Gastgewerbe Gedankensplitter


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Samstag, Februar 11, 2006

Virtuelle Communities und eCommerce.

Ende 1999 habe ich was geschrieben zum Thema "Virtuelle Communities und eCommerce".

Heute berichtet Jochen Krisch, daß eine ähnliche Diskussion wieder hochkommt: "Communities als künftige Kernkompetenz des Online-Handels", in: Exciting Commerce.

Meine Kritik an den meisten Community-Marketing-Ansätzen ist, sie übersehen, daß Communities in der Regel nicht von selbst entstehen, wachsen und gedeihen, sondern dies mit eher hohem als geringem personellem und/oder finanziellem Aufwand organisiert werden muß:
  • Es muß aktive Mitglieder geben. Auch wirkliche Vereinen funktionieren nicht ohne ehrenamtliche Helfer, Parteien nicht ohne ehrenamtliche Funktionäre und Kirchen nicht ohne Messdiener und Kirchengemeinderäte. Virtuelle Communities, die kommerziellen Interessen dienen, müssen schauen, wie sie ihre Ehrenamtlichen durch Anreize bei der Stange halten. Das Rote Kreuz Würzburg lädt z.B. seine Blutspender einmal im Jahr zum Essen und zeichnet besonders aktive aus.
  • Virtuelle Communities müssen die Kommunikation zwischen den aktiven und den neu hinzukommenden passiven Mitgliedern erlauben und organisieren.
  • genauso wie die Kommunikation zwischen den Passiven.
  • Es muß organsiert werden, daß nach bestimmten Regeln aus Passiven Aktiven werden können. In den Parteien funktioniert dies formal, im Parteiengesetz geregelt, per Wahl. In virtuellen Communities geht es teilweise über Ranglisten oder über den Nachweis von Mitarbeit.
  • Es muß organisiert werden, in welchem Maße und wie die Aktiven und Passiven, eventuell in unterschiedlichem Maße, die weitere Entwicklung der virtuellen Community mit beeinflussen oder sogar darüber autonom entscheiden können.
Mehr darüber in meinem Beitrag "Wie entsteht eine Vituelle Community?" (die Beispiele sind teilweise veraltet, oder soll ich sagen: historisch).