Gastgewerbe Gedankensplitter



Donnerstag, Juni 30, 2005

Erfolgreiche Praxisbeispiele und Geschaeftsideen.

Auf ihrer Website best-practice-business bietet Mireille Siebert Internetservices aus Frankfurt am Main erfolgreiche Praxisbeispiele in den Bereichen Finanzierung, Marketing, Strategie und Kooperationen und Stories erfolgreiche Unternehmen und Geschäftsideen. Gestern wurde z.B. das Lady's First hotel & wellness in Zürich vorgestellt.

Dienstag, Juni 28, 2005

Bern: Rauchverbot in Gaststaetten abgelehnt.

Der Große Rat von Bern hat ein Rauchverbot in Gaststätten abgelehnt: "Rauchverbot in Restaurants knapp gebodigt", in: espace.ch vom 21. Juni 2005.

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Mit variablen Getraenkepreisen Gaeste locken.

Wettspiele und ähnliche Angebotsformen, bei denen der Gast den Getränkepreis beeinflussen kann, sind immer wieder mal zu sehen.

So können Gäste im Bamberger Hofcafé an jedem Montagabend die Zahlung eines bestellten Getränkes (aus einer kleineren Getränkeauswahl) mit der Bedienung auswürfeln. Es wird mit zwei Würfeln gespielt. Wenn der Gast ein besseres Würfelergebnis erzielt als der Service, muß er das bestellte Getränk nicht bezahlen. Unterm Strich läuft dieses Spiel auf einen knapp 50%igen Rabatt (bei Gleichstand gewinnt der Service) auf ein Teil des Getränkesortiment hinaus. Damit sollte nach einer einer Ausweiterung der abendlichen Öffnungszeiten ein Anreiz geboten werden, das Objekt auch nach 22.30 Uhr zu besuchen. Mittlerweile wird es als "Cocktail-Gambling" bezeichnet und soll den Abverkauf von Cocktails fördern. Wenn der Gast gewinnt, bekommt er das Getränk nicht mehr umsonst, sondern zu einem ermäßigten Preis von 2 Euro.

Bei den sogenannten "Bierbörsen" werden Aktienbörsen nachgebildet. Die Preise von ausgewählten Getränken varieren abhängig von der Nachfrage. Seit 1992 bietet Jürgen Gerdau die Software und alles was dazu gehört unter Bierboerse.de an. Die erste Gaststätte mit diesem System stand in Kiel.

Vor kurzem wurde das sogenannte Aktionboard zum Patent angemeldet. Auf dem Aktionboard werden 8 verschiedene Produkte zu einem festgesetzten Aktionspreispreis angeboten, wobei sich die Menge des im Angebot befindlichen Produktes durch jede Bestellung der Gäste verringert. Ursprünglich wurde dieses Aktionboard von Mannheimer Gastronomen (u.a. Thomas Karch) für ihre eigene Gastronomie entwickelt. Mittlerweile wird es als funkgesteuertes Modell auch anderen Gastronomen angeboten.

Menschenwuerde.

Die ehemalige Bundestagskandidatin des Kommunistischen Bundes Westdeutschland und jetztige sozialdemokratische Bundesministerin für Gesundheit und Soziales Ulla Schmidt sagte auf einem Kongress der SPD-Bundestagsfratkion in Berlin, es sei ein "Anschlag auf die Menschenwürde", wenn jeder zweite Betrieb Ältere nur mit Beihilfen oder Subventionen einstellen wolle (Quelle: "Schmidt kritisiert Einstellungspraxis vieler Unternehmen bei Älteren ", in: Netzeitung vom 28. Juni 2005).

Der Genossin gelingt es nicht davon ablenken, daß die Politik aber auch die Tarifvertragsparteien Rahmenbedingungen geschaffen haben, die es Unternehmen ratsam erscheinen lassen, eher Jüngere einzustellen, z.B.
  • müssen Unternehmen bei einer Sozialauswahl bei betriebsbedingten Kündigungen das Lebensalter als ein Kriterium berücksichtigen. Wer ältere Arbeitnehmer einstellt, riskiert, Jüngere zuerst entlassen zu müssen.
  • Die Verpflichtung zur Zahlung von Lohnfortzahlung im Krankheitsfalle führt in Verbindung mit zu erwartenden höheren Krankheitsquote von älteren Arbeitnehmern zu höheren Personalnebenkosten.
  • In diversen Manteltarifverträgen sind für ältere Arbeitnehmern höhere Leistungen zugesagt, etwa ein verlängerter Urlaubsanspruch.
So verwundert es nicht, daß nur wenige Unternehmen gezielt ältere Arbeitnehmer einstellen. Und wenn, dann nur, um für ihr nach schnellem Wachstum mit allzuviel jüngeren Arbeitnehmern bestücktes Unternehmen gezielt mit einigen älteren Mitarbeitern auszutarieren, so der Automobilzulieferer Brose (siehe dazu "Senioren gesucht", in: Spiegel vom 17. Juni 2004). Prof. Dr. Hans-Werner Sinn hat deshalb vorgeschlagen, ältere Arbeitnehmer sollten weniger verdienen, damit deren verringerte physische Leistungsfähigkeit wieder in Einklang kommt mit ihren Löhnen ("Ältere Arbeitnehmer sollen weniger verdienen", in: Spiegel vom 20. Juni 2005).

Montag, Juni 27, 2005

Kein Anspruch auf Teilzeitarbeit bei hohen Kosten fuer eine Ersatzkraft.

Das Teilzeitarbeitsgesetz ist eine der schwachsinnigen Reformen der rot-grünen Bundesregierung, die Frau Bundeskanzlerin alsbald auf den Müllhaufen werfen sollte. Siehe dazu: "Teilzeitarbeit-Gesetz und die Auswirkungen auf die Gastronomie".

Das Bundesarbeitsgericht hat mit einem Urteil vom 21. Juni 2005 - 9 AZR 409/04 - wenigstens zugestanden, daß unverhältnismäßige zusätzliche Kosten durch Einarbeitung und laufende Schulungen einer Ersatzkraft als betriebliche Gründe anerkannt werden, die einer Gewährung von Teilzeitarbeit entgegen stehen können. Siehe: "Verringerung der Wochenarbeitszeit - unverhältnismäßige Kosten", in: Existenzgruender.de vom 27. Juni 2005.

Wie man als Gesetzgeber überhaupt auf die Idee kommen kann, einer Vertragspartei zu erlauben, einseitig ohne Änderungskündigung die Konditionen zu ändern, verstehe wer will.

Mehrwertsteuererhoehung IV.

Seit dem 12. Mai 2005 haben wir in diesem Blog mehrere Beiträge zum Thema Mehrwersteuererhöhung veröffentlicht.

Gestern hat sich auch der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband zum Thema geäußert: "DEHOGA: Mehrwertsteuererhöhung Gift für die Konjunktur":
"Den selbst innerhalb der CDU umstrittenen Vorschlag, im Falle eines Wahlsieges die Mehrwertsteuer zu erhöhen, lehnt der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA Bundesverband) kategorisch ab. "Eine Erhöhung der Mehrwertsteuer wäre ein brutaler Konsumkiller und damit Gift für die Konjunktur", erklärt DEHOGA-Präsident Ernst Fischer am Sonntag in Berlin.

Die Hauptleistungsträger der Tourismuswirtschaft Hotellerie und Gastronomie wären doppelt hart betroffen: "Eine Mehrwertsteuererhöhung würde die bereits heute bestehenden Wettbewerbsverzerrungen innerhalb Europas weiter verschärfen", macht Fischer deutlich.

In 21 von 25 Mitgliedsländern gilt der reduzierte Mehrwertsteuersatz für die Hotellerie, die Hälfte der EU-Mitgliedstaaten wendet ihn auch für die Gastronomie an. Mit Ausnahme von Dänemark beträgt der Mehrwert-steuersatz für Beherbergungsleistungen in allen Anrainerstaaten Deutschlands nur drei bis zehn Prozent (z.B. Luxemburg 3 Prozent, Frankreich 5,5 Prozent, Niederlanden 6 Prozent, Österreich 10 Prozent).

Die Folge für Deutschlands Gastgeber: Der Standortnachteil vergrößert sich, wenn die Mitbewerber jenseits der Grenzen deutlich geringer steuerlich belastet sind und die gleiche Dienstleistung zu günstigeren Preisen anbieten können.

"Deutschland muss endlich die Chancen niedriger Steuersätze nutzen", appelliert der DEHOGA-Präsident an die Politik. "Ein reduzierter Mehrwertsteuersatz schafft nicht nur Spielräume an der Preisfront, sondern sorgt für mehr Nachfrage, mehr Beschäftigung, mehr Wachstum". Das, so Fischer, "wäre ein wirklich effektives Konjunkturprogramm und eine gewinnbringende Investition in den Tourismusstandort Deutschland. Hotellerie und Gastronomie schaffen Arbeits- und Ausbildungsplätze hier vor Ort.""
Mir scheint es kaum durchsetzbar in der aktuellen Situation, daß für gastgewerbliche Produkte und Dienstleistungen der ermäßigte Mehrwertsteuersatz eingeführt wird. Man sollte eher zu erreichen versuchen, daß sich der Abstand zwischen dem ermäßigtem und vollem Mehrwertsteuersatz (und damit der Wettbewerbsnachteil zu Bäckern, Metzgern und Lebensmittelhandel) verringert.

Bekanntlich.

Wenn jemand etwas behauptet und den Beleg dafür schuldig bleiben will, ist die Floskel "bekanntlich" bequem. Man impliziert, es handele sich um eine unbstreitbare, von allen akzeptierte Tatsache und erspart sich so den Beweis.

So hat der Arbeitsmarktexperte Prof. Dr. Michael Burda von der Berliner Humbold-Universität in einem Interview der Netzeitung vom 27. Juni 2005 ("Höhere Mehrwertsteuer sollte vor allem Geringverdienern zugute kommen") behauptet:
"Arme zahlen bekanntlich relativ mehr Mehrwertsteuern als Reiche, weil sie im Vergleich zum Einkommen mehr konsumieren als Besserverdienende."
Dies ist jedoch falsch. Zumindest hat sich der Finanzwissenschaftler Prof. Dr. Manfred Rose vom Alfred-Weber-Institut der Universität Heidelberg bereits in den 70ern intensiv dieser Frage zugewandt und abschließend festgestellt, daß inbesondere die mittleren Einkommen von der Mehrwertsteuer relativ besonders betroffen sind:
  • Bei höheren Einkommen führt die sinkende Konsumquote zu einer relativen Entlastung.
  • Bei niedrigen Einkommen führt der hohe Anteil von Produkten und Dienstleistungen, die von der Mehrwertsteuer befreit sind (wie Wohnraummieten) oder für die nur ein ermäßigter Mehrwertsteuersatz gilt, zu einer relativ geringeren Belastung als bei mittleren Einkommen.
Siehe dazu etwa: Prof. Dr. Manfred Rose: "Verteilungswirkungen indirekter Steuern, insbesondere der Mehrwertsteuer", in: M. Pfaff (ed.), Problembereiche der Verteilungs- und Sozialpolitik, Berlin 1978, S 63-79.

Sonntag, Juni 26, 2005

Hoellen-Pflaume.

Seit dem 4. April 2005 bieten wir in unserem Bamberger Café Abseits das Wellness-Getränk "Höllen Pflaume" an. Höllen Pflaume ist ein erfrischender Mix aus Höllen Sprudel Mineralwasser aus Naila-Hölle und den Säften von Zitronen, Äpfeln, Pflaumen und Holunderbeeren. Dazu kommen noch Pflanzenextrakte aus Melisse, Ginseng, Malve und Brennessel. Höllen-Pflaume ist seit 2002 auf dem Markt, ich habe es jedoch erst Anfang 2005 auf einer Messe kennengelernt und verkostet.

Persönlich empfinde ich es als etwas zu süß. Bei Kindern kommt es hingegen sehr gut an. Seit dieser Woche bieten wir es auch als Schorle an, also mit Mineralwasser "verdünnt" und damit erfrischender und weniger süß.

Anfangs lief die Nachfrage nach Höllen-Pflaume langsam an, aber es wird immer mehr konsumiert. Mittlerweile ist es unser meist verkauftes Erfrischungsgetränk, noch vor Cola oder Apfelsaftschorle usw.

Wir erfreuen unsere Gäste mit einem vergleichsweise günstigen Angebotspreis von 1,90 Euro je 0,4 Liter und erfreuen uns an einem niedrigen Wareneinsatzkoeffizienten von 17% bzw. 15% bei der Schorle.

Allgemeinverbindliche Tarifvertraege.

In einer Pressemitteilung der Gewerkschaft Nahrungsmittel, Genuß und Gaststätten vom 24. Juni 2005 hat der Franz-Josef Möllenberg, Vorsitzender der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG), zugegeben, im Hotel- und Gaststättengewerbe
"gelten keine bundesweiten Flächentarifverträge, und die zuständigen Arbeitgeberverbände seien nicht bereit, bundesweit Tarife zu regeln. Somit sei es nicht möglich, tarifliche Mindestlöhne für allgemeinverbindlich zu erklären. Hinzu komme, dass in den alten Bundesländern rund ein Drittel, in den neuen sogar zwei Drittel der Arbeitnehmer nicht mehr tarifgebunden seien."
Leider enthält das aktuelle Verzeichnis der als allgemeinverbindlich erklärten Tarifverträge (PDF), eine Sammlung des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales, einige regionale Mantel- und Zusatztarifverträge dieser Branche, so aus Bayern, Hessen, Baden-Württemberg, Bremen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein. Deren Allgemeinverbindlichkeitserklärung ist jedoch erfolgt unter Mißachtung der Tatsache, daß sowohl der Gewerkschaft NGG als auch der DEHOGA nur eine Minderheit der Arbeitnehmer bzw. Arbeitgeber angehören.

Samstag, Juni 25, 2005

Inhaltsbasierte Werbemittel von eBay.

eBay bietet seinen Partnern neue inhaltsbasierte Werbemittel. eBay ermittelt dabei automatisch den Inhalt der Webseite des Partners und blendet dynamisch dazu passende eBay-Angebote ein - ähnlich wie beim Google Adsense-Anzeigennetzwerk (siehe dazu meinen Artikel über die "Vor- und Nachteile von Google Adsense". Auf diese Weise wird die Relevanz des Werbemittels sowie der Mehrwert für die Nutzer der Webseite gesteigert und vermutlich auch die Anzahl der AdClicks und letztlich der Gewinn des Partners.

Es stehen zur Zeit erst zwei unterschiedlich große Templates zur Verfügung, die Javascript oder IFRAME verwenden.

Freitag, Juni 24, 2005

Mehrwerststeuererhoehung III.

Mein Vorschlag vom 16. Juni 2005, statt des allgemeinen Mehrwertsteuersatzes den ermäßigten zu erhöhen und auf einige bislang umsatzsteuerfreie Produkte und Dienstleistungen einzuführen, findet jetzt auch in Wissenschaft und Politik Gefallen:
  • "Die ermäßigte Mehrwertsteuer gehört abgeschafft" von Rolf Peffekoven, Direktor des Instituts für Finanzwissenschaft der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats beim Bundesministerium der Finanzen, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 22. Juni 2005.
    "Warum wird der Hamburger, der im Restaurant gegessen wird, derzeit mit 16 Prozent Umsatzsteuer belastet, bei Mitnahmen und Verzehr zum Beispiel vor der Tür des Restaurants aber mit nur sieben Prozent? In diesem Fall wird dem Anbieter auch noch die Steuerhinterziehung durch entsprechenden Tastendruck auf der Registrierkasse einfach und damit attraktiv gemacht. Diese Wettbewerbsverzerrungen werden noch stärker, wenn der Normalsatz - wie in der politischen Diskussion angekündigt - erhöht werden sollte, der ermäßigte Satz aber - wahrscheinlich wieder mit den abwegigen verteilungspolitischen Argumenten begründet - auf dem bisherigen Niveau verbleiben wird."
    .
  • Aus der Zeit 26/2005, in: Die Zeit vom 22. Juni 2005. Es wird aus einem Interview mit Michael Meister, stellvertretender Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, vorab informiert:
    "Die Union denkt daran, bei einer Erhöhung der Mehrwertsteuer auch den ermäßigten Steuersatz anzuheben, der für Nahrungsmittel und Personennahverkehr sowie für Zeitungen und Bücher gilt. In der ZEIT erklärt der stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Fraktion Michael Meister, man könne die Debatte 'nicht nur auf den regulären Satz beschränken', der zur Zeit noch 16 Prozent beträgt. Meister lehnt es aber ab, einzelne Vergünstigungen bei der Mehrwertsteuer zu streichen, etwa den niedrigeren Steuer-satz für Blumen oder Hundefutter. Damit sei Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) schon einmal gescheitert. Der Gesetzgeber solle 'sich neutral verhalten und nicht darüber debattieren, welche der 50 Ausnahmetatbestände gerechtfertigt sind und welche nicht'."

Ten Ren Tea.

Bonny Kang hat eine Filiale von "Ten Ren" in ihrer kalifornischen Heimat besucht, einer internationale Kette mit chinesischen Teespezialitäten, in deren Gsschäften man auch sehr wertvolle Tees probieren und Kleinigkeiten dazu essen kann, und dort einige Fotos geschossen. Es gibt dort auch Tees wie den King's 509 Dark Super Fine, der 64 US-Dollar (für 150 Gramm) kostet. Die Ten Ren Tea Company ist der größte und bekannteste Teehersteller im Fernen Osten.

Donnerstag, Juni 23, 2005

Upcoming.

upcoming.org ist ein Veranstaltungskalender-Tool, mit dem man Termine man mit anderen zusammen erstellen und teilen kann. Die Termine lassen sich automatisch auf Webseiten einbinden. Sie können auch per RSS-Feed abonniert werden.

Zur Demonstration habe ich einmal ein Event eingegeben.

Amazon bietet Leih-DVDs ab sofort auch in Deutschland.

Amazon.de hat als weiteres Geschäftsfeld den Verleih von DVDs in sein Programm aufgenommen: "Amazon.de startet DVD-Verleih übers Internet", in: Computerwoche vom 23. Juni 2005.

Das Angebot ist einfach struktuiert:
  • Die Kunden könnten zwischen drei verschiedenen Angeboten mit je drei, vier oder sechs DVDs pro Monat wählen zu Preisen von monatlich 9,99 Euro beziehungsweise 13,99 oder 18,99. Das heißt, der Entleiher kann je nach Tarif 1, 2 oder 3 Titel gleichzeitig zu Hause.
  • Neue Filme gibt es nach Wunsch gegen die ebenfalls versandkostenfreie Rücksendung der entliehenen DVDs.
  • Die Ausleihzeit je Film sei unbefristet.
  • Nachgebühren fallen nicht an.
  • Man kann die Teilnahme jederzeit beenden, online, 24 Stunden am Tag. Man zahlt keine Stornogebühren und unterliegt keiner langfristigen Vertragsbindung.
  • Zum Start sind 3.000 Titel im Angebot.
  • Logistikpartner ist die Deutsche Post.
Ob Amazon.de-Affiliates Provisionen aus vermittelten Verleihgeschäften bekommen, ist mir als Amazon.de-Partner bisher noch nicht mitgeteilt worden.

Pampig.

Der Karstadt-Chef Thomas Middelhoff hat seine Mitarbeiter davor gewarnt, gegenüber den Kunden pampig aufzutreten: "Karstadt-Mitarbeiter sollen sonntags arbeiten", in: Spiegel vom 23. Juni 2005.

Ich habe meine Zweifel, ob man Freundlichkeit lernen kann, wie das die Deutsche Bahn in vielen Seminaren versucht hat ("Ralf-Klein-Bölting, Chef des Konzernmarketings Deutsche Bahn: 'Freundlichkeit braucht Training, von alleine geht das nicht.'), oder gar befehlen kann wie der bei Bertelsmann gescheiterte Thomas Middelhoff.

Man muß bereits bei der Personalauswahl auf bestimmte Persönlichkeitsmerkmale achten. Mitarbeiter, zu deren Eigenschaften es gehört, unfreundlich zu sein, sollte man kurzerhand feiern. Middelhoffs Problem - und das vieler Unternehmer - ist aber, daß es in unserem Staat nicht erlaubt ist, unfreundliche Mitarbeiter zu feuern. Man bekommt sie ja manchmal sogar nicht los, wenn sie ihren Chef beleidigen.

Siebeck testet "The Fat Duck".

Wolfram Siebeck testet das angeblich beste Restaurant der Welt ? das "Fat Duck" nahe London: "Besser geht?s nicht?", in: Die Zeit vom 23. Juni 2005.

Siehe dazu auch unsere früheren Meldungen "Die 50 besten Restaurants der Welt" und "ttz Bremerhaven plant Engagement in Kochschulen".

Mittwoch, Juni 22, 2005

Bedauernswerte Journaille.

Fünf Redakteure der Wochenzeitung "Die Zeit" wollen/müssen sich über eine Woche hin durch eine Vielzahl von Blogs quälen ("Türen dicht", in: Zeit Blogger Salon), von denen ein vorlauter von Randow bereits weiß, daß bestenfalls ein Blog so "so richtig relevant und ansprechend und humorvoll und anregend zugleich" ist.

Vielleicht wäre die Zeit besser verwendet, wenn sich "Die Zeit" eine Lösung einfallen ließe, wie man Artikel der Printausgabe auch online leicht finden könnte, wenn man auf sie einen Link setzen möchte. Die einfachste Lösung wäre es, in der Printausgabe den direkten Link zum Online-Artikel abzudrucken. Es soll Zeitungen und Zeitschriften geben, die machen sowas schon...

