Gastgewerbe Gedankensplitter



Sonntag, Februar 29, 2004

Schinderhannes-Marketing IV.

Es geht doch. Helmut Fritsches Anti-Aging-Bier (Klosterbrauerei Neuzelle) hat es heute immerhin auf die erste Seite des Wirtschaftsteils der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung gebracht. Die Meldung mit dem schönen Titel "Rausch der Schönheit" steht rechts oben und ist sogar größer als eine ebenfalls einspaltige Meldung "Sandwich statt Hamburger" wonach Subway plane, seine bislang 65 deutschen Sandwich-Restaurants bis 2010 auf 1.500 Outlets zu vermehren und 15.000 Arbeitsplätze zu schaffen.

Internationales Foodservice-Forum: "Zukunft - viel mehr als verlaengerte Vergangenheit".

Am 4. März 2004 findet, die Internorga in Hamburg begleitend, das 23. Internationales Foodservice-Forum: "Zukunft - viel mehr als verlängerte Vergangenheit" statt, Europas größter Kongreß für Systemgastronomie und Foodservice. Das diesjährige Thema lautet "Zukunft – viel mehr als verlängerte Vergangenheit". Es referieren:
  • Gretel Weiß, food-service, Frankfurt am Main: Lernstoff für 2004+ (2003: Die Zahlen der großen Gastro-Unternehmen Deutschlands, Mega-Trends,Wachstums- und Verlustmärkte, Wegweisende Neueröffnungen).
  • Gavin Ford, Panera Bread: "Panera Bread: The World Benchmark in Bakery Cafés" (One of the leading concepts in fast casual, Teaching America and Europe the new bread-(snack-)culture, Introducing the "Chill Out-Hour" for great business).
  • Andreas Steinle, Trendbüro, Hamburg: Siegen im Kampf um Aufmerksamkeit.
  • Prof. Dr. Peter Kruse, Honorarprofessor für Allgemeine und Organisationspsychologie an der Universität Bremen und geschäftsführender Gesellschafter des Bremer Methoden- und Beratungsunternehmens nextpractice: Netzwerk-Intelligenz.
  • Volker Eixler, Café Solo, Essen, Mark Korzilius, Vapiano, Hamburg, Erwin Schmid, Beim Metzgerwirt, Hurlach, und Spiridon Soukas, Mongo’s, Düsseldorf: Mein Konzept, meine Gäste, meine Vision.
  • Dr. Marco Freiherr von Münchhausen, Coach & Trainer, Pullach: Lebenslust statt Arbeitsfrust.

Samstag, Februar 28, 2004

Historische Bierplakate.

Das Kölnische Stadtmuseum bietet in diesem Jahr zwei für Gastronomen und Bierliebhaber interessante Aussstellungen. Vom 20. März bis zum 31. Mai 2004 zum Thema "Lust auf Bier" und vom 3. Juli - 19. September 2004 die Ausstellung "Kölsche Kneipen". "Lust auf Bier" zeigt Werke der Sammlung Heinrich Becker (historische Bierplakate und Postkarten).

Heinrich Becker hat als Student in München mit dem Sammeln angefangen, offiziell besteht sie seit 1990. Anfangs hat er auf Flohmärkten und in Antiquariaten gestöbert und gekauft. Nachdem sich die Existenz seiner Sammlung herumgesprochen hat, bekommt er viele Angebote und wird auch von Auktionshäusern beworben. Die Sammlung besteht aus mehr als 8.000 Stücken inklusiver historischer Speisekarten, darunter 350 Plakate und etwa 650 EMail-Werbeschilder. Beruflich ist Heinrich Becker geschäftsführender Gesellschafter der Kölner Privatbrauerei Gaffel.

Zu einer Ausstellung "Litfaß-Bier" mit 250 Drucken im Jahre 1998 im Kölner Museum für angewandte Kunst ist ein (vergriffener) Katalog erschienen: "Litfass-Bier. Historische Bierplakate. Sammlung Heinrich Becker" von Gerhard Dietrich und Franz Mathar.

Die Litfaß-Säule wurde benannt nach dem Berliner Buchdrucker Ernst Litfaß, dem Enkel einer Brauer-Familie. Die erste Litfaßsäule wurde am 1. Juli 1855 in Berlin gegen heftigen Widerstand aufgestellt, später aber sogar eine Touristenattraktion. Sie füllte eine Marktlücke, die durch das konterrevolutionäre preußische Pressegesetz vom 12. Mai 1851 entstanden ist. Mit diesem Gesetz, das erst Mitte der 60er Jahre durch Landespressegesetze aufgehoben wurde, wurde das bis dahin erlaubte Anbringen von Plakaten durch jedermann untersagt, eine Möglichkeit, die in der 1848er Märzrevolution eine gewisse Rolle gespielt hat (siehe dazu: "1848 - Flugschriften im Netz"). Ende 1854 wurde Ernst Litfaß die exklusive Konzession übertragen, Litfaßsäulen auf öffentlichem Grund aufzustellen. Um die Jahrhundertwende gab es in Berlin bereits um die 400 Litfaßsäulen. Siehe dazu: "Die Geschichte der Litfaßsäule" und "Litfaßsäule".

Freitag, Februar 27, 2004

Bewerfen Sie Ihre Gaeste mit Broetchen.

coverDie GEFAKO präsentierte auf der Intergastra den amerikanischen Star-Berater Bill Marvin. "Die Welt braucht nicht noch ein weiteres Restaurant." Mit diesen provokanten Worten eröffnete der als "Restaurant-Doctor" weltberühmt gewordene Amerikaner Bill Marvin am Montag, 16. Februar 2004, in der Gefako-&-FIZZZ-Lounge auf der 22. INTERGASTRA seinen Vortrag. Oft seien Restaurants nur gerade so gut, wie sie sein müssten, um gegen die Konkurrenz zu bestehen. Dabei sei vielmehr wichtig, wie gut man sein könne. "Und es gibt viele Möglichkeiten, besser zu werden und mehr Gewinn zu generieren", so Marvin weiter. Man müsse nicht den Markt beherrschen, sondern nur besser sein, als die Konkurrenz. "So kann man auch in harten Zeiten wachsen."

"Es gibt viele ähnliche Restaurants mit ähnlichem Service und ähnlichen Gerichten zu ähnlichen Preisen. Man kann es sich nicht leisten, langweilig zu sein." Deshalb, sagte Marvin, sei die entscheidende Frage, was man anders mache. Restaurantchefs müssten ihre Einzigartigkeit entwickeln und herausstellen. Nur der Unterschied zu Anderen mache das Restaurant einzigartig und damit für den Kunden interessant. Marvin ermutigte die Restaurantbetreiber, etwas anders als die Mitbewerber zu machen. So gäbe es in Michigan ein Restaurant, das weltberühmt sei, weil die Gäste mit Brötchen beworfen würden. Wer ein Brötchen möchte, müsse es auffangen. "Machen sie die Arbeit, die ihre Konkurrenz nicht macht, und sie werden Marktführer," brachte er seine Überzeugung auf den Punkt.

Einige Ansatzpunkte auf dem Weg dorthin seien
  • die Verschlankung von Strukturen,
  • die Verbesserung des Personals durch Weiterbildung,
  • bessere Ausnutzung der finanziellen Ressourcen,
  • die Personalisierung des Verhältnisses zum Gast,
  • das Beachten des lokalen Umfelds und
  • das Agieren
Den wichtigsten Punkt und die erste Voraussetzung für den Erfolg sparte Bill Marvin sich bis zum Schluss auf: "Habe Spaß an der Arbeit!" (Quelle: Pressemitteilung der Intergastra).

Das wichtigste und letzte Buch von Bill Marvin ist bereits 1997 erschienen, aber immer noch sehr zu empfehlen und leider noch immer nicht ins Deutsche übersetzt: "Guest-Based Marketing: How to Increase Restaurant Sales Without Breaking Your Budget".

Kennzeichnungspflicht für Lebensmittel mit gentechnisch veraenderten Zutaten II.

Die Website transgen.de bietet einen "Leitfaden zur Gentechnik-Kennzeichnung". Dort steht: "Wenn bei einem Lebensmittel Gentechnik eingesetzt wurde, dann gehört das auf das Etikett. So einfach und eindeutig diese Forderung ist, so kompliziert und undurchsichtig ist ihre Umsetzung. Was, wie, wann und wann nicht zu kennzeichnen ist, verstehen selbst die Fachleute kaum." Auf gut deutsch: Fast alle werden mit der Umsetzung anfangs überfordert sein. Nicht nur Gastronomen, sondern auch die Lebensmittelüberwachungsstellen. Mit dem kleinen, aber feinen Unterschied, daß die Sesselfurzer dafür bezahlt werden, sich sachkundig zu machen. Die Gastronomen müssen wohl in ihrer knappen Freizeit dazulernen, weil sie ansonsten ja Geld verdienen müssen, um Steuern zahlen zu können, damit die Sesselfurzer bezahlt werden können.

Falls gentechnisch veränderte Lebensmittel verwendet werden, müssen diese gekennzeichnet werden: Bei Restaurant- und Gemeinschaftsessen muß der "genetisch verändert" oder "aus genetisch verändertem ...." in der Auslage oder im unmittelbaren Zusammenhang mit dem jeweiligen Produkt angebracht werden und zwar in dauerhafter Form und in einer Schriftgröße, die gute Lesbarkeit gewährleistet. Was das heißen soll? Keine Ahnung. Das ist Bürokratendeutsch. Anstatt eine Schriftgröße von sagen wir mal 12 Point vorzuschreiben, wird eine allgemeine Formulierung gewählt, mit der niemand etwas anfangen kann. Dies ist nur eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme für Ministerialbeamte, die dazu Verordnungen und Ausführungsbestimmungen schreiben dürfen, und die Gerichte.

Doch es kommt noch schlimmer: "In bestimmten Fällen muss nicht nur auf die Gentechnik hingewiesen, sondern auch neue oder veränderte Produkteigenschaften genannt werden, die auf ihre Anwendung zurückgehen, etwa:
  • veränderter Nährwert oder neue stoffliche Zusammensetzung (Beispiel: Öle mit verändertem Fettsäuremuster)
  • Auswirkungen auf die Gesundheit bestimmter Bevölkerungsgruppen, etwa wenn infolge gentechnischer Eingriffe Proteine (Eiweiß) vorhanden sind, die bei empfindlichen Personen Allergien auslösen könnten;
  • Übertragung von Genen, gegen die ethische oder religiöse Bedenken bestehen könnten, etwa tierische Gene."
Sowas können nur Sesselfurzer kommen. Welcher Gastronom oder kleine Lebensmittelhändler soll die Zeit haben, sich damit zu beschäftigen, ob irgendeine Sekte durchdreht, weil sie sich von Salatgurken bedroht fühlt, die mit Stallhasen gekreuzt worden sind?

Wer sich für die Details interessiert, kann ja mal einen Blick in die 14seitige "Richtlinie 2000/13/EG des Europäischen Rates vom 20. März 2000 zur Angleichung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten über die Etikettierung und Aufmachung von Lebensmitteln sowie die Werbung hierfür" (PDF) werfen.

Schinderhannes-Marketing III.

Als "Schinderhannes-Marketing" bezeichnen wir pfiffige Marketing- und PR-Aktionen, bei denen, getreu dem Motto der 68er "Legal, illegal, scheißegal", öffentliche Aufmerksamkeit und Sympathie erheischt wird. Meisterlich versteht sich die Klosterbrauerei Neuzelle in der Nähe von Cottbus auf diese moderne Marketing-Methode. Die Bürokraten Brandenburgs unterstützen sie dabei - wohl als Beitrag zur Förderung ostdeutscher Unternehmen - indem sie Gerichtsverfahren anzetteln. Doch lesen Sie selbst die neueste Pressemitteilung der Klosterbrauerei Neuzelle:

Anti Aging Bier (6 Flaschen/0,5 Liter)


"Anti Aging Bier im Fadenkreuz der Bürokratie.

Der Klosterbrauerei Neuzelle wird das Inverkehrbringen des Anti Aging Bieres unter der Bezeichnung Bier mit sofortiger Wirkung untersagt. Für den Fall der Zuwiderhandlung ist ein Zwangsgeld in Höhe von € 5.000,00 zu zahlen.

Diese unternehmens- und arbeitsplatzgefährdenden Festlegungen sind in der uns am 18.02.2004 zugegangenen Ordnungsverfügung getroffen worden.

Die Klosterbrauerei Neuzelle wird gegen diese Ordnungsverfügung Widerspruch einlegen. Dazu fühlen wir uns auch dem Verbraucher gegenüber verpflichtet, der ein Anrecht auf die Kennzeichnung als Bier hat.

