Gastgewerbe Gedankensplitter


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Montag, September 19, 2005

Politischer Missbrauch von Rahmenkriterien fuer die Verpflegung in Ganztagsschulen.

Die gemeinsam mit dem Ökologischen Großküchen Service (ÖGS) sowie den Verbraucherzentralen und der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE) entwickelten bundesweiten Rahmenkriterien für die Verpflegung in Ganztagsschulen (PDF) enthalten auch Anforderungen an die Essensanbieter, die sich nicht objektiv aus den gesundheitlichen Anforderungen an eine kindgerechte Ernährung ergeben, mit denen vielmehr ideologische Zielsetzungen des Bundesministeriums für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft durchgesetzt werden sollen:
  • So wird in einer "Checkliste für anzufordernde Unterlagen eines Essensanbieters" eine Bestätigung verlangt, "dass nur tarifgebundenes und sozialversichertes Personal eingesetzt wird". Dies hat nicht nur nichts zu tun mit der Gesundheit der Schüler, sondern versucht auch, nicht tarifgebundene Arbeitgeber zur Einhaltung von nicht allgemein verbindlich erklärten Tarifverträgen zu verpflichten und verletzt damit die in Artikel 9 Grundgesetz garantierte Koalitionsfreiheit.
  • In den "Kriterien für die Auswahl, Qualität und Herkunft der Lebensmittel" wird verlangt, "mindestens 10 Prozent der eingekauften Lebensmittel (bezogen auf den Gesamtwareneinsatz) stammen aus ökologischer Landwirtscaft." Dies wird wie folgt erläutert: "Die Zahl '10 Prozent' bezieht sich auf den geldwerten Anteil der Bio-Produkte am gesamten Wareneinkauf für die Mittagsverpflegung in der jeweiligen Einrichtung." Es geht den Herausgebern der Rahmenkriterien offensichtlich nicht darum, daß Bio-Produkte um der Gesundheit der Schüler willen eingesetzt werden. Vielmehr geht es um eine ideologisch motivierte Förderung der Öko-Landwirtschaft.