Gastgewerbe Gedankensplitter


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Samstag, Juni 18, 2005

Verpackungsabgabe statt Dosenpfand.

Wer die aktuelle Tagespresse studiert, sieht sich mit einem aufgeregten Geschnatter von Politikern konfrontiert, die Steuern erhöhen wollen. Dabei lassen sich durchaus vernünftige Konzepte finden, mit denen zugleich Einnahmen erschlossen oder Ausgaben verringert werden können.

Ein Beispiel ist die zur Zeit gültige Dosenpfand-Verordnung. Sie ist von Anfang an von den meisten Wissenschaftlern abgelehnt worden. Sie wollten stattdessen eine Verpackungsabgabe.

Organisatorisch ließe sich eine Verpackungsabgabe ohne großen bürokratischen Aufwand einführen, etwa in der Form einer Abgabe der Entsorger wie dem Dualen System, z.B. in einer Höhe von 50% der eingenommenen Lizenzengelte für den Grünen Punkt. Das Duale System müßte seine Lizenzentgelte um 100% erhöhen. Der Staat würde schätzungsweise rund 1,7 Milliarden pro Jahr aus dieser Abgabe einnehmen - allein vom Entsorger Duales System.

Die Bürger, der Einzelhandel und die Industrie könnten den Aufwand mit dem Pfand vergessen.

Und der Umwelt wäre mit einer differenzierten Abgabe, die sich an den Entsorgungskosten jeder einzelnen Packungsart und -größe orientiert und für alle Verpackungsarten und alle -inhalte fällig wird, mehr geholfen, als mit der geltenden Regelung eines pauschalen Pfandes nur auf bestimmte Verpackungsarten und für bestimmte Getränke. Die Industrie würde motiviert, Lizenzentgelte, also letztlich die Kosten der Entsorgung zu senken. Die derzeitige Dosenpfandregelung bietet ja keine Anreize, an der Kosten der Entsorgung von Verpackung zu sparen.

Kommentare:
Der derzeitige Dosenpfand und Flaschenpfand (insbesondere Petflaschen) ist durchaus ein sehr lukratives Geschäft für den Handel.
Die Rückgabequote dürfte sich bei maximal 90% bewegen.....
Außerdem haben sich die Preise für Plastikabfälle in den vergangenen Jahren rasant gesteigert...
Gleiches gilt für Alu- und Weißblechdosen.

Die Industrie ist sehr wohl daran interessiert die Verpackungskosten zu senken, weil dadurch auch Kosteneinsparungen erzielt werden können.....Die Anreize hierfür existieren bereits...
Weniger Verpackungsgewicht verringert den Aufwand an Transportenergie etc. etc.

Und was Ihr Argument .... mit den meisten Wissenschaftler ... betrifft.


Die meisten Wissenschaftler haben wohl nicht registriert, dass die Entsorgungstechnologie es mittlerweile möglich macht, den gesamten Abfall der Haushalte per Robiter zu sortieren, Dadurch könnte der allmählich wahnwitzige Aufwand durch die gelbe, grüne, blaue, braune, weiße gibt es noch andere Farben an Tonnen entfallen.
Wenn Sie einmal hinter die Kulissen des Entsorgungsgeschäftes blicken, könnten Sie Ihr blaues Wunder erleben, bzgl. der angeblich wissenschaftlichen Entsorgungskonzepte.

Im Nepal des 14 Jahrhunderts brauchte man vor Gericht immer einen Zeugen mehr als die Gegenseite, um den Prozess zu gewinnen....

Heutzutage ist das Argument wieviele Wissenschaftler mit wieviele Studien ausschlaggebend.

Es lebe die keynesianische Beschäftigungspolitik im Wissenschaftsbereich.

Ein positiver Aspekt bei der Einführung des Dosenpfandes ist von Ihnen, obgleich doch im Land der Brauereien beheimatetr, übersehen worden.

Die kleinen Brauereiien waren nicht gezwungen auf Dosenabfüllanlagen umzustellen und konnten so letztlich in Teilen Ihren regionalen Markt weiter behaupten.

Ich will mich hier nicht darüber auslassen, ob das letztlich eine Einschränkung des freien Wettbewerbs ist, aber die Brauereivielfalt hat doch auch etwas positives...

Oder möchten Sie am Ende in Bamberg nur noch Miller Lite oder ähnliches Gesöff trinken?

Darauf ein ein Schlenkerla Rauchbier oder ein Faustbier aus Miltenberg (um das regionale Gleichgewicht in Franken wiederherzustellen)
 
Ich habe nicht bezweifelt, daß die bisherigen Lizenzentgelte des Grünen Punkts Anzreize schaffen, Verpackungen so zu gestalten, daß die spezifischen Entsorgungskosten der Verpackung verringert werden. Sie haben sich ja auch in den letzten Jahren verringert.

Mein Argument ist aber gewesen, daß das Dosenpfand keine solchen Anreize bietet. Hingegen steigert eine Abgabe, welche die Lizenzentgelte (= Entsorgungskosten) proportional erhöht, diesen Anreiz, denn jeder Cent, der an den Entsorgungskosten eingespart wird, zahlt sich dann mit mehr als einem Cent aus.

Damit verbessert sich auch die Wettbewerbsfähigkeit von Mehrwegsystemen. Wie die Wettbewerbssitation zwischen Bier in Dosen, das dann zwar ohne Pfand erhältlich wäre, aber teurer wäre, und Bier in Mehrwegflaschen, das nicht teurer würde, sich dann entwickeln würde, läßt sich spontan nicht sagen. Aber das Verhältnis zwischen Mehrweg und Einweg läßt sich mit einer Abgabe punktuell steuern, denn man kann die Abgabe graduell anpassen. Ein wesentlicher Nachteil der Pfandlösung ist ja auch, daß schnelle und geringfügige Anpassungen der Pfandhöhe nicht möglich sind. Man kann praktisch nicht heute verfügen, daß ab dem nächsten Monat das Pfand statt 25 Cent etwa 26,7 Cent betragen soll, etwa um die Mehrwegquote zu steigern. Abgabenänderungen sind hingegen sehr schnell möglich und in ihrer Geschwindigkeit nur begrenzt durch den Zeitbedarf des Dualen Systems gegenüber ihren Kunden, Änderungen der Lizenzentgelte durchzusetzen.
 
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