Gastgewerbe Gedankensplitter



Donnerstag, März 31, 2005

Feldschloesschen.

So kann es gehen. Da schreibt der ShopBlogger, daß er in seinem Spar-Geschäft in Bremen partout für einen Kunden ein Bier der Schweizer Brauerei Feldschlößchen aus der Schweiz nicht beschaffen kann ("Die erfolglose Jagd...") und schon schickt ihm diese Brauerei aus heiterem Himmel eine Palette Dosen: "Feldschlößchen", in: SparBlogger vom 31. März 2005.

Saft in der Bag-in-Box.

Seit dem 1. Februar 2005 bietet die sächsische Saftkelterei Walther ihre Säfte auch im Bag-in-Box bzw. in einer 10-Liter-Saftbox an. Die Saftbox ist ein Karton mit einem Spezial-Innenbeutel in dem 5 und 10 Liter Saft abgefüllt ist. Durch das besondere Abfüllverfahren bleibt der Saft auch im angebrochenen Zustand mindestens 3 Monate frisch wie am ersten Tag. Auch erfolgt die Abfüllung auf noch schonendere Art und Weise wie bei der Flasche, so daß der natürliche Geschmack nochmals verbessert werden konnte. Mit einem kleinen mitgelieferten Hahn wird der Saft tropfenfrei Glas für Glas gezapft.

Beim herkömmlichen Abfüllverfahren in Flaschen wird der Saft, um ihn haltbar zu machen, vor dem Abfüllen kurz erhitzt. Damit werden die für den Gärungsprozeß verantwortlichen Bakterien beseitigt. Der Saft in der Flasche ist nun damit im ungeöffneten Zustand für 1 Jahr haltbar. Wird die Flasche geöffnet, gerät der Saft erneut mit Luft in Kontakt. Binnen weniger Tage kann dann der Saft erneut vergären oder verschimmeln.

Völlig anders verhält es sich mit der Saftbox: Wird der Zapfhahn der Saftbox das erste Mal geöffnet und Saft herausgelassen, zieht sich der Beutel ohne Blubbern und Luftsaugen zusammen. Die Vergärung des angezapften Saftes in dem Beutel wird vermieden; der Saft kann in aller Ruhe ohne Frische- und Qualitätsverlust bis zu drei Monate aufgebraucht werden. Dabei ist es unerheblich ob der Saft gekühlt ist oder bei Raumtemperatur gelagert wird. Im ungeöffneten Zustand kann der Saft bis zu zwölf Monate gelagert werden.

Ein kleiner Zapfhahn macht die Saftbox zu einer einfachen wirkungsvollen Zapfanlage für Saft. Dieser Zapfhahn wird bei jeder Bestellung kostenlos mitgeliefert. Das Anbringen des Zapfhahnes ist einfach und erfolgt in wenigen Sekunden. Eine Beschreibung bzw. Illustration dafür befindet sich auf jeder Saftbox.

Die Saftbox ist in anderen Ländern wesentlich bekannter und verbreiteter als in Deutschland. Insbesondere in Neuseeland und Australien wird die innovative Technik der Saftbox (hier bekannt als Bag-in-Box) seit Jahren mit wachsender Begeisterung für hochwertigen Wein verwendet. Auch in Frankreich, Spanien und Italien werden hochwertige Weine und inzwischen auch Säfte in der Saftbox immer beliebter.

In der Kelterei Walther füllt man seit rund zwei Jahren ausgewählte Säfte in die Saftbox ab. Ständige Verbesserungen und die Zusammenarbeit mit den hätten zu einem ausgereiften, kundenfreundlichen Produkt geführt, schreibt die Saftkelterei Walthers auf ihrer Website.

Karton, Beutel und auch Zapfhahn können nach Gebrauch getrennt in den Wertstoffkreislauf (Pappe und Kunststoff) zurückgeführt werden.

Nicht zuletzt ist bei Säften natürlich die Qualität und der Geschmack wichtig. Martin Röll hat im letzten Jahr einen Geschmackstest gemacht: "Saft-Test: Walther's Fruchtsäfte", in: E-Business Weblog vom 14. März 2004.

Banken verzeifelt gesucht.

Daniel Schnettler beschreibt in seinem Artikel "Verheimlichte Guthaben verzweifelt gesucht", in: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 30. März 2005, detailliert die Abläufe und Probleme, welche sich für die Behörden ab morgen ergeben, wenn sie versuchen, das "Gesetz zur Förderung der Steuerehrlichkeit" (Neusprech) umzusetzen.

Ich bin mal gespannt, wie lange es dauert, bis die ersten Bankverbindungen von Politikern veröffentlicht werden, z.B. bei welchen Banken in Deutschland der Bundesfinanzminister welche Konten besitzt. Oder legt der sein Geld lieber im Ausland an?

Zumindest viele Mittelständler in Bayern wechseln bereits zur Oberbank mit Stammsitz in Linz, die bereits Filialen in Bayern hat und zwar in München, Landshut, Nürnberg, Passau und Rosenheim. Weil sich eine österreichische Bank bemüht, in Südwürttemberg Fuß zu fassen, hat sich sogar schon der Landtag in Baden-Württemberg damit beschäftigt: "Stellungnahme des Wirtschaftsministeriums" (PDF). Möge sich deshalb kein Politiker damit herausreden, er wisse nicht, was er tue.

Hoehe des Stammkapitals als Pflichtangabe auf Briefboegen.

Die Sprüche der Politiker-Plage, sie wollten Bürokratie abbauen, kann ich nicht mehr hören. Tatsächlich machen sie immerzu das Gegenteil. Angeblich überlegen sie zur Zeit, den GmbHs vorzuschreiben, auf den Geschäftspapieren auch die Höhe des Stammkapitals anzugeben. Dies sei Teil der geplanten "Reform", das Mindestkapital von GmbHs (zur Zeit noch 25.000 Euro) auf 1 Euro abzusenken (Quelle: Printausgabe von Guter Rat, Ausgabe 4/2005). Damit soll verhindert werden, daß immer mehr Unternehmen die Form einer britischen Limited wählen, deren Gründung billiger ist.

Wir erinnern uns: Seit einigen Jahren muß auf Geschäftspapieren nicht nur der Firmennamen, die Rechtsform, der Sitz der Gesellschaft, das Amtsgericht des Handelsregisters, die Handelsregisternummer, die Namen sämtlicher (auch stellvertretender) Geschäftsführer (mit mindestens einem Vornamen), ggf. der Vorsitzender des Aufsichtsrats angegeben werden, sondern auch die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer. Zum 1. Januar 2004 (mit einer Übergangsfrist bis zum 30. Juni 2004) muß zudem auf Rechnungen eine fortlaufende Rechnungsnummer angegeben werden (sieeh dazu "Notwendige Bestandteile an eine Rechnung").

Und jetzt auch noch diese völlig überflüssige Angabe, die keinen Informationswert besitzt, denn die Höhe des Stammkapitals sagt tatsächlich nicht einmal bei frisch gegründeten GmbHs irgendetwas aus über die aktuelle oder zukünftige Zahlungsfähigkeit. Die Fiktion des GmbH-Gesetzes, das Stammkapital bzw. die Hälfte des Stammkapitals, die bis zum Antrag auf Eintragung in das Handelsregisters eingezahlt worden sein muß, stünde Gläubigern zur Begleichung von Verbindlichkeiten des gegründeten bzw. in Gründung befindlichen Unternehmens zur Verfügung, ist eine Schimäre. In Wirklichkeit gibt kein halbwegs vernünftiger Lieferant und keine Bank einer GmbH auf dieses GmbH-Vermögen einen Kredit (unabhängig von seiner Höhe), wenn die Gesellschafter oder der geschäftsführende Gesellschafter nicht eine zusätzliche persönliche Sicherheit stellt oder man im regionalen oder Branchenumfeld darauf vertraut, daß er notfalls persönlich für Verbindlichkeiten der GmbH gerade steht.

Akzeptanz des Rauchverbots im irischen Gastgewerbe.

Erhebungen der Kontrollstelle "Office of Tobacco Control" zufolge werde in Irland das Rauchverbot in den ersten neun Monaten in Restaurants zu 99 Prozent, in Hotels zu 93 Prozent und in Kneipen zu 90 Prozent befolgt, heißt es in in der Meldung "Bilanz nach einem Jahr: Die Iren akzeptieren strenges Rauchverbot", in: Nachrichten.at 31. März 2005.

Wenn 10% der irischen Kneipen das Rauchverbot nicht befolgen und dies nach offiziellen Angaben, dann möchte ich gerne wissen, wie viele es dann wirklich sind, insbesondere auf dem Lande, wo man jeden fremden Kontrolleur auf 50 Meter gegen den Wind riecht.

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Mittwoch, März 30, 2005

Captain Morgan's Blog.

Mit dem Blog Captain' Morgan Blog (via Business Blog Consulting) setzt meines Wissens der erste Lieferant der Gastronomie (im weitesten Sinne und von Winzern abgesehen) ein Blog zum Branding ein. Zielgruppe sind Endverbraucher, nicht Gastronomen oder Händler. Insoweit warte ich weiter gespannt auf das erste B2B-Blog für die Gastronomie.

Das Captain Morgan's Blog ist seit dem 10. März 2005 online. Die Postings werden eifrig kommentiert, was den Schluß zuläßt, daß Besucher angezogen werden. Um es sich anzuschauen, lügen Sie, sie säßen in den USA. Geben Sie einem Jahrgang an, mit dem sie älter als Jahre sind, damit die puritanischen Regeln nicht ein Schnippchen zuschlagen und Ihnen als vermeintlichen Kind oder Jugendlichen den Zugang verwehren.

Reservierungsmanager.

Vollgekritzelte Kalenderblöcke, Platzzuweisungen, die schief gelaufen sind, Chaos und Stress beim Service sind Alpträume, sowohl für die Gäste als auch für Gastronomen und Service-Mitarbeiter.

Vor drei Jahren habe ich mir von der EDV-Beratung Winter GmbH ihre Reservierungsmanager-Software für Großgaststätten en détail vorstellen lassen. Damals hatte sie gerade ihren erfolgreichen Einsatz in der Brauereigaststätte Uerige in der Duesseldorfer Altstadt bestanden und sollte anderen Großgaststätten angeboten werden.

Mein Urteil damals:
Der Hauptvorteil liegt nach meiner Meinung nicht so sehr in der höheren Effizienz des Reservierungs-Managements (Datenerfassung und Verfügbarkeit der Daten im Netzwerk), sondern mehr noch in der Gewinnung von Gästedaten und ihrer Verwendung zur Steigerung der Kundenbindung (CRM).
Der Reservierungsmanager ist mittlerweile in einer ganzen Reihe von Großgastätten aber auch einer Hotelkette im Einsatz, die es zur Tisch- und Raumreservierung und Bankettorganisation einsetzen.

Heute hat mir netterweise der Softwarentwickler Dipl.-Ingenieur Rainer Löber die Fortschritte in der Programmentwicklung der letzten Jahre demonstriert.

Noch mehr Features

Sie konzentrieren sich zum einen auf die Kompatabilität zu führenden Kassen-Softwarepaketen (wie PC-Cash, TC-Pos und Amadeus), zum anderen ist der Workflow der Auftragsabwicklung erweitert, z.B. können alle Angebots-, Bestätigungs- und Vertragsschreibungen bis zu den Rechnungen in den Kundendaten gespeichert werden.

Das Restaurant kennt seine Gäste genau, kennt Lieblingszigarren, -getränke, -speisen und -tische. Das Programm erlaubt es auch, den Service für die Gäste effizient zu verbessern, z.B. Tisch- und Menükarten zu erstellen.