Veraendertes Essverhalten.

Über die Ergebnisse einer aktuellen Studie des Gottlieb-Duttweiler-Instituts der Universität St.Gallen über das Schweizer Essverhalten, berichtet die Neue Zürcher Zeitung vom 22. Juni 2005: "knappere Budgets verändern Essverhalten".

Im Vergleich zur letzten Untersuchung vor zwei Jahren sei die Preissensibilität gestiegen, nehmen das Nachtessen nur noch 14 Prozent (vormals 19,3 Prozent) auswärts ein. Das hat aber nicht nur mit dem Geld zu tun, die Menschen haben auch weniger Zeit. Mittags essen mehr Menschen am Arbeitsplatz (17,3 Prozent im Vergleich zu 14,4 Prozent vor zwei Jahren) und im Einzelhandel. Beliebt sind vor allem Nahrungsmittel wie Milchprodukte, Obst, Gemüse und Backwaren.

Meines Erachtens hat sich die Gastronomie auf diese Trends, die es wohl auch in Deutschland so gibt, nicht genügend eingestellt. Eine vergleichsweise einfach zu organsierende Möglichkeit ist z.B. reichhaltige Frühstücke bis in die Nachmittagsstunden anzubieten, denn diese das, was immer mehr auch mittags essen wohlen, z.B. Backwaren und Milchprodukte in Verbindung mit Obst. Eine andere Möglichkeit sind Lieferservices mit belegten Backwaren, wenn Arbeitsplätze in der Nähe sind. Bei solchen Angeboten trifft man jedoch auf darauf spezialisierte Anbieter sowie auf Konkurrenten aus dem Einzelhandel, auf Bäckereien, Metzger und Kioske.

Magazine als Speisekarten.

Thorsten Sommer macht sich Gedanken, ob der Wechsel von Sausolito von einer Speisekarte im herkömmlichen Format zu einem umfangreichen Magazin gelungen ist: " Neuausrichtung - Magazin statt Karte".

Die Diskussion ist in der Tat angebracht. Warum? Die Preise für Vierfarbdrucke entwickeln sich - bedingt durch technologische Veränderungen - rasant nach unten (siehe dazu: "Flyer drucken lassen"). Wir haben z.B. für unsere herkömmlich gedruckte Speisekarte (in schwarz-weiß mit einem zweifarbigen Umblatt) soviel gezahlt, daß wir dafür mitterweile auch ein farbiges Magazin mit 16 Seiten in hoher Auflage drucken lassen könnten. Vor diesem Hintergrund sollten Sie sich überlegen, ob ein Umstieg für Sie lohnt. Ein gewisser Druck wird auch von der Konkurrenz kommen, deren Karten vermutlich immer mehr in diese Richtung gehen werden. Andererseits kann man dann, wenn alle das machen, vieleicht schon wieder dadurch auffallen, daß man eine eher tradtionelle Karte hat.

Ein Vorteil des Trends zu in großer Auflage preiswert gedruckten Karten könnte sein, daß dann mehr Kollegen ihre Karten als Werbemittel einsetzen, die sie gerne ihren Gästen mitgeben oder gar als Hauswurfsendung in der Nachbarschaft verteilen.

Mietausfall droht.

Nach der Hartz-Reform kann man Vermieter eigentlich nur dringend davor warnen, Wohnungen an Empfaenger von Arbeitslosengeld II zu vermieten und an solche Mietinteressenten, bei denen zu erwarten ist, dass sie aus dem Bezug von Arbeitslosengeld I in den Bezug von Arbeitslosengeld II abrutschen. Das Lawblog erkärt warum: "Miete zweckentfremdet".

Eichel will ERP-Foerdervermoegen unterschlagen.

Die Zeiten zinsgünstige Förderkredite für Existenzgründer und Mittelstand gehen ihrem Ende zu. Die Bundesregierung räubert in ihren letzten Zügen noch schnell mal das sogenannte ERP-Fördervermögen, das von den Amerikaner im Rahmen des Marshall-Plans nach dem Zweiten Weltkrieg als Wiederaufbauhilfe zur Verfügung gestellt worden: "Eichel geht an die letzten Reserven", in: Netzeitung vom 22. Juni 2005.

Eine Auflage des Marshall-Plans ist die Stabilisierung des Staatshaushalts gewesen. Insoweit ist es von der rot-grünen Bundesregierung konsequent, nach der Zerrüttung des Bundeshaushalts auch das Erbe des Marshall-Plan zu verbraten.

Kuechenmeister - quo vadis?

Die bedeutendste, nicht-akademische Weiterbildung für einen Koch ist und bleibt in der Diskussion. Bildungsträger und Verbände haben jetzt ein Netzwerk Küchenmeister gebildet.

Braucht die deutsche Gastronomie, Hotellerie und GV auch in Zukunft den Küchenmeister? Ja, so lautet die deutliche Antwort des Verbandes der Köche Deutschlands e.V. (VKD), der sich im Rahmen des jüngst entstandenen "Netzwerks Küchenmeister" für den Erhalt und die konstruktive Weiterentwicklung dieses Abschlusses einsetzt. Gemeinsam mit Vertretern von der DIHK Bildungs-GmbH und des Dehoga beteiligten sich Mitglieder des VKD-Fachausschusses Berufliche Aus- und Weiterbildung, Prüfungs- und Seminarwesen (BAP) jüngst an einem ersten Erfahrungsaustausch zu dem Branchenthema Küchenmeister.

Auf dem beschwerlichen Weg zu einer bundeseinheitlichen Prüfung geht es vor allem darum, unterschiedliche Punkte zu diskutieren und zu egalisieren. Da wären beispielsweise die Prüfungstermine, die bislang nicht einheitlich im Bundesgebiet geregelt, sondern inidividuell nach IHK absolviert werden. Eine Vereinheitlichung auf die Monate April und Dezember ist das Ziel. Desweiteren stehen nicht zuletzt die Inhalte der Lehrgänge und Prüfungen zur Diskussion. Gefordert werden zum Beispiel qualifizierte Sachexperten als Prüfer, standardisierte Prüfungsaufgaben sowie vergleichbare Warenkörbe für die Prüfung.

Einig sind sich die Beteiligten darüber, dass die Qualität der Weiterbildung ihre Ursprünge bereits in der Qualität der Ausbildung hat bzw. die spätere Ausbilderqualifikation stark beeinflusst. Besondere Aufmerksamkeit muss deshalb den Inhalten der Grundausbildung gelten - denn nur wenn die meisterliche Basis gegeben ist und nur wenn alle ausbildenden Betriebe und Institutionen sich dieser Verantwortung bewusst sind, kann das Prinzip der Aus- und Weiterbildung langfristig erfolgreich funktionieren.

Wer Küchenmeister sein will, muss kochen können. Das ist keine neue Erkenntnis. Schwieriger wird es in der Lehrgangs- und Prüfungspraxis bei Aspekten wie Einkauf, Mitarbeiterführung, Betriebswirtschaft oder Marketing, die heute mindestens ebenso elementar sind. Aufgabe der Bildungsträger und Verbände wird es nun sein, Empfehlungen zu entwickeln und zu formulieren, um die Weiterbildung zum Küchenmeister bundesweit einheitlich und bundesweit auf einem hohen Niveau durchzuführen. Dafür und für den Erhalt des Qualitätszertifikats Küchenmeister engagiert sich der Fachausschuss BAP des VKD.(Quelle: Pressmemitteilung des Verbands der Köche Deutschlands).

Schnell mal abgemahnt.

Gestern um 17.22 Uhr hat mich (genauer: mein Unternehmen) nach sechseinhalb Jahren Tätigkeit als Webmaster die erste Abmahnung erwischt. In der Unterlassungserklärung, die wir hätten unterzeichnen sollen, sollte erklärt werden, einen bestimmen Markennamen in unserer Werbung nicht mehr zu verwenden.

Tatsächlich hatte ich nur über ein gastgewerbliches Unternehmen berichtet und dessen Namen dabei verwendet, was natürlich rechtlich zulässig ist.

Der Herr Anwalt hatte einfach nur auf den zu diesem redaktionellen Beiträg gehörenden, nächst besten Link zu unserem Impressum geklickt und den Herausgeber als vermeintlichen Wettbewerber mal flugs abgemahnt.

Nach einem Anruf bei dem übereifrigen Rechtsanwalt und ein paar deutlichen Worten meinerseits war Mist schnell vom Tisch. Um 18.35 Uhr ging sein Fax ein, daß sich sein Schriftstück erledigt habe.

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Angemessene Miet- und Pachtzinsen im Gastgewerbe.

Carl A. Schulze-Berndt, Geschäftsführer der HOGA Hotel- und Gaststätten-Beratungs-gesellschaft mbH, München, hat auf dem Nachfolge-Portal des Bundesministeriums für Wirtschaft und Arbeit zwei interessante Beiträge veröffentlicht, welche die Mitglieder unserer Mailingliste Gastro-Einsteiger sicherlich brennend interessieren:(Danke für den Hinweis an Robert Chromow).

Dienstag, Juni 21, 2005

Rechtsradikale Mittelschicht.

Ganz von ungefähr scheint es nicht zu kommen, daß führende Sozialdemokraten und der Populist Oskar Lafontaine auf Begriffe faschistischter Propaganda zurückgreifen.

Im Auftrag der Gewerkschaften untersuchten die beiden am Berliner Otto-Suhr-Institut der Freien Universität tätigen Professoren, der Rechtsextremismus-Experte Prof. Dr. Richard Stöss und der im Berufsfeldbereich Politische Erwachsenenbildung tätige Gewerkschaftsforscher Prof. Dr. Bodo Zeuner, rechtsextreme Einstellungen unter Gewerkschaftsmitgliedern in Deutschland und kamen unter anderem zu dem Ergebnis, daß unter den Gewerkschaftern aus der Mittelschicht die Rechtslastigkeit mit 19 Prozent deutlich stärker verbreitet ist als unter nicht organisierten Arbeitnehmern: "Peinliches Rückgrat", in: Süddeutsche Zeitung vom 21. Juni 2005.

Whisky, Rotz und Wasser.

Schon am frühen Morgen hängen stadtbekannte Millionäre an unserer Theke rum, schütten sich einen Whisky nach dem anderen in die Birne und flennen Rotz und Wasser: "Konservative in SPD für Millionärssteuer", in: Die Welt vom 21. Juni 2005.

Der skurrile Streit ueber Berlins wohl beruehmteste Currywurstbude.

Mario Scheuermann lästert anläßlich der Wiedereröffnung der Currywurstbude am Brandenburger Tor: "Die Rückkehr der Currywurst".

Briefmarke mit Kaffee-Motiv.

Am 28. Mai 2005 ist in Österreich eine neue Briefmarke mit einem Kaffee-Motiv herausgekommen, entworfen von dem österreichischen Maler und Illustrator Hannes Margreiter (via Its-CoffeeTime.de).

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Montag, Juni 20, 2005

Der Populist.

Den Rückgriff auf Begriffe faschistischer Propaganda durch führende Sozialdemokraten zu überbieten, strengt sich Oskar Lafontaine an. Er spricht von:
  • "Fremdarbeiter" und hetzt damit gegen Arbeitnehmer aus Osteuropa (Quelle: "Oskar redet sich in Rage", in: Focus vom 14. Juni 2005). Diese ausländerfeindliche Hetze geht sogar der PDS zu weit (Quelle: "Lafontaine will in NRW als Spitzenkandidat antreten", in: Mitteldeutsche Zeitung vom 16. Juni 2005.)
  • "Schandgesetzen" (Quelle: "Des Redners bunte Truppe", in: Süddeutsche Zeitung vom 15. Juni 2005. Der Ausdruck "Schandgesetze" entstammt der rechtrelativistischen Lehre von Gustav Radbruch. Er billigt dem einzelnen Bürger zu, "Schandgesetzen" die Anerkennung und den Gehorsam zu verweigern. Unsere Rechtsordnung kennt ein vergleichbares Widerstandsrecht nur in Artikel 20, Absatz 4: "Gegen jeden, der es unternimmt, diese Ordnung zu beseitigen, haben alle Deutschen das Recht zum Widerstand, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist." Dieser Widerstand gegen Bestrebungen, die verfassungsmäßige Ordnung, ist aber an die vorherige Ausschöpfung aller Rechtsmittel gebunden. Wer vor diesem Hintergrund von "Schandgesetzen" spricht und damit offen zum Rechtsbruch auffordert, agitiert verfassungsfeindlch.
  • Lafontaine will Deutschen die Staatsbürgerschaft entziehen (Quelle: "Unterm Marx-Kopf", in: FAZ vom 15. Juni 2005). Der Entzug der Staatsbürgerschaft ist laut Artikel 16 des Grundgesetzes verboten, weil er von den Nazis als Instrument der Verfolgung von Nazigegnern mißbraucht worden ist. Diese Regelung könnte als Kernbereich unserer Verfassung noch nicht einmal mit einer verfassungsändernden Mehrheit verändert werden.
Da möchten die Sozialdemokraten nicht abseits stehen. Heute meldet der Spiegel: "Nazi-Vokabel auf SPD-Internetseiten".

Lach mal Brause.

Vor kurzem haben wir berichtet, daß Coca Cola eBay sponsert. Wer daraus schließt, die Marketingverantwortlichen von Coca Cola verstünden etwas vom Internet, sieht sich jetzt brüsk eines Besseren belehrt: "adland: Coke threatens fan-site due to a link to Cokes homepage" (via MEX Blog). Wer behauptet, man müsse eine Genehmigung einholen, um eine Website verlinken zu dürfen, stellt sich selbst auf eine Stufe mit jemandem, der beim Basketball "Abseits" schreit, macht sich einfach lächerlich.

Wen Details zum Thema "Haftung für Hyperlinks" interessieren, findet in den "Juristischen Lehrmaterialien" von Prof. Dr. Klaus Sakowski mehr darüber.

Human Touch.

Der ShopBlogger meint, sein Blog bringe ihm keine materiellen Vorteile. Das sehe ich nicht ganz so. Zumindest wenn die Lokalzeitung einen Mehrspalter mit Bild bringt, wäre ein solcher Artikel in Anzeigen-Äquivalenten nicht ganz billig. Sympathischer ist er allzumal. Zumindest würde eine PR-Agentur für sowas schon mal schätzungsweise 500 Euro im Monat verlangen, ohne einen Erfolg garantieren zu können.

Daß sich in der Gastronomie Ausgaben für PR-Agenturen möglicherweise besser rechnen als Ausgaben für Inserate, zeigt auch unser Beitrag "Kreative Konzepte in der Gastronomie". Noch preiswerter ist natürlich bloggen ....

Soupsoup Mobil.

Das im Frühjahr 2004 in Frankfurt am Main eröffnete Konzept soupsoup haben wir damals bereits vorgestellt. Heute teilt mir Thomas Claussen, Vorstand des Betreibers Suppstanz AG, mit, daß man seit Ende Mai 2005 über einen mobilen Ableger verfügt. Mehr darüber unter www.soupsoup.de/mobil.

Um Mißverständnisse zu vermeiden: Gemeint ist nicht eine Website, die mit mobilen Endgeräten angeschaut werden kann, sondern mobiles Catering, ein Verkaufsfahrzeug, von dem herunter bzw. aus dem heraus Suppen vor Ort ausgegeben werden können.

Unter falscher Flagge.

Ich muß es zugeben. Daß da ein Landtagsabgeordneter sich als Reisejournalist ausgegeben und Hotelübernachtungen geschnorrt hat, geht mir runter wie Öl: "Niedersachsen: CDU-Abgeordneter gibt sich als Reisejournalist aus", in: Spiegel vom 20. Juni 2005. Warum?
  • Als Blogger hat man es bisweilen schwer, auf Messen, Weinproben usw. zugelassen zu werden. Obwohl es ein Leichtes ist, im Internet nachzuschauen, was derjenige so treibt und schreibt. Siehe dazu meine Erfahrungen mit der Frankfurter Buchmesse: "Wie man ins Pressezentrum kommt". Ob die Frankfurter Buchmesse-Veranstalter für die 2005er Buchmesse etwas dazugelernt haben?
  • Häufig wird nach einem Presseausweis gefragt, obwohl nur ein Teil der Blogger, insbesondere diejenigen, die "zufällig" auch berufsmässig als Journalist tätig sind, ein solches Stück Papier besitzen. Der beschriebene Fall zeigt deutlich, daß man sich einen Journalistenausweis leicht besorgen kann. Merke: Journalist spielen ist einfach. Blogger sein hingegen mit Arbeit verbunden.

Es kommt auf die Laenge an.

Der "Lorrainetreff" in Bern ist eine Sandwichbar mit ungewöhnlichem, erfolgreichem Konzept. Die Kunden wählen ein Sandwichbrot bestimmter Größe (10 Zentimeter Parisette kosten Fr. 3.50 , 15 Zentimeter Fr. 4.50, 20 Zentimeter 6 Franken und 30 Zentimeter 9 Franken) und können es sich nach Belieben selbst belegen. "Die Sandwichbar hat Kultstatus", in: Berner Zeitung vom 20. Juni 2005.

Mengen- bzw. wie hier längenabhängige Erlösformen sind an sich in der Gastronomie nichts Ungewöhnliches. Karpfen und andere Fische werden häufig nach Gewicht berechnet. Die "Almhütte" in Darmstadt-Eberstadt besitzt eine sogenannte "Kilostub'n", in der Gruppen bis zu 20 Personen feiern können. Alle dort bereitgestellten Preise und Getränke werden nach Kilo berechnet. Die Gäste zapfen selbst an der im Tisch integrierten Zapfstelle, das Haus stellt alles Nötige an Getränken und Speisen bereit.

Mehr über "Erlöse im Gastgewerbe: Erlösquellen und Preispolitik".

RSS-Feeds des Deutschen Bundestags.

Seit dem 10. Juni 2005 gibt es RSS-Feeds des Deutschen Bundestags. Sie sollten zukünftig thematisch ausgeweitet (differenziert) werden.

Mehr über RSS-Feeds mit einigen Beispielen von RSS-Feeds des Gastgewerbes, den ersten, die ich im Juni 2004 gefunden habe.

Es ist lobenswert, daß die - im Vergleich zu gastronomischen Betrieben - mager mit Manpower ausgestattete Verwaltung des Deutschen Bundestages jetzt auch schon soweit ist, sowas wahnsinnig Innovatives anzubieten.

Krankenversicherungen-Zusatzbeitrag ab Juli: Beitraege online berechnen.

Für die Zeit ab Juli 2005 haben die Sesselfurzer die Berechnung des Krankenkassenbeitrags so verkompliziert, daß kaum noch jemand durchblickt. Ein schöner Anlaß für krankenkassen-direkt.de einen Online-Rechner zur Verfügung zu stellen, der dabei helfen soll, die Rätsel zu lösen: "Zusatzbeitrag ab Juli: Beiträge jetzt online berechnen".

Der GKV-Beitragsrechner informiert Sie über die Feinheiten (man könnte auch sagen Fallstricke) der neuen Regelung) wie die Beitragspflicht bzw. -freiheit für
  • Familienversicherte
  • Geringverdiener / Auszubildende
  • Geringfügig Beschäftigte (Minijobs)
  • Beschäftigte innerhalb der "Gleitzone" ("Midijobs")
  • Freiwillig Krankenversicherte
  • Bezieher des Arbeitslosengeldes II
und gibt praktische Hinweise zum Nachweis und zur Zahlung des Zusatzbeitrages für Arbeitgeber. Man hat ja sonst auch nichts zu tun...

Google Mobile.

Wenn es in Ihrer Internetpräsenz bereits Webseiten gibt für Nutzer von XHTML (WAP 2.0), WML (WAP 1.2), iMode oder PDA Devices, können Sie diese Seiten beim neuen Google Mobile ab sofort anmelden.

Sie können auch ein Suchformular für Google Mobile in ihre Internetpräsenz für mobile User einbauen. Dieser Service ist kostenlos, aber registrierungspflichtig.

Mehr über "Mobile Marketing im Gastgewerbe".

Auswirkungen von Basel II auf die Gruendungsfinanzierung.

Im ersten Quartal 2005 hat die janusmind gastrosulting gbr eine Marktuntersuchung bei Banken zum Thema "Auswirkungen von Basel II auf die Gründungsfinanzierung" durchgeführt und dabei insbesondere die Brancheneinstellung zur Gastronomie geprüft. Die jetzt feststehenden Ergebnisse sind nicht nur für unsere Branche alarmierend. Eine Zusammenfassung: "Gründungsfinanzierung in der Gastronomie" (PDF).

Sonntag, Juni 19, 2005

Currywurst-Museum.

"Berlin bekommt ein Currywurst-Museum" meldet die Netzeitung vom 19. Juni 2005.

Frühere Beiträge über Currywürste:

Glotze.

Das Verhältnis von Gastronomen zum Fernsehen ist angespannt:
  • Man freut sich, wenn das eigene Objekt als Location angemietet wird und man für etwas, wofür man zahlen würde, bezahlt wird.
  • In den 50er und 60er Jahren des letzten Jahrhunderts haben wir das Fernsehen verflucht, weil sehr viele Gäste zu Hause vor der Glotze gesessen sind, um Straßenfeger wie "Das Stahlnetz" oder die "Familie Hesselbach" zu schauen. Andere Kollegen haben begonnnen, mit einem in der Kneipe stehenden Fernsehgerät all diejenigen anzulocken, die sich kein Gerät leisten konnten oder lieber in trauter Runde das Erste (und einzige) schauen wollten.
  • Heutzutage, dank Programmvielfalt, langweiligen Sendungen, Werbeunterbrechungen, Videorecordern und häufigen Wiederholungen, zittert wohl kein Gastronom mehr um seine Gäste.
  • In Bezug auf die Spiele der Fußballweltmeisterschaft 2006, inbsesondere der Spiele der deutschen Mannschaft, wird dies bezweifelt. Wer diese Zweifel mitträgt, kann sich für sehr viel Geld das Recht erkaufen und die technischen Voraussetzungen dafür schaffen, die WM-Spiele in seiner Gaststätte zu zeigen.
Mario Sixtus sagt voraus, daß der Fernsehkonsum (bzw. das was an seine Stelle treten wird) so individualisiert sein wird, daß wirklich kein Grund mehr besteht, deswegen einen Kneipenbesuch abzusagen: "Die Zukunft des TV".

