Gastgewerbe Gedankensplitter


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Montag, Mai 22, 2006

Fasspfand.

Seit Anfang Mai 2006 verlangen österreichische Brauereien ein Faßpfand von 30 Euro. Bisher wurden in Österreich diese Mehrweggebinde pfandfrei zur Verfügung gestellt. (Siehe dazu: "Biergalerie", in: ÖGZ ohne Datum, gelesen am 22. Mai 2006).

In Deutschland wird dies von Brauerei zu Brauerei unterschiedlich gehandhabt. Bei der Klosterbrauerei Weissenohe, die vor einigen Jahren ein Faßpfand eingeführt hat, hat man mir erzählt, daß sich der Rücklauf erheblich beschleunigt habe.

Die österreichische Brauereiwirtschaft begründet die Einführung eines Faßpfandes vor allem mit einer mißbräuchlichen Verwendung der Fässer. Vermutlich geht es den Brauereien auch darum, schwarze und graue Vertriebskanäle zu erschweren. Dafür reicht eine Pfandpflicht jedoch nicht aus. Vielmehr müßte jedes einzelne Pfand eindeutig identifiziert werden können, etwa durch eingebaute RFIDs. Aber daran wird gearbeitet.

Die Liquidititätsbelastung jedes einzelnen Gastronomen hält sich mit ein paar Hunderte Euro in Grenzen. Der Liquiditätsgewinn bei den Brauereien ist jedoch - Kleinvieh macht auch Mist - enorm. Leidtragende sind wohl neben der Gastronomie vor allem der Getränkefachgrosshandel. Er wird wohl insbesondere bei wenig umschlagenden Nischenbieren auslisten oder sich der Pfandpflicht per Individualvereinbarung mit den Brauereien zu widersetzen versuchen.

Ob sich die Brauereien mit der Pfandpflicht einen Gefallen tun, wage ich zu bezweifeln. Am längeren Hebel sitzen angesichts eines enormen Angebots mehr oder weniger austauschbarer Biere die Vertriebskanäle, nicht die brauereigebundene Gastronomie, aber die freien Gastronomen und Getränkefachgroßhändler. Sie werden sich ihr Geld schon wieder zurückzuholen wissen.