Gastgewerbe Gedankensplitter


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Dienstag, März 29, 2005

Rauchverbot: ein Erfahrungsbericht.

In der britischen Fachzeitschrift Caterer berichtet Chris Geer über seine Erfahrungen mit einem freiwilligen Rauchverbot in seinem Pub: "Kent pub forced to reinstate smoking as beer sales plummet" vom 14. Februar 2005 (das Archiv aller Beiträge seit 1995 ist kostenlos, jedoch registrierungspflichtig, zugänglich).

Im letzten Juni (2004) entschloß er sich zu einem Rauchverbot. Anfangs gab es keine Probleme, da Raucher in seinen großen Biergarten gehen konnten. Doch im Winter votierten die Gäste mit den Füßen und gingen in andere Pubs.

Während des Rauchverbots stiegen die Speisenumsätze, konnten jedoch die Umsatzverluste mit Bier nicht ausgleichen. Nachdem das Rauchverbot wieder aufgehoben worden war, konnten nur bis zu 70% der verlorenen Gäste wieder gewonnen werden.

Anmerkung: In Großbritannien gibt es anders als in Irland noch kein gesetzliches Rauchverbot. Es wird aber bereits heftig darüber gestritten. Die Zeitschrift "Caterer" ist für ein Rauchverbot, was nur auf den ersten Blick verwundert, denn Caterer und Speisegaststätten gehören vermutlich zu den Gewinnern, im Gegensatz zum getränkeorientierten Teil der Gastronomie.

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Kommentare:
Und die Raucher, die diesen Pub noch verließen um einen anderen zu besuchen, in dem rauchen noch erlaubt ist, bleiben bei einem allgemeingültigen Rauchverbot für alle Lokale vor Ort. Gerade dies zeigt, das eine klare für alle gültige Regelung Umsatzverluste in diesem Bereich verhindert.

Doch auch eher der reine Fokus auf Getränke heißt doch sich zukünftig kein Auskommen mehr sichern zu können ? wie man an den überproportionalen Insolvenzen in diesem Bereich sieht. Während der Markt für die nicht-getränkeorientierten in den letzten Jahren wuchs, und nach Studien auch weiterhin stark wachsen wird, nimmt die Zahl der "Bierhallen" weiterhin stark ab. Bei den Wetherspoon-Pubs sank und sinkt der Getränkeanteil stetig, bei den neuen rauchfrei eröffneten Pubs wurde dem Rechnung getragen, und klare, "signifikant" höhere Nettoumsätze mit gehobenerem Publikum erzielt, die über den der Rauchpubs liegen.

http://www.telegraph.co.uk/money/main.jhtml?xml=/money/2005/03/05/cnjd05.xml&menuId=242&sSheet=/portal/2005/03/05/ixportal.html

Die Zahl der umsatzsteuerpflichtigen, getränkeorientierten Gaststättengewerbe in Dt. sank so von 1992 von 87T auf 59T in 2001.
( http://www.dehoga-berlin.de/uploads/936/Zahlenspiegel%202004%201.Quartal.pdf )

Das heißt doch vielmehr das die Getränkeorientierung stetig weniger nachgefragt wird, weil sich die auch Gesellschaft verändert, und man damit ohnehin zukünftig immer weniger Punkte machen kann. Dann muss ich als Inhaber halt dementsprechend den Kundenumsätzen (vor und nach einem Rauchverbot) entsprechen, und den Mahlzeitenanteil hochfahren, sodaß ich überhaupt überleben kann.

Und langfristig steigt zudem auch die Kaufkraft durch weniger Zigarettenkonsumenten. Oder möchten die getränkeorientierten, dass das verfügbare Einkommen das ausgegeben werden kann, weiter durch steigende / nicht sinkende Raucherzahlen gemindert wird? Es ist wohl im Anliegen jedes Gastronomen, egal ob Imbiß, Bar oder Spitzenrestaurant das der Gast mehr Geld in der Tasche behält, um es ausgeben zu können.

Garnicht berücksichtigt wurde bei den Getränkeorientierten noch die Tatsache der geminderten Ausgaben / Investitionen bei Rauchfreiheit (teure Lüftungssysteme entfallen, weniger in Leidenschaft gezogenes Inventar, weniger Reinigungskosten).
 
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