Neben den Speisen und Getränken können Raummieten, Inventarmieten, Inventar und sonstige Artikel verwaltet werden. Damit läßt sich z.B. verhindern, daß Kinderhochstühle, Beamer oder Vasen mehrfach vergeben werden, ohne den Bestand zu berücksichtigen.

Neu ist auch die sogenannte "Schnellreservierung". Sie erlaubt dem Frontoffice A-La-Carte-Buchungen und Walk-In's zu erfassen (also Laufkundschaft, Restaurantgäste ohne Hotelzimmer).

Tischreservierungen können über das Internet vorgenommen werden. Dipl.-Ingenieur Rainer Löber beschreibt mir, wie das geht:
"Über die Hompage des Gasthauses wird eine Mail mit bestimmten Betreff erzeugt und abgesendet. Ein Tool des Reservierungsmanagers fragt nun ständig das entsprechende Mail-Fach nach Mails mit diesem bestimmten Betreff ab. Sollte eine Mail gefunden werden, so wird in der Datenbank des Reservierungsmanagers ein Eintrag in einer Tabelle erzeugt. Diese Tabelle enthält also Online-Reservierungsanfragen, die nun weiterbearbeitet werden können (Reservierung eintragen und E-Mail-Bestätigung versenden)."
Auf Anforderung eines Großkunden wurden die statistischen Auswertungsmöglichkeiten erheblich erweitert. Nunmehr können beliebige Listen generiert werden. Damit erweist sich der Reservierungsmanager nicht nur als vorzügliches Tool, den betrieblichen Ablauf zu planen und zu steuern, sondern es können auch zukünftige Auslastungsdellen, freie Kapazitäten so rechtzeitig und genau erkannt werden, daß man noch gegensteuern kann.

Die Integration weiterer Features soll auf Anforderung der Kunden erfolgen, die das Programm bereits einsetzen. So ist z.B. geplant, Tisch- und Bestuhlungsanordnungen so variabel zu gestalten, daß sie für eine konkrete Reservierung geändert werden kann, z.B. indem man einzelne Tische zusammenstellt. In der Entwicklung befindet sich auch ein Bediener-Modul, in dem der Zugang zu Programmfunktionen auf Nutzergruppen bzw. einzelne Nutzer begrenzt werden kann, um sicherzustellen, daß Daten nur von den dafür zuständigen Mitarbeitern erfaßt und geändert bzw. eingesehen werden können.

Wünschen würde ich mir noch die Möglichkeit einer Auslastungsprognose auf der Basis der saisonalen Entwicklung der Vorjahre sowie variabler Feiertage und wahrscheinlicher, aber noch nicht fester Reservierungen. Aber zugegeben, es ist sinnvoller, so zu verfahren, wie von der EDV-Beratung Winkler vorgesehen, nämlich nur solche zusätzlichen Features einzubauen, die von Kunden gewünscht werden und nicht meine eher abstrakte Spinnereien.

Dieser Beitrag kann natürlich der ungeheuren Vielzahl der Funktionen dieses atemberaubenden Programms nicht gerecht werden. Wenn Sie Restaurantmanager einer Großgaststätte sind oder Bankettmanager eines Hotels oder Kongreßzentrums, lassen Sie sich das Programm einfach mal vorführen...

Noodlepie.

Noodlepie.com ist ein reich bebildertes Blog über Essen und Trinken in Saigon. Theo Huesmann hat in seinem Blog vorgestellt: "Cake Lady & Banana Barbie - Food-Journalismus aus Saigon", in: Notizen für Genießer vom 2. Dezember 2004.

Tastingmenu.

Das Blog tastingmenu.com ist das einzige Blog, das bisher für den James Beard Award nominiert worden ist. Nominiert wurde für 2004 Hillel Cooperman für einen Artikel "Bagles" in der Kategorie "Internet Writing on Food, Nutrition, Travel, Restaurant and Beverage". Mit ihm konkurrieren 2004:James Beard gilt als Vater der amerikanischen Gastronomie. Seine Stiftung vergibt u.a. Stipendien, zeichnet die besten Köche des Landes aus, gibt das vierteljährlich erscheinende Magazin "Beard House" heraus, ein Kompendium der besten Beiträge des Lebensmitteljournlismus. Alle Mitglieder erhalten den "James Beard Foundation Restaurant Guide", ein Verzeichnis alle Küchenchefs, die im Beard House eine Mahlzeit haben präsentieren dürfen. Due jährlich vergebenen "James Beard Foundation Awards" gelten als Oscar der Lebensmittelindustrie.

Anzeigen im Blog Tastingmenu.com kann man bei BlogAds schalten. Der Preis liegt zur Zeit bei 135 US-Dollar für drei Monate. Der Traffic liegt bei knapp 50.000 im Monat. Siehe dazu auch "Werbung in Blogs?", in: PR Blogger vom 29. März 2005.

Dienstag, März 29, 2005

Schmutzwaesche professionell gewaschen.

Ulrich Hotellet schreibt heute im Spiegel ("Schmutzwäsche im Web") über Arbeitnehmer, die sich im Netz gegen ihre (Ex-)Arbeitgeber zusammenschließen.

Ausgerechnet das Weblog der Gewerkschaft Verdi zum "Schwarzbuch Lidl" in diesem Zusammenhang zu erwähnen, ist irreführend. Es handelt sich eher um den Versuch, von außen in das Unternehmen zu wirken, nachdem Verdi damit gescheitert ist, intern Einfluß zu gewinnen. Siehe dazu unseren früheren Beitrag "Schwarzbuch Lidl". Dieses Blog wurde nicht von Lidl-Arbeitnehmern initiiert, sondern von der Berliner Agentur Platoon für Verdi entwickelt. Man schreibt dazu:
"die 12 monate waren eher für diee lobbyarbeit in der gewerkschaft nötig.. die eigentliche programmierung ging von april-august 04.. ist ein wiklich grosses multi-blogger-tool.. mit der option auf einige features, die wir mit eingedacht haben.. aber eben erst in der praxis auf ihre notwendigkeit oder funktionalität geprüft werden müssen..

lobbyarbeit deswegen, da es bei ver.di (wie bei anderen grossen NGOs auch) noch kein grosses augenmerk auf netzkommunikation gibt: tolle homepage=alles gut! so richtig kommunizieren ist eben auch arbeit.."
Vor diesem Hintergrund wird auch folgender Abschnitt im Spiegel-Artikel verständlich:
"'Das Blog wird wie ein Forum genutzt. Ich bin über die große Resonanz überrascht', sagt ver.di-Online-Redakteur Bernd Steinmann. Einziger Nachteil der fortschrittlichen Vernetzung: Die nötige Betreuung ist arbeitsaufwändig."

Rauchverbot: ein Erfahrungsbericht.

In der britischen Fachzeitschrift Caterer berichtet Chris Geer über seine Erfahrungen mit einem freiwilligen Rauchverbot in seinem Pub: "Kent pub forced to reinstate smoking as beer sales plummet" vom 14. Februar 2005 (das Archiv aller Beiträge seit 1995 ist kostenlos, jedoch registrierungspflichtig, zugänglich).

Im letzten Juni (2004) entschloß er sich zu einem Rauchverbot. Anfangs gab es keine Probleme, da Raucher in seinen großen Biergarten gehen konnten. Doch im Winter votierten die Gäste mit den Füßen und gingen in andere Pubs.

Während des Rauchverbots stiegen die Speisenumsätze, konnten jedoch die Umsatzverluste mit Bier nicht ausgleichen. Nachdem das Rauchverbot wieder aufgehoben worden war, konnten nur bis zu 70% der verlorenen Gäste wieder gewonnen werden.

Anmerkung: In Großbritannien gibt es anders als in Irland noch kein gesetzliches Rauchverbot. Es wird aber bereits heftig darüber gestritten. Die Zeitschrift "Caterer" ist für ein Rauchverbot, was nur auf den ersten Blick verwundert, denn Caterer und Speisegaststätten gehören vermutlich zu den Gewinnern, im Gegensatz zum getränkeorientierten Teil der Gastronomie.

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Wer schlaeft mit wem?

Alex Blagg, ein junger Comedian aus Los Angeles, hat während seines Studiums in verschiedenen Restaurants gearbeitet, Restaurants jeder Größe, an unterschiedlichen Standorten und mit den unterschiedlichsten Gästen. Jetzt gibt er spöttische Pychogramme der verschiedenen Jobs in Restaurants zum Besten, vom Oberkellner und Küchenchef bis zu den mexikanischen Spülern. Dabei interessiert ihn auch, wer mit wem schläft oder am liebsten schlafen möchte: "Notes From A Disgruntled Ex-Server"in: BlaggBlogg vom 28. März 2005. Danke für den Tip an Simon Hengel.

Montag, März 28, 2005

Oettinger Bier.

Zum Verdruß vieler Brauer singt nun auch der Spiegel vom 26. März 2005 das hohe Lied der Brauerei Oettinger: "Brauereien: Ein Bier für Hartz IV".

Erstaunlicherweise gibt es mittlerweile zwar schon Fan-Clubs für Oettinger-Bier (vom Seifenkisten-Racing-Tea, über Schrebergartenfreunde bis hin zu Musikgruppen), aber meines Wissens noch keine Gaststätte, die Oettinger-Bier ausschenkt (oder zumindest sich dazu bekennt - andernfalls lassen Sie es mich bitte wissen).

Der Grund könnte darin liegen, daß man - abhängig vom sonstigen Bierpreisniveau einer Gaststätte und den gegebenen Einkaufspreisen in der Gastronomie - das 0,5 Liter-Glas nur für rund 20 bis 30 Cent billiger anbieten könnte als andere Marken, wenn man seinen Deckungsbeitrag halten will.

Yahoo-Bug.

Vor kurzem hatte ich darauf hingewiesen, daß Yahoo die gezielte Suche nach Inhalten mit Creative Common-Lizenz erlaubt.

Heute bin ich zufällig über einen Bug dieser Yahoo-Suche gestolpert. Wenn man etwa per Yahoo nach Inhalten mit Creative Commons-Lizenz mit dem Keyword "Gastronomie" sucht, werden auch einige Seiten dieses Blogs angezeigt, obwohl dieser Blog nicht unter dieser Lizenz steht.

Die Ursache dieses Fehlers liegt wohl darin, daß ich in zwei Postings dieses Blogs redaktionell auf die Website Creativecommons.org verlinkt habe (mit diesem Posting das dritte Mal). Yahoo scheint dies als Indikator dafür zu nehmen, daß der entsprechende Text bzw. die Webseite sich der Creative Commons-Lizenz unterworfen hätte. Dies ist ein banaler Denkfehler. Ich werde ja auch kein Sozialdemokrat dadurch, daß ich auf die Sozialdemokratische Partei Deutschland einen Link setze.

Antidiskriminierungsgesetz, Teil V.

Obwohl im Entwurf zum Antidiskriminierungsgesetz die größten, unternehmensfeindlichen Klöpse korrigiert worden sind, lehnt der Deutsche Anwaltverein auch diesen Entwurf entschieden ab: " DAV: ADG-Änderungen - ein Schritt in die richtige Richtung Entwurf zum Antidiskriminierungsgesetz in wichtigen Punkten nachgebessert, aber immer noch nicht praxistauglich" (via law blog).

Siehe dazu auch unsere kritische Stellungnahme zum Antidiskriminierungsgesetz vom 21. Januar 2005 mit einigen Empfehlungen, wie man als Unternehmer auf diesen Mist reagieren sollte sowie weitere Beiträge:

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43 Dinge.

Die Website 43things.com verknüpft Menschen miteinander, die ähnliche Lebensziele haben.
  • Man kann sich dort einen kostenlosen Account zulegen und neben persönlichen Daten wie seinem Namen, einem Foto und evtl. seiner Website insbesondere 43 Ziele angeben, die man sich setzt.
  • Hat man eines von den Dingen, die man sich vorgenommen hat, erledigt oder ein Ziel ereicht, kann man es gewissermaßen abhaken. Das erledigte Ziel erscheint dann auf der eigenen Account-Seite dieses Teilnehmers. Z.B. hat Urban Hafner aus der Region oder Stadt München u.a. bereits das japanische Brettspiel Go gelernt.
  • Das heißt, man kann über 43things.com nicht nur Menschen kennenlernen, die das gleiche Ziel haben, sondern auch solche, die dieses Ziel bereits erreicht haben und vielleicht ihre Erfahrungen weitergeben möchten.
Wozu ist 43things.com für externe Betrachter nützlich? Man kann analysieren, welche Ziele, Bedürfnisse und Wünsche an Bedeutung gewinnen oder verlieren. Mit einem Wort: Marktforschung. Siehe dazu Zeitgeist, die Liste der populärsten Ziele des Tages, oder eine Liste der populärsten Ziele allzeits (d.h. seitdem diese Website gestartet ist.

Noch wird diese Website vor allem in den USA genutzt. Es gibt aber auch erste Nutzer in deutschen Großstädten bzw. -regionen, z.B. in Siehe dazu auch einen früheren Beitrag über Meetup, welches ebenfalls Menschen gleicher Interessen in einer Region zusammenführen will, dafür aber den eher konventionellen Weg geht, daß jemand eine Gruppe, informellen Verein, Treffen, Stammtisch oder wie immer man das nennen will, ins Leben ruft. Meetup hat sich mittlerweile aber auch schon bewährt als Tool zur Organisation von Events und Kampagnen.

43things.com, meetup.com, flickr.com, openbc.com und viele andere Tools dieser Art bezeichnet man als "soziale Software".

Da das Gastgewerbe diejenige Branche ist, die für Treffen von Menschen Räume, Produkte und Dienstleistungen bereitstellt, sollte man alle diese Tools aufmerksam beobachten und versuchen, sie für die eigenen Zwecke einzusetzen bzw. auszubeuten. In den sozialen Netzwerken, die sich mithilfe sozialer Software bilden, treffen sich Ihre Gäste von morgen. Z.B. trifft sich der "Bamberg Business Treff", eine OpenBC-Gruppe, zu ihrem ersten Treffen am 13. April 2005 ab 19 Uhr in den Haas-Sälen, also bei einem Bamberger Kollegen von mir.

Sonntag, März 27, 2005

Project Fox der Volkswagen AG: Ausschreibungen fuer Kueche und Hotel-Management.

Thorsten Sommer arbeitet neben seiner Speisekarten-Seite noch aweng* bei der Volkswagen AG. Er berichtet über ein Projekt seines Arbeitgebers:
"Im Vorfeld der internationalen Vorstellung des neuen Modells Fox hat Volkswagen das Project Fox initiiert - eine Start-up-Aktion für junge Künstler, Designer, Köche und Hotelfachleute."
Mehr darüber aus dem Munde von Thorsten Sommer: "Project Fox".

In einer Pressemiteilung von Volkswagen findet man, wenn man den PR-Schmalz entfernt, weitere interessante Details:
  • Die Location: Kopenhagen.
  • Künstler und Kreative gestalten dabei ein ganzes Hotel um, aufstrebende Köche und Hotelfachleute zeigen derweil in separaten Wettbewerben, wie sich das Catering unter der Regie der neuen Generation darstellt.
  • In einem europaweiten Wettbe­werb kristallisierten sich die Köche (Cooking Contest) und Hotelfachleute des Project Fox heraus. Volkswagen hat dabei mit professio­nellen Kooperations-Partnern zusammen­gearbeitet. Zu ihnen zählen renommierte Hotelfachschulen, MTV Deutsch­land, eine Experten-Jury und Stefan Marquard, der "lauteste" Chefkoch Deutschlands.
  • Die jungen Künstler hatten die Aufgabe, inspiriert von den Eigenschaften des Fahrzeugs, die Zimmer nach eigenen Entwürfen zu gestalten: Teppiche, Wände, Decken, Vorhänge, Möbel. Der Kreativität waren keine Grenzen gesetzt. Zurzeit setzen die Künstler in dem Hotel in Kopenhagen ihre Ideen um. Nach Fertigstellung wird das Hotel FOX am 2. April 2005 eröffnet. Nach Ende des Events wird das Hotel an die Besitzer zurückgegeben, weiterhin Hotel FOX heißen und Gästen aus aller Welt eine einzigartige und erschwingliche Herberge bieten.
  • Parallel laufen seit einigen Wochen bereits an Hotelfach­schulen die Ausschreibungen für ein dreiwöchiges Volkswagen-Stipen­dium. Auch der Musiksender MTV ruft seine Zuschauer auf, sich um diese Stipendien zu bewerben. Die 31 besten Bewerber werden zwischen dem 2. und 23. April die Chance haben, unter der Anleitung von anerkannten Größen ihres Faches, das Hotel zu betreiben oder die Volkswagen-Gäste im Club FOX mit ihren kulinarischen Ideen zu überraschen.
* fränkisch für "ein wenig", wird mit Vorliebe ironisch benutzt.

PS: Anti-Gerüchte-Klausel: Ich fahre einen Mercedes und das bleibt auch so, solange er noch durch den TÜV kommt.

Stammgaeste-Marketing.

In der aktuellen Ausgabe von "Der Gastronom" schreibt Helmut Kammerer über "Werbe den Gast, den du hast".

Swingerclub light.

In ihrer heutigen Tote-Holz-Ausgabe berichtet die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung über Kuschelpartys: "Berühren statt verführen" (dummerweise online nur kostenpflichtig zugänglich). Meines Erachtens könnte man solche Parties auch in Nebenräumen von Gaststätten anbieten oder außerhalb der Öffnungszeiten.

In der neuesten Ausgabe von "Der Gastronom", einer sechs Mal im Jahr erscheinenden Magazinbeilage der Allgemeinen Hotel- und Gaststättenzeitung, habe ich einen Artikel über eine aufmerksamkeitserheischende Aktion gelesen, betitelt "Bettfrühstück im Café Deli", die sich für ländliche Räume besser eignet. Das Café Deli in Laichingen hat in Kooperation mit einem örtlichen Bettenlieferanten und einem Bettwäschegeschäft eine Reihe von Doppelbetten im Café aufgebaut, mit kuscheliger Bettwäsche bezogen, Paravents und Jalousien aus Schilfrohr als Raumteiler aufgestellt und ab 10 Uhr neugängige Bettfrühstücke serviert. Dazu gab es eine Sonntagszeitung und ruhige Hintergrundmusik. Wegen des damit verbundenen Aufwandes dienen solche Aktionen sicherlich eher der Öffentlichkeitsarbeit und sind - in einer Region - deshalb sinnvollerweise nur begrenzt wiederholbar, aber woanders würde man damit sicherlich noch einmal Furore machen.

Seminar "Tourismus-Marketing im Internet".

Thomas Ita, Marketing und Kommunikationsberatung, Stuttgart, und Nicole Krüger, Tourismus-Marketing GmbH Baden-Württemberg, Stuttgart, führen am 21. April 2005 in Pforzheim ein ganztägiges (10 bis 18 Uhr) Seminar "Tourismus-Marketing im Internet" durch.

Dieses Seminar zeigt aktuelle Entwicklungen des Internets im Tourismus auf und gibt Handlungsempfehlungen für Anbieter. Allgemeine inhaltliche, technische und rechtliche Aspekte von Internetangeboten werden ebenso beleuchtet wie spezifische touristische Anforderungen. Einen Schwerpunkt bildet die Einbindung des Internets in die Marketingaktivitäten touristischer Leistungsträger.

Zielgruppen des Seminars sind Anbieter touristischer Leistungen, insbesondere aus den Bereichen Reiseveranstaltung, Hotellerie / Gastronomie, Kommunen, Verbände. Die Anmeldung muß bis zum 14. April 2005 erfolgt sein. Die Teilnehmerzahl ist auf 12 Personen begrenzt.

Workshop "Werbung mit kleinem Budget" in Stuttgart.

Stammleser dieses Blogs werden sich noch an die virtuelle Lesereise von Bernd Röthlingshöfer zu seinem Buch "Werbung mit kleinem Budget" erinnern, die in diesem Blog seinen Anfang genommen hat.

Bernd Röthlingshöfer hält am 26. April 2005 in der Zeit von 10 bis 18 Uhr in Stuttgart einen Workshop "Werbung mit kleinem Budget: Effizienter Einsatz ? effektive Wirkung". Veranstalter ist die MFG Baden-Württemberg in Zusammenarbeit mit der Mittelstandsinitiative ebigo.de. Zielgruppe sind Existenzgründer, leitende Mitarbeiter aus den Bereichen Marketing, Werbung, Öffentlichkeitsarbeit und Vertrieb in kleinen und mittelständischen Unternehmen. Die Teilnehmerzahl ist auf 12 Personen begrenzt. Anmeldungen bis spätestens 12. April. Infos und Buchungsmöglichkeiten.

Zweitverwertung der Gastgewerbe Gedankensplitter.

Mit meiner schriftlichen Erlaubnis darf man die RSS-Feeds dieses Blogs zweitverwerten und auf der eigenen Website einbauen. Einige Beispiele:Mehr zum Thema "Syndication von Content am Beispiel des Weblogs 'Gastgewerbe Gedankensplitter'.

Blitzkarriere IV.

Der noch amtierende Finanzminister Schleswig-Holsteins Dr. Ralf Stegner outet sich - als Regionalschauspieler: "Stegner: Verräter von Kiel wird sich outen", in: Netzeitung vom 28. März 2005.

Siehe dazu auch meine früheren Postings:

Vapiano, Frankfurt am Main.

Burkhard Schneider besucht und empfiehlt gerne das Frankfurter Vapiano: "Geschäftsidee (Franchise) : VAPIANO", in: Mex Blog vom 26. März 2005.

Siehe dazu auch unseren Beitrag "Nudel-Konzepte" vom 30. September 2004, in dem weitere Details verraten werden.

Samstag, März 26, 2005

Warum Existenzgruender die Gastronomie bevorzugen und warum sie scheitern.

In der 167. Ausgabe des Restaurant Report E-Mail Newsletters vom 21. März 2005 berichtet Dr. H. G. Parsa, Assistenzprofessor für Hospitaly Management an der Ohio State University über einige interessante Ergebnisse seiner Forschung, in der er der Frage nachgeht, warum Restaurants scheitern.

Seine Forschungsergebnisse basieren auf Daten aus Columbus im amerikanischen Bundesstaat Ohio der Jahre 1969 bis 1999 und wurden durch ähnliche Ergebnisse von Dr. John Self in Los Angeles bestätigt. Danach scheitern 30% aller Restaurants im ersten Jahr, 60% innerhalb von drei Jahren. Auch Daten von Atlanta, GA (Cobb County) bestätigen diese Werte. Sie widerlegen damit Spekulationen über weit höhere Quoten des Scheiterns von 90% als Mythus. In der nächsten Ausgabe der Fachzeitschrift Cornell Hotel and Restaurant Administration Quarterly soll ein Artikel darüber erscheinen. (Wenn mir jemand davon eine Kopie senden könnte, wäre dies wirklich nett!)

In Interviews mit mehr als 40 Restaurants wurde der Frage nachgegangen, welche Faktoren für das Scheitern verantwortlich gewesen sind. Detaillierte Ergebnisse sollen in dem erwähnten Artikel in der Cornell Hotel and Restaurant Administration Quarterly veröffentlicht werden. Eine große Rolle spielen Fragen der Lebensqualität. Viele Gastronomen schließen ihr Geschäft eher aus persönlichen und familiären Gründen denn aus finanziellen, ökonomischen Überlegungen (Persönliche Anmerkung: Dies sehe ich auch so - ohne dies empirisch belegen zu können. Meine Erfahrungen bei der Beratung von Existenzgründern und noch mehr bei Versuchen, Konflikte zwischen Partnern zu schlichten, zeigen, daß Streit zwischen Partnern, die gemeinsam ein Geschäft aufbauen wollen, oder auch von Gründern mit ihrem familiären Umfeld häufig wichtiger sind als die finanziellen Aspekte. Partner und Lebenspartner, die Rückhalt geben, unterstützen, statt zu nörgeln und alles schwarz zu sehen, sind sehr bedeutsam für den Erfolg.)

Die Autoren sind auch der Frage nachgegangen, warum Existenzgründer überhaupt einen Weg einschlagen, der mit einem hohen Risiko des Scheiterns verbunden ist und zu erheblichem Stress mit der Familie führen kann. Sie versuchen es damit zu begründen, daß die Gründer eine Art riskante Wette eingehen:
"In other words, the current reader's question can be answered only from the perspective of irrationality of human beings. The choice of entering into the restaurant business is not a rational choice but an emotional one (similar to trying at Hollywood or playing Powerball)."
Ich muß zugeben, bei einigen der Menschen, die in unserer Mailingliste Gastro-Einsteiger um Rat fragen, könnte man fast den Eindruck gewinnen, daß diese Hypothese zutrifft. Wer ohne finanzielle Mittel, ohne Berufsausbildung oder wenigstens eine gewissen Arbeitserfahrung ein gastronmisches Objekt eröffnen will, erinnert schon ein wenig an einen Abenteurer.

Warum ist die Gastronomie so faszinierend - ich bin ja nach 22 Jahren Erfahrung in diesem Business selbst immer noch und immer wieder fasziniert?
Die Autoren haben einige Gründe gefunden:
  • Menschen wünschen stark, einmal im Leben Sieger zu sein. Die Gastronomie hat - so sieht es für viele aus - niedrigere Eintrittsbarrieren als andere Branchen.
  • Die Verdienstmöglichkeiten für erfolgreiche Gastronomen sind besser als in anderen Branchen etwa des Einzelhandel.
  • Mehr als in anderen Branchen erlaubt die Gastronomie Kreativität bei der Speisekartenplanung, bei der Einrichtung der Küche, beim Design des Gastraums, der Innenarchitektur, der Gestaltung des Service-Systems, beim Marketing, bei der Gestaltung der Beziehungen zu Mitarbeitern und der Nachbarschaft. In anderen Worten: unsere Branche bietet einem Unternehmer vielfältige Möglichkeiten sich in einer Vielzahl von Rollen und Berufsfeldern zu beweisen.
  • Viele Gastronomen sind mit ihrem Restaurant niemals zufrieden. Sie ändern alles Mögliche permanent. Sie machen dies häufig weniger, weil es sinnvoll ist, sondern um ihre Kreativität zu beweisen.
    "Thus, restaurant business is not a rational economic choice but an emotional decision to satisfy one's psychological needs more than their economic needs."
  • Menschen, die Routinejobs hassen, finden die Freiheit, sich kreativ auszutoben.
  • Unsere Branche ermöglicht ungezwungene soziale Interaktionen, ohne auf formale Regeln, Verfahren, Verpflichtungen Rücksicht nehmen zu müssen.
  • Die Ergebnisse der Arbeit zeigen sich sofort. Wie im Spiel, wo am Ende feststeht, wer gewonnen hat, gibt es eine Rückmeldung, wie das Tagwerk gelaufen ist. (Mir fällt gerade die Geschichte eines Beinahe-Schwiegervaters von mir ein, der sein ganzes Berufsleben lang für Siemens Atomkraftwerke geplant hat. Nie ist eines davon gebaut worden. Da muß man doch frustriert werden, oder?)
  • Man hat in unserer Branche in erster Linie mit Menschen zu tun und nicht mit Maschinen.
  • Unterm Strich sei die Entscheidung für eine Existenzgründung in der Gastronomie weniger eine rationale, ökonomische Entscheidung als ein gefühlsmäßiger, sozialer Ausdruck der Persönlichkeit des Gründers.
Die meisten der interviewten Gastronmen seien stolz auf ihr Geschäft gewesen, sogar wenn es ökonomisch nicht erfolgreich gewesen ist.

Konferenz: Les Blogs - Blogs and Social Software.

Am 25. April 2005 findet in Paris eine Konferenz zum Thema "Les Blogs - Blogs and Social Software" statt, auf der viele mit Rang und Namen vertreten sind.

Aus Deutschland ist nur ein Deutscher beteiligt. Jochen Wegner, der unter Selbr.de bloggt, ein Wissenschaftsredakteur des Magazins Focus und zuvor, seit 1996, "Internetkorrespondent" der tageszeitung, nimmt an einer Podiumsdiskussion teil zum Thema "Traditional media innovate and strike back".

Kraft übernimmt Appetizers And Inc.

Einige nützliche Tipps für die Planung von Buffets aber auch Themen-Ideen bietet die amerikanische Website der Appetizers And Inc..

Appetizers And, Inc. war vor 33 Jahren der erste amerikanische Anbieter von handwerklich hergestellten kalten Canapés und Vorspeisen in Premium-Qualität. Das Unternehmen wurde 1967 von George King, einem Küchenchef, und Pat Domanik, einem Caterer, gegründet. Sie begannen frische Vorspeisen an Hotels in Chicago zu verkaufen. Da die Nachfrage nach ihren Produkten wuchs, begannen sie zusätzlich eine Auswahl tiefgefroerener Vorspeisen anzubieten, um ihr Verbreitungsgebiet auszudehnen. Heute sind sie national distribuiert, verkaufen auber auch noch direkt in verschiedenen Großstädten der USA.

Im Laufe der Jahre hat Appetizers And, Inc. kontinuierlich die Methoden der handwerklichen Herstellung aber auch der Tiefkühlung verändert, unterstützt durch das Feedback ihrer Kunden und intensive Produktentwicklung.

Auf der Website ist noch zu lesen:
"We proudly state that after more than 30 years, we are still owner-operated and continue to think of each hors d'oeuvre and each cold canape as an extension of George and Pat's hand-crafting, just as in the beginning."
Food Business Review Online meldet am 23. März 2005, daß Appetizers And Inc. von Heinz aufgekauft worden ist: "Heinz buys hors d'oeuvres manufacturer".

Ballondekorationen.

In den USA haben die Ballondekorationen schon lange Tradition, aber auch in Deutschland beginnt diese Idee Freunde zu finden. Plambeck Party Styling, Inh. Silvya Plambeck, in Tespe hat sich auf Luftballondekorationen spezialiert. Auf ihrer Website Luftballonwelt.de kann man nicht nur eine große Auswahl an Latex-Luftballons, Folienballons, Ballongrüßen, Ballongas, Partyartikeln, Pinatas, Dekorationsmaterial und Zubehör kaufen. Geboten wird auch die Durchführung von Ballonaktionen- und Dekorationen sowie Mailings bis hin zu einem kompletten Veranstaltungsservice (Plambeck Party Styling). Silvya Plambeck ist Mitglied im Qualatex Balloon Network und zertifizierte Ballonkünsterin (Certified Ballon Artist). Zu ihren Kunden zählt z.B. Feinkost Käfer.

Kentucky Fried Chicken in Oesterreich.

FranchisePortal.de hat am 19. März 2005 gemeldet: "Kentucky Fried Chicken startet neu in Österreich".


Gehobene Gastronomie, aber "nicht überdreht".

Bereits hatte ich über den LunchClub Deutschland berichtet. Jetzt habe ich in der NRW-Ausgabe der Welt am Sonntag vom 13. März 2005 einen Bericht von Kathrin Sion über ein LunchClub-Treffen in Düsseldorf gefunden, der etwas genauer beschreibt, wie es dabei zugeht: "Beim Lunch neue Freunde finden".

Unterdurchschnittliche Rationalitaet bei McDonald's-Fans.

RMS Radio Marketing Service und TNS Infratest sind in einer Auswertung der Befragung von 4.300 Menschen der Frage nachgegangen, inwieweit sich die "Hauptmarkennutzer" von verschiedenen Fast-Food-Ketten unterscheiden. Details: "Studie: Was unterscheidet Fast-Food-Fans?", in: cafe-future.net vom 22. März 2005.

Saumagen in der Dose.

Wenn man für seinen Saumagen weltberühmt ist und so illustre Persönlichkeiten wie Chinas ehemaligen Staatsminister Tschu-En-Lai, der Reeder Aristoteles Onassis, der Champagner-Baron Remy Heidsiek, der Schah von Persien und seine Kaiserin Soraya, Farnz-Josef Strauß und Will Quadflieg wegen des Saumagens bereits eingekehrt sind, was macht dann der clevere Gastronom? Er bietet diese Spezialität auch im Internet an. Außer Saumagen bietet das Weinhaus Hennininger in Kallstadt an der Deutschen Weinstraße, das in diesem Jahr seinen 150. Geburtstag feiert, auch noch Blutwurst, Leberwurst, Schwartenmagen, Bratwurst, Blutwurst, Leberwurst, Schwartenmagen und Bratwurst an sowie edle Brände und Cognacs.

Der Saumagen ist überregional bekannt geworden als Lieblingsspeise von Helmut Kohl. Als Bundeskanzler hat er Gott und die Welt genötigt, mit ihm Saumagen zu essen. Alle haben mehr oder weniger gute Miene dazu gemacht. Einigen soll es sogar geschmeckt haben.

Luise Henninger, die Großmutter des jetzigen Betreibers des Weinhauses Henningers war es, heißt es auf der Website des Gasthauses, "die nach dem 1.Weltkrieg den längst in Vergessenheit geratenen Saumagen wiederentdeckte. Aus dem einstigen Arme-Leute-Essen machte sie eine Kallstadter Spezialität, die verfeinert auf den Tisch kam und heute auf fast allen Pfälzer Speisekarten vertreten ist. Dass die beste Kallstadter Weinlage den gleichen Namen trägt, ist mehr als Zufall."

Ein Saumagen-Rezept von Hannelore Kohl.

Judith Kauffmann hat ein Kochbuch "Der Saumagen" geschrieben mit Tipps und Tricks für die Zubereitung, Rezepten von ausgewählten Saumagenprofis aus der Pfälzer Metzgerzunft, bewährten Rezepte aus der Privatküche, Saumagen-Empfehlungen aus Weinstuben und Gasthäusern und all das, was Spitzenköchen der Pfalz zu dieser Spezialität einfällt.

Sushi-Bars in Berlin getestet.

Reporter der Berliner Morgenpost haben in zehn Berliner Sushi-Bars Probe gegessen: "Hippe Häppchen: Sushi-Restaurants im Test", in: Berliner Morgenpost vom 21. März 2005.

Freitag, März 25, 2005

Tanzverbot an Karfreitag.

Eine Mühldorfer Gastronomin will das im bayerischen Gesetz über die Sonn- und Feiertage - wie auch in den entsprechenden Gesetzen anderer Bundesländer - geregelte Tanzverbot an Karfreitag vor dem Bundesverfassungsgericht zu Fall bringen: "Gaststätten suchen Karfreitags-Heil in dezenter Hintergrundmusik", in: Markplatz-Oberbayern.de vom 25. März 2005.

Die Münchener Rechtsanwältin Dr. Susanne Meiller ist Eigentümerin der Discothek Kingdom Parc, Bayerns größtem Diskothenbetrieb (siehe: "Mühldorfer King Dom Parc glänzt mit Vielfalt", in: Allgemeine Hotel- und Gaststättenzeitung vom 12. Januar 2002). Ihr wurde eine Genehmigung zur Durchführung einer Tanzveranstaltung an Karfreitag und Karsamstag verweigert (siehe "Disco-Chefin klagt: Abtanzen an Allerheiligen", in: Merkur Online vom 1. August 2003. In erster Instanz wurde die Klage vor dem Verwaltungsgericht München abgewiesen (siehe: "Discos bleiben an stillen Feiertagen geschlossen", in: Merkur Online vom 4. August 2003). Das Urteil ist aber noch nicht rechtskräftig.

Mehr zum Thema "Tanzverbot".

Rauchverbot: Volksabsstimmung im Schweizer Kanton Zug.

Am 25. September 2005 findet im Schweizer Kantonat Zug eine Volksabstimmung über Rauchverbots-Initiative ab: "Kein Schutz für Zuger Nichtraucher", in: nachrichten.ch vom 24. März 2005. Der Kontonsrat hatte diesen Vorstoß zuvor mit 65 zu 7 Stimmen abgelehnt.

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Photos mit Creative-Commons-Lizenz.

"public photos tagged with restaurant".

Yahoo hat vor kurzem Flickr gekauft und ermöglicht es jetzt, gezielt nach Inhalten zu suchen, die unter einer Creative-Commons-Lizenz stehen. "Yahoo sucht nach Creative Commons", in: Golem vom 24. März 2005.

Wenn Sie als Gastronom Fotos verwenden wollen, müssen Sie sich die konkreten Bedingungen des Urhebers anschauen und beachten. Sie finden diese Bedingungen, wenn Sie in der rechten Spalte unter "Additional Information" klicken auf einen Text, der etwa lautet "Some rights reserved".

Schweizer Barista-Meisterschaft.

Christof Kaufmann berichtet über die Schweizer Barista-Meisterschaft: "Meister des Schäumchens", in: Der Bund vom 21. März 2005. (via It's coffeetime). Der beste Kaffeezubereiter ist Kurt Bauer aus Winterthur. Den Spezialpreis für die beste Eigenkreation gewann Rudolf Mohr aus Bern.

Die Schweizer Meisterschaft berechtigt zur Teilnahme an der World Barista Championship des Folgejahres. Diese Weltmeisterschaften finden seit 2000 statt und zwar immer abwechseln in Europa und den USA. Die diesjährige Weltmeisterschaft findet vom 15. bis 18. April 2005 in Seattle statt, die folgende vom 19. bis 21. Mai 2006 in Bern.

Frankfurter Rundschau entdeckt Blogosphaere.

Seit kurzem hat auch die Frankfurter Rundschau die Blogosphäre entdeckt. Mario Sixtus schreibt für diese Lokalzeitung, der einst zu Zeiten der sozialliberalen Regierung unter dem Whisky-Freund Willy Brandt wegen der guten Kontakte zur Regierung eine gewisse überregionale Bedeutung zugekommen ist, unter anderem über "Wachsame 'Blogwarte'". In seinem Artikel kommt auch der ShopBlogger zu weiteren Ehren.

Donnerstag, März 24, 2005

Arbeitsplatzmangel? ? Offensichtlich nicht im Gastgewerbe!

Mehr als achtzig Studierende des Fachbereiches Tourismus der Fachhochschule München fanden am 23. und 24. März 2005 im Rahmen der mit dem Gastronomiedienstleister GVO Personal GmbH veranstalteten Recruitmenttage einen Nebenjob. Drei Interessierte haben das Hospitality Management Career Ticket gelöst und werden zukünftig studiumbegleitend als Trainees des europaweit agierenden Unternehmens wichtige Schlüsselqualifikationen erwerben.

von links nach rechts: Andree Westermann, Thomas Bösinger, Studentinnen des Studienganges Tourismus und Prof. Dr. Axel Gruner
von links nach rechts: Andree Westermann, Thomas Bösinger, Studentinnen des Studienganges Tourismus und Prof. Dr. Axel Gruner

Die beiden anwesenden GVO Geschäftsführer Andree Westermann und Thomas Bösinger:
"Neben dem gastronomischen Training und der Chance auf einen überdurchschnittlichen Verdienst bieten wir ein reizvolles Arbeitsumfeld in der gehobenen Hotellerie, bei Messen oder Events sowie im VIP-Bereich der Allianz Arena."
(Pressemitteilung und Foto von Prof. Dr. Axel Gruner).

Ehrabschneider.

Laut der Bild-Zeitung von heute ("Ist das der neue Umgangston bei Rot-Grün?") soll der SPD-Vize Kurt Beck, um auszudrücken, die SPD werde von ihren Wählern für die Fehler der Grünen mit in Haftung genommen:
"Der Koch muß die Zeche für den Kellner mitbezahlen."
Das Bild vom "Koch und Kellner" stammt von Gerhard Schröder.

Wann hört die Politikerplage endlich damit auf, ehrbare Berufe in ihren Dreck zu ziehen?

Meiden Sie Restaurants mit Seeblick.

Gerade wieder gelesen:
"Don't expect good food at restaurants with a dazzling waterfront view. It's axiomatic that such places don't feel any need to serve good food. Sure enough, they don't!"
Quelle "A Food Critic Looks at Restaurants -- Do You Ever Look At Yours?" von William Fox, in: Restaurant Report.

William Fox ist Restaurantkritiker und Unternehmensberater. Er gibt den Zagat Survey's South Florida Restaurant Guide heraus und ist Juror der James Beard Society. Wem das nichts sagt:
  • Zagat ist ein populärer Restaurant-Katalog für die über 30jährigen und erhältlich für 45 Städte in Nordamerika und einige europäische Hauptstädte. Die Bewertung stammt von normalen Gästen, ein Konzept, das in Deutschland von Marcellino adaptiert worden ist.
  • James Beard gilt als Vater der amerikanischen Gastronomie. Seine Stiftung vergibt u.a. Stipendien, zeichnet die besten Köche des Landes aus, gibt das vierteljährlich erscheinende Magazin "Beard House" heraus, ein Kompendium der besten Beiträge des Lebensmitteljournlismus. Alle Mitglieder erhalten den "James Beard Foundation Restaurant Guide", ein Verzeichnis alle Küchenchefs, die im Beard House eine Mahlzeit haben präsentieren dürfen. Der jährlich vergebene "James Beard Foundation Awards" gilt als Oscar der Lebensmittelindustrie.

Mittwoch, März 23, 2005

100 Eier, 40 Kilo Mehl, acht Kilo Butter und vier Kilo Zucker.

Was macht man aus 100 Eiern, 40 Kilo Mehl, acht Kilo Butter und vier Kilo Zucker? Natürlich den längsten Hefezopf der Welt. Der Bamberger Bäcker Thomas Loskarn backt nicht nur alltäglich wirklich gute Backwaren, sondern auch einen Sport daraus, sich mit Guinness-Buch-Rekorden und Charity-Aktionen wie dem Bamberger Krapfenmarathon (15.000 Krapfen in 36 Stunden eigenhändig von ihm gebacken) ein auch ansonsten gutes Image zu verschaffen.

Versicherungsschutz bei Kochkursen.

Immer mehr Restaurants bieten heute auch Kochkurse für ihre Gäste an. Wie sieht es bei diesen Veranstaltungen eigentlich mit dem Versicherungsschutz aus? Die Belegschaft steht während dieser Kurse selbstverständlich unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung ? auch wenn der Kurs außerhalb der normalen Arbeitszeit stattfindet. Anders sieht es bei den Kursteilnehmern aus. Mehr verrät die Website der Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gaststätten. (Quelle: Newsletter der BGN).

Punkmusik für den Gaumen: Neue Milch-Rezeptbroschuere a la Stefan Marquard.

Bonn, den 23. März 2005. Wer den Gaumen mit völlig neuen Geschmackserlebnissen kitzeln möchte, liegt genau richtig mit einem frischen Milkirinha, einem Monsterwrap oder einem geeisten Capreseshooter. Sie haben noch nie von diesen kulinarischen Genüssen gehört? Damit ist jetzt Schluss! Die neuen Milchrezepte vom Cross-over-Koch Stefan Marquard gibt es für Milchliebhaber ab sofort bei der CMA Centrale Marketing-Gesellschaft der deutschen Agrarwirtschaft mbH. Zusammen mit der CMA und seiner "Jolly Roger Cooking Gang" hat sich der Sternekoch Gedanken über kreative Geschmackserlebnisse mit Milch gemacht. Was dabei herausgekommen ist, zeigt die neue Verbraucherbroschüre "Rezepte mit Milch: frisch & abgefahren".
"Mit Milch und Milchprodukten Neues ausprobieren und aus altbekannten Zutaten ungewöhnliche Genüsse entwickeln. Das ist die Idee hinter diesem Rezeptbuch und auch meine Grundidee beim Kochen"
so Stefan Marquard.

Die 23-seitige Broschüre hat in den drei Rubriken "Snack", "Dessert" und "Getränke" süße wie herzhafte Köstlichkeiten mit Milch, Buttermilch, Kefir, Dickmilch, Molke, Joghurt, Quark, Sauerrahm, Schmand, Camembert, Mozzarella, Frisch- und Bergkäse zu bieten.

Wie wäre es also mit einem Drei-Gänge-Menu à la Marquard in Milchlaune? Eine Zwiebelkuchen-Frühlingsrolle auf körnigem Frischkäse schmeckt nach Frühlingserwachen. Ein Joghurt-Chili-Dip dazu bringt auch den Gaumen aus dem Winterschlaf und macht Lust auf das Hauptgericht, das beispielsweise das in Buttermilch marinierte Rinderfilet "Rosa Ochs in Buttermilch" sein könnte. Wenn Sie dann gar nicht mehr aufhören können, geht es eben weiter mit Orangen-Molke-Drops mit Nougat oder süßem Pesto. Bei einem "Milkirinha", einem mit frisch gecrashter Eismilch zubereitetem Caipirinha, klingt auch das schönste Festmahl dann gemütlich aus.
"Zum Ausprobieren und Nachkochen braucht es nicht viel"
versichert Stefan Marquard,
"vor allem muss man kein Sternekoch oder Kochmützenträger sein: Man nehme einen guten Sound und ein paar Freunde, mache sich schön locker und dann einfach ran an die Rezepte."
Insgesamt 18 Rezepte warten in der Broschüre "Rezepte mit Milch: frisch & abgefahren" auf echte Milchfans und alle die, die es werden wollen. Die Verbraucherbroschüre kann unter Angabe der Werbemittelnummer 7710 bei der CMA Centrale Marketing-Gesellschaft der deutschen Agrarwirtschaft mbH, Referat Milch- und Milchprodukte, Koblenzer Str. 148, 53177 Bonn gegen Zusendung eines mit 1,44 Euro frankierten und an sich selbst adressierten DIN-A4-Rückumschlags bestellt werden. (Quelle: Pressemitteilung der CMA).

Dienstag, März 22, 2005

Blitzkarriere III.

Volker Zastrow nimmt sich heute den Dottore theatralischer Politik zur Brust und drückt ihn, bis ihm die Luft ausgeht: "Barschel aus der Grube", in: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 22. März 2005.

Zum vorhergehenden Beitrag "Blitzkarriere II" über Dr. Ralf Stegner, noch Finanzminister in Schleswig-Holstein.

Montag, März 21, 2005

Padersteiner II.

Am Samstagabend habe ich mich in meinem Posting "Padersteiner" über die Warsteiner Brauerei lustig gemacht. Wie der Zufall es will, hat mich am Sonntag jemand im Café Abseits besucht, der früher einmal bei Warsteiner gearbeitet hat und anerkanntermaßen einiges von Biermarketing versteht. Er hat über diese verquere Aktion, Biere der Paderborner Brauerei quasi als Billig-Warsteiner zu vermarkten, nur den Kopf geschüttelt.

Heute reagiert Warsteiner auf den erheblichen, negativen Pressewirbel und versucht zu retten, was nicht mehr zu retten ist:
"Bei der Warsteiner Brauerei sowie der Paderborner Brauerei handelt es sich um zwei eigenständige voneinander unabhängig agierende Unternehmen unter dem Dach der Haus Cramer Gruppe. Eine Gleichsetzung der Warsteiner Brauerei mit der Paderborner Brauerei widerspricht den tatsächlichen wie juristischen Gegebenheiten. Überschriften wie die der FTD-Online "Warsteiner greift Oettinger mit Billigmarke an" oder wie die der Süddeutschen Zeitung-Online "Warsteiner-Braugruppe reagiert mit Billigmarke auf Talfahrt" sind somit nicht korrekt, da sie eindeutig suggerieren, dass es sich bei Warsteiner und Paderborner um ein und dasselbe Unternehmen handele."
Das habe ich zumindest nie suggeriert. Aber meine Fragen wurden durch diese Pressemitteilung der Warsteiner Gruppe auch nicht beantwortet. Deshalb wiederhole ich sie noch einmal:
Nun drängt sich mir die Frage auf, inwieweit Biere der Marke Paderborner schlechter sind als Biere der Marke Warsteiner, damit ein solcher Preisunterschied gerechtfertigt ist? Warum sollten Käufer ungefähr das Dreifache nur deshalb zahlen, weil das Bier in dem weitgehend unbekannten Ort Warstein gebraut wird statt in Paderborn?

Rauchverbot: Roll Back.

In Neuseeland wurde ein Gesetzentwurf eingebracht, mit dem das Rauchverbot in Gaststätten durch zahlreiche Ausnahmen ausgehöhlt werden soll. Gaststätten, in denen alle Mitarbeiter zustimmen, sollen auf Antrag vom Rauchverbot ausgenommen werden: "Act bill seeks exemptions to 'PC' anti-smoking law", in: The New Zealand Herald vom 18. März 2005.

Ähnliche Bemühungen gibt es auch in einigen Bundesstaaten der USA. In New York werden immer mehr Anträge beim New York State Department of Health gestellt, vom Rauchverbot ausgenommen zu werden. Die Rauchverbotsbefürworter scheinen überzogen zu haben.

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Schaumweinsteuer wird abgeschafft.

Leider nur in Österreich wird die Schaumweinsteuer zum 1. April 2005 abgeschafft: "Sekt 1,30 Euro je Flasche billiger", in: Niederösterreichische Nachrichten vom 21. März 2005.

Die Abschaffung der Sektsteuer in Österreich ist aus wirtschaftlichem Kalkül erfolgt. Allein im Jahre 2002 ist der Absatz von Sekt im österreichischen Einzelhandel um 7,1% gesunken, der Anteil von Prosecco um 12% gestiegen. Frizzante/Prosecco macht bereits 30% des Gesamtumsatzes der Warengruppe, mengenmäßig sogar über 45%. Siehe "Abwarten und Sekt trinken", in: Forum Handel.

Die österreichische Bundesregierung begründet die Abschaffung der Sektsteuer als Teil der Steuerreform 2005 wie folgt (Quelle: Steierischer Bauernbund vom 14. Januar 2004):
Die höhere steuerliche Belastung des heimischen Sektes gegenüber dem vorwiegend importierten Prosecco durch die Schaumweinsteuer führte in den letzten Jahren zu einem Rückgang des Sektkonsums und zu einer Zunahme des Proseccokonsums in Österreich. Durch die Abschaffung der Schaumweinsteuer wird diese steuerliche Diskriminierung des heimischen Sektes gegenüber dem ausländischen Prosecco beseitigt und eine wichtige Absatzquelle für heimischen Wein gesichert.
In Deutschland geht es indes - als letztem EU-Land mit einer Schaumweinsteuer - mit dem Irrsinn weiter, daß die Politik alles dran setzt, den italienischen Prosecco Frizzante zu fördern, für den keine Schaumweinsteuer anfällt (solange der Kohlensäureüberdruck in den Flaschen Werte von nur bis zu 3 bar ergibt) und der deshalb immer größere Marktanteile zu Lasten deutschen Sekts gewinnt.

Die Schaumweinsteuer wurde 1902 zur Finanzierung der Flotte eingeführt. Den Kaiser gibt es nicht mehr, die Flotte ist in zwei Weltkriegen abgesoffen, aber die Flottensteuer wird immer noch abkassiert. Mehr zur Geschichte der Schaumweinsteuer.

Schul-Catering in Grossbritannien: Voellig nutzloses Futter.

Im Februar haben wir die Kampagne "Feed me better" von Jamie Oliver vorgestellt. Sebastian Borger hat in London die Hintergründe recherchiert: "Die dicken Kinder von London", in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung vom 20. März 2005.

Gezielt weibliche Hotelgaeste ansprechen - oder auch nicht.

Soll man weibliche Hotelgäste anders ansprechen als männliche? Diese Frage wurde in der Hotel News Resource kontrovers diskutiert:
  • "Who Are Your Most Important Guests?" von Emmanuel Gardinier. Abgesehen von bestimmten Destinationen, die sich explizit an Männer wenden, wie Golfhotels und Hotels für Geschäftsreisende, würden die meisten Buchungen von Frauen gemacht. Es sollten deshalb solche Elemente hervorgehoben werden, auf die Frauen stehen wie Shopping-Möglichkeiten, ein Restaurant mit leichter Küche und der Möglichkeit, als Frau alleine sicher zu speisen, eine Make-Up-Station mit guter Beleuchtung und Spiegeel, weiche Handtücher, ein Ganzkörper-Spiegel mit ausreichender Beleuchtung usw.
  • "Who are Your Most Important Guests? Allow me a Difference in Opinion" von Neil Salerno. Reisende verlangen vor allem nach Sicherheit, Komfort und Sauberkeit, unabhängig vom Geschlecht.

eBay als Werbeplattform.

Jan Theofel schreibt über seine "Annahme des 'Missbrauchs' von eBay als reine Werbeplattform".

Auf die Chance, Anzeigen bei eBay zu schalten als Ersatz für teure Immobilienanzeigen, haben wir schon zweimal hingewiesen:Um das Problem zu umgehen, daß bei solch wertvollen Auktionsgegenständen hohe eBay-Gebühren als Einstellgebühr zu entrichten sind oder riskiert, daß sie für ein Euro weggehen, kann man alternativ zum Beispiel Informationsmaterialien über das Objekt oder einen Besichtigungstermin versteigern statt der Objekte selbst.

Bei besonders ungewöhnlichen Auktionen kann man zudem darauf hoffen (oder auch etwas dafür tun), daß Medien über die Auktion berichten.

Sonntag, März 20, 2005

Kaempferische Gruene.

Die Fraktion der Grünen im Bundestag ist der Sisyphus-Arbeit einer Politik gegen die Arbeitslosigkeit überdrüssig und kümmert sich jetzt lieber um wichtigere Themen: "Grüne warnen vor Nebenwirkungen von Suchmaschinen", in: Heise vom 20. März 2005.

In der Tat ist es erschreckend, daß es nur eine einzige Suchmaschine gibt und Wettbewerbern der Marktzutritt verwehrt wird. Die Grünen hat ja beim Briefmonopol der Post, bei der Bahn, bei Strom und Gas vorgemacht, wie man nationale und regionale Monopole bricht...

Remmidemmi-Viertel.

Über das schlechte Image des Ebbelwoi-Viertels Frankfurt-Sachsenhausen und was man dagegen tun will, schreibt Bernd Günther: "Das Ebbelwei-Flair soll gerettet werden", in: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 17. März 2005.

Frisch Fisch.

"Frisch Fisch" stand monatelang auf einer Kreidetafel eines ethnischen Restaurants meiner Heimatstadt Bamberg zu lesen. Wind und Wetter verwischten peu à peu die krakeligen Buchstaben und nährten den Zweifel, ob der angebotene Fisch immer noch so frisch sei wie an dem Tage, als die Botschaft aufgeschrieben worden war.

Solche Zweifel finden weniger Nahrung, wenn man Restaurants auf den nordfriesischen Nordseeinseln besucht. Dagmar Kaske und Olaf Deininger haben die kulinarischen Geheimnisse der Nordseeinseln Amrum, Pellworm, Föhr, Nordstrand und Sylt erkundet: "Mein lieber Scholli - Frieslands feine Fische", in: Welt am Sonntag vom 20. März 2005.

Samstag, März 19, 2005

Padersteiner.

Die Financial Times Deutschland meldet heute: "Warsteiner greift Oettinger mit Billigmarke an". Die Marke Paderborner solle eine Alternative zu Oettinger werden und teilweise für 3,99 Euro je 10-Liter-Kasten verkauft werden.

Diese Meldung hat mich insbesondere vor dem Hintergrund eines Urteils des Bundesgerichtshofs vom 2. Juli 1998 amüsiert.

Nun drängt sich mir die Frage auf, inwieweit Biere der Marke Paderborner schlechter sind als Biere der Marke Warsteiner, damit ein solcher Preisunterschied gerechtfertigt ist? Warum sollten Käufer ungefähr das Dreifache nur deshalb zahlen, weil das Bier in dem weitgehend unbekannten Ort Warstein gebraut wird statt in Paderborn?

Blitzkarriere II.

Nachdem ich am frühen Abend des letzten Donnerstag die Vermutung geäußert habe, Ralf Stegner werde sich wohl bei der eigenen Wahl nicht der Stimme enthalten ("Blitzkarriere"), was ja keinerlei Aussage über sein geheimes Abstimmverhalten bei der Entscheidung über Frau Simonis beinhaltet, habe, so Focus, Heide Simonis bei einem Treffen mit Vertrauten am Donnerstagabend in der Staatskanzlei Finanzminister Ralf Stegner als möglichen "Abweichler" erwähnt: "Simonis verdächtigt Finanzminister". Diese Behauptung wiederum wurde laut der Financial Times Deutschland von heute flugs zurückgewiesen: "Simonis-Verrat: Stegner weist Vorwürfe zurück".

Inlandstourismus Januar 2005: 10% mehr Gaesteuebernachtungen.

WIESBADEN - Nach vorläufigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes wurden im Januar 2005 in Deutschland 18,5 Mill. Gästeübernachtungen in Beherbergungs­stätten mit neun oder mehr Betten und auf Campingplätzen gezählt. Das war ein Anstieg von 10% gegenüber dem entsprechenden Vorjahresmonat. Während die Übernachtungen inländischer Gäste um 9% auf 15,9 Mill. zunahmen, stieg die Zahl der Übernachtungen von Gästen aus dem Ausland um 17% auf 2,6 Mill.

Nach Kalender- und Saisonbereinigung haben die Über­nachtungen gegenüber dem Dezember 2004 um 1% zugenommen.

Sowohl bei den Betrieben der Hotellerie (+ 11% gegenüber Januar 2004) als auch im Sonstigen Beherbergungs­gewerbe (+ 13%) stiegen die Übernachtungen mit zweistelligen Zuwachsraten. Und auch die Vorsorge- und Reha-Kliniken konnten nach einem leichten Zuwachs im Vormonat (+ 0,4%) im Januar wiederum ein Plus (+ 3%) bei den Übernachtungen erzielen. Damit konnte in diesem Teilsegment des Tourismusmarktes, das den in Deutschland wichtigen Kurbereich repräsentiert, zum zweiten Mal in Folge wieder ein Anstieg der Übernachtungszahlen festgestellt werden, nachdem diese seit dem August 2001 bis zum November 2004 kontinuierlich zurückgegangen waren. (Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes).

Marcel Biró.

coverEr wurde 1973 in der DDR geboren, begann mit 15, Koch zu lernen. Und er machte aus der Not (wenig Zutaten und Geräte) eine Tugend. Mit 24 wurde er Küchenmeister. Jetzt ist er 30 Jahre jung, leitet zwei Gaststätten in Wisconsin ("Biró Restaurant & Wine Bar"), macht eine Fernsehsendung, in der er zeigen möchte, wie es in Restaurantküchen wirklich abgeht, leitet eine Kochschule und reist als Berater durch das Land. Lesen Sie ein Interview mit Marcel Biró: "Interview: Marcel Biró", im Newsletter Nr. 16 vom 15. März 2005 des Restaurant Reports.

Im Juni dieses Jahres erscheint in den USA sein erstes Buch: "Biro: European-Inspired Cuisine (Kitchens of Biro)" von Marcel Biro, Shannon Kring Biro und Marty Snortum (Fotograf).

Marcel Biró hätte auch im deutschen Fernsehen das Zeug zum Superstar. Doch aus mir nicht verständlichen Gründen ist bisher noch keiner drauf gekommen. Aber das kann sich ja noch ändern. Vieleicht lädt ihn Kerner mal ein zu einer seiner freitäglichen Koch-Chaos-Tagen.

Teller selbst herstellen.

Adrian Bowyer, Mechanical Engineering Department, Center for Biomimetic and Natural Technology, University of Bath, arbeitet an einer Rapid-Prototyping-Maschine, mit deren Hilfe man sich unter anderem den Gastronomie-Bedarf vom Teller bis zum Toaster selbst herstellen kann. "Und um die Anschaffungskosten niedrig zu halten, sollen die Maschinen zunächst Kopien ihrer selbst herstellen." "Selbst replizierende Maschinen für die Heimfabrik", in: scienceticker.info vom 19. März 2005. Das ist doch mal eine gute Idee. Wenn ein Gast nach einem zusätzlichen Teller fragt, heißt es nur noch: "Ein Moment bitte, unser Replicator arbeitet dran". Aber das wird wohl nichts mehr vor dem 1. April.

Deutlicher Besucherrueckgang bei Rauchverbot.

Manfred Geil von der SPD sagt, Nichtraucher und Raucher seien sich einig, daß bei einem Rauchverbot mit einem deutlichen Besucherrückgang zu rechnen sei: "Mai-Tanz", in: Frankfurter Neue Presse vom 19. März 2005.

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Freitag, März 18, 2005

Milchreisbar.

Im aktuellen Newsletter der Geschäftsidee wird das New Yorker Konzept Rice to Riches vorgestellt, eine neue Milchreisbar. Das Preisniveau erstaunt jemand, der aus dem preisgünstigsten Region Deutschlands kommt wie mich, wirklich. Für eine Portion Milchreis kriegt man hierzulande ein Schäufela und mancherorts noch ein Bier und einen Schnaps dazu. Aber die Mieten und Personalkosten sind in New York wohl auch etwas höher.

Man sucht sich als Gast seinen Reispudding aus, den es in den verschiedensten, angesagten Geschmacksrichtungen gibt, wie man sie von aromatisierten Kaffees her kennt: Haselnuß, Banane, Schokolade, Rum-Rosinen aber auch fruchtigen wie Zitrone usw. und dazu ein Topping nach Wahl wie Schlagsahne, Vanillesauce, Nüsse, geröstete Früchte und vieles mehr.

Außerhalb der Großstädte läuft sowas vermutlich in Deutschland als solitäres Konzept nicht. Aber man könnte diese Ideen sicherlich in andere Konzepte integrieren.

Sex-Verbot fuer Mitarbeiter.

Die Forderung, Unternehmen sollten sich ethisch verhalten, steht hoch im Kurs. Sie findet ihren Ausdruck in zeitgeistigen Phänomenen wie betriebswirtschaftlichen Lehrstühlen für Unternehmensethik bis hin zum geplanten Antidiskriminierungsgesetz, mit dem Unternehmer sogar haftbar gemacht werden sollen für diskriminierendes Verhalten ihrer Mitarbeiter. Wenn dann aber ein Unternehmen, in diesem Fall Wal-Mart, ein "Statement of Ethics" entwickelt und seine Mitarbeiter darauf einschwört, ist das Geschrei groß: "Selbstanzeige wird begrüßt" von Hagen Seidel, in: Die Welt vom 18. März 2005.

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Relaunch: Pizza-Hut.

Pizza-Hut erneuert Sortiment, Karte und Internetauftritt: "Pizza Hut relauncht Karte & Internetauftritt", in: cafe-future.net vom 11. März 2005.

Schnecken kosten extra.

Wenn bei Ihnen ein Gast aufschreit, weil er eine Schnecke im Salat entdeckt, bleiben Sie cool und berechnen Sie einfach einen Zuschlag für die Beilage. Möglicherweise hat die Redaktion des "Beobachters" testen wollen, wie Sie reagieren: "Gäste lassen sich zu leicht abspeisen", in: beobachter.ch, Nr 06/05, gelesen am 18. März 2005.

Donnerstag, März 17, 2005

Blitzkarriere.

Dr. Ralf Stegner ist kein typischer Sozialdemokrat, ganz im Gegenteil, er ist sehr gut ausgebildet:
  • Studium der Politikwissenschaft, Geschichte und Deutsch an der Universität Freiburg;
  • 1983/87 Stipendiat der Friedrich-Ebert-Stiftung;
  • 1984/85 Studium an der University of Oregon in Eugene/Oregon.
  • 1987/89 McCloy-Scholar der Stiftung Volkswagenwerk und der Studienstiftung des deutschen Volkes an der Harvard University.
  • 1989 Master of Public Administration der Kennedy School of Government der Harvard Universität.
  • 1992 Promotion an der Universität Hamburg).
2003 wurde er zum jüngsten Finanzminister Deutschlands. Jetzt soll er zum Nachfolger von Heide Simonis werden. Er hat gute Chancen gewählt zu werden, denn er sitzt selbst im Landtag und wird sich wohl bei der eigenen Wahl nicht der Stimme enthalten.

Siehe dazu auch: "Simonis erwägt Rücktritt", in: Spiegel vom 17. März 2005.

Website Profit - Erfolg mit Partnerprogrammen: Mehrwert und Geldquelle für die eigene Website.

Grevenbroich, den 16.03.2005: In Zeiten sinkender Klick-Raten und zunehmender Popup-Blocker suchen viele Websites und Portale nach alternativen Vermarktungskonzepten und Mehrwertdiensten. Professionelle Partnerprogramme bieten eine gute Alternative als Einnahmequelle und als Mehrwert für Kunden und Besucher.
  • Welche Partnerprogramme lohnen sich und
  • welche Produkte passen für welche Websites?
  • Welche Kriterien sollte ein gutes Partnerprogramm erfüllen?
  • Wie plant man eine erfolgreiche Affiliate Strategie?
Diese Fragen beantwortet der neue eBook-Leitfaden der Affiliate Marketing Spezialisten ADENION GmbH.

Nach dem großen Erfolg des im Februar 2002 erstmalig erschienenen Leitfadens "Website Profit", wurde das Buch nun komplett überarbeitet und aktualisiert. Der Leitfaden ist nun als eBook kostenlos downloadbar. "Website Profit" - Erfolg mit Partnerprogrammen: Mehrwert und Geldquelle für die eigene Website. Ein Praxisleitfaden für Affiliate Partner. 2. Ausgabe, März 2005, 122 Seiten, Herausgeber: ADENION GmbH.

Dieser Leitfaden beinhaltet eine leicht verständliche und praxisnahe Einführung in das Thema Affiliate Marketing mit Partnerprogrammen und richtet sich an Unternehmen und Website-Betreiber, die sich für neue Geschäftsideen interessieren und mit Hilfe von Partnerprogramme den Erfolg und die Erträge ihrer Website steigern möchten.

Ein Affiliate Partner kann mit Hilfe der Teilnahme an Partnerprogrammen sein eigenes Web-Angebot erweitern und attraktiver gestalten und dabei gleichzeitig Provisionen erwirtschaften.

Der Leitfaden vermittelt die Grundlagen des Affiliate Marketings und erläutert Schritt für Schritt, wie man eine profitable Affiliate Marketing Strategie für seine eigene Website plant und umsetzt: welche Produkte und Dienstleistungen passen zu welcher Website, welche Angebote lassen sich als Partner gut verkaufen, welche Anbieter eignen sich, um ein eigenes Geschäftsmodell aufzubauen oder ein bestehendes sinnvoll zu erweitern. Erfahren Sie, welche Arten von Affiliate Programmen es gibt, welche Geschäftsmodelle über die Teilnahme an Affiliate Programmen möglich sind und welche Profite man damit erzielen kann. Checklisten geben wichtige Anhaltspunkte, um gute Partnerprogramme zu finden. Planungsschritte unterstützen Affiliate Partner bei der Umsetzung einer profitablen Strategie. Handfeste Tipps zum Online-Marketing, sowie ein umfassendes Ressourcenverzeichnis runden die Informationen rund um die Partner-Website ab.(Quelle: Pressemitteilung von ADENION).

Goetterdaemmerung fuer Rot-Gruen.

Schade, das wird wohl nichts mit dem "Standortvorteil Heide Simonis". Jetzt hat die SPD in Schleswig-Holstein nur noch die Alternative:
  • Neuwahlen mit desaströsem Ergebnis für die SPD oder
  • eine große Koalition ohne Heide Simonis.
Heide Simonis geht dann in Rente oder dem Gerd in Berlin auf den Geist: "Patt im Dritten Wahlgang", in: Spiegel vom 17. März 2005.

Nachtrag um 16.02 Uhr: In Gefahr und größter Not bringt der Mittelweg den Tod: "Vierter Wahlgang soll die Entscheidung bringen", in: Spiegel vom 17. März 2005.

Lebensmittelhygiene.

Zugegeben, die lebensmittelrechtlichen Vorschriften der Schweiz sind formal andere als die in der EU bzw. in Deutschland und Östereich. Dennoch hat das Kantonale Amt für Lebensmittelkontrolle in der Schweiz einige Informationsmaterialien bereit gestellt, in die auch deutsche Gastronomen einen Blick werfen können, denn Sie sind verständlich formuliert und konzentrieren sich auf das Wesentliche, z.B. "Hinweise zur Herstellung und Lagerung von vorgekochten Speisen" (PDF) und "Selbstkontrolle für Lebensmittelbetriebe".

Das Schweizer Lebensmittelgesetz basiert ebenso wie die Regeln der EU auf der HACCP und verpflichtet den Betriebsverantwortlichen zur Durchführung einer schriftlich festgehaltenen, überprüfbaren Selbstkontrolle.

Die wesentlichen Schritte dazu sind:
  • Die kritischen Kontrollpunkte (CCP), das heisst die Hygieneschwachstellen in allen Bereichen (Einkauf, Produktion, Verkauf, Personalhygiene usw.) lokalisieren und schriftlich festhalten (Gefahrenanalyse).
  • Die erforderlichen Massnahmen und Anordnungen zur Vermeidung und Behebung möglicher Fehler und Schäden festlegen.
  • Kader, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter instruieren und beauftragen, für die nötigen Korrekturen oder Rückmeldungen zu sorgen. Hygieneschwachstellen beseitigen.

Neue Erkenntnisse bei Getraenkeschankanlagen.