Ungeachtet dieser Verfügung wird die Klosterbrauerei Neuzelle, wie bereits angekündigt, Anfang März 2004 das Anti Aging Bier in den Verkehr bringen und den Verbrauchern im In- und Ausland zugänglich machen.

Zu diesem Schritt sehen wir uns im Interesse der nachhaltigen Unternehmenssicherung und Erhaltung der Arbeitsplätze verpflichtet, da das Anti Aging Bier wesentlicher Bestandteil unseres Unternehmenserfolges sein wird.

In unserem Handeln fühlen wir uns auch durch die enorme weltweite Resonanz, die unser Anti Aging Bier hervorgerufen hat, bestätigt."

Wenn Sie mithelfen wollen, bestellen Sie ein paar Flaschen des Anti-Aging-Bieres. Es ist ideal auch als Geschenk, denn sind nicht die besten Geschenke, über die man eine nette Geschichte erzählen kann?

eBay-Angebote von Gastronomen.

Gastronomen werden immer phantasievoller bei Angeboten auf eBay. Das "Wirtshaus zum Bayern Stad`l" in Wunstorf versteigert zum Beispiel ein 30-Liter-Fass (zum Trinken in der Gaststätte an einem Montagabend von maximal 10 Personen).

Man kann so das Angebot genau auf den (betriebswirtschaftlich erwünschten Punkt) bringen:
  • einen umsatzstarken Tag auslasten,
  • ein Produkt anbieten, bei dem der Lieferant vielleicht etwas beisteuert, z.B. einen Werbekostenzuschuss oder einen Naturalrabatt,
  • Spezielle Angebote (wie z.B. Faßbier zum Selbstausschank) bekanntmachen,
  • Informationen sammeln, welche Preise dafür akzeptiert werden,
  • Eventuell wird noch ein eifriger Online-Redakteur aufmerksam und verschafft Publicity.

Kennzeichnungspflicht für Lebensmittel mit gentechnisch veraenderten Zutaten.

Ab dem 18. April gilt in Europa eine verschärfte Kennzeichnungspflicht für Lebensmittel mit gentechnisch veränderten Zutaten. In einem Interview ("Auch Restaurants müssen auszeichnen") mit dem Greenpeace Magazin erklärte Bundesverbraucherministerin Renate Künast zur zweifelhaften Rechtslage, ob auch offene Lebensmittel gekennzeichnet werden müssen: "Wer mit genveränderten Zutaten kocht, muss das auf der Speisekarte oder einem Aushang kenntlich machen" (Quelle: "Auch Gastronomie muss Lebensmittel mit genveränderten Zutaten kennzeichnen", in: ngo-Online vom 26. Februar 2004).

Ob diese Meinung der Ministerin gesetzeskonform ist, ist zwar fraglich, aber unabhängig davon wird eventuell von Seiten Ihrer Gäste gefragt werden, ob Sie gentechnisch veränderte Lebensmittel einsetzen. Da hilft nur eins: alle Etiketten der eingesetzten Lebensmittel checken, ob sie als gentechnisch verändert gekennzeichnet sind, evtl. Alternativen suchen oder die Speisekarten entsprechend korrigieren. Es ist auch nicht auszuschließen, daß sich die Lebensmittelaufsicht mit der gewohnten bürokratischen Verzögerung von 1,2 Jahren diesem Thema zuwendet. Vernünftige Kontrolleure werden akzeptieren, daß man nicht wegen jedem Scheiß neue Speisekarten drucken kann und sich bis zur Neuauflage gedulden. Eine Gerichtsentscheid, ob unverpackte Lebensmittel wirklich gekennzeichnet werden müssen, gibt es ja noch nicht. Und Rente Künast meint viel, wenn der Tag lang ist.

Weiterführende Informationen findet man auf der Website des Bundesinstituts für Risikobewertung.

Nachtrag: Das Interview mit Renate Künast wurde mittlerweile online gestellt: "Auch Restaurants müssen auszeichnen" von Kirsten Brodde, in: Greenpeace Magazin 2/2004.

RSS-Fieber bei den Flachlandtirolern.

Das wird Martin Röll freuen: ParlaNet, das Informationsportal des schleswig-holsteinischen Landtages hat RSS-mäßig aufgerüstet. Es gibt sowohl einen RSS-Feed für Presseinformationen des gesamten Landtags ( http://www.parlanet.de/presseticker/lt.rdf) wie auch für Presseinformatonen der einzelnen Fraktionen, aufgebaut nach dem Muster http://www.parlanet.de/presseticker/ssw.rdf (für die Schleswig-Holsteinische Wählergemeinschaft). Leider wird dieses Angebot auf der Website von ParlaNet.de (noch) nicht dokumentiert. Oder ich habe es nicht gefunden.

Kreuzwortraetsel mit Bier-Fragen von Conrad Seidl.

cover"Bierpapst" Conrad Seidl hat mir heute netterweise einige Fragen-Antwort-Kombinationen für unser Kreuzworträtsel zum Thema Bier geschickt. Vorübergehend habe ich meine eigenen Fragen-Antwort-Kombinationen aus dem Rätsel genommen, so daß Sie sich ganz auf die Fragen von Conrad Seidl konzentrieren müssen. (In ein paar Wochen werde ich unsere Fragen-Antwort-Kombinationen zusammenführen, so daß der Rätselspaß noch größer wird. Wenn Sie selbst Fragen-Antwort-Kombinationen beisteuern wollen, einfach her damit. Da bin ich mal gespannt, ob Sie die Fragen von Conrad Seidl beantworten können ...

Um die Kreuzworträtsel lösen zu können, brauchen Sie das Buch "Conrad Seidls Bier-Katechismus" wohl nicht. Darin verrät der Bierpapst alles, was man über das beliebteste Getränk im deutschen Sprachraum und die Braukunst wissen muß. Conrad Seidl entlarvt dabei Irrlehren über das Alter von Altbier ebenso wie über die Sieben-Minuten-Regel für die Zapfkultur. Er beantwortet Fragen wie: Wer hat das Bierbrauen erfunden? Welches Bier ist das stärkste auf der Welt? Wo gibt es die meisten Brauereien? Wie unterscheidet sich obergäriges von untergärigem Bier? Warum trinken die Engländer ihr Ale ungekühlt? Was ist die richtige Trinktemperatur für ein Pils? Und kommt Pilsner aus Pilsen?

Für uns Gastronomen ist dieser Bier-Katechismus auch eine sinnvolle, kleine Investition in die Weiterbildung unserer Mitarbeiter. Er ist voller Geschichten über's Bier, mit denen man Gäste unterhalten kann und seine Bierkompetenz illustrieren kann. Oder sie halten das Buch bereit, damit Gäste darin schmökern und sich unterhalten können. Wenn Sie dann noch Bierspezialitäten anbieten....

Donnerstag, Februar 26, 2004

Ethnische Hintergrundmusik beeinflusst Essensauswahl.

Die Art und Intensität der Hintergrundmusik beeinflußt die Auswahl von Speisen. Dies wurde in einem Experiment in der Miilitärkantine im Südwesten der USA ermittelt. An sechs Tagen wurde je zwei Stunden lang die Hintergrundmusik variiert und 858 Essensbestellungen ausgewertet. Es ist dabei u.a. herausgekommen, daß das Abspielen ethnischer Musik zu einer signifikant höheren Auswahl entsprechender ethnischer Gerichte führt. Die detaillierten Ergebnisse wurden veröffentlicht in: Andrew Feinstein PhD, Tammy S. Hinskton, Mehmet Erdem: "Exploring the Effects of Music Atmospherics on Menu Item Selection", in: Journal of Foodservice Business Research, Volume: 5 Issue: 4, 2002, pp 3-25.

Ungeliebte Sterne.

Wolfram Siebeck besuchte eine Köchin, die ihre beiden Michelin-Sterne nicht mehr wollte: "Schluss mit etepetete", in: Die Zeit vom 26. Februar 2004.

Hintergrund-Informationen: Spitzen-Restaurants, die einen Stern verlieren, also herabgestuft werden, verlieren schlagartig bis zu 50% ihres Umsatzes. Um heraufgestuft zu werden, bedarf es hingegen meist eines mehrjährigen Vorlaufes, um eine Konstanz in der höheren Qualität feststellen zu können. Diese höhere Qualität bedingt einen erheblichen Mehraufwand für besseres Personal, einen kapitalbindenden Vorrat an hochwertigen Weinen, ein höherwertiges Ambiente und frischere Produkte. Deshalb sind Restaurants, die um einen (weiteren) Stern ringen, oft gezwungen, ihre Preise vorab zu erhöhen in der Hoffnung auf einen (weiteren) Stern (vergleiche die Studien "The Michelin Guide and Restaurant Pricing Strategies" von Wayne Snyder und Michael Cotter, in: Journal for Restaurant and Food Service Marketing, 1998, pp. 51-67.) und Cotter, M., Snyder, W. (1998): "How guide books affect restaurant behavior", in: Journal of Restaurant and Foodservice Marketing, Vol. 3, No. 1, pp. 69-75).

Mittwoch, Februar 25, 2004

Klassische Kueche Oesterreichs.

Was in Frankreich längst selbstverständlich ist, gibt es endlich auch in Österreich: Rezepte unter Denkmalschutz. Gemeinsam mit dem Verein "Kulinarisches Erbe Österreichs" und neun Köchen aus allen Bundesländern haben Erwin Plachutta und Christoph Wagner "Die hundert klassischen Rezepte der österreichischen Küche" neu recherchiert und rezipiert. Damit man auch in hundert Jahren noch weiß, wie Bruckfleisch, Tafelspitz, Gulasch, Topfenknödel und all die anderen Schmankerln der österreichischen Kochkunst wirklich schmecken sollen. Neben der opulenten Luxusausgabe ("Das kulinarische Erbe Österreichs; The Culinary Heritage of Austria ") gibt es diesen Kochbuchklassiker nun seit Dezember 2003 auch in einer preiswerten Sonderausgabe mit zahlreichen Fotos für preisbewusste Meisterköche.

Ewald Plachutta, geboren 1940 in Wien, zählt zu den renommiertesten Köchen Österreichs mit internationaler Reputation. Der "Drei-Hauben-Koch" ist der Begründer der berühmten "Rindfleischdynastie" Plachutta (u.a. vier Restaurants in Wien). Er war Koch des Jahres 1991 und ist Träger der Trophée gourmet, dem begehrtesten Gourmet-Preis Österreichs (verliehen vom Gourmet-Magazin "A la Carte"). Zahlreiche Publikationen in Fachzeitschriften und Gourmetmagazinen stammen von ihm und er ist Co-Autor verschiedener einschlägiger Fachbücher.

Sein Partner und Autor bei vielen Büchern ist der 1954 in Linz geborene Christoph Wagner. Er begann seine Laufbahn als Kulturkritiker und sattelte dann auf "Eßkultur" im weitesten Sinn des Wortes um. Das Hauptaugenmerk liegt dabei nicht nur auf der klassischen Restaurantkritik und dem Verfassen von Kochbüchern, sondern vor allem auf der Kultur- und Sozialgeschichte des Essens und Trinkens. Seit seiner Trennung vom Guide Gault-Millau, den er dreizehn Jahre lang als Chefredakteur leitete, ist Christoph Wagner Herausgeber des Gastronomieführers "Wo ißt Österreich?", ständiger Gourmet-Kolumnist des österreichischen Online-Magazins profil und Autor zahlreicher Bücher und Zeitschriftenartikel.

Marketing fuer Kinder.

"Klatsch & Tratsch: Kinderkekse und Quietsche-Autos - Wie Top-Hotels um Gäste werben", in: Leipziger Zeitung vom 25. Februar 2004.

RSS-Feeds vom ODP.

Die Bedeutung von Katalogen für den Traffic einer Website wird meistens unterschätzt. Zwar bleibt der direkte Traffic eher bescheiden, es sei denn man wird für ein populäres Thema empfohlen. Aber speziell der Katalog des Open Directory Projects (ODP) wird von vielen Websites übernommen, von Suchmaschinen ausgewertet und die Tatsache, daß Websites dort verzeichnet sind, von Suchmaschinen positiv bewertet.

Nunmehr erlaubt es das ODP, einen RSS-Feed zu generieren, der neue Einträge ausgibt, die in bestimmten Verzeichnisse oder zu bestimmten Suchbegriffen von den Redakteuren des ODP in diesen Katalog eingetragen worden sind (via ResearchBuzz). Wenn man diese Feeds in einem Aggregator auswertet (mein Favorit: Bloglines.com), wird man automatisch informiert, sobald neue Websites zu Themen, die interessieren, in den ODP aufgenommen werden, z.B. neue Websites aus der eigenen Stadt oder dem eigenen Arbeitsgebiet. Beim ersten Mal erscheinen im Feed nicht nur die neuesten Einträge sondern alle bisherigen Einträge, da sie aus der Sicht des Tools neu sind.

Dienstag, Februar 24, 2004

Ausbildungsplatzabgabe.

Die SPD will laut Schröder-Nachfolger Franz Müntefering die Verabschiedung eines Gesetzes über die Ausbildungsplatzabgabe auf den September verschieben: "Müntefering bleibt bei Ausbildungsabgabe hart", in: Reuters vom 24. Februar 2004.

Am 5.9. sind Landtagswahlen im Saarland, am 19.9 in Brandenburg und am 19.9. in Sachsen, am 26.9. sind Kommunalwahlen in Nordrhein-Westfalen (siehe Wahlkalender von election.de). Bis dahin sollen sozialdemokratische Funkionäre und verbleibende Wähler mit dem Gesetzesentwurf ruhig gestellt werden. Nach den Kommunalwahlen in Nordrhein-Westfalen wird die SPD-Bundestagsfraktion den Gesetzesentwurf in den Abort schmeissen. Dann hat sie ganz andere Sorgen.

Backwaren aus oekologischem Anbau immer beliebter.

Bio-Lebensmittel sind in (fast) aller Munde: Nach einer CMA-Marktuntersuchung kaufen knapp 70 Prozent aller Bundesbürger regelmäßig bis gelegentlich Öko-Kost. In der Hitliste der beliebtesten Lebensmittel aus ökologischem Anbau stehen Backwaren ganz oben. Entsprechend sind Bio-Backwaren auch auf der Internorga ein Thema. Die 78. internationale Fachmesse für Hotellerie, Gastronomie, Gemeinschaftsverpflegung, Bäckereien und Konditoreien öffnet ihre Toren vom 5. bis 10. März auf dem Hamburger Messegelände.

Laut Bundesfachschule des Deutschen Bäckerhandwerks haben nur 20 Prozent der Bevölkerung gar kein Interesse an Bio-Backwaren. Zudem würden interessierte Käufer einen um 20 bis 30 Prozent höheren Preis durchaus akzeptieren. Trotz aller Umfragen und der Unterstützung durch die Bundesregierung ist das Interesse der Bäcker, Bio-Brötchen zu backen, eher verhalten, schätzt Achim Stock die Lage ein. Der Technologietransfer-Beauftragte für das Bäckerhandwerk weist darauf hin, dass die Bundesfachschule in den Jahren 2002 und 2003 mehrere Seminare, verschiedene Aktionen, Info-Veranstaltungen und Schulungen angeboten habe.

Neueinsteigern und Umsteigern wurden Risiken und Chancen aufgezeigt, es gab Hilfe beim Marketing und der Ermittlung der Kosten, aber, so Achim Stock, "die Bäcker sehen im Bio-Bereich eine Verteuerung." Und das nicht ganz zu Unrecht. Denn tatsächlich sind viele ökologisch angebaute Rohstoffe doppelt so teuer wie die herkömmlichen. Und da erwarten die Bäcker wirtschaftliche Schwierigkeiten, denn ein Öko-Brötchen kann leicht fünf bis zehn Cent teurer sein als die normale Schrippe. Stock: "Hier fürchten die Bäcker, dass das am Markt nicht durchzusetzen ist."

Hinzu kommt, dass das Bio-Siegel Geld kostet. 500 bis 1000 Euro pro Jahr sind für die Zertifizierung fällig. Keine leichte Entscheidung für den kleine Dorfbäcker, zumal auch die ökologischen Zutaten getrennt von den herkömmlichen gelagert werden müssen, was räumliche Probleme bringen kann.

Einfacher haben es da Wiederverkäufer, die Bio-Backwaren im großen Stil produzieren und dann an die einzelnen Bäcker liefern, wie beispielsweise das Bonner Unternehmen Kessko. Zusätzlich zu den konventionellen Produkten für das Bäckerhandwerk – unter anderen Aromen, Cremepulver, Marzipan- und Nussnugatmassen – hat Kessko eine eigene Bio-Linie entwickelt. Auf der Internorga stellen die Bonner (Halle 4 EG, Stand 5) eine neue Bio-KäsekuchenVormischung vor. Des weiteren werden vier neue Bio-Butter-Gebäcke präsentiert. Sie werden bereits fertig verpackt an Konditoreien geliefert. Dadurch kann auch ein Nicht-Bio-Betrieb die Plätzchen als Öko-Ware anbieten, da kein zusätzliches Zertifikat dafür notwendig ist.

Der Bedarf an Öko-Backwaren wird weiter steigen, weiß Achim Stock von der Bundesfachschule des Bäckerhandwerks. Leider werden die kleinen Bäcker nur vereinzelt daran teilhaben, vermutet er. Allerdings hätten diejenigen große Chancen, die ihr Geschäft an einer guten Stelle haben. "In einer Universitätsstadt wie Hamburg beispielsweise lassen sch Bio-Lebensmittel gut verkaufen. Studenten stehen diesem Sektor aufgeschlossen gegenüber", so Stock.

Auf der Internorga 2004 vom 5. bis 10. März zeigen mehr als 850 Aussteller aus 20 Nationen auf dem Hamburger Messegelände Neuheiten aus den Bereichen Hotellerie, Gastronomie, Gemeinschaftsverpflegung sowie Bäckereien und Konditoreien. Die Fachmesse ist täglich von 10 bis 18 Uhr für das Fachpublikum geöffnet. Eintritt für Fachbesucher: 21 Euro (Zweitageskarte 30 Euro), Fachschüler: 9 Euro. Der Katalog kostet 14 Euro. Die Angebote für das Bäckerhandwerk befinden sich konzentriert in den Hallen 4 und 5.

Internorga-Ehrenpreis geht 2004 an die Hotelfachschulen Lausanne und Heidelberg.

Zwei der weltweit anerkanntesten Ausbildungsstätten der Hotellerie und Gastronomie, die "Ecole hôtelière de Lausanne" (EHL) und die Hotelfachschule Heidelberg, werden in diesem Jahr mit dem Internorga-Ehrenpreis ausgezeichnet. Die Laudatio hält der Schweizer André Witschi, (52) 51 Jahre, Vorsitzender der Geschäftsführung der Accor Hotellerie Deutschland GmbH. Der Preis wird im Rahmen der Eröffnungsfeier zur 78. Internorga an Ruud J Reuland (Alter), General Director der EHL, und Martin Dannenmann (48), Direktor der Hotelfachschule Heidelberg, überreicht. Die 78. Internationale Fachmesse für Hotellerie, Gastronomie, Gemeinschaftsverpflegung, Bäckereien und Konditoreien öffnet vom 5. bis 10. März auf dem Hamburger Messegelände ihre Tore. (Pressemitteilung der Hamburg Messe).

Teamfaehigkeit.

Bei der Auswahl von Mitarbeitern in der Gastronomie ist die Teamfähigkeit ein wichtiges Auswahlkriterium. Die Parallele zur Auswahl von Sportlern bei Mannschaftssportarten ist unverkennbar.

Für die Ausgabe 1/2004 der Zeitschrift "Führung + Organisation" hat Michael Gaitanides den Schweizer Jochen Schürmann interviewt, der den America's Cup gewonnen hat: "Wie Teamarbeit zum (sportlichen) Erfolg führt!" (nicht frei zugänglich). Um einen solchen Hochsee-Segelwettbewerb zu gewinnen, braucht man eine Crew mit Leuten, die bereit sind, Erfahrungen zu teilen und sich auch einem internen Wettbewerb um die beste Leistung zu stellen. Ein erfolgreiches Team achtet dabei weniger darauf, was die anderen machen, sondern setzt sein eigenes Konzept um und durch. Das Team entscheidet im Konsens, es sei denn, es brennt (bzw. es stürmt). Dann entscheidet nur der Chef (Steuermann).

Siehe dazu auch unsere Beiträge "Personalauswahl in der Gastronomie", "Persönlichkeitsmerkmale und Anforderungen". "Teams zusammenstellen, motivieren, führen".

Seminare ueber Finger Food und Hand Held Food.

Das Schulungszentrum der Salomon Hitburger GmbH in Großostheim bei Aschaffenburg bietet zwei neue Seminare an:
  • "Finger Food World". Inhalt: Einführung in das Thema "Finger Food", Informationen über aktuelle Trends, Marketing und Werbung, Küchenplanung und -abläufe, Zubereitung, Produkt Know-How und betriebswirtschaftliche Hintergründe. Alle Food-Hits können im praktischen Teil verkostet werden. Themen: California Rolls, Finger Food-Hits, Best of Asia, Caribbean Hits, Burger & Ribs. Dauer: 1 Tag.
  • "Hand Hold Food". Inhalt: Neben Informationen über aktuelle Hand Held Food-Trends, Rezptideen, Produkt Know-How sowie Marketing und betriebswirtschaftliche Hintergründe steht "Learning by Doing" in kleinen Gruppen auf dem Programm. Themen: Wraps, Sandwiches, Pitatascen, gegrille Fladenbrote, Dauer: 1/2 Tag.
Die Seminare richten sich an Szene-, System-, Fast Food-Gastronomie, Catering, Fachgroßhandel. Termine und mehr unter www.salomon-hit.de oder freecall 008000/7256666.

Professionelle Preisfindung.

Dr. Georg Wübker ist Leiter des Competence Centers Financial Services der Unternehmensberatung Simon-Jucher & Partners Strategy and Marketing Consultants GmbH in Zürich, die als weltweit führende Unternehmensberatung für Fragen rund um die Preisfindung von Produkten gilt. 1997 hat er über das Thema "Preisbündelung: Formen, Theorie, Messung und Umsetzung" promoviert und seitdem zahlreiche Büchern und Aufsätze über preispolitische Fragestellungen veröffentlicht.

Mikroökonomische Fachliteratur ist für Nichtwirtschaftswissenschaftler schwer zugänglich. Dankenswerterweise hat Dr. Georg Wübker jetzt seine wichtigsten Erkenntnisse leicht verständlich und knapp (61 Seiten) dargestellt und in der Reihe Praxis.Wissen des Verlages BusinessVillage veröffentlicht: "Professionelle Preisfindung. Mehr Gewinn durch besseres Pricing". Er erläutert darin, wie ein gutes Pricing-Konzept entwickelt und umgesetzt wird, wie intelligente Preise aussehen und welche Chancen in der Preisoptimierung liegen. Der wichtige und oft nicht genug berücksichtigte Zusammenhang zwischen Preis und Absatz wird dargelegt; konkrete Handlungsempfehlungen zum besseren Pricing runden den Praxisleitfaden ab.

Für Gastronomen ist erfreulich, daß auch einige Praxisbeispiele aus der Fast-Food-Industrie verwendet werden und zwar von McDonald's. So wird darauf eingegangen, wie optimale Preise von Menüs ermittelt werden, und es werden Beispiele für intelligente Preisdifferenzierung von Restaurants angeführt. Ich habe daraus etwa für unsere Preispolitik gelernt, daß wir bei Aktionsangeboten mitunter die Preise zu stark herabsetzen und es vermutlich ausreicht, wenn Packages 7% preiswerter sind als die Summe der Preise der Komponenten (bei Fast-Food-Angeboten).

Siehe zum Thema auch Hermann Simon und Georg Wübker: "Mehr-Personen-Preisbildung" (PDF) und unseren Beitrag "Preisfindung im Internet".

Ausbildungsplatzabgabe - ein weiteres Argument dagegen.

Mittlerweile scheinen einige SPD-geführte Landesregierungen entschlossen, im Bundesrat gegen die von Teilen der SPD zur Ruhigstellung ihrer Mitglieder gedachte Ausbildungsplatzabgabe zu stimmen. Der Beweggrund ist offensichtlich. Die von den Unternehmen in den alten Bundesländern zu zahlenden Milliarden fließen vor allem in die neuen Bundesländer, weil dort geburtenstarke Jahrgänge von Jugendlichen auf Betriebe treffen, denen es an Zukunftsperspektive und Geld mangelt, um ausreichend Ausbildungsplätze anzubieten. Auf eine regionale Umlage kann sich die rot-grüne Regierungskoalition jedoch nicht einlassen. Einer solchen Lösung müsste der Bundesrat zustimmen, was auszuschließen ist. Zweitens würde eine regionale Umlage der Wirtschaft in den neuen Bundesländern den Hals brechen, weil sie alleine mit den geburtenstarken Jahrgängen aus der Zeit vor der Wende fertig werden müßte.

