Gastgewerbe Gedankensplitter


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Samstag, Oktober 15, 2005

Weinskandal.

Als Gastronom wird man zur Zeit mit Angeboten überschwemmt, in denen Weine für um die 1,00 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer pro Liter offeriert werden. Dafür gibt es zwei Gründe:
  • Die Lager von Winzern, Genossenschaften und Händlern sind voll.
  • Wein ist ein verderbliches Gut und einfache Weine bauen nach ein paar Jahren ab.
Ein weiterer Grund für die Misere liegt vielleicht auch in einer EU-Verordnung, wonach die Ausfuhr von Wein bis zu einer Menge von 300.000 Litern nicht mehr deklariert werden muss. Dies wurde wohl mißbraucht, um Weine aus populäreren Anbaugebieten mit Weinen aus weniger gut verkäuflichen Anbaugebieten zu strecken.

Die Weinbauregion Rioja und das nationale österreichische Weinkomitee haben reagiert und den Export von Fassweinen untersagt, meldet der WeinReporter: "Deutsche Kellereien fälschten österreichische Weine in grossem Stil".

Skurril ist an der Geschichte, daß beim Glykol-Weinskandal in den 80er Jahren umgekehrt deutscher Wein mit österreichischen Weinen gestreckt worden ist. Aufgeflogen ist das damals, weil die österreichische Brühe Glykol enthielt und man so das Glykol bis zur "Quelle" zurückverfolgen konnte. So ändern sich die Zeiten...