Gastgewerbe Gedankensplitter



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Donnerstag, April 28, 2005

Sieg, Sieg, Sieg.

In einem nicht rechtskräftigen Urteil hat das Landgericht Nürnberg-Fürth entschieden, daß die Münchener Traditionsgaststätte "Nürnberger Bratwurst Glöckl am Dom" ihren Namen solange nicht mehr führen darf, wie sie keine "Nürnberger Bratwürste" anbietet. Solange die Gaststätte keine original Nürnberger Rostbratwürste serviere, dürfe zudem in Speisekarten und Werbung der Hinweis "nach Nürnberger Art" nicht verwendet werden: "Nürnberger Bratwurst Glöckl" hat seinen Namen nicht verdient", in: Süddeutsche Zeitung vom 28. April 2005.

Dieses Urteil ist aus preußischer Sicht vielleicht etwas skurril (siehe z.B. "Sieben Zentimeter Franken", in: Frankfurter Rundschau vom 28. April 2005), erfreut aber mein Herz als jemand, der einen Beitrag über "Namen gastronomischer Betriebe" geschrieben hat und für jede Ergänzung dankbar ist. Zudem ist - zur Erläuterung für Preußen - das Verhältnis zwischen Franken und Bayern solange noch gespannt, wie wir von denen besetzt werden (die Syrer sind ja mittlerweile auch schon aus dem Libanon vertrieben worden). Und den Münchnern, die auf dem Oktoberfest Biere holländischer und belgischer Brauereikonzerne ausschenken, aber kein richtig gutes fränkisches Bier, und die ihre Münchener Weißwürste genauso haben schützen lassen wie die Nürnberger ihre Rostbratwürste, gönnen wir jede Niederlage auf jedem Nebenkriegsschauplatz.

Andererseits: Wie könnte ich einem Gastronom, der Augustiner ausschenkt, nicht alles Gute und viel Erfolg vor dem Oberlandesgericht wünschen? Und wenn man es geschickt anstellt, kann man aus Gerichtspossen noch jede Menge Publicity schlagen: "Schinderhannes-Marketing V".