Noch keine Rolle in der politischen Diskussion spielt bislang ein Effekt, auf den der Verfassungsrichter Dr. Niebler bereits in einem Minderheitsvotum zum Urteil des Zweiten Senats des Bundesverfassungsgerichts vom 10. Dezember 1980 - 2 BvF 3/77 - hingewiesen hat: "Die Erhebung von Sonderabgaben und die Gewährung finanzieller Hilfen wirkt sich in der Regel auf die Bemessungsgrundlagen für die Einkommen-, Körperschaft- und Gewerbesteuer (Gewerbeertragsteuer) aus (vgl. für die Berufsausbildungsabgabe z. B. § 2 Abs. 3, § 4 Abs. 4, § 24b EStG; § 9 Ziff. 8 GewStG). Dies bedeutet, daß dadurch das Aufkommen dieser Steuern gemindert wird. Da den Ländern ein erheblicher Teil davon zufließt (1979 z. B. 43% der Einkommen- und Körperschaftsteuer), werden somit auch die Steuereinnahmen der Länder gemindert."

Einfacher ausgedrückt: Die Umlage-Zahlungen stellen Betriebsausgaben dar, mindern die Unternehmensgewinne und damit die gewinnabhängigen Steuern und führen so in den alten Bundesländern zu erheblichen Steuerausfällen sowohl bei der Gewerbesteuer als auch bei der Körperschaftsteuer.

Ob diese fiskalischen Wirkungen, wie Dr. Niebler meint, ausreichen, eine Zustimmungspflichtigkeit des Bundesrates zu begründen, weiß ich nicht. Aber es wird die Bereitschaft der SPD-geführten alen Bundesländer Nordrhein-Wetfalen, Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein forcieren, das Gesetz im Bundesrat an einer Zwei-Drittel-Mehrheit scheiten zu lassen oder es mit dieser Drohung bereits im Vorfeld zu verhindern.

Buying at Restaurants and Carry-outs.

Das amerikanische Marktforschungsunternehmen Research and Markets bietet einen kostenpflichtigen Report "Buying at Restaurants and Carry-outs". Dieser Bericht stellt die demographischen Daten derjenigen Amerikaner dar, die Speisen in Restaurant, Schul-Cafeterias, aus Lebensmittelautomaten oder an mobilen Verkaufsstellen konsumieren bzw. dort abholen. Der Bericht beschreibt, wieviel Amerikaner für Frühstück, Mittag- und Abendesssen und Zwischenmahlzeiten ausgaben, aufgeschlüsselt nach Alter, Einkommen, Haushaltstyp, Region, ethnischer Gruppe, Ausbildung, Beschäftigung und danach, ob Wohneigentum besessen wird. Die Daten basieren aus unveröffentlichten Details des Consumer Expenditure Survey des Bureau of Labor Statistics. Der Index dieses Reports kann kostenlos eingesehen werden.

Noblesse oblige.

Das Luxus-Restaurant des Londoner Hotels Ritz bekommt heute eine schlechte Presse: "Medien: Ritz-Hotel verkauft angebrochene Weinflaschen". Man hat angebrochene Flaschen, die von Hotelgästen nicht geleert worden sind, im Restaurant glasweise ausgeschenkt. Die Geschichte flog auf im Verlauf eines Arbeitsgerichtsprozesses.

Montag, Februar 23, 2004

Daniel van Moll.

Daniel van Moll ist Moderator und Konzeptionist der Sendung "Sport & Stars", die von montags bis freitags fünf Stunden lang (ab 15 Uhr) als Teil der NBC-Sendung Giga.de ausgestrahlt wird. Sein Blog heißt 100% Daniel van Moll.

Giga.de ist vielen älteren Menschen und solchen Fernsehzuschauern, die NBC nicht empfangen können, wenig bekannt. Es ist die erste Sendung, die Internet (Giga.de) und Fernsehen interaktiv verknüft und bei Jugendlichen Kultstatus hat.

Daniel van Moll predigt jedem, der bei drei nicht auf den Bäumen ist, er möge sich ein Weblog zulegen und empfiehlt zur Einführung unsere Seiten über Weblogs als "beste Einstiegsdroge für angehende Blogger". Danke schön!

Briefmarken online einkaufen.

Udo Vetter (Law Blog) hat Probleme beim Briefmarken-Einkauf. Warum nutzt er nicht den Business Service der Deutschen Post?

Sonntag, Februar 22, 2004

Stammgastmarketing.

Neu erschienen ist das Fachbuch "Stammgastmarketing – ... und der Gast gehört dir" von Jürgen Mesendiek, Andre Rosinski und Matthias Rothermund. Der Titel ist etwas verwirrend. Das Buch dreht sich nicht um den Stammgast, der (fast) jeden Abend in seine Kneipe geht. Es handelt sich vielmehr um ein Fachbuch zum Destinationsmanagement bzw -marketing, also um die Frage, wie Hotels oder eine Region sich um Stammgäste bemühen können. Das Handbuch faßt die Grundlagen zusammen und macht die Philosophie des Stammgastmarketing deutlich. Es erklärt die Strukturen von Gästezufriedenheit über Gästeloyalität zum Stammgast, entwickelt darüber hinaus die Verfahren von Database und Datamining, das Auffinden der wichtigsten Zielgruppen und gibt eine Fülle von Hinweisen und Beispielen, Fragebögen und Briefvorschlägen mit zielgruppenspezifischer Wortwahl.

Ergänzt wird das Buch durch ein ausführliches Kapitel zur Nutzung des Internet für das Stammgastmarketing durch die Tourismus-Praktiker André Rosinski und Matthias Rothermund.

Profitieren werden von diesem Fachbuch Studierende der Tourismuswirtschaft, die Praktiker in den örtlichen, regionalen und überregionalen Tourismusorganisationen sowie die Manager von Beherbergungsbetrieben, Gastronomiebetrieben und Reiseveranstaltern.

Der Autor Dipl. Pol. Jürgen Mensendiek kann auf langjährige Erfahrungen im Tourismus zurückblicken – zuletzt als Geschäftsführer des Landesverkehrsverbandes Westfalen. Während dieser Tätigkeit hatte er auch Lehraufträge für Tourismusmarketing an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen und an der Fachhochschule der Wirtschaft Paderborn. Mehrere Jahre war er Vorsitzender des Kulturausschusses im Deutschen Tourismusverband und Mitglied im Kuratorium des Deutschen Seminars für Tourismus (DSFT). Seit Mitte 2003 arbeitet er freiberuflich im Bereich Öffentlichkeitsarbeit. André Rosinski absolvierte ein Tourismusstudium an der Fachhochschule Westküste. Seit Oktober 2001 ist er bei der Tourismus-Agentur Schleswig-Holstein als Projektmanager beschäftigt. Schwerpunkte seiner Arbeit liegen in der Kommunikations- und Vertriebsplanung. Matthias Rothermund, Diplom-Betriebswirt, ist Geschäftsführer des dortmund.kongress.tourismus.service. Als Dozent wirkte er u.a. beim DSFT und verfaßte eine Studie zu Rechtsfragen beim Betreiben von Tourist-Informationen.

Handbuch der Kueche.

coverSoeben ist von Günter Richter und Detlef Richter erschienen: "Handbuch der Küche. Professionelle Arbeitsweise, Organisation, Gesetzliche Anforderungen". Dieses Kompendium stellt umfangreich und ausführlich alle wichtigen technischen, gesetzlichen und betriebswirtschaftlichen Zusammenhaenge der Kuechenpraxis dar:
  • Küchentechnische Bezüge wie Garprozesse,
  • Einsatz von Convenience-Produkten,
  • Portionsgrößen,
  • Bereitung von Teigen und Massen usw.
  • Maßnahmen zur Sicherung der hygienischen und toxikologischen Sicherheit,
  • bauliche Voraussetzungen an Küchenräume,
  • Anforderungen an die Lagerung von Lebensmitteln,
  • Möglichkeit der Haltbarmachung von Lebensmitteln, das dazu erforderliche Basiswissen,
  • die gesetzlichen Vorgaben usw.
  • betriebswirtschaftliche Aspekte, die für eine effektive Küchenführung notwendig sind, wie Warenwirtschaft, Preisgestaltung, Personalführung, Arbeitsrecht, Dienst-, Urlaubs- und Ablaufpläne usw.
  • Vorgaben des Arbeits- sowie des Brandschutzes, des Infektionsschutzes,
  • Belehrung der Mitarbeiter sowie entsprechende Kontroll- und Prüfmaßnahmen.
Speziell Führungskräften und Existenzgründern wird dieses Buch die Arbeit ungemein erleichtern.

Essbare Landschaften und Wildpflanzen.

Der Frühling steht vor der Tür, und bald wird es in der Natur nur so blühen und grünen. Nun Salate, Vorspeisen und Hauptgerichte mit Wildkräutern, Blüten und Wildfrüchten nicht nur zu schmücken, sondern auch Gerichte und Getränke daraus zu kreieren und dem Gast zu servieren, ist ein Highlight moderner, gesunder Küche und innovativer Gastronomie. Rezepte von früher und althergebrachtes Wissen aufzugreifen, macht das Speisenangebot zu einem besonderen Erlebnis. Leichte, würzige Küche gewinnt mit Zutaten aus Feld und Flur eine frische Komponente mehr.

Bezugsquellen dazu sind u.a. Essbare Landschaften, von wo auch ganz frische Kräuter bezogen werden können, und Essbare Wildpflanzen ("Würzige heimische Wildpflanzen gemischt mit grobem mineralreichem Rohsalz Steinklee, Ahornkeimlinge, Schlehenblüten, Hopfensprossen, Waldziest, Scharbockskraut, Wildkerbel, Löwenzahnknospen, Sandthymian, Bärlauch, Giersch, Franzosenkraut, Brombeertriebe, Wildrosen, Bärenklau, Mädesüss, Brennnessel, Eschensamen, Schafgarbe u.a. - Auswahl nach Saison"). Gezuckerte Rosenblütenblättergibt es bei DiBa-GbRs Rosen. Informationen zu dem Thema Kräuter auch bei Pflanzenbuch und Kräuterwelt

Qualitaetssignaling in der Gastronomie.

Von Maren Lüth, Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Agrarökonomie der Universität Göttingen, und ihrem Chef, Prof. Dr. Achim Spiller, stammt ein Diskussionsbeitrag zum Thema "Qualitätssignaling in der Gastronomie" (PDF) aus dem Jahre 2003.

Samstag, Februar 21, 2004

Sweetheart Pizza.

Am Valentinstag gab es bei Pizza Hut eine SweetHeart Pizza in Herzform, berichtet Huai Bin aus Kuching in Malaysia.

Ungewöhnliche Backformen gibt es zum Beispiel von EKCO in den USA, in Deutschland z.B. im Online-Shop von Thermomix-Kochtreff.de. Spezielle Backformen, auch herzförmige, gibt es in Deutschland u.a. auch von Fackelmann und von Zenker.

Ausbildungsplatzabgabe boykottieren.

Sobald der Gesetzesentwurf zur Ausbildungsplatzabgabe vorliegt, werde ich Tipps geben, wie man die geplanten Regelungen unterlaufen kann. Spontan fällt mir ein, mit bereits mithelfenden Familienangehörige die bestehenden Arbeitsverträge durch Ausbildungsverträge zu ersetzen oder mit bisher nicht mithelfenden Familienangehörigen Ausbildungsverträge abzuschließen. Wenn die Oma dann durch die Zwischenprüfung fällt bzw. nicht daran teilnimmt, tauscht man sie gegen andere Verwandte aus. Irgendeinen Onkel oder eine Nichte, die mitspielt, wird man ja noch auftreiben. Eine Altersbegrenzung für Auszubildende ist im Berufsbildungsgesetz nicht vorhanden.

Die Regierungskoalitionen wollen die Zustimmungspflicht des Bundesrates unterlaufen, indem sie den Gesetzesvollzug einer Bundesbehörde aufs Auge drücken. Nun hat aber weder die Bundesagentur für Arbeit noch das Institut für Berufsbildung die personellen Kapazitäten und Kompetenz in den Betrieben die tatsächlichen Verhältnisse zu überprüfen. Es wäre politisch kaum zu vermitteln, alle Planstellen zu schaffen, die dazu benötigt würden. Allein für die administrative, bürokratische Abwicklung werden voraussichtlich bereits 700 neue Sesselfurzer benötigt. Es lliegt deshalb nahe, daß man versuchen kann, die Ausbildungsplatzabgabe zu boykottieren:
  • Die deutschen Unternehmen haben bereits vor Jahren bewiesen, daß sie sich einfach weigern können, jeden Unsinn mitzumachen. So hatte der Gesetzgeber beschlossen, die Unternehmen müßten das Kindergeld auszahlen. Mit dem Steuerentlastungssgesetz vom 19.12.1998 mußte § 73 EStG (Arbeitgeber muß mit dem Lohn das Kindergeld auszahlen und kann es sich erst innerhalb der Lohnsteuer-Anmeldung zurückholen) klang- und sanglos wieder aufgehoben werden. Die meisten Unternehmen hatten diesen Neuregelung einfach ignoriert.
  • Ein zweites Beispiel für einen erfolgreichen Boykott ist der Widerstand gegen die Volkszählung 1983.
Beide Beispiele beweisen: Bürokraten können nicht Hunderttausende unvollständig, falsch und widersprüchlich ausgefüllter Fragebögen oder Formulare verarbeiten. Sie sind mit den Anschreiben, Fristsetzungen, der Bearbeitung von Widersprüchen, der Androhung und Verhängung von Bußgeldern und Zwangsgeldern schlichtweg überfordert. Wetten daß?

Ausbildungsplatzabgabe diskriminiert Kapitalgesellschaften.

Wir haben bereits viele Argumente gegen die von den roten und grünen Bundestagsfraktionen als Antidepressivum für die ehrenamtlichen SPD-Funktionäre geplante Ausbildungsplatzabgabe gesammelt. Nunmehr verdichten sich die Gerüche, daß der Gesetzesentwurf eine Pauschale von ca. 1,6% der Bruttolohnsumme vorsehen wird analog der Tarifvereinbarung in der Bauindustrie. Für die Gastronomie, in der viele Unternehmen Kapitalgesellschaften (meist GmbHs) oder Einzel- bzw. Mehrpersonengesellschaften sind, führt dies zu höchst unterschiedlichen Belastungen je nach Rechtsform. Bei Kapitalgesellschaften würde eine Ausbildungsplatzabgabe auch auf die Gehälter der Gesellschafter fällig, wenn sie als Arbeitnehmer der GmbH beschäftigt sind, etwa bei geschäftsführenden Gesellschaftern ohne Mehrheitsbeteiligung. Bei Einzelunternehmern und Personengesellschaften bliebe der entsprechende Unternehmerlohn frei von einer Ausbildungsabgabe. Wolfgang Clement hat auch deshalb recht, wenn er davon spricht, eine gesetzliche Regelung führe zu "schrecklich viel Ungerechtigkeit": "Clement: Ausbildungs-Umlage ist ungerecht", in: Netzeitung vom 21. Februar 2004.

Hohe Anforderungen an auslaendische Studierende des Tourismus-Managements.

Für den Erwerb eines Studienplatzes im 1. Semester im Studiengang Tourismus-Management an der Fachhochschule München waren für die ausländischen StudentInnen hohe Eingangsvoraussetzungen zu erfüllen. Sie mußten sich ihren Bildungsnachweise durch die Zeugnisanerkennungsstelle für den Freistaat Bayern in Schwabing anerkennen lassen, eine Bescheinigung über die Festsetzung der Durchschnittsnote beantragen und eine Deutschprüfung erfolgreich absolvieren. Ein Notendurchschnitt von 1,1 war zu erbringen. Bei einem schlechteren Notenschnitt betrug die Wartezeit 12 Semester. Weitere Zulassungsbedingung war zudem eine mindestens sechswöchige Vorpraxis im Rahmen einer kaufmännischen Tätigkeit in einem Wirtschafts- oder Verwaltungsbetrieb beliebiger Branche.

Insgesamt starteten 189 StudienanfängerInnen zum Wintersemester den Studiengang Tourismus-Management an der Fachhochschule München. Auf den ersten Plätzen der im Fachbereich vertretenen Nationalitäten stehen im laufenden Studiensemester StudentInnen aus den Herkunftsländern Bulgarien, Spanien und Russland. Darüber hinaus konnte der Fachbereich, StudentInnen aus Bosnien/Herzegowina, Dänemark, Finnland, Frankreich, Kroatien, Slowenien, Griechenland, Italien, Litauen, Luxemburg, den Niederlanden, Österreich, Polen, Rumänien, der Slowakei, der Türkei, der Tschechischen Republik, Ungarn, der Ukraine, Grossbritannien, Weissrussland, Kenia, Tunesien, Bolivien, Brasilien, Peru, den USA, Georgien, Japan, Kasachstan, der Mongolei und Usbekistan begrüßen.

Freitag, Februar 20, 2004

Mehr als eine halbe Million iMode-Nutzer in Deutschland.

Die Netzeitung meldet, E-Plus habe mittlerweile eine halbe Million i-Mode-Kunden. Die Zahl habe sich seit Anfang 2003 vervierfacht: "E-Plus hat eine halbe Million i-mode-Kunden".

Dann muss ich mal wieder die iMode-Seiten unseres Café Abseits aktualisieren.

Mehr über das Thema "iMode - mobiles Internet". Und wann machen Sie iMode-Seiten für Ihre Gaststätte?

Inlandstourismus im Dezember 2003: 1% mehr Gaesteuebernachtungen.

Nach vorläufigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes wurden im Dezember 2003 in Deutschland 18,5 Mill. Gästeübernachtungen gezählt. Das war ein Anstieg von 1% gegenüber dem entsprechenden Vorjahresmonat. Nach Kalender- und Saisonbereinigung (Berliner Verfahren 4 – BV 4) sind die Übernachtungen um 1% gegenüber dem November 2003 gestiegen. Die Angaben umfassen sowohl Übernachtungen in Beherbergungsstätten mit neun oder mehr Betten als auch auf Campingplätzen (Touristikcamping).

Während die Zahl der Übernachtungen inländischer Gäste im Dezember 2003 mit 15,9 Mill. wieder den Stand des Vorjahresmonats erreichte, nahmen die Übernachtungen von Gästen aus dem Ausland um 11% auf 2,6 Mill. zu. (Quelle: Pressemiteilung des Statistischen Bundesamtes).

Kochzutaten-Lieferservice.

Anfang 2000 bin ich der Frage nachgegangen "Lohnt sich eine Webpräsenz für ein gastronomisches Unternehmen?". Dabei habe ich (für die USA) festgestellt: "Neben den traditionellen Restaurants gibt es neue Unternehmen, die in den Markt drängen, angesiedelt irgendwo zwischen Restaurant und den Lebensmittelabteilungen des Einzelhandels, wie CookExpress.com. Er bereitet über Nacht Zutaten und Anweisungen zur Zubereitung vor (die angeblich von berühmten Küchenchefs und Restaurants stammen) und liefert sie in die Wohnung des Kunden."

Jetzt endlich wird diese Idee auch in Deutschland umgesetzt. Roland Treichel in Berlin bietet auf Luxxx24.de einen Zutaten-Lieferservice. Man wählt sich ein Gericht aus und kann bequem die Zutaten dafür bestellen. Dazu gibt es Informationen über die notwendigen Kochgeräte und die Vorbereitungs- und Kochzeit und natürlich das Rezept. Der Lieferservice ist noch auf Berlin begrenzt. (via Ideen Newsletter vom 19. Februar 2004 der geschaeftsidee.de). Bettina Steffen, die diesen Newsletter redigiert, hat dazu noch zwei britische Anbieter ausgegraben, welche dieses Konzept auch bereits umgesetzt haben: Leapingsalmon und Rocketlondon.

Donnerstag, Februar 19, 2004

Der mit dem Gold kocht.

In der mittelfränkischen Goldschlägerstadt Schwabach, die heuer ihr 500jähriges Bestehen des Goldschlägerhandwerks feiert, gibt es einen Koch und Gastronomen, der seit geraumer Zeit meisterlich mit Blattgold kocht: Küchenmeister Dieter Trutschel ist der, „der mit dem Gold kocht“.

Auf seinen Lehr- und Wanderjahren war er unter anderem auch im Hilton Hotel Düsseldorf bei Günther Scherrer, in Brenner's Parkhotel Baden-Baden, im Hotel Schweizer Hof - Schultheissenstuben - in Bern (CH) und dem Steigenberger Hotel Europäischer Hof in Baden-Baden tätig. Nun wirkt der passionierte und besonders kreative Koch seit vielen Jahren in seinem Restaurant Goldener Stern am Schwabacher Marktplatz, wo er unteren anderem ganze Goldmenüs und vielerlei feine Gerichte und Getränke mit Blattgold kreiert und serviert.

Sein Gasthof ist eine echte Anlaufstelle für Goldgourmets und andere Feinschmecker. Bei ihm ist „alles BLATT-Gold, was glänzt“ – zu essen, trinken und zu kaufen. Schwabachs kulinarische Goldadresse: Dieter Trutschels Goldener Stern

Goldkoch bei der Arbeit


Blogs im Wahlkampf.

Howard Dean, der vor Beginn des Ausleseverfahrens mit großem Erfolg gestartete demokratische Bewerber um das Amt des amerikanischen Präsidenten, hat gestern aufgegeben. Den guten Start verdankte er dem Internet und insbesondere dem Einsatz von Blogs. Was bedeutet sein Scheitern für die zukünftige politische Nutzung des Internets? Lesen Sie dazu ein Interview mit dem ehemaligen Berater Markos: "Erfolg der Blogosphere wird steigen" und eine Analyse von "Deans Fehler im Online-Wahlkampf" von Dr. Christoph Bieber, in: Politik-digital.de vom 18.02.2004.

Mittwoch, Februar 18, 2004

Kundenintegration.

Am 25. März 2004 findet im Großen Sitzungssaal des Münchener Rathauses eine erste deutsche Tagung zum Thema "Innovationserfolg durch Kundenintegration: Der Kunde als Co-Entwickler". Dieses von Prof. Dr. Ralf Reichwald, Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre, Institute for Information, Organization and Mangement, an der Technischen Universität München, gepflegte Thema wird zwar bereits schon in einigen Großunternehmen wie BWM, Siemens oder Adidas diskutiert, ist aber leider noch nicht im Gastgewerbe angekommen. Der Kongreß behandelt im wesentlichen zwei Themenbereiche:
  • Mit welchen Werkzeugen kann man Kunden in den Entwicklungsprozess integrieren?
  • Wie kann man es erreichen, daß die gesammelten Kundeninputs an die richtigen Stellen im Unternehmen kommen, eine Fragestellung des betrieblichen Wissens- und Schnittstellen­manage­ments?
Auf der Projekt-Website Win-Serv.de finden sich einige interessante Arbeitspapiere zum Download.

Baecker und Konditoren als Konkurrenten.

Die Handwerke der Bäcker und Konditoren und die Gastronomie wachsen immer mehr zusammen. Vormals getrennte Branchenmessen richten ihren Fokus auch auf die jeweils andere Branche. Bäckereien und Konditoreien ergänzen ihre Läden durch Steh-Cafés, Take-Away und Party-Service. Gastronomen backen oder backen auf, nicht selten am Rande der Legalität, genauer der mittelalterlichen Ständeordnung, die sich in Form einer überkommenenen Handwerksordnung irgendwie ins 3. Jahrtausend überlebt hat.

Werfen wir einmal einen Blick auf Bücher der Backmedia Verlagsgesellschaft mbH, die sich eigentlich an Bäcker und Konditoren richten, aber auch von Gastronomen nicht verschmäht werden sollten:
  • "Die Kunst der Präsentation: Trends im Ladenbau - Bäckereien, Cafés und Konditoreien". Dieses Fachbuch enthält alles Wissenswerte über Ladenbau für den Bäckereibereich. Die Entwicklung des Ladenbaus der letzten Jahre, Praxisbeispiele, Informationen über Materialien, Beleuchtung, den richtigen Umgang mit Farben und.. und .. und
  • "Backer Snack-Marketing. Snacks - ein wachsender Markt" von Ulrich Jortzik. Der wachsende Markt der Fast-Food-Gastronomie stößt auch beim Bäcker auf zunehmendes Interesse, da in diesem Bereich starke Umsatzzuwächse zu erzielen sind. "Snack-Marketing" zeigt Ihnen Wege, wie man mit einfachen Mitteln das Angebot an Snacks mit den Erwartungen der Verbraucher abstimmt. Und das nicht durch Übernahme fachfremder Konzepte, sondern durch konsequentes Herausstellen des Angebots als "Bäckersnack". Ulrich Jortzik, Fachlehrer an der Ersten Deutschen Bäckerfachschule in Olpe e.V., präsentiert das Konzept zur erfolgreichen Vermarktung der bäckereitypischen Snacks und darüber hinaus variable Grundrezepte.

Professionell Speiseeis herstellen.

In Deutschland gibt es leider keinen eigenständigen Ausbildungsberuf für die Herstellung von Speiseeis. Die Herstellung von Speiseeis lernt man üblicherweise im Rahmen einer Ausbildung zum Konditor.

Eine Ausnahme wurde bei einem bi-nationalen Ausbildungsprojekt zum Staatlich geprüften Speiseeishersteller von der Vereinigung italienischer Eishersteller in Deutschland in Zusammenarbeit mit den Handwerkskammer gestartet worden ist. Aktuell hat ein einjähriger Ausbildungszyklus in der Longarone (BL) Istituto Alberghiero di Stato (Staatliche Hotelfachschule) "Dolomieu" im Januar 2004 begonnen.

Anfänger können das Eismachen aber auch in der ersten und einzigen Eisfachschule in Iserlohn lernen.

Mehr zum Thema Eis mit Links zu den Herstellern von Industrieeis und Lieferanten von Zutaten und Zubehör.

Eisgeschmack des Jahres 2004: Torroncino.

Uniteis, die Vereinigung italienischer Eishersteller in Deutschland, hat "Torroncino" zum Geschmack des Jahres 2004 auserkoren. Torrone ist eine typisch italienische Süßigkeit, die im Veneto vor allem als Mandorlato bekannt ist und vor allem in der Weihnachtszeit sehr beliebt ist. Sie wird je nach Produktionsgebiet mit unterschiedlichen und originellen Zutaten erzeugt. Es gibt aber ein gemeinsames Grundrezept: ganze oder gehackte geröstete Mandeln oder Haselnüsse, eingetaucht in einen Masse aus Honig, Zucker und Eiweiß. Oft wird Schokolade zugegeben. Und dann gibt es eine ganze Reihe von Zutaten, die je nach Herkunftsgebiet phantasievoll kombiniert den Torrone bereichern und ihm einen typisch regionalen Geschmack verleihen. Der Torrone aus Cremona, vielleicht der bekannteste von allen, wird wie auch der Torrone im Veneto aus Mandeln gemacht. Im Piemont werden hingegen Haselnüsse verwendet.

Deutsche Weinerzeuger gewinnen wieder Marktanteile.

Die deutschen Weinerzeuger haben sich im vergangenen Jahr mit ihren Weinen in einem relativ schwierigen Marktumfeld vergleichsweise gut behauptet. Dies geht aus der vom Deutschen Weininstitut (DWI) bei der Nürnberger Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) in Auftrag gegebenen Analyse der Weineinkäufe privater Haushalte hervor. In einem insgesamt um 2 Prozent verringerten Einkaufsvolumen gewannen die deutschen Weine knapp ein Prozent Marktanteil hinzu. Sie liegen nun bei 46,2 %, gefolgt von Frankreich mit 16,7 % (+0,8 %), Italien mit 12,1 % (-1,0 %) und Spanien mit 4,4 % (+1,2%).

Für Armin Göring, Geschäftsführer des Deutschen Weininstituts, sind dies bereits erste Reaktionen auf den Ausnahmejahrgang 2003: "Die hervorragenden Qualitäten des aktuellen Weinjahres haben die Aufmerksamkeit der Verbraucher verstärkt auf die heimischen Weine gelenkt. Dies zeigt uns der sprunghafte Anstieg der Mengenmarktanteile im letzten Quartal des Jahres 2003 auf fast 50 %. Der zurückhaltende Weinkonsum in den heißen Sommermonaten wurde so im Spätjahr und über die Weihnachtsfesttage wieder ausgeglichen."

Verstärkter Weinkauf im Discount lässt Durchschnittspreise sinken

Die große Bedeutung der Discounter für den Weinkauf hat sich 2003 weiter verstärkt. Auch Aldi konnte seine Vormachtstellung im Weinhandel ausbauen, der Branchenführer verkauft mittlerweile 23,3 % der von privaten Haushalten bezogenen Weine. Am gesamten Weinmarkt haben die Discounter insgesamt mit 45,2 Prozent nun einen um 2,1 % höheren Anteil als im Vorjahr und nähern sich damit langsam der 50 Prozent-Marke. Im Vergleich zum Jahr 2000 beläuft sich der Zuwachs dieser Branche gar auf 8 %. Diese im Lebensmittelhandel insgesamt zu beobachtende Veränderung im Konsumverhalten der Deutschen spiegelt sich auch im Preisniveau der eingekauften Weine wider.

Wie schon in den letzten beiden Jahren gingen die Durchschnittspreise für Wein insgesamt um einige Cent zurück. Für eine 0,75 Liter-Flasche wurden von den Verbrauchern im Schnitt 2,15 € bezahlt (2002: 2,20 €). Erfreulicherweise konnte deutscher Wein seine Preisführerschaft weiterhin behaupten: Mit durchschnittlich 2,41 € je 0,75 Liter waren deutsche Weine trotz eines Rückgangs um 11 Cent im Mittel 48 Cent teurer als ausländische Gewächse.

Besonders ausgeprägt war der Preisabstand im Rotweinsegment. Mit 2,87 € für eine 0,75 l-Flasche lag der Preis des heimischen Rotweines 79 Cent über dem Durchschnittspreis der ausländischen Ware und beispielsweise 90 Cent über den französischen Rotweinen. Italienische Rotweine bewegten sich nach einem Preiseinbruch im Vorjahr mit 2,19 € wieder auf dem Niveau von 2001 und damit knapp unter dem Durchschnittswert von 2,32 € für alle Rotweine.

Rotwein weiterhin gefragt

Der Trend zum Rotwein in Deutschland setzt sich langsam aber stetig fort. Mit 51,7 Prozent (+ 0,6 %) hat der Rotweinkonsum im Jahr 2003 einen neuen Höchststand erreicht. Deutsche Rotweine haben in diesem Segment ihre Marktführerschaft auf 30,6 % Mengenmarktanteil vor Frankreich mit 24,8 % und Italien 15,0 % weiter ausgebaut. Der Weißweindurst der Deutschen ist im vergangenen Jahr auf 40 % (- 1,2 %) gesunken, wobei die heimischen Winzer mit 64,9 % Weißwein-Marktanteil mit Abstand die beliebtesten Anbieter im eigenen Land bleiben. Vom heißen Sommer 2003 konnten die deutschen Roséweine profitieren, deren Absatz um 1,2 % gestiegen ist und die 9,5 % aller eingekauften deutschen Weine repräsentieren. (Quelle: Pressemitteilung des Deutschen Wein-Instituts).

Marcellino's kostenpflichtig.

Der Restaurantführer Marcellino's hat seinen Online-Content seit dem 1. Januar 2004 kostenpflichtig gemacht. Er nutzt dabei den Online-Zahlservice von Firstgate. Es wird dabei nicht der Weg beschritten, Inhalte bzw. Dateien einzeln abzurechnen, sondern man zahlt für den gesamten Content pauschal. Die Preise betragen bis zum 1. April 2004 z.B. für eine halbstündige Sitzung 1 Euro (für alle, die sich nach dem 1.4. registrieren lassen: 1,50 Euro) und für eine ganzjährige Nutzung 20 Euro (bzw. 30 Euro). (via Kneipenfuehrer.de).

Mehr über Restaurant- und Hotelführer.

Ich beobachte natürlich aufmerksam, ob sich für Online-Inhalte Gebühren berechnen lassen. Zur Zeit sehe ich für Abseits.de davon ab - aus mehreren Gründen.
  • Firstgate scheint mir noch zu wenig verbreitet und schöpft einen großen Teil der Bruttoeinnahmen ab.
  • Abseits.de hat seine Insertionserlöse durch Google Adsense stark steigern können.
  • Der Rückgang an Provisionserlösen von Amazon.de hält sich in Grenzen, da wir als Fachportal mit vielen Besuchern von dem neuen Provisionsmodell nicht ganz so stark gebeutelt werden. Siehe dazu: "Amazon-Links: Weniger Provision, verbesserter Liefer-Check" von Robert Chromow, in: Akademie.de.
  • Der Traffic von Abseits.de entwickelt sich prächtig, ohne dass wir Geld für Werbung ausgeben. Die Mundpropaganda kostet uns nichts, warum sollten wir sie behindern?

Dienstag, Februar 17, 2004

Stadtplan-Service und Routenplaner.

Jemand hat mir gerade einen Stadtplan-Service und einen Routenplaner für zusammen 1 Euro Nutzungsgebühr pro Monat angeboten. Leider viel zu teuer, meine Herren. Einen Stadtplan gibt es bei Alexa für umsonst und meines Erachtens besser, z.B. einen Stadtplan für unser Café Abseits in Bamberg. Und einen Routenplaner gibt es umsonst von Web.de.

Noonernight.

Noonernight.com ist eine nagelneue amerikanische Website, die es Gastronomen und anderen Veranstaltern erlaubt, zeitnah Tagesgerichte, Events und aktuelle Angebote online zu stellen. Nutzer können diese Informationen per Internetbrowser aber auch per PDAs, internetfähigem Telefonzellen und anderen drahtlosen Zugängen einsehen. Sie geben dazu ihren ZIP-Code ein (vergleichbar mit der deutschen Postleitzahl) ein und den Radius ihres Interesses. Events, Entfernungen und Aktivitäten der nächsten 12 Stunden werden angezeigt. Ergänzend gibt es Landkarten bzw. Stadtpläne, Speisekarten und zukünftige Ereignisse. Zur Markteinführung ist dieser Service für Gastronomen und Veranstalter kostenlos.

Wenn Sie diesen neuen Service mal ausprobieren wollen: Es sind zur Zeit nur zwei Testrestaurants in der Datenbank. Geben Sie einfach als ZIP-Code irgendetwas ein und beide Testeinträge werden Ihnen angezeigt.

Ranking der Websites von Rundfunk- und Fernsehanstalten.

Im Rahmen der Diskussion um eine Gebührenerhöhung für die öffentlich-rechtlichen Funk- und Fernsehanstalten werden auch deren ausufernden Ausgaben für ihre Websites kritisiert. Wir haben einmal die Entwicklung des Traffics der Websites von ARD, ZDF, Bayerischem Rundfunk in einer Graphik von Alexa.com darstellen lassen und mit der Entwicklung des Privatsenders RTL.de und - zur Illustration - von Abseits.de verglichen.

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Da wir keine Gebühren erheben, sind wir auf Ihre Anzeigen und Spenden angewiesen.

Radikale Reformen - leider nur am anderen Ende der Welt.

Die Januar-Ausgabe von Brandeins enthält ein Interview mit dem ehemaligen Premierminister von Neuseeland, dem Sozialdemokraten David Lange, der nicht nur sein politisches Schicksal Gerhard Schröder voraus hat: "Viele haben uns gehaßt".

Bett & Bike weiterhin auf Erfolgskurs.

3.500 radlerfreundliche Gastbetriebe in Deutschland tragen nun das Qualitätssiegel "Bett&Bike" des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC). Die jüngsten Zugänge verzeichnete Bett & Bike in Schleswig-Holstein, wo erst seit kurzem das Bett&Bike-Siegel vergeben wird. Damit ist Bett&Bike weiterhin auf Erfolgskurs und etabliert sich immer mehr als wichtige zielgruppenspezifische Marke in Deutschland.

"Eine wirklich tolle Nachricht", freut sich ADFC-Projektleiter Wolfgang Reiche. "Wenn es so weiter geht, übertreffen wir im kommenden Jahr die 4000er Grenze." Mit 216 Betrieben fing vor sieben Jahren alles an. Den ADFC-Auswahlkriterien folgen mittlerweile Beherbergungsbetriebe aus allen Sparten: von der Jugendherberge über die Familienpension bis zum Sterne-Hotel. Sie alle bieten Unterkünfte auch nur für eine Nacht, geschützte Fahrrad-Unterbringung, Trockenmöglichkeiten, passendes Werkzeug und weitere wichtige Serviceleistungen für Radler.

Einen Überblick über alle fahrradfreundlichen Betriebe gibt es in der Bett&Bike-Datenbank unter www.bettundbike.de. Weiterhin erhältlich sind auch die dazu gehörigen Bücher: "Bett & Bike Deutschland" ist im Verlag Esterbauer erschienen und kostet 11,90 EUR. Neben dem Gesamtverzeichnis "Bett & Bike Deutschland" gibt es für die Länder Baden-Württemberg, Bayern, Hessen/Rheinland-Pfalz/Saarland, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen Regionalausgaben (Preis: je 6,50 EUR). Im Frühsommer dazu kommt das neue "Bett&Bike Schleswig-Holstein" (Preis: 4,90 EUR). (Quelle: Pressemitteilung des ADFC).

