Gastgewerbe Gedankensplitter


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Samstag, Januar 21, 2006

Deutscher Wein in der Gastronomie.

Rheinhessischer Wein sei in der regionalen Gastronomie Rheinhessens nicht ausreichend präsent, haben die Autoren einer Studie "Erlebnis Weinkulturlandschaft Rheinhessen" von Project M recherchiert, schreibt Klaus Mümpfer in seinem Beitrag "Wo liegt denn eigentlich Rheinhessen?" in der "Allgemeinen Zeitung vom 20. Januar 2006. Somit sei das Thema Wein für die Gäste in Rheinhessen "noch nicht verlässlich erlebbar".

Nun, ähnliches findet man auch mehr oder weniger in anderen deutschen Weinregionen, nicht aber in Österreich. Meines Erachtens liegt der Grund in einer falsch konzipierten Vertriebskanalstrategie der deutschen Winzer. In Österreich gewähren Winzer ihren Vertriebskanälen Fachhandel und Gastronomie ca. 25% Rabatt auf den Listenpreis und verweigern in der Regel Direktkäufern gleich hohe Rabatte. In Deutschland werden Fachhändlern und Gastronomen nur niedrigere Rabatte gewährt, so um die 15% auf die Listenpreise. Und wenn Endverbraucher bei den Winzern direkt nachfragen, können sie mitunter Weine sogar preisgünstiger einkaufen als in den Fachhandel und in die Gastronomie geliefert wird. Dadurch verliert die Gastronomie die Fähigkeit, Flaschenweine außer Haus zu verkaufen und kann beim Weinverkauf in en Gaststätten selbst die notwendigen Aufschläge nicht mehr kalkulieren. Kein Wunder, daß die Gastronomie häufig lieber ausländische Weine anbietet, bei denen die Gäste die Preise in der Gastronomie mit den Preisen der Winzer nicht so einfach vergleichen können.

Wenn der deutsche Weinbau wirklich daran interessiert ist, daß sich die deutsche Gastronomie in den Weinanbaugebieten für Weine aus der Region stark macht, muß er seine Listenpreise bei den eigenen Endverbraucherkunden durchsetzen und der Gastronomie höhere Rabatte auf diese Preise gewähren.