Gastgewerbe Gedankensplitter


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Samstag, Januar 14, 2006

Wie schnell Empfaenger von E-Mails und Leser von Blogs reagieren.

Die Forschungsstelle Neue Kommunikationsmedien an der Universität Bamberg bzw. Jan Schmidt und Martin Wilbers haben ein Arbeitspapier "Wie ich blogge?!" (PDF) mit ersten Ergebnisse der Auswertung einer Umfrage unter deutschen Bloggern im Oktober 2005 veröffentlicht.

Ich möchte hier - in einem Blog, das Gastgewerbe zum Thema und zur Zielgruppe hat - nicht auf die Untersuchungsergebnisse im Einzelnen eingehen. Interessant erscheint mir jedoch aus dem Blickwinkel des Internetmarketings ein Detail am Rande:

Die Autoren hatten ihren Aufruf, sich an der Umfrage zu beteiligen, dem 5.246 Blogger gefolgt sind, einerseits per E-Mail an die Nutzer von zwei Blog-Hosting-Services versandt. Zum anderen hatten sie auf Mundpropaganda vertraut, also darauf, daß sich die Tatsache, daß eine solche Umfrage gemacht wird und sich Blogger beteiligen können und sollen, in Blogs usw. herumspricht, publiziert und gelesen wird. Diesen Prozeß hatten sie unterstützt, in dem sie bestimmte Websites gezielt geworben haben, diese Information als erste zu veröffentlichen.

Das zeitliche Muster der Reaktion ist sehr unterschiedlich:
"Der Rücklauf pro Tag weist ein Muster auf, das sich von dem rein E-Mail-basierter Ankündigungen unterscheidet (vgl. Schmidt 2005): Nach fünf Tagen war die Hälfte der gesamten Teilnehmerzahl erreicht, doch in der verbleibenden Zeit sank der Rücklauf nur sehr langsam und erst nach zwei Wochen hatten 75 Prozent der gesamten Stichprobe teilgenommen (vgl. Abbildung 1). Zum Vergleich: Bei den Teilgruppen, die per E-Mail eingeladen wurden, hatten schon nach zwei Tagen drei Viertel der endgültigen Teilnehmerzahl den Fragebogen beantwortet."
Dieses Ergebnisnis ist zwar nicht überraschend, weil auch bei Mailings (Print wie auch E-Mails) die Empfänger - überspitzt formuliert - meistens gleich reagieren oder gar nicht. Aber anhand der veröffentlichten Zahlen lassen sich nunmehr quantitative Prognosen erstellen über zu erwartende Wirkungszeiträume von Verkaufsförderungsaktionen und anderen Aktionen, die auf eine Reaktion von Internetnutzern abzielen.

Z.B. sollte man im Gastgewerbe, wenn man kurzfristig Kapazitäten füllen möchte, spätestens zwei Tage vorab E-Mails einsetzen. Dreiviertel der Buchungen kommen innerhalb von zwei Tagen. Setzt man hingegen auf Öffentlichkeitsarbeit und auf Ankündigungen von Aktionen auf der eigenen Website, sollte man wenigstens zwei Wochen vor dem Aktionszeitraum (in dem z.B. günstige Zimmerpreise gelten) loslegen.

Kommentare:
Hallo Gerhard, hast Du das andere Working Paper gesehen, das sich noch etwas genauer mit dem Rücklauf auseinandersetzt?
http://www.bamberg-gewinnt.de/wordpress/archives/347

Viele Grüße, Jan
 
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