SPD in alten Bundeslaendern gegen nationale Ausbildungsplatzumlage.

Im November 2003 haben wir einige Argumente gegen die geplante Ausbildungsplatzabgabe veröffentlicht. Ein Argument betrifft die Umverteilungswirkung einer nationalen Umlagevariante von den alten in die neuen Bundesländer: "Gastgewerbliche Betriebe in Bayern und Baden-Württemberg wären doppelt bestraft. Einerseits finden sie vor Ort kaum Auszubildende mit angemessenen Schulabschlüssen und Deutschkenntnissen und viel zu wenige aus den neuen Bundesländern sind bereit, für eine gastgewerbliche Ausbildung den Ort zu wechseln. Und jetzt sollen sie noch Betriebe in den neuen Bundesländern subventionieren."

Jetzt endlich haben auch die wenigen noch von der SPD regierten alten Bundesländer diesen Effekt kapiert. Schleswig-Holstein, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz sind nunmehr gegen eine nationale Umlage: "SPD-Länder gegen Ausbildungsabgabe", in: Tagesschau.de vom 17. Februar 2004.

Handtuchhalter.

Jurist mit journalistischer Erfahrung, 63 Jahre alt, zur Zeit untätig als Bundesminister für Wirtschaft und Arbeit, sucht ab dem 29. Februar 2004 gutbezahlten Job, gerne auch im Ausland. Angebote bitte an wolfgang.clement@bmwa.bund.de.

Wie wäre es denn mit diesem Job mit freundlichem Betriebsklima?

Etwas ernsthafter: "Wann wirft Clement das Handtuch?" von Stephan Haselberger, in: Berliner Morgenpost vom 16. Februar 2004.

Montag, Februar 16, 2004

BusinessVillage Weblog.

BusinessVillage hat seit dem 10. Februar 2004 auch ein Weblog. Beim BusinessVillage Weblog handelt es sich um ein kollaboratives Weblog (Gemeinschaftsweblog), in dem Mitarbeiter des Verlags und Autoren bloggen (sollen). Jens Grübner hat dazu eine Content-Management-Lösung von Zope eingesetzt.

Literaturtipp dazu: "Content Management mit ZOPE. Webapplikationen mit dem CMF und ZOPE-Produkten entwickeln" von Stephan Richter (Hrsg.).

Deutsches Maatwerk insolvent.

In einer polemischen Kritik an den Vorschlägen der Hartz-Kommission habe ich im August 2002 über die sogenannten "Personal-Service-Agenturen" geschrieben:

"Weil die PSA, wenn sie Tariflöhne der empfangenden Branche zahlen, gegenüber privaten Zeitarbeitsagenturen nicht konkurrenzfähig sind, sollen die privaten Wettbewerber, abweichend von der bisherigen Regelung, verpflichtet werden, ebenfalls Tariflöhne des empfangenden Betriebes zu zahlen.

Mit diesem Vorschlag werden private Zeitarbeitsagenturen beitragsfinanziert aus dem Markt gedrängt. Es handelt sich um eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme für überflüssige Bürokraten, weil der neue Chef der Bundesanstalt für Arbeit seine großmaulige Ankündigung nicht wahrmachen darf, Zehntausende überflüssiger Bürokraten zu entlassen.

Da die Personalservice-Agenturen Tariflöhne und damit Löhne zahlen sollen, die über den Marktlöhnen liegen, besteht für die Arbeitslosen kein Anreiz, eine Beschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt zu suchen oder anzunehmen. Man könnte sie auch als virtuelle ABM bezeichnen, also als ABM, bei denen nicht gearbeitet wird. Was ja immerhin die sächlichen Kosten spart (zynisch formuliert). Ich seh sie schon vor mir: 4 Millionen, die auf dem Sofa sitzend in den Gedanken vertieft sind, Pyramiden zu bauen. Oder um in Deutschland zu bleiben: Autobahnen, jede Menge virtuelle Autobahnen. Und wenn genügend virtuelle Autobahnen gebaut sind, kann man die "Leiharbeitnehmer" ja mit virtuellen Lastkraftwagen in Gedanken hin und her fahren lassen. Dann verdirbt der hohe Anteil von Alkoholikern auch nicht den Spaß am umtriebigen Schaffen. Die richtigen LKW-Fahrer kommen aus dem Ostblock und fahren unter Tarif. Aber das sind ja nur Ausländer.

Der Staat als Arbeitgeber, diese Idee sollte spätestens seit 1990 aus dem Arsenal unserer Sozial- und Wirtschaftspolitiker verschwunden sein. Aber vielleicht sieht das ein Personalvorstandes eines Staatbetriebes anders?"


Heute meldet die "Welt": "BA: Rund 9500 PSA-Beschäftigte von Maatwerk-Insolvenz betroffen".

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Samstag, Februar 14, 2004

Anwaltsgebuehren steigen.

Der Bundestag hat beschlossen, die Anwaltsgebühren mit Wirkung zum 1. Juli 2004 um 14% zu erhöhen (via Law Blog). Von dieser Preiserhöhung ist auch betroffen, wer Anwälte meidet, denn sie wird auf die Tarife der Rechtschutzversicherungen durchschlagen.

Abseits wurde von brasilianischen Hackern angegriffen.

Heute nacht um 1.23 Uhr wurde Abseits.de Objekt eines Angriffs einer Gruppe brasilianischer Hacker der sogenannten "Brazilians Intruders 0f Systems". Laut Recherchen von Gay Misfit, einer anderen Website, die am 31. Dezember 2003 ebenfalls attackiert worden war ("Hacker Attacke gegen Gay Misfit Online"), handelt es sich um Hacker, die gegen "schwule" Websites vorgehen.

Daß gegen Abseits.de vorgegangen worden ist, könnte in dieser Motivation begründet liegen in Verbindung mit einer unzureichenden Kenntnis der deutschen Sprache. Unser "Café Abseits" ist kein Schwulen-Treffpunkt im engeren Sinne, sondern es trifft sich bei uns lediglich einmal in der Woche ein Stammtisch einer Bamberger Lesbengruppe. Diese Gruppe operiert anonym, verwendet unsere Anschrift deshalb auch als Postanschrift, weswegen das "Café Abseits" in diversen Drucksachen, aber auch einschlägigen Linksammlungen aufgeführt wird. Merkwürdigerweise ist auch die Website meines Bruders, Ferienwohnung-Nahe-Bingen.de gleichermassen attackiert worden, andere Websites, bei denen ich als Autor eingetragen bin bzw. administrativ verantwortlich bin, jedoch nicht.

Bei dem Hackerangriff wurden die Startseiten ersetzt durch eine Datei mit dem Text "BI0S ownz u". Wie der Angriff technisch möglich gewesen ist, entzieht sich bislang meiner Kenntnis. Bei der Website von Gay Misfit wurde hingegen die komplette Website zerstört.

Einen Link auf die ehemalige Website der "Brazilians Intruders 0f Systems" kann ich leider nicht mehr bieten. Irgendjemand hat gewaltig zurückgeschlagen.

Freitag, Februar 13, 2004

Umsatz im Gastgewerbe Dezember 2003: – 2,9% zum Vorjahr.

Der Umsatz im Gastgewerbe in Deutschland lag nach Mitteilung des Statistischen Bundesamtes im Dezember 2003 nominal (in jeweiligen Preisen) 2,9% und real (in konstanten Preisen) 3,6% niedriger als im Dezember 2002. Nach Kalender- und Saisonbereinigung der Daten (Berliner Verfahren 4 – BV 4) wurde im Vergleich zum November 2003 nominal 1,0% und real 1,1% weniger abgesetzt.

Im gesamten Jahr 2003 setzten die Unternehmen des Gastgewerbes nominal 4,9% und real 5,8% weniger als im Jahr 2002 um. Dieses Ergebnis entspricht fast genau der Schätzung vom 16. Januar 2004. Somit verzeichnete das Gastgewerbe im zweiten Jahr in Folge niedrigere Umsätze gegenüber dem Vorjahr (2002 gegenüber 2001: nominal – 4,6%, real –8,1%).

Im Dezember 2003 erzielten nur die Kantinen und Caterer, wozu auch die Lieferanten der Fluggesellschaften gehören, nominal und real höhere Umsätze als im Vorjahresmonat (nominal + 1,1%, real + 0,3%). Im Beherbergungsgewerbe (nominal – 0,2%, real – 1,3%) und im Gaststättengewerbe (nominal – 5,1%, real –5,5%) gab es dagegen nominal und real niedrigere Umsätze als im Dezember 2002. (Quelle: Mitteilung des Statistischen Bundesamtes).

Max Stephan.

Im August 1942 wurde der deutschstämmige Detroiter Restaurantbesitzer Max Stephan zum Tode verurteilt. Sein Verbrechen ist gewesen, einem deutschen Kriegsgefangenen, Leutnant Hans Peter Krug, der aus einem Kriegsgefangenenlager in der Nähe von Toronto geflohen war, zwei Tage lang Unterschlupf gewährt zu haben, ihn mit Speisen und Getränken und Prostituierten versorgt und ihm dann Geld für einen Bus gegeben zu haben. Der entflohene Kriegsgefangene wurde später in Texas festgenommen, seinem Helfer der Prozeß gemacht. Das Urteil, die erste Todesstrafe seit 1794, wurde heftig diskutiert. Die politisch aufgeheizte Atmosphäre, die zu diesem abschreckenden Urteil geführt hat, verhinderte lange Zeit eine Begnadigung. Erst im August 1943, acht Stunden vor der angesetzten Hinrichtung, begnadigte der amerikanische Präsident Franklin D. Roosevelt und setzte die Todesstrafe zu einer lebenslänglichen Freiheitsstrafe herab. Max Stephan starb 1952 im Alter von 69 Jahren im Gefängnis. Hans Peter Krug wurde 1946 nach Deutschland entlassen. Eine Anmerkung zum Verständnis: Es ist Kriegsgefangenen nach der Genfer Konvention erlaubt zu fliehen. Quelle: "State's history with federal death penalty" und "Court Legacy 4/99" PDF).

Auf den Fall bin ich aufmerksam geworden durch einige Fotos von Max Stephan in der Fotosammlung "The Wayne State University Virtual Motor City". Sie umfaßt 15.000 Fotos aus der Detroit News Collection der Walter P. Reuther Library of Labor and Urban Affairs an der Wayne State University (via ResearchBuzz Newsletter vom 13. Februar 2004).

Online-Wettbewerb fuer einen Restaurantnamen.

Um einen Namen für ihr neues Restaurant zu finden, haben New Yorker Gastronomen einen Online-Wettbewerb gestartet. Ein Preis von 2.500 US-Dollar wurde ausgesetzt. Das Restaurant bietet "shawarma" (das ist eine Art Gyros) und Falafel. Die bisher eingegangen Vorschläge reichen von "The Restaurant That Now Owns the Space Where They Used to Make Some of the Best Pizza in Manhattan" über "bring st. mark's pizza back!" bis hin zu "the Shawarmatory", "Global Shawarming", "Monkey Emporium" and "Meatwhistle". Der Wettbewerb läuft noch bis zum 23. Februar. Die Website des Wettbewerbs hat den passenden Namen www.name-our-restaurant.com. (via Marketing Wonk).

Mehr über "Namen gastronomischer Objekte" und "Was ist bei der Namenswahl gastronomischer Objekte zu beachten".

(Potentielle) Gäste in die Produktentwicklung einzuspannen ist nicht nur bei der Namensfindung eine gute Idee:
  • Man kann Gäste auch über eine Beteiligung an der Finanzierung binden. Ein Beispiel ist die Kulmbacher Kommunbrauerei (eine Gasthausbrauerei noch ohne eigene Website). Einige Hundert Genossen kauften eine alte Mühle im Stadtbereich, haben darin eine Brauerei und ein Wirtshaus eingerichtet und lassen sich von einem jungen, engagierten Braumeister ihr eigenes Bier brauen: tausend Hektoliter im Jahr.
  • Oder man bietet Gäste um Produktideen. Wir greifen z.B. Anregungen für neue Biere für unsere wechselnde Bierkarte (PDF) gerne auf.
  • Man kann Gäste auch einbinden, wenn es gilt, denkbare Produkte zu testen, z.B. indem man Stammgäste zu Probeessen einlädt.
  • In der Pre-Opening-Phase von Restaurants kann man in einer Art Generalprobe z.B. Nachbarn, die später etwa wegen Lärms Ärger machen könnten, als Probegäste verköstigen. Man kann die Gelegenheit auch nutzen, ihnen den Bauch zu kitzeln, etwa mit persönlich überreichter Einladung, Tischschildern und VIP-Getue, und sie zu bitten, falls es mal Probleme gibt, zuerst beim Wirt anzurufen und nicht bei der Polizei. Wenn man ihnen dann die (vertrauliche) private Handy-Nummer gibt und sagt, man wäre für sie Tag und Nacht erreichbar, ist ein gutes Verhältnis garantiert.