Samstag, Juni 18, 2005

Verpackungsabgabe statt Dosenpfand.

Wer die aktuelle Tagespresse studiert, sieht sich mit einem aufgeregten Geschnatter von Politikern konfrontiert, die Steuern erhöhen wollen. Dabei lassen sich durchaus vernünftige Konzepte finden, mit denen zugleich Einnahmen erschlossen oder Ausgaben verringert werden können.

Ein Beispiel ist die zur Zeit gültige Dosenpfand-Verordnung. Sie ist von Anfang an von den meisten Wissenschaftlern abgelehnt worden. Sie wollten stattdessen eine Verpackungsabgabe.

Organisatorisch ließe sich eine Verpackungsabgabe ohne großen bürokratischen Aufwand einführen, etwa in der Form einer Abgabe der Entsorger wie dem Dualen System, z.B. in einer Höhe von 50% der eingenommenen Lizenzengelte für den Grünen Punkt. Das Duale System müßte seine Lizenzentgelte um 100% erhöhen. Der Staat würde schätzungsweise rund 1,7 Milliarden pro Jahr aus dieser Abgabe einnehmen - allein vom Entsorger Duales System.

Die Bürger, der Einzelhandel und die Industrie könnten den Aufwand mit dem Pfand vergessen.

Und der Umwelt wäre mit einer differenzierten Abgabe, die sich an den Entsorgungskosten jeder einzelnen Packungsart und -größe orientiert und für alle Verpackungsarten und alle -inhalte fällig wird, mehr geholfen, als mit der geltenden Regelung eines pauschalen Pfandes nur auf bestimmte Verpackungsarten und für bestimmte Getränke. Die Industrie würde motiviert, Lizenzentgelte, also letztlich die Kosten der Entsorgung zu senken. Die derzeitige Dosenpfandregelung bietet ja keine Anreize, an der Kosten der Entsorgung von Verpackung zu sparen.

Die beste Brauerei der Welt.

Das in einer Auflage von 630.000 Exemplaren erscheinende, amerikanische Magazin "Men's Journal" hat in ihrer Juli-Printausgabe dem "Mahr Ungespundeten" der Bamberger Mahr's Bräu in der Kategorie Lager & Pilsner die Silbermedaille verlieren. Das "Mahr Leichte" erhielt in der Kategorie Leichtbiere sogar die Goldmedaile. Die Brauerei selbst wurde als beste Brauerei der Welt bezeichnet: "Best Beers In The World". Abgestimmt haben die Experten:Auch wenn man sich darüber, wer den Titel verdient, beste Brauerei der Welt zu sein, streiten kann, gehört die Mahr's Bräu sicherlich zur Spitzengruppe. Die hohe Bekanntheit auch in den USA, die gute Verbreitung in 35 Staaten der USA und die Tatsache, daß rund 10% der Produktion bereits in die USA exportiert werden, ist umso erstaunlicher als diese vergleichsweise kleine Brauerei keine finanziellen Ressorucen hat, diesen Erfolg mit den klassischen Marketinginstrumenten zu erreichen. Man könnte es so ausdrucken: Der Erfolg beruht allein auf Mundpropaganda. Aber damit sagt man im Grunde wenig. Welches sind die Umstände, unter denen diese Mundpropaganda ihren Lauf nimmt?
  • Unabdingbar ist neben der Fähigkeit, wirklich gute Biere zu brauen, eine kompromißlose Qualitätsorientierung. Sie muß sich im täglichen Geschäft immer wieder aufs Neue erweisen. Wenn die für die Qualität Verantwortliche sich mit demjenigen streitet, die für das Controlling verantwortlich ist, muß sich der für die Qualität Verantwortliche durchsetzen. Salopper formuliert: der Braumeister hat das Sagen. Man wird eher die Preise erhöhen als Kosten senken. Ausgaben spart man durch die Bescheidenheit, nicht auf Teufelkommraus von jedem gelistet zu werden, etwa durch die Weigerung, Werbekostenzuschüsse und Listungsgebühren zu zahlen.
  • Günstig ist ein reger Wettbewerb vor Ort. Er spornt nicht nur die Wettkämpfer an, sondern er hilft auch den Kunden, ihren Geschmack zu entwickeln und schafft einen Kundenkreis, der Qualität und Kreativität belohnt. Es gibt in der Stadt Bamberg zehn Brauereien und im Landkreis fast einhundert. Eine der besten Konkurrenten, Keesmann, hat seinen Standort direkt gegenüber der Mahr's Bräu auf der anderen Straßenseite. Ähnliches kann man auch in anderen Branchen beobachten, so die Sportschuhhersteller Puma und Adidas in Herzogenaurach oder die Restaurants von Harald Wohlfahrt, Claus Peter Lumpp und Jörg Sackmann in Baiersbronn, Platz 1, 5 und 19 auf G. Volkenborns Restaurant-Hitliste Deutschland.
  • Man beteiligt sich an Qualitätswettbewerben. So ist die Mahr's Bräu unter anderem auf dem Great British Beer Festival der Campaign for Real Ale nicht nur vertreten, sondern hilft auch bei der Logistik, damit Dutzende von fränkischen Bieren nach London gelangen.
  • Ein geschicktes, regionalorientiertes Marketing setzt vor allem auf Events und Öffentlichkeitsarbeit setzt. Das Thema "Bier" wird kulturell aufgebläht, netter formuliert: untermauert, um kulturelle Aspekte ergänzt. Braukunst als Handwerk, Brauereigaststätten als Heimat, ein Rausch als authentische Erfahrung. Siehe dazu: "Pferdekutschen".
Für die hohe Bekanntheit in den USA bietet der Bamberger Standort viele Vorteile:
  • das Fränkische Brauereimuseum mit vielen Mitgliedern aus aller Welt.
  • zwei Mälzereien (die Bamberger Mälzerei GmbH und Weyermann, auf deren Festen viele Bierfachleute sich treffen),
  • mit Kaspar Schulz einen weltweit exportierenden Hersteller von Brauereianlagen insbesondere auch für Gasthausbrauereien.
  • Bamberg ist beliebte Zielregion für Biertouren von Bierkennern und -fans wie z.B. Fred Waltman in Kalifornien oder John White.
  • Nicht zuletzt nutzen viele Aussteller und Besucher der Brau Beviale in Nürnberg, der wichtigsten Messe der Welt für Brauereien, die Nähe, um im Raum Bamberg zu übernachten oder wenigstens mal vorbeizuschauen.

SinBaLa.

Bonny Kang hat das Schnellrestaurant "SinBaLa Drinking Express" in Arcadia, Kalifornien, besucht und dort einige Fotos geschossen. SinBaLa bietet preiswertes taiwanesisches Essen sowie eine Vielzahl von Getränken wie Bubble Tea (dort Boba genannt) und frisch gepreßte Säfte. Die taiwanesischen Saucen werden selbst hergestellt (als Unique Selling Proposition).

Dissertationen mit gastgewerblichen Themen.

Dissertationen mit Bezug auf das Gastgewerbe sind recht selten. Unsere Branche wird in der Ausbildung an deutschen Universitäten vernachlässigt. Den auf den deutschen Markt drängenden, aber auch den hier entstehenden größeren gastronomischen Unternehmen (siehe unsere Seiten über Systemgastronomie und Hotelketten) fehlt deshalb der auf diese Branche fokussierte akademische Nachwuchs. Einige Ausnahmen - wenn auch die meisten sich eher um Tourismus drehen - als um die Gastronomie, finden Sie in unserer Linksammlung Schulen für das Gastgewerbe.

Um so mehr freuen wir uns gelegentlich auf Dissertationen mit Bezug auf unsere Branche hinweisen zu können, auch wenn Sie schon etwas älter sind:Ergänzend ausgewählte Dissertationen aus anderen Ländern:Für Hinweise auf weitere Dissertationen, auch laufende Arbeiten, sind wir dankbar.

Freitag, Juni 17, 2005

Insolvenzverfahren.

Verfahrenswesentliche Entscheidungen in Insolvenzverfahren aller Bundesländer findet man, wenn ein Insolvenzverfahren bei Gericht beantragt worden ist, unter www.insolvenzbekanntmachungen.de. Nicht zu finden sind Handelsregisterdaten und eidesstattlichen Versicherungen. Die Veröffentlichungen zu einem Verfahren werden spätestens einen Monat nach der Aufhebung oder der Rechtskraft der Einstellung des Insolvenzverfahrens gelöscht. Wird das Verfahren nicht eröffnet, beginnt die Frist mit der Aufhebung der veröffentlichten Sicherungsmaßnahmen.

Wenn man ein bestimmtes Insolvenzgericht auswählt, die Option "Detailsuche" und z.B. einen Wohnsitz, erhält man eine je nach Größe des Wohnorts ellenlange Liste der betreffenden Insolvenzverfahren, z.B. für Bamberg 442 Verfahren. Vertrauen ist gut. Kontrolle ist besser.

Warenkunde Lebensmittel.

Der ShopBlogger sucht für seine Azubi warenkundliche Informationen und hat dabei mit der Website des österreichischen Obst&Gemüse-Großhändlers K. Müllner mit ausführlicher Warenkunde über viele Obst- und Gemüse-Sorten ein Schmuckstück ausgegraben.

Noch ein paar Links zum Thema:

Suppentag.

Bernd Erlen betreibt eine mobile Suppenbar aus einem Oldtimer Citroen HY, vorrangig als Caterer im Raum Köln, Bonn und Düsseldorf: Suppentag.com.

Siehe dazu auch einen früheren Bericht über ein ähnliches Konzept des Berliner Existengründers Thomas Gottschalk: "Suppe macht glücklich".

Fuer den Papierkorb.

Rot-Grün hat im Bundestag das Antidiskriminierungsgesetz beschlossen: "Rot-Grün nickt Antidiskriminierungsgesetz ab", in: Spiegel vom 17. Juni 2005.

Ich hetze schon seit Januar dieses Jahres dagegen, zuletzt im März. Deshalb kann ich meine Genugtuung nicht verhehlen, daß dieser Unsinn im Vermittlungsausschuß versanden wird.

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SMS massenweise versenden.

Robert Chromow hat sich für die Akademie.de angeschaut, wie man (Massen-)SMS vom PC versenden kann: "SMS-Versand per PC - auch ohne Mobilfunk-Anbindung".

Gerade für gastronomische Marketingkonzepte, die sich an jüngere Gäste wenden, empfehlen sich Marketing- bzw. Kommunikationskonzepte, die auf SMS basieren. Die Altersgrenze verschiebt sich dabei zunehmend nach oben. Sogar die Bundeskanzlerin erzählt ja, sie verschicke und empfange fleißig SMS.

In früheren Beiträgen sind wir ja schon häufig auf "Mobile Marketing im Gastgewerbe", worunter man aber nicht nur SMS-Marketing versteht.

Wir haben über Anwendungsbeispiele bei Kollegen und unseren Lieferanten berichtet: Und einen kommerziellen Diensteanbieter vorgestellt: Alpenland.


Mehrwertsteuererhoehung II.

Gestern habe ich dafür plädiert, den ermäßigten Mehrwertsteuersatz abzuschaffen, zumindest zu erhöhern.

Heute steht in der Berliner Zeitung ("Entscheidende Prozentpunkte"), der Leiter des Hamburgischen Weltwirtschafts-Instituts (HWWI), Prof. Dr. Thomas Straubhaar, habe gesagt, er "würde die Mehrwertsteuer um vier Prozentpunkte anheben und auch den ermäßigten Steuersatz von sieben Prozent streichen".

Dann ist mein Vorschlag vermutlich doch nicht so blöd wie ein empörter Anrufer gemeint hat.

Donnerstag, Juni 16, 2005

Tropican Breakfast Club.

Tropicana, die Saftmarke von Pepsi, hat in Großbritannien eine Verkaufsförderungskampagne gestartet, bei der Treuepunkte auf der Verpackung mit Online-Werbung in Form einer Kampagnen-Website Tropicana Breakfast Club verknüpft wird. Gewinnen kann man ein Wochenende für zwei Personen im British Airways Club Europe. Die Kampagne hat einen Etat von 12,3 Millionen Pfund. (via Adverblog).

Das Produktportfolio von Tropicana ist nebenbei ein schönes Beispiel dafür, wie man ein scheinbar simples Produkt diversifizieren kann. So gibt es neben Orangensaft auch Blutorangensaft, eine Mischung aus Orangen- und Blutorangensaft, Mischungen aus Orangensaft mit anderen Säften und Functional Drinks, also Orangensaft mit verschiedenen Zusätzen wie Kalzium oder Multivitaminen, Orangensaft mit weniger Säure oder angereichert mit Ballaststoffen. Wieviel verschiedene Orangensäfte bieten Sie in Ihrer Gaststätte an?

Wettbewerbsverzerrung.

Der Bundesrat hat am 27. Mai 2005 beschlossen, dass keiner Gaststättenerlaubnis mehr bedarf, wer im Verkaufsraum (z.B. von Metzgereien, Bäckereien, Einzelhändlern Speisen und Getränke zum Verzehr an Ort und Stelle anbietet. Ausgenommen sind alkoholische Getraenke, für die weiterhin ein Gaststättenkonzession notwendig sein soll. Das Gesetz zur Änderung des Gaststättengesetzes soll bereits in den nächsten Tagen in Kraft treten (d.h. im Bundesgesetzblatt verkündet werden). Siehe dazu auch eine Mitteilung "Fleischer bald befreit von der Gaststättenerlaubnis", in: Fleischwirtschaft.de. (Danke an Holger Mitterwald vom Kneipenfuehrer.de für einen Hinweis auf diesen Beitrag).

Parteipolitisch umstritten ist die Änderung nicht. Dies ist jedoch kein Ausfluß parteiübergreifenden Sachverstands, sondern nur ein deutliches Indiz für die Impotenz der Lobby der Gastronomen, insbesondere des Deutsche Hotel- und Gaststättenverband, zumindest im Vergleich zur Lobby des Handwerks.

Nicht entschieden ist damit jedoch, ob die Länder, auch von der Verpflichtung, Toiletten zu errichten, absehen werden. Der baden-württembergische Wirtschaftsminister Pfister hat bereits öffentlich erklärt, er werde eine Abschaffung der Toilettenpflicht ablehnen (siehe dazu: Deutscher Hotel- und Gaststättenverband Baden-Württemberg, Aktuelles).

Bevor man sich als Existenzgründer oder bei neuen Objekten für diese konzessionsfreie Variante erscheidet, sollte man deren Vor- und Nachteile bedenken:
  • Man erspart sich das Konzessionsverfahren und insbsondere die nicht unerheblichen Gebühren für die Erlaubniserteilung von - kommunal verschieden - ungefähr einer halben Monatspacht.
  • Man sollte sich fragen, ob der damit verbundene Verzicht auf einen Ausschank alkoholischer Getränke mit dem Konzept vereinbar ist. Ohne alkoholische Getränke kommen eher Konzepte klar, die nur tagsüber geöffnet haben, gesundheitsorientiert sind (incl. vegetarische Konzepte), moslemische Gäste ansprechen wollen. Aushelfen kann man sich etwas mit alkoholfreien Biere, die einigermassen schmecken, alkoholfreiem Wein und Sekt. Und auch alkoholfreie Longdrinks werden sogar in Bars zunehmend bestellt.
  • Bedenken muß man, daß nur mit einer gaststättenrechtliche Erlaubnis ein Betrieb außerhalb der Ladenöffnungszeiten erlaubt ist. Das heißt, man zahlt für den erlaubnisfreien Betrieb mit einem Verzicht auf Umsatz an Sonn- und Feiertagen, abends und nachts, zumindest in den Gemeinden bzw. so lange es noch Ladenschlußzeiten gibt. Und selbst wenn man keinen regulären Betrieb außerhalb der Öffnungszeiten plant, lassen sich gastronomisch konzessionierte Räume auch für Veranstaltungen, auch Events von Fremdveranstaltern, nutzen und vermieten.

Mehrwertsteuererhoehung.

Auf eine kommende drohende Mehrwertsteuererhöhung haben wir bereits frühzeitig hingewiesen. Heute behauptet die Financial Times Deutschland, die CDU/CSU habe sich intern bereits auf eine Erhöhung zum zwei Prozentpunkte auf 18 Prozent festgelegt (Quelle: "Union plant 18 Prozent Mehrwertsteuer").

Leider wird in dieser Meldung nicht der geplante Zeitpunkt des Inkrafttretens der Erhöhung genannt.

Steuersystematisch würde ich eher für eine Abschaffung (notfalls eine Erhöhung) des ermäßigten Mehrwertsteuersatzes plädieren sowie für die Einführung der Mehrwertsteuerpflicht für Bank- und Versicherungsdienstleistungen, Wohnraum, Gesundheitsdienstleistungen, Briefbeförderung im Monopolbereich, Wasser und Abwasser usw.

Wie können Gastronomen auf die wahrscheinliche Mehrwertsteuererhöhung reagieren? Neben den bereits erwähnten Vorgehensweisen
  • auf Produkte und Dienstleistungen zu fokussieren, für die der ermäßtigte Mehrwertsteuersatz gilt,
  • zeitgenau die Preise anzuheben, z.B. neue Speisekarten zu drucken,
kann man einen Teil des zukünftigen höher besteuerten Umsatzes vorverlagern. Man kann z.B. den Verkauf von Geschenkgutscheinen ankurbeln, etwa falls die Erhöhung schon zum 1. Januar 2006 kommen sollte, im Weihnachtsgeschäft 2005. Eigentlich wird die Umsatzsteuer dafür erst zum Zeitpunkt der Inanspruchnahme des Gutscheins (also dem Zeitpunkt der Lieferung oder Leistung) fällig. Aber ob die Umsatzsteuerprüfer so genau hinschauen werden, steht auf einem anderen Blatt.

Catering anno domino 1839.

Eine Chronologie historischer Ereignisse rund um Lebensmittel hat Foodreference.com online gestellt (in englischer Sprache).

Z.B. hat der im Jahre 1790 geborene adlige Bankier und Spekulant Vicomte de Botherel im Jahre 1839 in der Pariser rue de laval, 15 ein Unternehmen "Omnibus cafés restaurants à domicile" gegründet. Täglich fuhren zwölf Wagen mit warmen Mahlzeiten und zwölf Wagen mit Weinen durch die Straßen von Paris. Die Speisen wurden zentral produziert in 15 Küchen, deren größte 40 Meter lang und 8 Meter breit gewesen ist. Sein Unternehmen machte Pleite. Der Vicomte war wohl etwas zu früh dran mit seinem Catering-Unternehmen.

Eine Chrononologie geschichtlicher Daten rund ums Kochen bietet Evolution of cooking.

Weniger Geld fuer Amazon-Partner.

Zum 1. Juli 2005 verschlechtert Amazon.de seine Provisionen für Affiliates. Die maximale Werbekostenerstattung pro Produkt aus dem Elektronik und Foto Shop für das gestaffelte Werbekostenerstattungsmodell wird auf maximal 10 EUR gesenkt.

Bisher konnten die Partner von Amazon.de z.B. bei der Vermittlung eines Kaufs einer hochwertigen Digitalkamera oder eines Laptops mit einem Preis von 2.000 Euro je nach Gesamtumsatz z.B. rund 180 Euro verdienen. Betroffen sind insbesondere Partner, die sich auf diese Produktgruppen fokussiert haben.

Amazon.de hatte eine solche Limitierung früher schon einmal. Sie wurde jedoch aufgehoben, um den Umsatz dieser Produktgruppen anzukurbeln.


Coca Cola sponsert eBay.

Coca Cola hat für Deutschland eine Sponsoring-Vereinbarung mit eBay abgeschlossen. Während des Sommers können Musikliebhaber neun Wochen lang ihre Lieblingssänger wie Jeannette Biedermann treffen. Erwartet werden 1,3 Milliarden Einblendungen der Marke auf der Website von eBay. (via AdverBlog). Siehe dazu auch eine Meldung von werben & verkaufen: "w&v werben & verkaufen: eBay kooperiert mit Coca-Cola / Internet-Auktionshaus holt erstmals Plattformen von Markenartikel-Unternehmen auf seine Website".

Zu den strategischen Problemen von Coca-Cola in Deutschland siehe auch unsere früheren Beiträge "Sinkender Marktanteil von Coca Cola", "Wasser in der langen Leitung" und "Cola" (neue Cola-Marken).

"DLG-praemierte" Spirituosen aus Oesterreich.

Das DLG-Testzentrum Lebensmittel hat jetzt die Preisträger des Internationalen Spirituosen-Wettbewerbs 2005 bekannt gegeben. Unter den Preisträgern befinden sich auch 16 Spirituosen aus Österreich. "DLG-prämiert" wurden Produkte der Unternehmen
  • Gautier Mückstein Getränke (Wien),
  • Destillerie Franz Bauer (Graz),
  • LEHAR Ges. mbH (Ebreichsdorf) und
  • H.C. König Ges. m.b.H. (Salzburg).
Acht Prämierungen erhielt die Destillerie Franz Bauer, davon sechs DLG-Preise in Silber und zwei in Bronze. Der Spirituosen-Hersteller H.C. König erzielte je zwei Gold- und Silbermedaillen. Mit einmal "DLG-prämiert" in Silber und zweimal in Bronze überzeugten die Produkte des Unternehmens LEHAR. Der Inländer Rum von Gautier Mückstein Getränke wurde mit einem Silbernen DLG-Preis ausgezeichnet.

Das DLG-Testzentrum Lebensmittel testete die Qualität von rund 200 Spirituosen aus fünf Nationen. In umfassenden Analysen und Kontrollen wurden die Produkte von ausgewählten Spirituosen-Experten auf ihre "Sensorische Fehlerfreiheit" getestet. Weitere produktgruppenspezifische Testkriterien aus den Bereichen "Produktsicherheit" und "Deklarationsgenauigkeit" flossen ebenfalls in die Bewertung ein. Im Expertentest waren Produkte aus allen wichtigen Spirituosengruppen: internationale und nationale Produkte sowie eine Vielzahl regionaler Spezialitäten. 15-mal vergab das DLG-Testzentrum die höchste Auszeichnung "DLG-prämiert" in Gold. Die Testergebnisse sind im Internet unter www.dlg.info/spirituosen veröffentlicht. (Quelle: Pressemitteilung der DLG).

Mittwoch, Juni 15, 2005

Total begeistert.

Karl-Heinz von Lackums hat sich einen Vortrag von Klaus Kobjoll angehört und schildert seine Eindrücke vom Chef des Schindlerhofs in Nürnberg: "'Na, wie war ich?' - Klaus Kobjolls Wege zur Kundenbindung".

Siehe dazu auch unseren früheren Beitrag: "Erfolgsstory".

Dienstag, Juni 14, 2005

Henkell & Soehnlein: Kupferberg Zukauf und weitere Internationalisierung praegen das Jahr 2004.

Die Henkell & Söhnlein-Gruppe hat sich im vergangenen Jahr auf unverändert schwierigen Märkten gut behauptet und erreichte analog zum Vorjahr einen Umsatz von 474 Millionen Euro.

Die Absätze der Henkell & Söhnlein-Gruppe entwickelten sich 2004 insgesamt positiv. Bereinigt um das Geschäft mit alkoholfreien Getränken, das im Juni 2003 abgegeben wurde, hat sich der Absatz im Vergleich zum Vorjahr um 5,3 Prozent auf 202,6 Millionen 0,75-l-Flaschen verbessert. Der bereinigte Umsatz stieg im gleichen Zeitraum um 9,9 Prozent.

Mit Sekt wurden überdurchschnittlich hohe Absatzzuwächse erzielt. So kletterte der Sektabsatz um 9,5 Prozent auf 129,5 Millionen Flaschen. Dies nicht zuletzt durch zweistellige Absatzsteigerungen von Fürst von Metternich, Deinhard und Söhnlein Brillant.

Der Spirituosenabsatz konnte zweistellig auf 32,1 Millionen Flaschen zulegen. Besonders der deutsche Marktführer Wodka Gorbatschow trug dazu bei.

Das Jahr war darüber hinaus durch die Übernahme der Traditionsmarken Kupferberg Gold und Scharlachberg Meisterbrand geprägt. Beide Marken wurden in das angestammte Portfolio integriert und trugen ab Oktober zum Ergebnis bei.

International wurde 2004 in Rumänien die Konsolidierung des Sektmarktführers Astese vollzogen und in Österreich gelang mit der Übernahme von Kupferberg eine Steigerung des Sekt-Marktanteils auf mehr als 40 Prozent. Auch innerhalb des österreichischen Weinbrandmarktes wird mit Scharlachberg Meisterbrand nun eine führende Position besetzt.

2005 wurde die Internationalisierung fortgesetzt: In Ungarn gelang die Übernahme der Sektmarke Walton. Die marktführende Position auf dem ungarischen Sektmarkt wurde damit ausgebaut. In Tschechien wurden von der Henkell & Söhnlein-Tochter Bohemia Sekt die Spirituosenmarken Pr_zká Vodka, Nordic und Silver Ice erworben. Bohemia Sekt ist nunmehr in seinem Heimatland nicht nur Sekt- und Wein-Marktführer, sondern auch Marktführer für Wodka.

Markenpflege und innovative Produkte haben bei Henkell & Söhnlein hohe Priorität. Mit Henkell Blanc de Blancs wurde ein neuer Sekt kreiert, der vornehmlich junge feminine Konsumenten ansprechen soll. Besonders erfolgreich ist der neue Söhnlein Brillant Medium Dry. Im ersten vollen Verkaufsjahr wurde er bereits über drei Millionen Mal verkauft.

Das Spirituosenangebot wurde um Caprice ergänzt, einen neuen Cocktail in 0,7-l-Flasche auf Wodkabasis in drei Geschmacksrichtungen und mit dem neuen Black Batida erhielt der Klassiker Batida de Côco eine neue Geschmacksvariante. (Quelle: Pressemitteilung der Henkell & Söhnlein Sektkellereien KG in Wiesbaden).

Beitragsfaelligkeit von Sozialversicherungsbeitraegen.

In einem früheren Beitrag "Ulla Schmidt laeuft Amok: Griff in die Kasse der Unternehmen soll Illiquiditaet der Rentenversicherung verhindern" haben wir schon frühzeitig darauf hingewiesen, daß die Arbeitgeber Sozialversicherungsbeiträge ab dem kommenden Jahr 14 Tage früher abführen sollen und damit 13mal statt 12mal im Jahre 2006 und die Liquiditätsbelastung scharf kritisiert.

Heute weist das die Website "Neues Bürokratiemonster: SPD will Beitragsfälligkeit ändern" ebenfalls auf diese unsinnige Idee aus dem Hause von Ulla Schmidt hin, einer früheren Bundestagskandidatin des Kommunistischen Bundes Westdeutschland.

Zugleich regt mich dieser Beitrag zu einem Vorschlag an, wie sich Arbeitgeber - eventuell ein wenig am Rande der Legalität - von dem drohenden Liquditätsentzug befreien können. Da zu dem von dem Gesetzesentwurf vorgesehenen Zahltermin die zu zahlenden Sozialversicherungsbeiträge noch nicht feststehen, kann man den Betrag schätzen und diese Schätzung später korrigieren. Wenn man z.B. den Betrag auf 10 Euro schätzt und später auf den wahren Wert, z.B. 2.000 Euro, korrigiert, sind zum 20. des laufenden Monats auch nur 10 Euro zu zahlen und der größere Betrag wird erst nach Korrektur fällig.

Möglcherweise wird man etwas schief angesehen, wenn man sich immer und immer wieder verschätzt. Aber Hans Eichel verschätzt sich in seiner Haushaltsplanung ja auch jedes Jahr aufs Neue und meldet falsche Zahlen an die EU. Die Opposition hat ihn dafür zwar vor einen Lügenausschuß gezerrt, aber geändert hat sich nichts. Und warum sollte unsereiner besser schätzen können als der Finanziminister?

Cheong Liew.

Die österreichische ÖGZ hat Cheong Liew interviewt, den Pionier der "neuen australischen Küche", der im Juni Gastkoch im Salzburger Hangar-7 ist: "Star-Interview: Eine Küche, die viele Wurzeln hat".

Zu Hause ist er Chefkoch des Restaurants "The Grange" im Hilton in Adelaide.

Virtuelle Kneipen.

Sehr früh in der Entwicklung des Internets ist die Vorstellung virtueller Kneipen entwickelt worden. Die Website ElCafé ("Elektronisches Café") (der Links führt ins Internet Archiv, die Website www.elcafe.com selbst existiert nicht mehr) ist im März 1994 die erste ihrer ARt auf dem europäischen Kontinent gewesen. Seit 1997 existiert das Café Nirwana, das sich aus der Mailbox "Villa Maria" seit 1992 entwickelt hat. Diese Box war aufgebaut wie ein virtuelles Häuschen, mit heute vorsintflutlich anmutenden ANSI-Menüs, aber immerhin schon aufgeteilt in Räume wie "Foyer", "Küche", "Der Blaue Salon" etc. Zur ihrem Konzeption des "Café Nirwana" schreibt Olivia Adler:
"Als ich überlegte, wie das Netz in Zukunft aussehen könnte, kam mir ein Ort in den Sinn, ähnlich einem Wiener Kaffeehaus: das 'Café Nirwana'. Ein Ort, an dem sich Menschen aus aller Welt treffen und miteinander reden, ein Ort mit vielen Stammgästen, ein Stück Heimat in den Weiten von Cyberia, der virtuellen Welt... Ich hoffe, daß dieser Platz zu einer virtuellen Heimat werden kann, zu einem Treffpunkt, einem Forum, ein Spiegelbild der Welt und der Menschen da draußen."
In den letzten Jahren hat sich die Szene stark gewandelt. Mittlerweile sind ganze Welten als Online-Spiele geschaffen worden. Sie sind so besucherstark, daß sie zunehmend gerne benutzt werden, um in der virtuellen Realität der Spielwelten Werbung zu machen für Produkte und Dienstleistungen der realen Welt. Bernd Röthlingshöfer stellt in seinem Blog einen Buchautor vor, der ergänzend zu einer Präsentation seines neuen Buches in der realen Welt sein Buch in einem Online-Spiel vorstellt: "Virtuelle Werbung: Buchvorstellung im Computergame".

Auch die parallele Existenz einer Kneipe im Fernsehen und im Internet ist bereits realisiert worden, etwa die Strandbar Übersee in Köln, eine Location der Daily Soap "Unter uns" des RTL.

Als Voreröffnungswerbung eignen sich virtuelle Kneipen, die vorab informieren und besser noch den Prozeß der Entwicklung vor der Eröffnung (Planungsprozess, Bauprozess usw.) dokumentieren. Sehr schön hat dies das Subway in Dresden gemacht, natürlich in Form eines Weblogs.

Was es noch nicht gibt (oder ich kenne es nicht), sind wirkliche Gaststätten, die als Treffpunkte virtueller Gemeinschaften entstanden sind. Selbst mitgliederreiche Gemeinschaften wie das OpenBC oder Meetup schaffen es bestenfalls, Gaststätten ab und zu zu füllen.

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Montag, Juni 13, 2005

Low Budget.

Die aktuelle Ausgabe der Fachzeitschrift Fizzz behandelt das Titel- und Schwerpunktthema "Low Budget". Das Cover ist zum Inhalt passend gestaltet. Dahinter verbergen sich eine Reihe interessanter Beiträge, so ein Interview mit dem Autor des Buches "Willst Du die totale Pleite", Andreas Hein. Eine Reihe von realisierten Low-Budget-Konzepten werden vorgestellt. Darunter verstehen wir erfolgreiche gastronomische Objekte, die mit Investitionen von wenigen Zehntausend Euro realisiert worden sind.

