Gastgewerbe Gedankensplitter


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Montag, März 21, 2005

Schaumweinsteuer wird abgeschafft.

Leider nur in Österreich wird die Schaumweinsteuer zum 1. April 2005 abgeschafft: "Sekt 1,30 Euro je Flasche billiger", in: Niederösterreichische Nachrichten vom 21. März 2005.

Die Abschaffung der Sektsteuer in Österreich ist aus wirtschaftlichem Kalkül erfolgt. Allein im Jahre 2002 ist der Absatz von Sekt im österreichischen Einzelhandel um 7,1% gesunken, der Anteil von Prosecco um 12% gestiegen. Frizzante/Prosecco macht bereits 30% des Gesamtumsatzes der Warengruppe, mengenmäßig sogar über 45%. Siehe "Abwarten und Sekt trinken", in: Forum Handel.

Die österreichische Bundesregierung begründet die Abschaffung der Sektsteuer als Teil der Steuerreform 2005 wie folgt (Quelle: Steierischer Bauernbund vom 14. Januar 2004):
Die höhere steuerliche Belastung des heimischen Sektes gegenüber dem vorwiegend importierten Prosecco durch die Schaumweinsteuer führte in den letzten Jahren zu einem Rückgang des Sektkonsums und zu einer Zunahme des Proseccokonsums in Österreich. Durch die Abschaffung der Schaumweinsteuer wird diese steuerliche Diskriminierung des heimischen Sektes gegenüber dem ausländischen Prosecco beseitigt und eine wichtige Absatzquelle für heimischen Wein gesichert.
In Deutschland geht es indes - als letztem EU-Land mit einer Schaumweinsteuer - mit dem Irrsinn weiter, daß die Politik alles dran setzt, den italienischen Prosecco Frizzante zu fördern, für den keine Schaumweinsteuer anfällt (solange der Kohlensäureüberdruck in den Flaschen Werte von nur bis zu 3 bar ergibt) und der deshalb immer größere Marktanteile zu Lasten deutschen Sekts gewinnt.

Die Schaumweinsteuer wurde 1902 zur Finanzierung der Flotte eingeführt. Den Kaiser gibt es nicht mehr, die Flotte ist in zwei Weltkriegen abgesoffen, aber die Flottensteuer wird immer noch abkassiert. Mehr zur Geschichte der Schaumweinsteuer.