Gastgewerbe Gedankensplitter


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Samstag, Januar 14, 2006

Suchmaschinen als Blutsauger.

Jakob Nielsen kritisiert in seiner Alertbox vom 9. Januar 2006 Suchmaschinen als Blutsauger von Websites, die vor allem auf die Generierung von neuen Besuchern, Interessenten und Kunden per Suchmaschinen setzen: "Search Engines as Leeches on the Web".

Meines Erachtens sind Suchmaschinen keine Blutsauger.
  • Wer Suchmaschinen-Marketing betreibt und dort inseriert, wird dies nur machen, solange der Grenzertrag die Grenzkosten übersteigt. Er wird in der Regel, also wenn er sich nicht allzudumm anstellt, nicht draufzahlen.
  • Wer Insertionsflächen über die Anzeigennetzwerke von Suchmaschinen verkauft, erhält z.B. von Google Adwords knapp 75 Prozent desjenigen, was der Inserent zahlt. Er wird damit meines Erachtns angemessen beteiligt. Bei einer Selbstvermarktung dürften die Vertriebskosten kaum geringer sein.
Seine in diesem Beitrag enthaltenen Tipps, wie man Besucher zu Stammbesuchern machen kann, sind zwar okay, aber altbacken:
  • "Email Newsletter" sollte man einsetzen. Mittlerweile bieten auch Hostprovider wie 1und1.com Tools, mit denen man sie leicht erstellen und administrieren kann. Inhalte fallen in jedem Betrieb beiläufig an. Man muß ja nicht mehrmals täglich aus dem Nähkästchen plaudern. Abseits.de gibt z.B. in Zusammenarbeit mit dem Gastronnomie Report einen wöchentlichen Newsletter mit mehr als 14.000 Abonnenten heraus. Und für die Gäste unseres stationären Café Abseits gibt es gleiche mehrere Möglichkeiten, sich über neue Wochenspeisepläne oder Bierkarten informieren zu lassen.
  • "Request marketing". Daß man auf Besucherfragen und Kundenwünsche reagiert, ist eigentlich auch selbstverständlich. Ich arbeite z.B. Fragen und Antworten, die in unserer Mailing-Liste Gastro-Einsteiger mehrmals gestellt werden oder besonders interessant sind, zu ausführlichen Artikeln aus, die dann den Content von Abseits.de erweitern. Anhaltspunkte bietet auch die Auswertung, welche Inhalte von den Besuchern besonders rege gelesen oder von anderen Websites verlinkt. Kein Gastronom wird jahraus jahrein ein Produkt auf der Speisekarte lassen, das kaum bestellt wird. Stattdessen wird er Renner besser positionieren, evtl. im Preis hochsetzen oder Varianten davon anbieten.
  • Discussion groups and other community features. Neben unserer Mailingliste Gastro-Einsteiger gibt es ein Forum, in dem unsere User vor allem miteinander sich austauschen können.
  • "Affiliate programs". Hier differenziert Jakob Nielsen zu wenig. Für transaktionsierte Websites sind Affiliate Programme als Geber sinnvoll. Contentanbieter sind besser auf der Seite der Affiliates aufgehoben.
  • "Newsfeeds". RSS-Feeds sollten meines Erachtens zumindest für den Kern der Stammnutzer, insbesondere wenn es sich um internetaffine Produkte und Dienstleistungen handelt, Newsletter ergänzen.
  • "Stick your URL onto any physical product". Daß die Adresse der Website gastronomischer Betriebe auch auf Visitenkarten, Speisekarten, in Inseraten, auf der Personalbekleidung, Transparenten, auf Firmenfahrzeugen zu stehen hat, hat sich wohl auch schon herumgesprochen.
  • "A hardware component that's hardwired to connect to your site's service". Damit tut man sich als kleiner Anbieter und im Gastgewerbe schwer.
  • "Mobile features". Sowas läßt sich leicht etwa mit Winksite realisieren. Damit macht man den den Inhalt dieses Blogs mit mobilen Endgeräten zugänglich.