Gastgewerbe Gedankensplitter


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Dienstag, Dezember 21, 2004

Baden-Wuerttemberg: Tourismussommer 2004.

Nach drei Sommern mit überwiegend negativen Vorzeichen fasste das baden-württembergischen Tourismusgewerbe im Sommerhalbjahr (Mai bis Oktober) 2004 langsam wieder Tritt.
  • Bei der Gästezahl erzielten die Beherbergungsbetriebe mit mehr als acht Betten in der diesjährigen Hauptsaison nach Feststellung des Statistischen Landesamtes mit 8,7 Millionen sogar einen historischen Rekordwert. Dies entspricht einem Zuwachs um 2,7 Prozent gegenüber dem vorhergehenden Sommer.
  • Bei den Übernachtungen, der für das Gewerbe bedeutenderen Größe, wurde das Vorjahresergebnis mit knapp 24,9 Mill. bei einem rechnerischen Rückgang um 0,1 Prozent nahezu exakt wieder erreicht. Leichten Rückgängen in den beiden Hochsommermonaten Juli und August sowie im Juni standen dabei Zuwächse in den "Randmonaten" Mai sowie September und Oktober gegenüber. Im Vergleich zum Vorjahr verteilten sich damit also die Übernachtungen etwas gleichmäßiger über den Sommer.
Hinter diesem Gesamtergebnis verbergen sich allerdings sehr unterschiedliche Entwicklungen in den einzelnen Teilbereichen des Tourismus:
  • Die klassische Hotellerie (Hotels, Hotels garnis, Gasthöfe und Pensionen) konnte ihr Übernachtungsergebnis gegenüber dem letzten Sommer um 2,4 Prozent steigern, wozu vor allem der Zuwachs bei den eigentlichen Hotels von 4,1 Prozent beitrug. Von dieser Entwicklung profitierten auch die Städte ab 20 000 Einwohnern, wobei insbesondere die neun Großstädte ab 100 000 Einwohnern mit 3,6 Prozent deutliche Zuwächse verbuchten.
  • Die Betriebskategorien der sog. Parahotellerie, zu denen beispielsweise Jugendherbergen, Campingplätze oder Ferienwohnungen gezählt werden, mussten dagegen insgesamt Übernachtungsverluste um 1,6 Prozent hinnehmen.
  • Allerdings fielen dabei die Erholungs-, Ferien- und Schulungsheime (einschließlich Boardinghäuser) mit einem Übernachtungszuwachs um 4,8 Prozent deutlich aus dem Rahmen.
  • Sorgen bereitet weiterhin vor allem das Kurwesen, dem im Bäderland Baden-Württemberg eine besondere Bedeutung zukommt.
  • Bei den Vorsorge- und Reha-Kliniken setzte sich nämlich die seit Mitte 2001 rückläufige Entwicklung der Übernachtungen auch in diesem Sommer mit einem Rückgang um 6,8 Prozent weiter fort.
Dies schlug sich in einer Abnahme der Übernachtungen um 3,8 Prozent in den prädikatisierten Gemeinden nieder. Auf der anderen Seite konnten die Gemeinden ohne touristisches Prädikat mit einem Übernachtungsplus von 4,9 Prozent besonders stark zulegen.

Auch regional verlief die Entwicklung ausgesprochen uneinheitlich: Einerseits konnten Reisegebiete wie das Weinland zwischen Rhein und Neckar (+ 6,9 Prozent), Neckar-Hohenlohe-Schwäbischer Wald (+ 5,4 Prozent), der Mittlere Neckar (+ 3,7 Prozent) oder der Mittlere Schwarzwald (+ 2,3 Prozent) ihr Übernachtungsergebnis in diesem Sommer gegenüber dem Vorjahr deutlich steigern. Andererseits wurde in einigen Regionen des Landes wie im baden-württembergischen Teil des Taubertals (? 4 Prozent), im Südlichen Schwarzwald (? 3,6 Prozent) oder im Württembergischen Allgäu-Oberschwaben (? 3,3 Prozent) das Vorjahresergebnis klar unterschritten.(Quelle: Prssemitteilung 436/2004 des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg).