Gastgewerbe Gedankensplitter


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Dienstag, September 21, 2004

Leserfragen: Blog oder CMS, Handzettelverteilung, Saugnapf an der Fensterscheibe.

Per E-Mail fragt Herr Stefan Heltemes:

Erstmal Gratulation zu dem rundum gelungenen Buch. Ich las es gestern und bin sehr angetan, weil es handfeste praktische Hilfe und Tipps für einen Existenzgründer, wie ich es bin, liefert.

An den Ablauf der virtuellen Lesung, die ich verfolge, muss ich mich noch ein wenig gewöhnen. Da ich nicht weiß, wie lange sie dauern soll und Punkte, die mich besonders interessieren, in den bisherigen Beiträgen nicht zur Sprache kamen, wähle ich hiermit den Email-Weg anstelle der Blog-Comments.

Worin liegt eigentlich der Vorteil eines Weblogs in Kosten und Funktionalität gegenüber eines Freeware-CMS wie Typo3?

Ich gründe einen Bringdienst für hochwertiges Essen. Da meine Zielgruppe primär Büroangestellte sind, ist eine Handzettelwerbung per Einwurf in die Unternehmensbriefkästen wenig effizient (das mache ich in Wohngebieten). Deshalb möchte ich Plakatwerbung betreiben (wozu Sie in Ihrem Buch gute Hinweise geben) und Handzettel den Angestellten in die Hand drücken lassen, wenn Sie sich auf dem Weg zu Arbeit befinden. Ist Ihrer Ansicht und Erfahrung nach eine direkte Handzettelverteilung an Fußgänger ein effizienter Werbekanal? Gibt es rechtliche Restriktionen zu beachten?

Auch überlege ich mir Handzettel an parkende Fahrzeuge in Gewerbe- und Bürohochhäusergebiete heften zu lassen. Können Sie hierzu auch etwas bezüglich Effizienz und etwaige Restriktionen sagen? In Ihrem Buch habe ich denke ich alles verstanden, außer was es mit dem "Saugnapf an der Fensterscheibe" genau auf sich hat (S. 220). Wo kann ich Näheres darüber erfahren?

Bernd Röthlingshöfer zu Typo3:

Leider habe ich mit Typo3 CMS keine Erfahrung. Ein Blick auf die Website zeigt mir aber, dass es weit mehr Funktionen als ein Weblog bietet. Mit einer Weblog-Software kann man eben nur ein Weblog machen. Deshalb muss man prüfen, ob die Standardkomponenten, die ein Weblog bietet, für die eigenen Marketingvorhaben ausreichen.

Zum Thema Weblogs und ihre Vorteile steht ja im Buch einiges. Aber sehen Sie auch hier nach. Herr Schoolmann an dieser Stelle schon sehr viel zusammengetragen.

Gerhard Schoolmann zu Handzettelverteilung:

Handzettelwerbung an Autos anbringen zu lassen, faellt in Deutschland unter Sondernutzung von Verkehrswegen (Sondernutzung nennt man alles, was ueber den sog. "Gemeingebrauch" von Verkehrswegen (von Autobahnen bis zu Bürgersteigen und Plätzen)hinausgeht). Sondernutzungen unterliegen der kommunalen Regelungshoheit. In vielen Kommunen gibt es "Sondernutzungssatzungen" (z.B. die Sondernutzungsatzung der Stadt Bamberg), in denen Gebuehrenregelungen fuer verschiedene Sondernutzungsarten verzeichnet sind. Man muss eine meist gebührenpflichtige Erlaubnis für eine Sondernutzung beantragen. Wenn man gegen diese Satzungen verstößt, begeht man eine Ordnungswidrigkeit. In einigen Städten wie Nürnberg ist diese Sondernutzung überhaupt nicht genehmigungsfähig.

Für Handzettelverteilung an Fußgänger gilt im Prinzip das gleiche. (Praktisch ist es schwieriger von den Behörden zu kontrollieren und zu verfolgen). Man könnte aber
- andere Geschaefte fragen, ob man auslegen darf
- die Mitarbeiter bitten, nur Freunden und Bekannten Handzettel zu geben. (Gespräche zwischen Verkehrsteilnehmern gelten als Gemeingebrauch).

Bernd Röthlingshöfer zu den "Saugnäpfen an der Fensterscheibe":

Diese Werbemittel heissen supercards® und sind sozusagen hochwertige Handzettel. Sie werden nicht einfach hinter den Scheibenwischer geklemmt, sondern per Saugnapf an den Fahrerfensterscheiben parkender PKW platziert. Das in Hamburg ansässsige Unternehmen, das diese supercards ® erfunden hat verspricht eine genaue selektive Verteilung z.B. ausschließlich an Mercedes-Fahrer oder Fahrzeuge, die in Wohngebieten mit Kaufkraftindex > 120 parken, oder auf Flughafenparkplätzen usw. Auf dieser Website erfahren Sie mehr darüber. Vorbildlich ist es exakt nach Wohngebieten oder Fahrzeugtypen zu selektieren. Das ergibt weit weniger Streuverluste als Anzeigenwerbung