Gastgewerbe Gedankensplitter


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Donnerstag, Januar 19, 2006

Essen aus der Tiefkuehltruhe.

Gestern wurde das Frosta-Bistro in Hamburg offiziell eröffnet. Der ShopBlogger war dabei und schreibt darüber:
"Die Idee zum FRoSTA-Bistro finde ich übrigens klasse und den Schritt dahin sehr mutig. In einem Bistro im Grunde nur Fertiggerichte aus der Tiefkültruhe anzubieten ist doch sehr außergewöhnlich. Es werden übrigens die originalen Packungen verwendet, die man auch aus dem Supermarkt kennt - und die Qualität spricht für sich. Die angebotenen Speisen brauchen sich im Vergleich mit in anderen Bistros/Gaststätten angebotenen Speisen absolut nicht zu verstecken und für rund 5 Euro pro Portion liegen sie auch preislich im absolut grünen Bereich."
Versuche von Herstellern, Marken themasierende Gaststätten aufzubauen, sind nicht immer von Erfolg gekrönt. Ein Beispiel: Nutelleria.

Problematisch ist vor allem, daß das Branding von Produktmarken und von Gaststätten verknüpft wird, obwohl die Markenführung anderen Gesetzmäßigkeiten folgt. So sind Konflikte zwischen Produktmarken und Gastronomiemarken grundsätzlich vorprogrammiert. Ein extremes Beispiel ist der bis vor die Gerichte geführte Streit zwischen der Klosterbrauerei bzw. Kloster Andechs und Der Andechser Bayerische Gastronomie AG, auch wenn es dabei eigentlich mehr um persönliche Eitelkeiten im Kloster als um Markenkonflikte ging. Weniger öffentlichkeitswirksame Konflikte gibt es aber auch z.B. in den vielen "Leitgaststätten" der Brauereien, also solcher Gaststätten, die den Namen einer Biermarke oder Brauerei tragen oder ergänzend führen. Nicht selten versuchen dort die Brauereien allzu sehr in das Objekt hineinzuregieren, obwohl es sich fast immer um Betriebe mit selbständigen Pächtern oder Eigentümern handelt. Ein kleines Beispiel für einen alltäglichen Konflikt: Die Brauereien verlangen, daß Biergläser verwendet werden, die Aufdrucke der Brauereien oder Biermarken tragen. Diese sind aber teurer als neutrale Gläser. Wir haben uns dann immer geweigert, die Mehrkosten zu tragen und uns auf den Standpunkt gestellt, daß, wenn wir kostenlose Werbung für diese Biermarken machen, man uns gefälligst auch die Gläser kostenlos überlassen sollte oder zumindest nur soviel dafür zahlen müssen, was neutrale Gläser kosten.

Wenn man wie Frosta das Gastronomie-Projekt eher spielerisch angeht in dem Sinne, daß es dem Produktmarketing, auch organisatorisch, untergeordnet bleibt und eventuelle Konflikte zugunsten der Produktmarke entschieden werden, eröffnet es jedoch interessante Möglichkeiten etwa für die Marktforschung wie Produkttests und die Entwicklung von Verwendungsempfehlungen, Serviervorschlägen usw.