Gastgewerbe Gedankensplitter


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Sonntag, Oktober 23, 2005

Krombacher jammert.

In meinem Artikel "Wie wir entscheiden, welche Biere im Café Abseits ausgeschenkt werden" aus dem Jahre 2002 erkläre ich Existenzgründern in der Gastronomie, welche Kriterien ich in unserem Bamberger Bierspezialausschank Café Abseits bei der Bierauswahl anlege. Dort heißt es:
"Dabei kristallisiert sich bei uns zur Zeit ein Trend hin zu den Bieren aus der näheren Umgebung heraus... Ausländische Biere aber auch die viel beworbenen "Fernsehbiere" können unseren Gästen in der Regel gestohlen bleiben. Dies widerspricht vielen Behauptungen und Prognosen in der Fachpresse, vor allem weil unsere Gäste im Durchschnitt recht jung sind mit einem hohen Anteil von Studenten und Akademikern.

Bewußt keine Rolle spielt die Höhe der Werbeaufwendungen der Brauereien. Mittlerweile sind die meisten Brauereien aus dem Wahn von steigenden Umsätzen durch mehr Werbung schweißgebadet und einige sogar übernahmereif aufgewacht."
Deshalb kann mich mich eine Meldung in der "Welt am Sonntag" von heute wenig überraschen: "Krombacher verfehlt Ziele" von Wolfgang Pott. Der deutsche Marktführer verkaufe weniger Bier als geplant. Schuld seien der schlechte Sommer und Billiganbieter. Eine Strategie gegen die Flaute fehle.
"Denn trotz ihres Millionen Euro schweren Engagements hat es Krombacher bislang nicht geschafft, die in Bielefeld verankerte kleine Brauerei Felsenkeller als Branchenprimus zu verdrängen. Geld allein macht eben längst keine Sieger."
Nun ja. Wenn "Premium-Brauereien" ihre Biere austauschbar mit den Bieren von Billiganbietern machen, sind sie selbst schuld an ihren Schwierigkeiten. Wer und wer sich weniger in der Bierqualität als
  • in einer aufwendigen Ausstattung der Bierwerbemittel,
  • mit immer neuen Flaschen und Kästen,
  • mit hohen Werbeaufwendungen,
  • Zusatzangeboten, die Bierkisten beigelegt werden, und
  • aufwendiger Distribution
von Billiganbietern unterscheidet, braucht sich nicht zu wundern, daß der Kunde dann zum klar positionierten, preiswerteren Produkt greift.