Tests der Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gaststätten haben jetzt neue Erkenntnisse bei Getränkeanschankanlagen geliefert: Ausströmende Kohlensäure sammelt sich nicht ? wie theoretisch angenommen ? vorrangig im Bodenbereich. In kleinen Räumen, z.B. Kühlräumen, kann sich Kohlensäure (Kohlendioxid) vielmehr gleichmäßig im Raum verteilen. Lesen Sie mehr über die drohende Gefahr "Kein Entrinnen in kleinen Räumen" (via Newsletter der BGN).

Ikea Gastronomie.

Stefan Jäger schreibt über die Einzelhandelsgastronomie des Möbelhändlers Ikea: "Chez Ikea", in: Die Zeit vom 17. März 2005.

Google Adsense-Provisionen per Ueberweisung.

Google stellt für Auszahlungen seines Anzeigennetzwerkes Google Adsense seit gestern unter anderem für Deutschland zusätzliche Zahlungsarten zur Verfügung. Unter anderem kann man sich per Überweisung bezahlen lassen. Bis gestern wurden von Google ausschließlich auf US-Dollar lautende Schecks verwendet, wofür deutsche Banken teilweise unverschämt hohe Gebühren verlangt haben.

Mehr über die "Vermarktung von Anzeigenplätzen mithilfe von Google AdSense".

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Dienstag, März 15, 2005

Markenartikeler entdecken Werbung in Blogs.

Das als Anbieter beutelloser Staubsauger bekannt gewordene, vom Designer James Dyson gegründete Unternehmen Dyson hat in zwei britischen Blogs Inserate geschaltet: "Dyson First to Use [Brit] Blogs in Major Ad Campaign", in: Netimperative vom 14. März 2005. (via Business Blog Consulting).

Warum ist mir dies eine Meldung wert?
  1. Markenartikler sind generell noch recht zögerlich beim Online-Marketing, auch wenn der Anteil des Online-Marketings zu Lasten von Printwerbung und TV-Werbung steigt.
  2. Blogs spielen, auch wegen der noch geringen Reichweiten im Vergleich zu Großanbietern von Websites wie z.B. von Gruner + Jahr, bei der Medienauswahl von größeren, internetfernen Unternehmen noch kaum eine Rolle.
Das hat was zu tun mit der mangelnden Erfahrung mit Online-Marketing in den klassischen Werbeagenturen und ihrem Geschäftsmodell, das darauf ausgerichtet ist, große Budgets für Inserate mit möglichst wenig Arbeit zu verbraten, weil man sich durch die Agenturprovisionen der Medien finanziert.

Was macht Hotels und Anlagen erfolgreich?

Lessons from the Leaders - Lektionen von den Marktführern heißt der Untertitel einer Untersuchung von Tourism Intelligence International über erfolgreiche Hotels und Anlagen. Deren Geschäftsführerin Auliana Poon stellte die Ergebnisse ihrer Forschungen auf der Internationalen Tourismus-Börse Berlin im Rahmen der Veranstaltung "ITB aktuell - das Gespräch mit der Presse" vor.

Was macht ein Hotel erfolgreich? Accor, Club Med, Four Seasons, Carnival Cruise Lines oder Disney zählten Poon und ihren Mitarbeiter zu den Gewinnern ihrer Branche. Sie fingen vor zwei Jahren damit an, verschiedene Aspekte zu analysieren und kamen dem Geheimnis des Erfolgs auf die Spur. Zahlreiche Faktoren tragen zum Erfolg bei. Das kann etwa eine besondere Kombination von Umständen sein, die sich nicht auf andere übertragen lassen, etwa eine kleine Marktnische. Andere Umstände lassen sich sehr wohl auf andere Unternehmen übertragen. Diese unterteilt Poon in wenige Hauptbereiche:
  • Zunächst braucht ein Hotelunternehmer Visionen. Als Beispiel nennt Poon das Banyan Tree. In diesem modernen Spa gibt es keine weißen Kacheln, die dem Gast eine klinische Atmosphäre vermitteln. Eine ruhige Atmosphäre und geschmackvolle Umgebung sorgen für Wohlbefinden. Mit Innovationen entwickeln sich Hotels und Anlagen. Als Beispiele dienen Poon Sandals, die das All-inclusive-Angebot revolutionierten sowie Carnival Cruise Lines, die das Image der Kreuzfahrt aufpoliert haben und jährlich 15 Prozent Wachstum verzeichnen. "Dabei muss man nicht der erste sein, der mit Innovationen auf den Markt kommt", erklärt Poon.
  • Die Mitarbeiter wollen gut ausgesucht und behandelt werden. Schließlich besuchen Kunden Hotels mit zufriedenen und freundlichen Mitarbeitern lieber als solche mit griesgrämigen. Das Motto der Hotelkette Marriott lautet "Man kann Menschen Fähigkeiten beibringen, aber nicht das Lächeln." Damit sich die Mitarbeiter wohlfühlen, haben die Hotels der Kette zum Beispiel Kindergärten für deren Nachwuchs eingerichtet. Damit macht Marriott eine Ausnahme: "In diesem Bereich können wir noch sehr viel investieren", betont Poon. So rät sie etwa dazu, dass Kellner einmal die in ihrem Restaurant angebotenen Speisen selber essen dürfen. Die Frage "Hat's geschmeckt?" gerät so weniger zur Floskel, der Kellner kann mit dem Gast kommunizieren.
  • Strategische Allianzen sorgen für zusätzliche Einnahmen. Ein Hotel in Vietnam verdient laut Poon mit seinem Angebot für Ausflüge mehr als mit seinem Übernachtungsangebot. "Wenn man diese Aktivitäten nicht unter Kontrolle hat, geht einem viel verloren", appelliert Poon. Kunden fliegen auf Billigflieger. Warum sollten nicht auch teure Hotels Allianzen mit den Billigfluggesellschaften eingehen? "Die Kunden geben schließlich am Zielort Geld aus", betont Poon. Sogar zu Kontakten zur Immobilienbranche rät sie: "Viele Kunden kommen drei oder vier Mal, dann wollen sie eine Unterkunft kaufen."
(Quelle: Pressemitteilung der Internationalen Tourismusbörse Berlin).

"Hurra! Die Chinesen kommen" - Tipps für deutsche Gastgeber.

Mancher deutsche Gastgeber sollte beim Besuch chinesischer Delegationen und Touristengruppen genauer auf die Sitzordnung bei Lunch oder Dinner achten, und Politiker aus Deutschland sollten bei Besuchen in Beijing oder Shanghai nicht nur über Industrie und Investitionen reden, sondern auch über deutsche Kultur und touristische Reize. Dann würden noch erheblich mehr Gäste aus dem Reich der Mitte Deutschland besuchen. Das wurde auf dem ITB Kongress Market Trends & Innovations in Berlin beim Seminar "East goes West - Chinesische Touristen entdecken Deutschland" unterstrichen. Experten aus beiden Ländern gaben Gastgebern in der Fremdenverkehrsbranche Tipps, um Marktchancen in Deutschland zu nutzen und "Fettnäpfchen zu vermeiden".

Händeschütteln akzeptieren Chinesen, aber "schütteln Sie nicht zu kräftig, bei Damen möglichst sanft", sagte Referentin Heidy Loeff-Krausch. Die gebürtige Niederländerin offeriert mit ihrer Pro Train GmbH Events und Training auch zu dieser Thematik. Bei einem Essen für eine Reise- oder Geschäftsgruppe sollte der Leiter der Delegation immer direkt rechts neben dem Gastgeber platziert werden. Die Besucher könnten dies sonst als Geringschätzung interpretieren.

Touristen aus dem Land der Mitte schätzen neben deutscher Kultur, Architektur und landwirtschaftlichen Reizen vor allem auch Autos, Bahnen und Elektronik, aber auch Bier und Fußball aus Germany, erläutert Dr. Yu Zhou-Brock. Sie stammt aus Beijing und ist Dozentin an der Internationalen Fachhochschule Bad Honnef/Bonn. Die Expertin rät den Deutschen, für chinesische Besucher auch mal den Besuch des BMW-Museums oder einer Brauerei zu organisieren. Wenn ein Hotel- oder Firmenchef für Shopping-Touren der Gäste in guten Kaufhäusern und Läden einen charmanten Begleiter zur Seite stellt, kann er damit viele Freunde gewinnen. Chinesen kaufen auf Reisen in der Regel gut und teuer ein - auf keinen Fall Nachahmungen oder Ramsch. Generell gilt, wie Zhou-Brock sagt:
"Wir Chinesen beschweren uns in der Regel nicht, auch wenn wir dazu Grund hätten: Chinesen wollen Harmonie. Sie kommen dann aber oft einfach kein zweites Mal."
China gewinnt als Destination und als Quellenland im internationalen Tourismusgeschäft immer mehr an Bedeutung. Frankreich stellt sich auf die Gästewelle aus Asien offenbar besser ein als Deutschland, wurde auf dem Seminar betont. Die Franzosen feiern mancherorts inzwischen das chinesische Neujahr und haben große französisch-chinesische Feste, über die im Land der Mitte umfangreich berichtet wird. Das bestätigt auch Prof. Monika Echtermeyer, ebenfalls von der Fachhochschule in Bad Honnef. Sie sagt:
"Ich wünsche mir, dass deutsche Gäste in China auch viel mehr über Kultur und Tourismus reden, wie es Besucher aus anderen Ländern aus Europa machen."
Die vielfältigen Möglichkeiten des deutschen Fremdenverkehrs würden leider viel zu sehr vernachlässigt. Deutschland hat nach den Worten von Echtermeyer noch viele Chancen, dass der Slogan "Hurra! Die Chinesen kommen" immer wichtiger wird. (Quelle: Pressemitteilung der Internationalen Tourismusbörse Berlin).

Gaesteglück als Klassenziel.

Unter dem Motto "Punkten kann jeder ? sammeln Sie Ringe!" bewirbt die Ringhotels-Kooperation für ihre 150 individuell geführten Häuser eine neue RinghotelsCard. Das ist eine kleine Plastikkarte, die auf eine verstärkte Gästebindung abzielt. Je Zehn Euro Umsatz in Verbindung mit einer Übernachtung winkt dem Gast eine Belohnung in Form von drei Ringen. Je nach erreichter Punktezahl oder besser: Ringezahl fällt diese kleiner oder größer aus. Zwischen Regen¬schirm und champagnerseeligem Zwei Tages Hotelarrangement warten eine Reihe attraktiver Prämien auf die Sammler. Während die Kooperation mit dem Leistungsspektrum der großen Ketten gleichzieht und damit einen klaren Wettbewerbsvorsprung gegenüber anderen Kooperationen einnimmt, Bekanntheitsgrad und Image steigert, bietet das Programm Hoteliers zahlreiche Möglichkeiten, ihre Kunden durch individuelle Betreuung glücklich zu machen. Als Besitzer einer RinghotelsCard profitiert man von einer ganzen Reihe Serviceleistungen - vom vorzeitigen Check In bis zur persönlichen Reiseplanung inklusive Wettervorhersage. Die Karte kann in jedem der kooperierenden Hotels, beim ServiceCenter oder über Internet bestellt werden.

Auf eine ebenfalls gute Resonanz stößt die neue Themenbroschüre zum Golfen in Deutschland, mit der sich Ringhotels e.V. im wachsenden Golfmarkt positionieren und neue Gästekreise erschließen wollen. In Zusammenarbeit mit dem Golf Journal stellt die Kooperation im "GolfGuide 2005" 28 ihrer Hotelpartner vor, die interessante Abkommen mit 53 Golfplätzen haben - in einer lesbaren Kombination aus individueller Hotelinformation, launiger Golfplatzbeschreibung und attraktiven Arrangements. (Quelle: Pressemitteilung der Internationalen Tourismusbörse Berlin).