Expertenforum des Bundesministeriums fuer Wirtschaft und Arbeit.

Die Akademie.de stellt die neue Website Existenzgruender.de des Bundeswirtschaftsministeriums für Wirtschaft und Arbit vor: "Neues Gründerportal: Interaktivität sorgt für Belebung".

Als ganz besonderes Highlight wird ein neues Expertenforum dargestellt: "Neben Fachleuten aus dem Bundeswirtschaftsministerium stehen dort ausgewiesene Experten aus zahlreichen Partner-Organisationen und -Unternehmen schriftlich Rede und Antwort". In der Tat ist die Liste der Partner-Organisationen beeindruckend.

Fatal ist es aber, daß bei den Antworten nicht angegeben ist, wann sie gegeben worden sind. So wird auf die Frage "Muss ich für geringfügig Beschäftigte, die 200 Euro im Monat erhalten, Steuern oder sonstige Leistungen bezahlen?" vom Verband der Angestellten-Krankenkassen e. V. (vdak), Arbeiter-Ersatzkassen-Verband (AEV) e.V., Siegburg, geantwortet: "Bei einem monatlichen Arbeitsentgelt in Höhe von regelmäßig bis zu 325 Euro und einer regelmäßigen wöchentlichen Arbeitszeit von weniger als 15 Stunden liegt Geringfügigkeit vor (§ 8 Abs. 1 Nr. 1 SGB IV). In diesem Fall sind Pauschalbeiträge zur Rentenversicherung in Höhe von 12 % und - sofern der Beschäftigte in der gesetzlichen Krankenversicherung versichert ist - Pauschalbeiträge zur Krankenversicherung in Höhe von 10 % zu zahlen. Der Arbeitslohn darf steuerfrei ausgezahlt werden (§ 39b Abs. 7 Einkommensteuergesetz), wenn Ihnen der Arbeitnehmer eine Freistellungsbescheinigung vom Finanzamt vorlegt." Dies ist aber offensichtlich eine Antwort, die aus der Zeit vor dem 1. April 2003 stammt bzw. bis dahin richtig gewesen ist. Seit diesem Datum sind neben der 12%igen pauschalen Beitrag zur Rentenversicherung eine elfprozentige Pauschale (statt 10%) zur Krankenversicherung abzuführen. Die erwähnte Freistellungsbescheinigung des Finanzamtes gibt es nicht mehr. Statt dessen sind pauschal 2% Lohnsteuer an die Bundesknappschaft abzuführen, es sei denn, der Arbeitnehmer legt eine Lohnsteuerkarte vor.

Auf der Website wird zwar darauf hingewiesen, daß das BMWA für Richtigkeit und Vollständigkeit der Antworten keine Verantwortung übernimmt. Aber auf wen soll sich ein Ratsuchender noch verlassen können, wenn selbst auf der Website des zuständigen Ministeriums Antworten falsch sind bzw. durch fehlende Datumsangabe den falschen Eindruck vermitteln, die Antwort sei noch nicht überholt?

Donnerstag, Februar 12, 2004

Noch mehr Wasserkoepfe.

Der stellvertretende Generalsekretär des Bundesinstituts für Berufsbildung, Walter Brosi, leidet offensichtlich unter einem schlechten Gedächtnis. Laut Netzeitung von heute hat er zu den Plänen, das BiBB mit der Verwaltung einer von Rot-Grün geplanten Ausbildungsplatzabgabe zu beauftragen: "Das könnte reizvoll für das Institut sein".

In einer Stellungnahme des Hauptausschusses des Bundesinstituts für Berufsbildung zum Entwurf des Berufsbildungsberichtes 1999 der Bundesministerin für Bildung und Forschung hatte man gegen eine Ausbildungsabgabe argumentiert:
  1. Mit einer Ausbildungsabgabe ist ein Rückzug der Betriebe aus der Ausbildung, zumindest aber die Reduzierung des Lehrstellenangebots auf den jeweiligen betrieblichen Bedarf, vorprogrammiert. Dieser Prozeß führt zu einer schleichenden Verlagerung weg von echter betrieblicher Ausbildung hin zu fondsfinanzierter Ausbildung vorwiegend in außerbetrieblichen Einrichtungen, die vergleichsweise teuer, qualitativ schlechter sowie mit einer überdurchschnittlich hohen Arbeitslosigkeit beim Übergang der Absolventen in die Berufstätigkeit verbunden sein wird.
  2. Eine Ausbildungsabgabe verursacht einen extrem hohen zusätzlichen Verwaltungsaufwand sowie finanzielle Lasten und verschlechtert die Wettbewerbssituation der Unternehmen im internationalen Vergleich.
  3. Die Ausbildungsabgabe ist ein Rückfall in planwirtschaftliches Denken. Der Regelungs- und Ausgleichsmechanismus von Angebot und Nachfrage auf dem Ausbildungsmarkt wird weitgehend außer Kraft gesetzt.
  4. Keine Ausbildungsabgabe führt zu mehr Gerechtigkeit. Es wären auch Betriebe von dieser Abgabe betroffen, die keine geeigneten Bewerber für ihre Ausbildungsplätze finden sowie Betriebe, die aufgrund ihrer Spezialisierung oder aufgrund fehlender Anerkennung ihrer Ausbildungsbefähigung gar nicht ausbilden können.
  5. Eine Abgabe zur Ausbildungsfinanzierung führt zu neuen Wettbewerbsverzerrungen, weil z.B. im Fall der Lohn- und Gehaltssumme als Bemessungsgrundlage lohnintensive Betriebe und im Fall des Umsatzes als Bemessungsgrundlage kapitalintensive Betriebe Wettbewerbsnachteile erleiden.
Vor allem, daß man selbst darauf hinweist, daß eine Ausbildungsabgabe einen extrem hohen zusätzlichen Verwaltungsaufwand sowie finanzielle Lasten verursacht, und dann diese Abgabe nutzen will, um den ohnehin horrenden bürokratischen Wasserkopf des BiBB weiter aufzublähen, ist schon ein starkes Stück. Siehe dazu auch unseren Beitrag: "Die geplante Ausbildungsplatzabgabe und ihre Umsetzung im Gastgewerbe".

Hotelkritiken online.

Tom Stieghorst schreibt am 8. Februar 2004 in seinem Beitrag "Room ratings: Online sites praise, punish", in: Sun-sentinel.com, über die wachsende Bedeutung von Websites, auf denen Erfahrungen mit Hotels veröffentlicht werden können, wie tripadvisor.com oder fodors.com.

Vergleichbare deutschsprachige Websites sind Gute-hotels.de, Hotelkritiken.com und Hotelkritiken.de.

Eine objektive Bewertung versucht die Deutsche Hotelklassifizierung. Es werden nur objektive Kriterien wie z.B. Zimmerausstattung bewertet, subjektive Eindrücke werden grundsätzlich nicht berücksichtigt. Das gastronomische Angebot wird durch die Deutsche Hotelklassifizierung nicht bewertet. Die Darstellung des Leistungsangebotes der Beherbergungsbetriebe in Form von Sternen bietet eine aussagekräftige Kurzbotschaft für den Endverbraucher, vor allem auch im Vergleich mit den internationalen Anbietern.

Die Deutsche Hotelklassifizierung wird seit 1996 vom Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) als bundesweit einheitliches Klassifizierungssystem angeboten. Die Deutsche Hotelklassifizierung erfolgt auf freiwilliger Basis. Jeder Betrieb kann selbst entscheiden, ob und wie lange er sich an dem Verfahren beteiligen möchte. Aufgrund der Transparenz der Kriterien kann jeder Betrieb im vorhinein ermitteln, in welche Kategorie er eingestuft werden wird. Beteiligen können sich alle konzessionierten Beherbergungsbetriebe mit mehr als 8 Betten, also Hotels, Hotels garni, Gasthöfe und Pensionen. Mit der organisatorischen Durchführung der Deutschen Hotelklassifizierung haben die Landesverbände des DEHOGA in der Regel eigens dafür gegründete Gesellschaften beauftragt.

Die Beherbergungsbetriebe werden in fünf Sternekategorien eingeteilt:
  • Tourist
  • Standard
  • Komfort
  • First Class
  • Luxus
Analog gibt es auch Klassifizierungen für Ferienwohnungen, -häuser und Privatzimmer und für Campingplätze.

Brau und Brunnen AG uebernimmt die Marken- und Lieferrechte an den Marken Peters Koelsch und Duessel Alt.

Dortmund, 10. Februar 2004. Die Brau und Brunnen AG, Dortmund, übernimmt vorbehaltlich der Zustimmung des Aufsichtsrates mit Wirkung vom 1. Januar 2004 die Marken- und Lieferrechte an den Marken Peters Kölsch und Düssel Alt. Damit baut der Getränkekonzern seine Stellung auf dem Kölsch- und Altbiermarkt weiter aus. Mit den Kölner Verbund Brauereien und den Marken Sion, Gilden, Küppers, Kurfürsten und Sester ist Brau und Brunnen im Kölschmarkt Marktführer. Auf dem Altbiermarkt ist der Konzern bisher mit der Marke Schlösser Alt vertreten.

Angesichts der durchgreifenden Änderungen auf dem deutschen Biermarkt und wegen der Notwendigkeit einer Weichenstellung für die nächste Generation haben sich die bisherigen Eigentümer, die Gesellschafter der Peters & Bambeck Vertriebs GmbH & Co. KG sowie die Hirschbrauerei Vertriebs GmbH & Co. KG, entschlossen, die Peters & und Bambeck Vertriebs GmbH & Co. KG sowie die Hirschbrauerei Vertriebs GmbH & Co. KG in eine größere Unternehmenseinheit einzubringen.

Mit dem Zukauf gehen die Lieferreichte für verschiedene sehr interessante Objekte – darunter das Peters Brauhaus am Alter Markt in Köln, das weiter im Besitz der Familien Peters und Bambeck bleibt – an die Brau und Brunnen AG über. (Quelle: Pressemitteilung der Brau und Brunnen AG).

Recent Trends in Tourism: The Baltic and the World.

Am 20. Juni 2004 veranstaltet die Universität Greifswald eine Konferenz zum Thema "Recent Trends in Tourism: The Baltic and the World".

Las Vegas Hospitality and Convention Summit.

Vom 23 bis 25. Mai 2004 findet in Las Vegas eine akademische Konferenz für Wissenschaftler statt: "Las Vegas Hospitality and Convention Summit". Veranstalter ist die University of Nevada in Las Vegas.

Mittwoch, Februar 11, 2004

Wasserkoepfe.

Beim ersten Versuch, eine Suche auf der Website arbeitsagentur.de zu starten, bekomme ich den "Hinweis 1: Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte beachten Sie, dass Sie nicht mit mehreren gleichzeitig geöffneten Fenstern arbeiten können und dass Sie die Zurück Schaltfläche nur innerhalb der Anwendung nutzen. Gehen Sie zurück zur Homepage. (APPS_FiltTok_001)". Dazu paßt die Nachricht auf Yahoo: "Bericht über Kostenexplosion bei Nürnberger Bundesagentur", daß arbeitsagentur.de jetzt bereits mehr als 100 Millionen Euro verschlungen hat.

Erschreckend (für Beitragszahler) ist auch, wenn man sich anschaut, mit welchem schwachsinnigen personellem Überbestand die Arbeitsämter ausgestattet sind. So hat das Bamberger Arbeitsamt eine eigene Pressestelle mit einem Leiter des Pressebüros, einer Stellvertretenden Leiterin des Pressebüros und einer Assistentin. Wohlgemerkt ein einziges, lächerliches Arbeitsamt, von denen es Hunderte gibt und mit ihnen Hunderte von teuren und völlig überflüssigen Pressestellen.

Die Bundesagentur für Arbeit kommt mir vor wie ein Kombinat aus den Zeiten der DDR, das man vergessen hat abzwickeln und in dem weiterhin geplant wird und Statistiken gefälscht werden und berichtet wird und niemand weiß, was eigentlich produziert wird.