Gastgewerbe Gedankensplitter


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Montag, September 20, 2004

Virales Marketing: A9 und GMail.

Wer diesen Blog regelmäßig verfolgt, hat bereits frühzeitig, im April dieses Jahres, von der neuen Suchmaschine A9 erfahren ("Amazon-Suchmaschine A9").

Nachdem die Beta-Phase abgeschlossen ist, promoted Amazon nun seine Suchmaschine A9 mit viralem Marketing, gemeinhin besser als Mundpropaganda bekannt. Wer über A9 bei der amerikanischen Website bestellt, bekommt einen (kleinen) Rabatt in Höhe von ca. 1,7%. Da dieser Rabattsatz etwas mickrig aussieht, wird er als die Hälfte der Zahl Pi verklärt. Man erspart sich Geld für Anzeigen und jede Öffentlichkeitsarbeit. Stattdessen vertraut man einfach darauf, daß ein kurzer Text auf der Website sich schnell herumspricht und die Medien nichts Besseres zu tun haben, als darüber zu berichten. Die Computerzeitung ist schon darauf reingefallen: "Amazon.com gibt A9-Suchern Rabatt". Wir auch...

Auf die Tricks des viralen Marketings hat auch GMail zurückgegriffen, ein Projekt von Google. Man konnte offiziell nirgends einen GMail-Account beantragen, sondern mußte von jemanden, der bereits einen Zugang gehabt hat, eingeladen werden. Zusätzlich hat man Nutzern von Blogger.com, einer Tochter von Google, Accounts angeboten. Wenn man bedenkt, daß andere Mail-Account-Betreiber ihre Mail-Accounts wie sauer Bier anbieten, ist es damit gelungen, eine erstaunliche Hype loszutreten. Es gab sogar Leute, die so scharf auf einen GMail-Zugang gewesen sind, daß sie dafür bei eBay geboten haben.

Sowas geht nicht in der Gastronomie, meinen Sie? Dann sollten Sie mal denjenigen fragen, der in einer bayerischen Großstadt Parties veranstaltet, zu denen ausschliesslich per Newsletter eingeladen wird, ganz ohne Flyer, Inserate, Plakate und andere Werbemittel. Nur Insider werden eingeladen und erfahren wenige Stunden vor dem Termin, wo die Party diesmal stattfindet. So erspart man sich auch unerbetene Gaeste... Und das ganz ohne rigorosen Türsteher.