Gastgewerbe Gedankensplitter


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Freitag, Dezember 03, 2004

Konsumanteil für Gaststaetten- und Beherbergungsdienstleistungen gesunken.

Das Statistische Bundesamt hat gestern erste Ergebnisse der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe 2003 (EVS 2003) zur finanziellen Situation und dem Konsumverhalten der privaten Haushalte im ersten Halbjahr 2003 vorgestellt.

ie Auswertungen der EVS 2003 machen Verschiebungen in der Konsumstruktur seit 1998 sichtbar:
  • So stieg der Anteil der Verkehrsausgaben von 13,7% auf 14,4% des Konsumbudgets und löste damit die Ausgaben für Ernährung (14,0%) als zweitgrößte Ausgabenposition hinter den Wohnaufwendungen (32,5%) ab. Die rund 10%ige Zu­nahme der Verkehrsausgaben ist vor allem auf die Verteuerung von Kraftstoffen infolge steigender Rohölpreise und der Ökosteuerreform zurückzuführen. Dies wirkte sich auch ausgabensteigernd auf die wohnbedingten Energieausgaben (Heizung, Strom) aus. Zusammen mit den Aufwendungen für Kraftstoffe erhöhte sich das durchschnittliche Energiebudget der Haushalte innerhalb von fünf Jahren insgesamt von 160 Euro auf mehr als 200 Euro im Monat (+ 26%). Noch stärker stiegen die Ausgaben für Nach­richtenübermittlung (u.a. Internet, Mobiltelefone). Die Ausgaben der Haushalte hierfür nahmen seit der ersten Hälfte 1998 um mehr als 30% zu, obwohl im gleichen Zeitraum die Preise für Telekommunikationsdienstleistungen um 26% gefallen sind.
  • Die zum Teil erheblichen Mehrausgaben für Verkehr, Kommunikation und Wohnenergie haben die Haus­halte durch selektiven Konsumverzicht in anderen Bereichen kompen­siert. So sank der Ausgabenanteil für Wohnungsausstattungen und Haushaltsgeräte von 7,0% 1998 auf 5,7% 2003. Der Betrag, der je Haushalt dafür aufgewendet wurde, ver­ringerte sich von 140 Euro auf 120 Euro monatlich. Auch die Konsumanteile für Gaststätten- und Beherbergungsdienstleistungen (von 4,7% auf 4,3%) sowie Bekleidung und Schuhe (von 5,5% auf 5,0%) gingen zurück.
Die Auswertungen zeigen auch, dass Geschlecht, Alter und die Struktur der Haushalte erheblichen Einfluss auf die Höhe der Haushaltsein­kommen und die sich daraus ergebenden Konsummöglichkeiten und -gewohnheiten haben:
  • Das Nettoeinkommen der privaten Haushalte in Deutschland hat sich seit der ersten Jahreshälfte 1998 um durchschnittlich 8% auf 2 770 Euro im ersten Halbjahr 2003 erhöht. In den neuen Ländern und Berlin-Ost stieg das Haushaltsnettoeinkommen in den letzten fünf Jahren um 10% und erreichte mit 2 230 Euro 77% des Westniveaus (in Westdeutschland: + 8% auf 2 900 Euro). Fünf Jahre zuvor waren es 75% gewesen. Zwischen 1993 und 1998 war die Angleichung der Nettoeinkommen in Ostdeutschland von 68% auf 75% des West­niveaus noch deutlich stärker ausgefallen.
  • Haushalte mit einer Frau als Hauptverdienerin hatten in der ersten Hälfte 2003 ein monatliches Nettoeinkommen von 2 030 Euro oder 63% des Nettoeinkommens der Haushalte mit männlichem Haupteinkommensbezieher (3 220 Euro).
  • "Junge" Haushalte mit Haupteinkommensbeziehern unter 25 Jahren verfügten mit 1 360 Euro im Monat über 40% des Nettoeinkommens der 45- bis unter 55-Jährigen, die mit 3 380 Euro im Altersvergleich die höchsten Einkommen erzielten. Die "jungen" Haus­halte verwandten rund 90% ihres ausgabefähigen Einkommens für Konsum und steckten 4% in die "Spardose". Haushalte im Alter zwischen 25 und unter 55 Jahren gaben zwischen 71% und 77% ihres Einkommens für Konsumzwecke aus und legten zwischen 11% und 15% auf die hohe Kante.
  • Im Konsumverhalten zeigen sich altersspezifische Unterschiede: In den Haushalten der 80-Jährigen und Älteren wurde fast jeder zweite "Konsum-Euro" für Wohnen und Gesundheitspflege ausgegeben. Bei den unter 25-Jährigen war es jeder dritte Euro.
  • Die Ergebnisse der EVS 2003 zeigen weiter, dass allein Erziehende mit knapp 1 800 Euro monatlich im ersten Halbjahr 2003 über weniger als die Hälfte (48%) des Nettoein­kommens von Paaren mit Kind(ern) (3 750 Euro) verfügten. Allein Erziehende hatten so kaum Spielräume für Ersparnisse. Sie gaben 88% ihres verfügbaren Einkommens für Konsum aus und sparten nur 6%. Bei Paaren mit Kind(ern) lag die Sparquote mit 14% mehr als doppelt so hoch. Sie legten im Monat mit durchschnittlich etwa 550 Euro mehr als das Fünffache zurück als allein Erziehende (100 Euro).
(Quelle: Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes).