwohl die Mitarbeiterin schon vor Jahren die deutsche Staatsangehörigkeit erteilt worden war, ihre Daten beim Arbeitsamt noch nicht aktualisiert worden waren. Doch statt per Amtshilfe beim Einwohnermeldeamt nachzufragen oder auch bei uns einfach mal anzurufen (eine Kopie der Staatsbürgerschaftsurkunde hatten wir zu den Akten genommen), verschickte man gleich ein unverschämtes Schreiben mit Fristsetzung und Androhung eines Bußgeldes bis zu 500.000 DM wegen Verstoßes gegen § 404 SGB III. Aber ich habe denen gehörig die Meinung gesagt, haarscharf an der Grenze zur persönlichen Beleidigung, falls Mitarbeiter des Arbeitsamtes den Vorwurf der "Ausländerfeindlichkeit" überhaupt als beleidigend empfinden sollten.