Vermutlich für die nächste Ausgabe hat frau mich bereits ausgefragt nach Ideen für das Turn-Around-Management, also wie man gastronomische Objekte in der Krise wieder auf die Beine stellen kann.

Fizzz abonnieren.

99 Cent.

Zum Thema Billig-Kneipen haben wir ja schon einige Konzepte vorgestellt. Theo Huesmann ergänzt: "Dunkelrestaurant in Berlin nun mit 99-Cent-Bar". Wenn Sie nicht wissen, was ein "Dunkelrestaurant" ist, lesen Sie unseren Beitrag über das "Dunkelrestaurant in Wien".

Weblogs zu den Themen Marketing und Werbung.

Nico Zorn hat sich die Mühe gemacht als Editor des Open Directory Project für die Rubrik Marketing und Werbung / Weblogs eine kommentierte Linksammlung zu erstellen.

Bodenaufkleber.

Der ShopBlogger nutzt Bodenaufkleber, um seine Kunden zu necken...

Mir ist dabei aufgefallen, daß ich noch keine Verkaufsförderungsaktion in der Gastronomie gesehen habe, die mit Bodenaufklebern arbeitet. Das wäre doch mal was... Es müssen ja nicht immer die Wandflächen im Gastraum (auf Plakat wie im Edi City Café oder in Form von Graffiti-Malerei wie im Bamberger Café Esspress) oder in den Toiletten sein, auf denen für Dritte geworben wird.

Was es gibt, sind Logos in Form von Schmutzfangmatten. Die werden aber meines Wissens nur als Dauerlösung für das Branding des gastronomischen Objektes selbst genutzt. Und es gibt Logos, die als Fliesen daherkommen (etwa von KGrip.com, Beispiel: Reef Bistro).

Stop & Soup.

Die am 11. Juni 2005 eröffnete Bamberger Filiale des Suppenbar-Franchise-Konzepts "Stop & Soup" setzt auf Zutaten aus ökologischem Anbau: "Nie mehr den Löffel abgeben", in: Bamberg-Guide.de.

Angeboten werden drei Konzeptvarianten:
  • Bei dem Vertriebstyp "Stop & Soup City" handelt es sich um das feine Restaurant mit zahlreichen Sitzgelegenheiten auf maximal 130 Quadratmetern Fläche. Standorte finden sich in Großstädten in guten Innenstadtlagen in der Nähe von Bürozentren.
  • "Stop & Soup Express" ist die schlankere Variante des City-Typs auf rund 70 Quadratmetern. Die Standorte: Einkaufszentren, Bahnhöfe und Flughäfen.
Beide Modelle schließen einen take-away-Service ein.

Lebensmittellieferdienste.

Vor Jahren schwadronierten viele von den Möglichkeiten, Lebensmittel des Alltagsbedarfs per Internet an private Haushalte zu vertreiben. Man übersah die Schwierigkeiten:
  • differenzierte Lagertemperaturen von Lebensmittel, die gekühlt oder gar tiefgekühlt werden müssen,
  • daß Privathaushalte tagsüber häufig nicht zu Hause sind,
  • Eingangslager (insbesondere mit Tiefkühl- und Kühlmöglichkeiten) fehlen, in die bei Abwesenheit Lebensmittel abgestellt werden können.
Kein Wunder, daß diese Idee floppte und viel Geld in den Sand gesetzt worden ist.

Doch jetzt gibt es neue Versuche. Sie bauen aber nicht auf Lieferdienste des Lebensmittelgroß- und -einzelhandels, vielmehr erweitern und vernetzen sie die meist bestehenden Lieferdienste gastronomischer Betriebe: "Ordering Takeout Online: A Dot-Com Idea Returns for a Second Try" von B'ob Tedeschi, in: New York Times vom 13. Juni 2005.

Die erwähnten Anbieter in den USA:Bei Seamless Web wird von den gastronomischen Betrieben eine Gebühr von 5 bis 15 Prozent verlangt. Primäre Zielgruppe sind weniger die privaten Haushalte als Menschen am Arbeitsplatz. Wenn man über die Übertragbarkeit solcher Geschäftskonzepte nach Deutschland diskutiert, sollte man dabei nicht vergessen, daß dieses Marktsegment in Deutschland in den größeren Betrieben von Betriebskantinen abgedeckt wird.

Aus gastronomischer Sicht ist diese Gebühr erträglich. Nicht nur, weil die Margen in der Gastronomie höher sind als im Einzelhandel. Es kann auch gelingen, Kunden zu animieren, zukünftige Käufe direkt (etwa per Website des Restaurants) zu tätigen, so daß dafür keine Gebühren der Marktplätze / Vermittler mehr anfallen. Genauso machen es ja auch viele professionelle Händler bei eBay. Die Kunden kaufen eine Antiquität oder eine Flasche Wein und nehmen Kontakt auf zu dem Anbieter, der ihnen sagt, wo sie mehr davon kaufen können, also auf der Website des Verkäufers oder vor Ort in seinem stationären Geschäft. Ein befreundeter Antiquitätenhändler hat z.B. eine Truhe nach Italien verkauft. Der Italiener hat sie per LKW abgeholt und gleich das ganze Fahrzeug vollgepackt.

Diese hohe Transaktionsgebühr zeigt auch, warum Lieferdienste des Lebensmittelhandels scheitern mußten. Die Umsatzrendite ist dort viel zu gering. Und die Bereitschaft der Kunden, höhere Preise als in den Lebensmittelläden zu zahlen, also wirtschaftlich gesehen, die Transaktionsgebühren zu zahlen, ist gering.

Internetzugang in der Gastronomie: kostenlos oder kostenpflichtig.

Die Frage, ob man Internetzugänge in gastronomischen Betrieben kostenlos oder kostenpflichtig anbieten sollte wurde jetzt auch von der New York Times vom 13. Juni 2005 aufgegriffen: "Some Cafe Owners Pull the Plug on Lingering Wi-Fi Users" von Glenn Fleishman.

Politiker-Blogs.

Bei Focus Online bloggen seit vergangener Woche diverse Politiker, z.B.

Doener in der Tuete.

Döner Kebab in der Tüte, gefunden im noweblog.

Sonntag, Juni 12, 2005

Gesetzlicher Mindestlohn contra Tarifautonomie.

Der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes Michael Sommer sollte mal mit sich ins Reine kommmen, ob er für die Tarifautonomie streiten möchte oder für einen gesetzlichen Mindeslohn: "DGB-Chef Sommer fordert 7,50 Euro Mindestlohn", in: Netzeitung vom 12. Juni 2005.

Ein gesetzlicher Mindestlohn in geforderter Höhe von 7,50 Euro würde für das Gastgewerbe in einzelnen Tarifbezirken eine Lohnerhöhung von bis zu 45 Prozent bedeuten. Die dafür notwendigen Preiserhöhungen von bis zu 20% sind aber - insbesondere in den betroffenen strukturschwachen Regionen - nicht durchsetzbar.

Überleben könnten nur an diesen Standorten nur Betriebe,
  • in denen einfache Tätigkeiten ersetzt werden durch Convenience-Produkte, durch Selbstbedienung oder durch Maschinen,
  • in denen die Inhaber selbst arbeiten,
  • Familienbetriebe, in denen viele Familienangehörige arbeiten, oder
  • Betriebe, die Mitarbeiter unterhalb des gesetzlichen Mindestlohns beschäftigen, also "schwarz".
Anders ausgedrückt: sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse würden auf breiter Flur verschwinden.

Gaestebewertungen im Katalog eines Reiseveranstalters.

Der Reiseveranstalter TUI/Imholz akzeptiert die wachsende Bedeutung von Mundpropaganda unter Feriengästen. In den Katalogen werden erstmals Gästebewertungen, auf Antworten in Fragebogen gestützt, abgedruckt. (Quelle: "Wie es im Hotel wirklich war" von Gregor Waser, in: Sonntagszeitung.ch vom 12. Juni 2005.

Dazu ein Zitat aus einer Pressemitteilung von TUI:
"Auch die Veröffentlichung der Gästezufriedenheit wird ausgebaut. In der Sommersaison 2005 findet sich das Urteil der Urlauber zu den Hotels der TUI in neun Katalogen. 'Die Veröffentlichung der Gästezufriedenheit wird sich positiv auf die Hotelqualität auswirken', sagte Böttcher. Langfristig denkende Hoteliers würden alles daran setzten, die Qualität ihrer Produkte zu steigern, um von den Gästen positiv bewertet zu werden. Denn: 'Hotels, die in der Gästebewertung gut abschneiden, können ihre Buchungszahlen steigern', ergänzte der TUI Deutschland-Chef."
Damit setzt sich das Konzept von Meinungsportalen, die Empfehlungen von Verbrauchern bündeln, auch offline durch.

Braumarkt Schweiz.

Über den Schweizer Biermarkt läßt sich Peter Keller in der Neuen Zürcher Zeitung aus: "Mehr Bier, weniger Durst". Die Zahl der Brauereien in den letzten fünf Jahren von 82 auf 142 rasant an, überwiegend Gasthausbraureien. Im Trend sind Spezialitätenbiere. Irgendwie kommt mir das bekannt vor...

Stullen am Pariser Platz.

Bernd Philipp macht mit Sarah Wiener einen Spaziergang durch Berlin. Das Gespräch kommt unter anderen auf deren neues Restaurant "Sarah Wiener" in der Akademie der Künste (eher ein Bistro, würde ich sagen) mit einem Schwerpunkt auf Brot und Aufstriche: "Mamsell Wieners Gespür für Brot und Aufstrich", in: Berliner Morgenpost vom 11. Juni 2005.

Mehr über Sarah Wiener.

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Samstag, Juni 11, 2005

Wer zu wem gehoert.

wer-zu-wem.de wird seit 1995 als Datensammlung aufgebaut. Aus einer kleinen Zusammenstellung von Spirituosen- und Parfum-Marken wurde bis heute eine Datenbank mit über 4.000 Marken und 4.400 Adressen von Vertriebsfirmen, Händlern, Dienstleistern und Industriebetrieben. wer-zu-wem.de hat pro Monat weit über eine Million Seitenabrufe von Besuchern, die sich über Firmen und deren Zugehörigkeiten informieren wollen.

Die Informationen kommen aus den unterschiedlichsten Quellen: Eigeninformationen der Unternehmen auf Ihrer Website und Pressemeldungen, Berichte in der Presse und Fachpresse, Verbandslisten, eigenen Recherchen im Netz und Anfragen an die Unternehmen.

Zirka 4.500 Firmenprofile können zu einem Preis von nur 59 Euro zzgl. Mehrwertsteuer bestellt werden, ein Teil der Daten ist online kostenlos abrufbar.

Für unsere Branche sind unter anderem Übersichten über gastgewerbliche Ketten interessant:sowie über Lieferanten wieund über Marken in diversen Produktgruppen wie z.B. jeweils mit Adresse, Profil, Link zur Website und der Anzahl der Standorte und teilweise mit Umsatzangaben.