Gastgewerbe Gedankensplitter



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Dienstag, April 26, 2005

Ich weiss von nichts, ich sitz hier bloss.

Wer sich die Live-Übertragungen aus dem Untersuchungsausschuß zur Visa-Affäre angetan hat und den Zeugen naheliegend nicht unterstellen will, ihre Erinnerungslücken und die fehlenden Protokolle von Besprechungen seien Schutzbehauptungen und Urkundenunterschlagungen, kann sich des Eindrucks nicht erwehren, das Außenministerium sei ein chaotischer Haufen, in dem kaum mehr zu rekonstruieren ist, wer wo was gesagt und geschrieben hat.

Die Rekonstruktion bürokratischer Prozesse wird - so ein Ergebnis des Ausschusses aus meiner Sicht - auch dadurch erschwert, daß vieles per E-Mail auf der Arbeitsebene besprochen wird. Teilweise hat dies den Vorteil, daß gelegentlich E-Mails gefunden werden, die Dinge verraten, die aus Sicht der Verfasser und Adressaten besser nicht aufgedeckt worden wären. Aber E-Mails lassens sich nur schwer systematisch auswerten, zumal sie im Außenministerium - so mein Eindruck - nicht systematisch archiviert werden.

Wenn man naiverweise unterstellt, den Organisatoren ginge es wirklich darum, die Diskussionsprozesse und Entscheidungsstrukturen nachvollziehbar zu machen, könnte man ihnen raten, Tools wie Wikis und Blogs im Intranet einzusetzen. Der Untersuchungsausschuß müßte sich dann nicht durch Hunderttausende von Blättern wühlen und Zeugen nur deshalb befragen, um herauszufinden, was wann wer wo zu wem gesagt hat.

Siehe dazu: